Vater will mich rauswerfen?
Habe meinen Eltern gesagt das ich schwul bin, also jedem einzeln. Meiner Mutter hab ich es morgens selber gesagt und die findet es auch nicht schlimm oder so
Bei meinem Vater hatte ich eh Angst, deswegen hab ich ihm das geschrieben als er bei der Arbeit war. Als er nach Hause kam meinte er erst das ist bestimmt nur ne Phase oder so und ich muss nur mal ne Freundin finden als ich gesagt habe, das es nicht so ist meinte er nur, das ihm das egal ist und das er keinen schwulen Sohn hat und wenn ich so leben will, dann soll ich abhauen
Meine Mutter meint zwar das ich mir keine Sorgen machen soll und so aber trotzdem was mach ich wenn er mich wirklich rauswirft oder so? Ich weiß nicht was ich jetzt machen soll?
Wie alt bist du?
15
23 Antworten
So etwas von seinem eigenen Vater zu hören muss echt nicht leicht sein. Und auch wenn bis jetzt nichts passiert ist, stelle ich es mir echt belastend vor, mit der Angst und der Unsicherheit zu leben: "Was ist wenn doch was passiert?". Es ist zwar richtig, dass er dich nicht einfach so rauswerfen kann und du dann ohne weiteres auf der Straße landest, aber das macht die Ganze Sache wahrscheinlich trotzdem nicht weniger schlimm. Zum Glück musst du da aber nicht alleine durch, du kannst dir Hilfe holen.
Viele haben dir ja schon den Tipp gegeben, dass du dir Unterstützung bei deiner Familie holen kannst, vielleicht von deinem Onkel, oder jetzt wo du schon mit deiner Mutter gesprochen hast auch bei ihr. Vielleicht kannst du nochmal mit ihr über deine Bedenken sprechen und ihr klar machen, dass du dir ernsthafte Sorgen machst?
Neben deiner Familie gibt es aber auch noch andere Anlaufstellen, die dich unterstützen können. Zum einen gibt es Queer-Beratungsstellen, da wurden dir ja bei einer deiner letzten Fragen schon einige verlinkt. Zum Anderen gibt es aber auch Anlaufstellen, die dich vor allem auch bei deiner psychischen Belastung, professionell beraten können.
In den meisten Schulen gibt es Ansprechpartner*innen wie die Schulsozialarbeiter*innen oder Schulpsycholog*innen, denen du dich anvertrauen kannst, die auch unter Schweigepflicht stehen. Die können dir zur Seite stehen und, wenn du magst, beispielweise einen Plan mit dir entwickeln wie du nochmal mit deinen Eltern/deinem Vater sprechen kannst. Sie können ggf. auch bei einem Gespräch dabei sein.
In vielen Städten gibt es auch Jugend- oder Familienberatungsstellen, die dich ähnlich wie die Stellen in der Schule unterstützen können. Dort kann man sich einfach unverbindlich melden und dann helfen sie einem weiter.
Neben diesen Angeboten vor Ort gibt es aber auch Beratungsstellen online die dir weiterhelfen können. Das ist manchmal einfacher als mit jemandem vor Ort zu sprechen. Wenn du magst kannst du dich deswegen zum Beispiel auch bei mir melden.
Ich bin von Digital Streetwork Bayern, wir bieten professionelle Online-Beratung an, kostenlos, anonym und unverbindlich. Wir sind immer Mi/Do/Fr bis 18 Uhr online. Weitere Infos findest du auf unserem Profil oder unter www.digital-streetwork-bayern.de
Wenn deine Situation akut schlimmer werden sollte und du tatsächlich das Gefühl hast, dass du zuhause nicht mehr willkommen bist, dann kannst du dich immer an dein zuständiges Jugendamt melden. In den meisten Fällen gibt es einen Notfallnummer die Rund um die Uhr erreichbar ist. Solltest du auf der Webseite finden kannst du dich im Notfall auch immer an die Polizei wenden.
Die Angebote gelten natürlich auch für alle die das lesen und vielleicht in einer ähnlichen Situation sind.
Er kann Dich nicht einfach 'rauswerfen.
Und wenn, wäre Er bzw. Deine Eltern erstmal noch unterhaltspflichtig.
Es wird aber nicht soweit kommen.
Im ersten 'Schock sagt man halt manchmal auch Dinge, die man bei genauerer Betrachtung letztlich doch nicht so meint, bzw. umsetzen will/kann.
Auch wenn du auf Männer steht, heißt das nicht, dass er dich mies behandeln soll. Ich finde seine Reaktion irrational und überhaupt nicht nachvollziehbar! 😑Falls er dich rausschmeißt, kannst du zum Jugendamt gehen und bei einer Freundin /Freund übernachten.
Du hast nicht Blödes gemacht, es ist dein Leben und Eltern müssen damit leben, dass ihre Kinder nicht ihr ,, Eigentum'' sind! Dein Vater muss selber lernen, damit umzugehen. Die Frage ist nur: Wie geht es dir momentan damit? Wissen deine enge Freunde über deine sexuelle Orientierung? Wenn nicht, dann musst du dein Mut zusammenfassen und offen sein, ob sie akzeptieren möchten oder nicht, ist scheißegal. Es ist dein Leben! ❤️🤗Alles Gute für die Zukunft
Und danke für die Offenheit!
Hey,
erstmal:
Es war unglaublich mutig von dir, deinen Eltern zu sagen, dass du schwul bist vor allem, obwohl du wusstest, dass es bei deinem Vater schwierig werden könnte.
Dass du trotzdem ehrlich warst, zeigt, wie stark du bist.
Und egal was er sagt:
Du bist genauso richtig, wie du bist. Punkt.
Seine Reaktion tut weh, das ist total verständlich.
Wenn ein Elternteil sowas sagt wie „Dann hau halt ab“ das verletzt nicht nur, es macht auch Angst.
Aber bitte glaub nicht, dass du etwas falsch gemacht hast.
Du hast nichts zu bereuen.
Du bist ehrlich gewesen über einen wichtigen Teil von dir und genau das verdient Respekt, nicht Ablehnung.
Dass deine Mutter hinter dir steht, ist zumindest ein wichtiger Rückhalt.
Versuch, mit ihr offen darüber zu sprechen, ob sie dir helfen würde, falls es wirklich hart auf hart kommt.
Vielleicht kann sie mit deinem Vater nochmal in Ruhe reden viele Menschen reagieren im ersten Moment mit Ablehnung, weil sie überfordert sind oder Vorurteile haben.
Manchmal brauchen sie Zeit, auch wenn das keine Entschuldigung für so eine Aussage ist.
Trotzdem:
Falls es wirklich so weit kommt, dass er dich rauswerfen will, solltest du vorbereitet sein.
Überleg dir bitte:
Hast du Freunde, Verwandte oder Vertrauenspersonen, bei denen du notfalls unterkommen könntest?
Gibt es Jugendberatungsstellen, queere Anlaufstellen oder Sozialdienste in deiner Nähe, die dich unterstützen könnten?
Wenn du noch zur Schule gehst oder in Ausbildung bist, kannst du dich auch an eine Schulsozialarbeiter oder Vertrauenslehrkraft wenden.
Du bist nicht allein.
Auch wenn es sich gerade so anfühlt es gibt Menschen, die dich so akzeptieren, wie du bist, und dir helfen würden, deinen Weg zu gehen.
Hi,
Du hattest diese Frage vor ein paar Tagen schon gestellt und von vielen Seiten den Ratschlag bekommen, vorher mit Deinem Onkel und diversen Beratungsstellen zu reden. Hast Du das gemacht? Falls nicht: Hol das jetzt nach und hol Dir zusätzliche Unterstützung zu Deiner Mutter.
LG