Reformation = Glaubensspaltung? Was haben der Ablasshandel mit der Reformation zu tun?

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16 Antworten

Kurz zusammengefaßt ging es bei der von Luther aufgeworfenen Frage um zwei Dinge. Erstens ging es darum, ob Gott nur durch den Papst und dessen nachgeordnete Priester wirkt. In der Konsequenz hieraus bedeuted es, dass nur die kirchlichen Vertreter die Macht haben, Gottes Segen zu spenden, damit war diese Dienstleistung auch verkäuflich.

Zweitens merkte Luther an, dass Gott barmherzig ist, d. h. er erwartet keine Gegenleistung für seine Gnade. Der Ablasshandel basierte aber darauf, dass die Gnade Gottes durch eigenes Handeln, insbesondere die Spende von Geld, erworben werden kann. Dadurch wurde Gottes Gnade zu einer handelbaren Ware, und das widersprach Luthers Auffassung eines gnädigen und barmherzigen Gottes.

http://www.wissen57.de/martin-luther-kampft-gegen-den-ablasshandel.html

Um einen Gelehrtendisput über den Ablasshandel zu entfachen, entwarf
Luther 95 theologische Thesen, die er am 31. Oktober 1517 am Portal der
Schlosskirche zu Wittenberg anschlug.

Die Ablassfrage verband er dabei mit der Infragestellung derpäpstlichen Binde- und Lösegewalt und griff damit die Kirche alsInstitution des Heils an. Der Gelehrtenstreit blieb zwar aus, dafür verbreiteten sich die 95 Thesen wie ein Lauffeuer durch Deutschland.

Martin Luther hatte einen Stein ins Rollen gebracht, der das Fundament
der katholischen Kirche erschütterte.

https://martinlutherunddiereformation.jimdo.com/der-ablasshandel/

Ganz vereinfacht Luthers Ansicht: "Erlösung kann man sich nicht erkaufen". Und viele folgten seinen Thesen.

Die Reformation war eine Bewegung, die dadurch entstand, dass die Kirche Ablassbriefe verkaufte, in denen den Käufern - je nach Betrag - Sündenvergebung versprochen wurde.

Diesen Ablass konnte man für Verstorbene kaufen, damit diese schneller aus dem Fegefeuer in den Himmel kommen konnten, für eigene Sünden oder noch zu begehende Sünden. 

Es gibt die Legende, dass Eck -  eine berühmter Ablassprediger - einen Ablass verkauft hat für einen Raub; und der vom Räuber kurze  Zeit später für den Raub an Eck "eingesetzt wurde.

Für Luther war es ein Unding, dass Beichtende zu ihm kamen, die einfach nur mit einem Ablassbrief wedelten und das für ausreichend hielten, mit Gott ins Reine zu kommen.

In seinem Thesenanschlag stellt er das in Frage, und will eine Disputation in der Kirche darüber auslösen.

Die Leitung der Kirche lehnte dies ab. Sie ging sogar noch weiter. Sie warf Luther aus der Kirche.

Da die 95 Thesen sehr schnell nach ihrem Anschlag ins deutsche übersetzt wurden und durch neue Technik im Buchdruck sehr schnell eine große Verbreitung fanden, war aus dem "Disputationversuch"  eine Bewegung in Deutschland geworden.

Da die Kirchenleitung die Reformation ablehnte und sie ausgrenzte, wurde sie zu einer Kirchenspaltung.

2017 Reformationsgeschichte einmal anders, in weniger als zwei Minuten! - 

Der Ablasshandel wurde von dem Papst eingeführt. Kurzgesagt heißt das, dass sich reiche Christen Ablassbriefe kaufen konnten, um so ihre Sünden erlassen zu können, um nach dem Tode ins Paradis zu gehen. Dieses Geld wurde dann zum Bau des Papstdom im Vatikan genutzt, im 15. oder 16 Jahrhundert (Wiki :D)

Und dass hat viele Christen verärgert, die schließlich in der Reformation endete.

Luther hat sich an vielen Dingen des Papsttums gestört. Zu seiner Zeit war Alexander VI Papst und das war einer der berüchtigsten Päpste überhaupt, der eine reine Familienpolitik betrieb und dem sogar nachgesagt wurde, Sex mit der eigenen Tochter zu haben.

Der Ablasshandel war dann eigentlich nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, da damit selbst den ganz Armen, die sowieso schon nichts zu essen hatten, zusätzlich Geld von der Kirche aus der Tasche gezogen wurde, während der Klerus in Saus und Braus lebte.

Eigentlich wollte Luther zuerst nur die katholische Kirche reformieren und auf den Weg des Glaubens zurückführen, woraus sich dann aber in einer gewaltigen Eigendynamik die Spaltung der Kirche entwickelte.

google ist bekannt?

http://www.tagesspiegel.de/wissen/ablasshandel-im-spaetmittelalter-gnade-gegen-geld/12185668.html

Meines Erachtens erkannte Luther, das die Praxis der Katholischen Kirche dem Willen Gottes WIDERSPRACH.

Dies führte letztlich zu einer reformierenden Bewegung und zur Gründung protestantischer Religionsgemeinschaften - letzteres wäre nicht nötig geworden, hätte die KK Ihre Fehler korrigiert - da hat sie so ihre Probleme, weiß man ja, fällt selbst HEUTE sehr schwer.

Letztlich geht es aber nicht um eine Glaubensspaltung, sondern um den richtigen Glauben, so wie GOTT es eigentlich will.

cheerio

Ablasshandel waren Briefe die von der Kirche verkauft worden, dafür sollten dann "angeblich" die Süden gereinigt werden. Martin Luther fand dies nicht gut und hat seine Thesen an einer Kirche angebracht

Der katholische Ablaßhandel war eine Pervertierung des Glaubens, wonach man sich mit Geld von seinen Sünden freikaufen könne. Daß dies auf massive Kritik stieß, sollte eigentlich leicht nachvollziehbar sein. Der Ablaßhandel war im Grunde der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachte. Ein Reformation der korrupten Kirche war nämlich überfällig.

https://de.wikipedia.org/wiki/95_Thesen

Der Ablasshandel war eine wichtige Einnahmequelle der Verbrecherorganisation namens katholische Kirche. Luther hat das zu Recht kritisiert und damit die RKK dort getroffen, wo sie am empfindlichsten ist - beim Geld.

Damit war aber der Bruch perfekt und bei allem Gewimmere heute, selbst die RKK muss zugeben, dass Luther recht hatte. Damit ist aber auch klar, dass diese sogenannte Kirche fahlbar ist, auch wenn gebetsmühlenartig das Gegenteil hergeleiert wird.

Raubkatze45 10.07.2017, 13:07

Meistens entsteht Hass auf die Kirche bei jenen, die ihr mal selbst
angehört haben und ihren Segen für bestimmte Forderungen nicht bekommen haben. Dann aber müsste man zumindest das kennen, was man ablehnt. Dazu gehört auch das Wissen, dass die Kirche nie bestritten hat, eine Kirche der Sünder zu sein und dass sie aus Menschen besteht, die auch den Versuchungen der Macht und des Reichtums zum Opfer fallen und sich versündigen können. Das gab es schon bei den Urchristen.

Die Kirche hat nie geleugnet, dass es unbestreitbare Sündenfälle gegeben hat wie zum Beispiel der Missbrauch, den Luther
angeprangert hat. Dabei handelt es sich um Menschen, die sich als Vertreter der Kirche versündigten und deren Denken und Tun auch im Nachhinein zu Recht verurteilt wird. Das hat übrigens nicht nur Luther getan, sondern auch Heilige der Kirchengeschichte, die sich in Rom mit dem jeweiligen Papst auseinandergesetzt haben. Verurteilt wird hier der Missbrauch, nicht die Sache selbst, die nach wie vor Lehre der RKK ist und bleibt.

Unfehlbarkeit gilt den offiziell ex cathedra verkündeten
Glaubensaussagen, die es durch die Jahrhunderte zu bewahren gilt. Diese Unfehlbarkeit gilt nicht dem Papst als Verkünder, sondern dem Herrn der Kirche, Jesus Christus, der ihr immerhin seinen Beistand versprochen hat - für die Lehre, aber nicht als Garantie für Sündenfreiheit.

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josef050153 10.07.2017, 14:25
@Raubkatze45

Dazu gehört auch das Wissen, dass die Kirche nie bestritten hat, eine Kirche der Sünder zu sein und dass sie aus Menschen besteht, die auch den Versuchungen der Macht und des Reichtums zum Opfer fallen und sich versündigen können.

Das ist nicht das Problem, sondern, dass die RKK immer wieder behauptet nicht zu irren, weder in der Vergangenheit, noch in der Gegenwart oder Zukunft. Diese Hybris treibt die Menschen von der Kirche weg, weil heute jeder minderbemittelte Sonderschüler sich darüber informieren kann, was für eine Verbrecherbande die RKK war und immer noch ist. Nicht die Einzelnen habe Verbrechen begangen, sondern die RKK als Kirche.

Es geht dabei nicht um Unfehlbarkeit (was auch sehr problematisch ist) sondern um die Fähigkeit Sünden der Kirche als solche zu bekennen und auch dafür Vergebung zu empfangen.

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Durch die Reformation wurde den Menschen über verschiedene Irrlehren der karh. Kirche die Augen geöffnet — so z. B. über den Ablasshandel. 

Mit der Übersetzung der Bibel in die Volkssprache (Luther) konnte endlich das eigfache Volk die Bibel selbst lesen und den Inhalt mit dem vergleichen, was die Geistlichen ihnen von der Kanzel predigten.

Sie stellten fest, dass sie verdummt und ausgebeutet wurden mit der Lehre, dass ihre Sünden durch Geldzahlungen vergeben werden können — eine Lehre, die die Kirche bis dahin reich gemacht hatte.

Der Ablasshandel wurde doch Martin Luther ein Dorn im Auge.

Google hilft Dir da ganz sicher.

Für reine Sachinfos braucht man man kein Ratgeberforum .

Martin Luther einzutippen reicht völlig aus - und lesen kannst Du ja wohl alleine

stine2412 10.07.2017, 09:39

dandy, du hast schon recht, aber auf diesem Wege erfahren auch andere etwas zu dem Thema. Ich könnte mir vorstellen, dass viele Katholiken nicht viel Wissen dazu beitragen können, z.B., dass der Petersdom von den Ablassgeldern gebaut wurde und  dadurch auch heute noch Gelder durch den Tourismus einbringen. 

Es ist doch nett, sich hier in GF in vernünftigem Ton austauschen zu können - jeder gibt etwas von seinem Wissen und seiner Erfahrung dazu, oder?

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der papst, der den ablaßhandel steuerte wurde verteufelt, wodurch die geburt des protestantismus eingeläutet wurde

Google doch mal zu den Stichwörtern Ablasshandel und Reformation..........

Luther fands doof, dass die Kirche Geld genommen hat um nicht in die Hölle zu kommen. Er fand, dass Gott sünden vergiebt und man nichts dafür zahlen muss. Das fand die damalige Kirch aber nicht so gut. Dann hat Luther "95 reasons why" an ne Kirchentür genagelt. 

So gab es dann protestanten: Anhänger Luthers und kaholiken: Die, die ihn nicht mochten

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