Nachteilsausgleich mentale Probleme/ Panikattacken?

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Ich hatte auch so einen Nachteilsausgleich.

Der kann sehr individuell angepasst werden. Bsp. dass Präsentationen ansich nicht gewertet werden. Der Versuch, diese zu halten aber schonmal positiv ist. Aber natürlich ohne Zwang.

Oder, dass bei nicht aushaltbaren Situationen der Klassenraum verlassen werden darf (das ist sowieso der Fall. Aber, dass es einen offiziellen Grund gibt und nicht die Note beeinträchtigt)

Schriftliche Aufgaben als Ersatz für die mündliche Beteiligung.

Zu dem Thema, dass sie es lernt in solchen Situationen klarzukommen:

Ich persönlich fand es sehr hilfreich erstmal den schuldruck gemindert zu haben, weil ich es so schon sehr anstrengend und herausfordernd fand, überhaupt in die Schule zu gehen. Mit fortschreitender Behandlung wird ihr auch die Schule wieder leichter fallen das braucht aber seine Zeit. Zusätzliche Herausforderungen, denen sie noch nicht gewachsen ist, sind da kontraproduktiv. Außerdem gibt es bessere Orte um zu üben gegen seine Ängste anzugehen, als die Schule.

Meine Angststörung wurde in der E-phase so schlimm, dass ich das Haus fast nicht mehr verlassen konnte. Dazu schwere Depression. An Beteiligung in der Schule war da garnicht mehr zu denken und es war eine riesen Erleichterung, als ich schriftlich hatte, dass ich keine Nachteile durch meine Erkrankung bekommen kann.

Ich war dann ein paar Monate in einer Klinik (die war Schmutz) und habe die e-phase wiederholt. Man lernt mit der Zeit mit seiner Angst umzugehen, wenn man es wirklich versucht. Und ja, es ist kein leichter Weg, aber möglich. Trotzdem habe ich ein Einser Abitur geschafft und das ohne Nachteilsausgleich nach der 2. E-Phase.

Auch wenn es komplett unmöglich erscheint und sich anfühlt, ist man doch stärker als man denkt. Man darf sich niemals einreden lassen, dass man etwas nicht erreichen könnte. Mir wurde auch gesagt, ich könnte niemals ein Abitur schaffen.

Alles gute für euch!

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Abikram und so :)

Damals in der Oberstufe wurde auf meine physische Beschwerden / Behinderung schon Rücksicht genommen. Aber jetzt nichts sonderlich ausschlaggebendes , ich musste halt nicht am Sportunterricht teilnehmen weils logischerweise nicht ging, hab nen Aufzugsschlüssel bekommen bzw. Kursstandorte wurden auch mal verlegt , etc. Wenns halt nicht geht , geht's halt einfach nicht.

Wie das in Bezug auf Referate speziell aussieht, vermag ich nicht zu sagen. Sofern sowas wie eine Ausgleichsleistung anstelle des Referats möglich ist , könnte das klappen. Logischerweise sind Atteste da die Grundvoraussetzung. Vielleicht wäre es auch möglich, das Referat nur vor dem Lehrer zu halten , keine Ahnung.

Wichtig ist insbesondere denke ich , dass du genau beschreiben kannst welche Defizite du hast, und mit welchen Maßnahmen geholfen werden kann . Die Lehrer können das schlecht für dich entscheiden. Im Optimalfall formuliert man das zusammen mit der Therapeutin/ dem Therapeuten.

Möglicherweise ist sowas auch abhängig von der Kulanz der Schule bzw. Des Lehrers. Ich denke nicht dass sowas einheitlich geregelt ist. Insofern würde ich mich auch direkt an diese Stellen wenden.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Das würde ich ihr auch raten.

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Achja, Nachtrag : ob die Beschwerden auf eine psychische oder eine physische Erkrankung zurückzuführen sind ,ist dabei denke ich völlig unerheblich. Maßgeblich ist nur , dass diese Beschwerden ärztlich (oder durch einen Psychologen!) dokumentiert bzw. attestiert werden , und dass die genauen Folgen bzw. Einschränkungen durch eben diese konkret benannt werden.

Im Optimalfall wie gesagt mit Angaben, welche genauen Maßnahmen die Einschränkungen ausgleichen würden.

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Rechtlich kenne ich mich nicht aus, aber das Argument, niemand mache gern Vorträge ist nicht nur falsch sondern meiner Meinung nach auch ziemlich unangebracht.

Hat sie wirkliche Panikattacken, bekommt möglicherweise eine Angststörung oder was auch immer diagnostiziert, dann ist es definitiv verständlich. Jeder der Mal damit zu kämpfen hatte weiß, dass es echt nicht nur "ich hab kein Bock und nh bisschen Lampenfieber, aber durchatmen, dann wird das schon," ist.

Wir leben im 21. Jahrhundert, da sollten spätere Arbeitgeber wohl auch damit zurecht kommen. Oder es zumindest lernen. Aber sie braucht erstmal Zeit, mit ihren Problemen und ihrer Diagnose umzugehen, vielleicht kann sie danach auch lernen Vorträge zu halten.

Beispiel: Ich bin seit einem Jahr in Therapie. Unteranderem litt ich an Panikattacken. Es gibt Dinge die konnte ich davor mental nicht tun oder schwer aushalten, heute mache ich sie freiwillig. Gerade wenn es um Schule ging hatte ich Probleme. Zwar hatte ich immer 1 ohne großen Aufwand, aber auch immer Panikattacken ab 2, geweint bei Vorträgen und extreme Angst einfach. Es war halt eben nicht nur gehabe oder die Streberin, die damit nicht klar kommt. Bei mir hat es zum Glück keine Langzeittherapie o.Ä. gefordert, aber so ist das eben von Person zu Person unterschiedlich.

Wenn Leute andere Probleme, wie LRS, auditive Wahrnehmungsstörung etc. sagt ja auch kaum jemand was, zumindest meiner Erfahrung nach. Meine ehemalige beste Freundin leidet unter letzterem und wird bis zu den Abi Prüfungen keine Höraufgaben machen müssen. Klar, sie muss sich dem stellen irgendwann, aber die Jahre davor kann es sie nicht hinunter ziehen.

Überlass das aber bitte ihr, wenn du nicht einmal das genaue Problem kennen solltest. Es ehrt dich als Freundin, dass es dich beschäftigt und du helfen willst, aber sie muss die Entscheidung treffen.

Und wie gesagt zu dem, macht es Sinn: es kann Sinn haben, das kommt wohl auf ihre Diagnose an.

Aber tu ihr den Gefallen, und wird ihr nicht an den Kopf, es sei dumm.

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Es gibt diese Möglichkeit, aber das soll sie mit ihrer Therapeutin klären, du steigerst dich viel zu sehr in Probleme, die nicht dir gehören.

Fang doch zur Abwechslung mal mit dir an!

Also meine Freundin ist in Therapie, was genau, weiß ich leider nicht, find auch, dass es mich nix angeht, wenn sie es nicht erzählt

Aber die Therapeutin weiß es und wird dementsprechend eine (sinnvolle) Lösung mit ihr zusammen suchen.

Sie ist nicht alleine, also musst du nicht für sie fragen, wenn ihre Therapeutin im August wieder da ist, kann sie einfach fragen.

Gibt es überhaupt einen Nachteilsausgleich in der Oberstufe?

Es gibt ihn.

Wie sieht es damit aus, wenn die Eltern dagegen sind, dass das Kind so etwas bekommt?

Dann klärt sie das mit ihrer Therapeutin.

Sie hat Streit mit ihren Eltern wegen diesem Thema, weil ihre Eltern ihr nicht glauben und denken, dass sie das spielt damit sie keine Vorträge mehr machen muss.

Die Therapeutin kann durchaus auch mal ein Gespräch mit den Eltern führen, um sie aufzuklären und zu beantworten, warum ihre Tochter so etwas bekommen soll.

Vielleicht hat sie ihren Eltern die Situation genauso erklärt, wie dir, nämlich gar nicht.

Angenommen sie bekommt das, macht es denn sinn, weil sie muss ja lernen Vorträge zu machen und wenn sie das nicht tut, kann sie es ja auch nicht lernen?

Das kann in einigen Situationen und bei bestimmten Erkrankungsbildern sinnvoll sein, wir wissen jetzt auch nicht, welche Art von Nachteilsausgleich es sein wird und auch diese Frage soll sie mit ihrer Therapeutin klären, nicht mit dir.

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht warum sie das bekommen soll, weil niemand macht gern Vorträge aber wir alle müssen es tun,

Sie hat (vermutlich) eine mentale Erkrankung, die es ihr schwerer macht und deshalb kann sie nicht die gleiche Leistung erbringen, die ihre Mitschüler erreichen können.

ich habe das meiner Mutter erzählt und meine Mutter meinte, dass es dumm ist, dass sie so was will, weil sie dann Nachteile bekommen wird wenn sie sich ein Studium aussuchen will, weil niemand Leute will, die so was haben und sie noch viel mehr Schwierigkeiten bekommen wird, wenn sie ne Ausbildung macht.

Das stimmt nicht.

Kennt sich jemand hier aus und kann mir ein paar Antworten auf meine Fragen geben?

Ihr kommt aus NRW, googelt doch zusammen einfach mal "Nachteilsausgleich NRW", damit ihr euch etwas informieren könnt.

Viel Erfolg noch.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Abizeug und so...

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