Warum haben Busse ein Automatikgetriebe?

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Das hat einen technischen Grund. Der Motor und das Getriebe sind hinten. Die Seilzüge sind extrem lang und somit ist der Schaltknüppel weder einfach noch präzise zu bedienen. Die Seilzüge müssen alle paar Monate aufwändig nachgestellt werden und hin und wieder reißen die. Das verursacht nicht nur hohe Anschaffungskosten sondern auch immense Wartungskosten und Kosten durch AUsfälle.

Ich musste früher 2x wegen gerissenem Schaltzügen eine Stunde auf den nächsten Bus warten der dann völlig überfüllt war.

Zudem sind Automatikgetriebe viel verscheißärmer und fast wartungsfrei. Es gibt keine Kupplung die verschleißt und auch keine Synchronringe. Man muß nur hin und wieder nach dem Öl gucken.

Damals hatten die Automatikgetriebe das große Problem kaum einen Berg hochzukommen da die immer wieder hochschalteten und erst wieder runter schalteten kurz bevor der Motor ausging. Das war sehr nervig als ich noch zur Schule ging. Konnte ein Schaltgetriebebus die Berge mit 60 hoch, fuhren die AUtomatikbusse um 20km/h. Einige hatten noch zusätzliche Knöpfe die auf den ersten bzw. zweiten Gang begrentzten, die waren aber mit ca. 30 kmh auch nicht viel besser, ruckten und hoppelten dafür aber nicht die Berge hoch. Damals sollten die Schaktgetriebe wieder gebaut werden, dabei wird der Schalltknüppel elektronisch übertragen. Stattdessen baute man dann aber eine Elektronik ein die merkte dass der Bus unter Vollgas war und dann nicht einfach bei mittlerer Drehzahl hochschalteten. Anfangs funktionierte das wie der Kickdown beim Auto, voll durchgetreten verschiebt die Schaktpunkte der Hydrauliksteuerung über ein Ventil. Später bekamen die Getriebe eine elektronische Steuerung die das fahren am Berg erkannte und entsprechend handelte.

DH! Da kennt sich ja jemand mit Bussen aus.

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Die "Ziharmoniker" Busse hatten zuerst den Motor in der Mitte. Motor hinter dem Gelenk war nur mit Automatik möglich weil da drei elektrische Drähte den empfindlichen Seilzug ersetzten.

Ich kann mich noch an die alten erinnern. Ganz hinten konnte man in der Stadt nicht die Fenster aufmachen, es stank stark nach Dieselabgasen.

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@Commodore64

Bei den MAN Reisebussen musste der Fahrer seinen Sitz entriegeln und 45° nach links drehen um den Rückwärtsgang einzulegen. Der Weg des Schaltknüppels war extrem lang, der Rückwärtsgang lag links vorne und schon beim ersten Gang musste der Fahrer mit seinem Knie aufpassen.

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@Commodore64

Und noch einer:

Wir hatten einen neuen Fahrer, der war so schlau NICHT uns Schüler nach dem Weg zu fragen ("Links!" - "Links!" - "Links!" sondern fragte per Funk. Der fuhr einen der damals recht neuen Automatikbusse. Am Berg war der Fahrer völlig genervt weil der Bus ständig zwischen ersten und zweiten pendelte, man hätte zu Fuß schneller rennen können, versagte auch noch das Funkgerät. Da haut der mit der Faust auf den Knopf, der Knopf brach durch die Instrumentenabdeckung. "Verdammte Hur@§ Sch@§$&ding!" brüllte er. Eine Sekunde später das Funkgerät: "spratz Boah! Wer war das!?".

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@PatrickLassan

Bei mir popt dauernd irgendwas im Browser kurz auf und dann gehen ein paar Tasten nicht ins EIngabefeld. Wenn das nur zwei, drei sind merke ich das nicht unbedingt...

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@ Commodore64:

Wenn Du der Meinung bist das Schaltgetriebe mittels Seilzug bedient werden, dann erkläre mir doch bitte mal den Unterschied warum dann ein Automatikgetriebe schneller sein soll wenn es auch hinten im Bus verbaut ist. Wie wird denn das dann angesteuert? Die Befehle zum Beschleunigen oder Abbremsen kommen doch immer noch von vorn, oder nicht?

Deine Antwort ist Blödsinn!

Getriebe die mittels Seilzug bedient werden sind schon lange nicht mehr aktuell.

Eine Kupplung gibt es auch nicht im Getriebe, denn die sitzt zwischen dem Getriebe und dem Motor.

Ist ja schön das Du uns an Deinen Erinnerungen teil haben lässt, die haben aber mit moderner Technik wenig zu tun.

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@Crack

Abgesehen davon, dass dein Kommentar unnötig flegelhaft formuliert ist, ist er auch nicht völlig korrekt. Auch Schwerfahrzeug-Schaltgetriebe werden heute nicht mehr rein mechanisch geschaltet, egal wo sie eingebaut sind. Das vereiteln teilweise die kippbaren Fahrerhäuser und generell die hohen Gewichte der beim Schalten im Getriebe zu bewegenden Teile. Der eigentliche Schaltvorgang wird heute meist von pneumatischen Schaltzylindern bewerkstelligt. Dass die Kupplung nicht IM Getriebe sitzt, sondern davor, ist zumindest hier eher eine unsaubere Formulierung und kein echter Fehler.

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@Crack

@ Crack:

Man merkt, dass Du nicht nur offensichtlich ein Flegel bist sondern auch von Fahrzeugtechnik gar keine Ahnung hast! Selbst in der Fahrschule lernt man den Unterschied zwischen Automatik und Schaltgetriebe.

Wenn Du der Meinung bist das Schaltgetriebe mittels Seilzug bedient werden,

Bei Autos wurde früher eine Schaltstange benutzt. Bewegt man den Schaltknüppel vor/zurück, wird die verschoben. Bewegt man den Knüppel links/rechts, wird die gedreht. Bei LKW und Busgetrieben wirken da Kräfte drauf von 10 bis 40 Newtonmeter. Ist die STange lang, verwindet die sich oder müsste Armdick sein! Daher nahm man bei Bussen schon immer Seilzüge. Und seit Ende der 90er benutzt man auch bei Autos Seilzüge für den Schaltknüppel, das erlabut beliebige Anordnungen des Getriebes ohne viele Umlenkpunkte.

dann erkläre mir doch bitte mal den Unterschied warum dann ein Automatikgetriebe schneller sein soll wenn es auch hinten im Bus verbaut ist.

Das hat mit schnelligkeit nichts zu tun. Beim Schaltgetriebe muß der Fahrer durch seine eigene Kraft Teile im Getriebe bewegen. Die Kraft muß vom Fahrer zum Getriebe übertragen werden. Beim Automatikgetriebe gibt es keinen Schaltknüppel mehr der das Getriebe bedient, das Getriebe schaltet sich selber abhängig von der Motordrehzahl. Das geschieht hydraulisch und wird vom Getriebe selber gesteuert. Und die Bremsen haben gar nichts mit Motor und Getriebe zu tun!

Die Befehle zum Beschleunigen oder Abbremsen kommen doch immer noch von vorn, oder nicht?

Da kommen keine Befehle, der Fahrer bedient per Gaspedal die Dieselpumpe. Früher mit einem einfachen Seilzug wie beim Auto, da wirken keine großen Kräfte, heutzutage elektronisch. Das Automatikgetriebe wird nicht vom Fahrer gesteuert, das steuert sich selber!

Getriebe die mittels Seilzug bedient werden sind schon lange nicht mehr aktuell.

Erstes normales Serienfahrzeug mit Schaltseilen statt Stange ist der Passat 35i, auf dem Markt gekommen 1988, seit ca. 2000 haben das alle Autos. Ist billiger wenn auch viel Fehleranfälliger.

Eine Kupplung gibt es auch nicht im Getriebe, denn die sitzt zwischen dem Getriebe und dem Motor.

Ich habe nie behauptet das das anders ist.

Nur hat ein Automatikgetriebe keine Kupplung die durch Reibung funktioniert und verschleißt sondern einen verschleißfreien Drehmomentwandler.

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gerade im extremen kurzstreckenverkehr (stadt und viele haltestellen) ist es sehr viel angenehmer "nur" noch gas geben zu müssen und zu bremsen. ich habe im lkw den fortschritt nur noch teilweise erlebt: war absolut begeistert, dass ich in meinem scania nur noch kuppeln mußte, wenn mir der schaltautomat per display zum gangwechsel riet. der computer meldete durch blinken an, dass er gern herauf oder herunter schalten wollte. die fahrten mit so einem fahrzeug waren wesentlich entspannter, als die mit älteren modellen.

Primär ist das Automaticgetriebe eine Bedienungserleichterung für den Fahrer, es erspart ihm mehrere hundert Schaltvorgänge mit Kupplungstreten pro Dienstschicht.

Und dann ist das Automaticgetriebe eines Linienbusses Teil eines Regelungsnetzwerkes, das auch "elektronisches Gaspedal", "Knickwinkelsensoren" (bei Gelenkbussen), "Fahrziel-Anzeige" und "Achslastsensoren" sowie ggf. weitere für Außentemperatur, Motoröltemperatur, Öldruck einschließt. Diese umfangreiche Vernetzung optimiert die Schaltpunkte des Getriebes abhängig vom Betriebszustand und der befahrenen Linie, erkennt somit auch Fahrbahnneigung und Gewicht des Busses. Im Vergleich zu einem für Laien optisch attraktiveren Luxus-Reisebus ist ein moderner Linienbus ein hightech - Gerät mit irrsinnig viel Regelungselektronik.

es ist sinnvoller, weil der fahrer sich besser auf das fahren sich konzentrieren kann...8 std./tag schalten ist schwerarbeit, insbesondere im stadtverkehr und die busse sind nicht gerade klein...ich kannte jemanden, der in berlin in den 50- und 60-er jahren busfahrer war und er musste schalten, automatik war eine grosse arbeitserleichterung...

Ein Automatikgetriebe hätte ich mir vor 40 Jahren schon gewünscht für ein Omnibus, im Winter sind die Schaltseile eingefroren, da war nur noch ein Gang drin und ich mußte Überlandlinienverkehr fahren und ab und zu sind die Dinger auch gerissen. Das erzähl mal heutzutage jemand, da wird man ausgelacht, was ward ihr denn hinterwäldlerisch!

Aber den "komfort" der Automatik hattest Du damals bei der Umstellung aber sicher nicht genossen, oder? Die schalteten so sanft wie Thor's Hammer und Berge waren ein echtes Problem.

Die pneumatischen Kupplungen machten auch öfters gerne Ärger, gerade im Winter machen die was sie wollten. Da musste man schon viel Gefühl haben damit es nicht kracht beim Schalten.

Ich mag die 60er Jahre MAN Busse. Auch wenn der Motor noch nicht mal 1/3 so stark war wie bei den heutigen Bussen, das waren die einzigen mit denen man so richtig einen fetten Doughnut auf den Asfalt malen konnte!

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@Commodore64

Ja, 71 habe ich die Busfahrerei aufgegeben, was es für Probleme damals mit der Automatik gab weiß ich nicht, nichts ist nun mal perfekt! Einige Verbesserungen habe ich damals am Büssing noch hinbekommen!

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@Szintilator

Die waren für die Stadt eigentlich ganz OK, aber Höhenlinien zu überwinden war damit fast so schwierig wie die Berliner Mauer zu überwinden.

Aber richtig übel war der Schlupf zwischen Antrieb und Schiebebetrieb. Nahm man Gas weg und trat schnell auf die Bremse, dann dauerte es einen Moment bis der Antriebsstrang sozusagen in die Motorbremse krachte. Gerade alte Menschen stürzten da oft wenn die sich nicht festhielten und schon mal zum Ausgang liefen bevor der Bus anhielt. Man musste rechtzeitig vom Gas gehen bevor man bremste oder noch besser, man schaltete die Motorbremse ab - das gab aber Mecker vom Busbetreiber wegen dem Bremsenverschleiß.

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