Was ist das Schlimmste an einer psychischen Erkrankung?

Die Tatsache dass absolut jeder von dir erwartet dich so zu verhalten , als hättest du keine.

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Ich finde die Frage nicht wirklich sinnvoll formuliert.

Jede von dir genannte Berufs- /Menschengruppe, mitunter auch die einzelnen Persönlichkeiten auf die du dich beziehst, hatten / haben einen völlig unterschiedlich beschaffenen Einfluss auf die Welt und Menschheit. Bzw. sie haben die Welt auf ganz unterschiedliche Art und Weise verändert.

Daher ist es nicht wirklich zielführend die Intensität des Einflusses von beispielsweise Politikern mit der Intensität des Einflusses von z.B. Künstlern zu vergleichen. Äpfel und Birnen.

Eine Gegenüberstellung der Stärke des jeweiligen Einflusses wäre nur sinnvoll , wenn du zwei Individuen aus der selben Berufs-/ Menschengruppen vergleichen würdest: zum Beispiel ein Vergleich der Einflussstärke zweier verschiedener Politiker.

Anderenfalls wäre es sehr viel sinnvoller (und auch interessanter!) , die konkrete ART des Einflusses zu vergleichen und nicht die Stärke.

Auch, weil die Stärke des Einflusses von Berufs-/ Menschengruppe X oder deren "Wichtigkeit" für die Menschheit schwer objektiv zu ermitteln sind, und die subjektive Wahrnehmung hierbei ein gewichtiger Einflussfaktor ist.

Sagen wir, ich würde behaupten dass Politiker die Welt am stärksten verändern / verändert hätten.

Da würde sich die Frage stellen :

inwiefern/wieso? Ungeachtet dessen was sie leisten und bewirken ,verbringen Politiker ihre Nachmittage eher selten z.B. in Labors und forschen nach Impfstoffen, neuen Erkenntnissen über seltene Erkrankungen , oder entwickeln neuartige medizinische Geräte oder Medikamente.

Hieße das dann, dass die Menschheit Politiker "mehr" braucht als Forscher und deren Erkenntnisse? Wohl nicht, da sich das was beide Gruppen für die Menschheit leisten ganz erheblich unterscheidet und somit überhaupt nicht vergleichbar ist...

Sevven

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Ist eine Behandlung bzw. sind Behandlungsmöglichkeiten /-Optionen nicht wichtiger als die Ursachensuche auf einer Laien Plattform?

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Frau verzeihen? Sie schläft am selben Tag mit einen gemeinsamen Freund?

zu meinem Dilemma:

meine Frau und ich sind seit knapp 5 Jahren zusammen und schon über 1 Jahr verheiratet. Wichtig über sie zu wissen ist, dass sie eine bipolare Störung hat und wir immer wieder damit zu kämpfen hatten. Wir haben uns immer über das Thema Betrügen unterhalten, was für uns beide immer ein Trennungsgrund war. Nun waren die letzten Wochen ziemlich hart aufgrund ihrer Krankheit aber auch persönliche Rückschläge für beide und wir beide hatten das Gefühl wir sind nicht wirklich glücklich (viele Streits; keine richtige Kommunikation; viele Belastungen; Hausbau usw.).

Nun hatten wir ein Krisengespräch, wo wir relativ ruhig beredet haben, dass irgendwas schief läuft bei uns. Wir haben beide gesagt, dass wir vielleicht getrennt gesünder leben würden. Aber keiner hat direkt gesagt: „Wir trennen uns jetzt“ oder Ähnliches nur die Überlegung stand im Raum. Für diese Nacht habe ich bei Verwandten geschlafen um Distanz zu gewinnen und über uns überlegen zu können. Am nächsten Tag hat sie mich angerufen und musste mir beichten: Sie hatte eine manische Phase und hat einen guten Bekannten zu uns eingeladen um zu reden. Sie meinte zu mir, sie dachte wir hätten uns getrennt und ich würde nicht wieder kommen. Aus Frust wollte sie sich ablenken in ihrer Trauer. Naja das eine führte zum anderen und die beiden schliefen miteinander. Erst vor einer Woche waren wir bei ihm zum Essen und er war auf unserer Hochzeit. Als sie mir das erzählt hatte, wusste ich nicht was ich fühlen sollte. Mein Problem ist, dass ich mich hintergegangen und betrogen fühle, auch wenn sie sagt, sie dachte wir sind getrennt.

Ich verstehe nicht wieso das innerhalb eines Tages passieren konnte und dann noch mit dem. Wie ein Stich ins Herz. Sie hat mir beteuert, dass es einfach aus der Situation und auch aufgrund ihrer Krankheit passiert ist. Wir lieben uns noch, aber ich bekomme immer diese Kopfkinos.

Sie ist jetzt in einer Klinik, weil es ihr so schlecht geht und sie mit dem schlechten Gewissen nicht mehr leben wollte. Ich weis nicht ob ihr das verzeihen kann. Vielleicht hat jemand einen Rat für mich oder etwas ähnliches erlebt. Auch wenn ich sie gut kenne und weiß dass sie selber darunter leidet, weiß ich nicht wie ich darauf klarkommen soll.
liebe Grüße

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Als selbst Betroffener würde ich sagen ,dass Manien niemals eine Entschuldigung für Fremdgehen sind.

Hat sie denn während und nach dem Gespräch manische Symptome gezeigt, oder erwähnt dass sie manisch ist?

Ich Zweifel jedenfalls an Ihrer Aufrichtigkeit diesbezüglich. Ich hatte jedenfalls noch nie eine Manie, die nur wenige Stunden andauert, innerhalb kürzester Zeit von "Normal" zu "unzurechnungsfähig " übergeht, und die am nächsten Morgen komplett weg ist sodass ich wieder völlig klar bin und sachlich meinen Seitensprung erklären kann.

Wenn sie schon während des Krisengespräches manisch war , aber ohne dass es irgendwie aufgefallen wäre , wird die Manie (falls überhaupt eine vorlag) NIEMALS so stark gewesen sein dass es einen Seitensprung "rechtfertigen" oder erklären würde.

Tut mir Leid , aber das passt einfach nicht zusammen. Klingt für mich so als hätte sie sich die Manie ausgedacht um sich bequem rausreden zu können. Sorry.

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Wie kann ich endlich damit abschließen?

Ich habe 2009 (im Alter von 15 Jahren) einen ziemlich großen Fehler gemacht, welcher sich durch hartes Karma bezahlt gemacht hat.

Folgendes:

Als damals rebellischer Teenager hatte ich in diesem Schuljahr (10. Klasse) überhaupt keinen Bock, irgendwas für die Schule zu machen, was sich dadurch manifestiert hat, dass ich sowohl am Vortag der Mathematikprüfung, als auch an dem der Biologieprüfung des Schuljahresende bemerkt habe, dass mein Kenntnisstand in beiden Kursen auf Null war.

Nun wollte ich aber auch unter keinen Umständen Nachprüfungen Ende August schreiben, weshalb ich in beiden Fällen den Vortag der Prüfung dafür genutzt habe, aufwändige Spicker zu erstellen, wodurch sich der gesamte Unterricht (winzig klein und sehr hell geschrieben) in meinen Kladdeblöcken, die wir für die Prüfung benutzen durften, wiederfand.

Zufälligerweise wurde unser Mathematiklehrer auch noch krank, wodurch wir eine recht desinteressierte Vertretung als Aufsichtsperson für die Matheklausur bekamen, die es bevorzugt hat, sich die Fingernägel während unserer Klausur zu lackieren, anstelle uns Schüler rechtmäßig zu überwachen. Und auch bei der Bioklausur hatte ich "Glück", da der Lehrer die Zeit mit dem Korrigieren anderer Klausuren verbrachte und uns Schüler nicht eines Blickes während der gesamten Zeit würdigte. Das war in meiner gesamten Schulzeit noch nie vorgekommen!

Demzufolge hatte ich mich also erfolgreich durch die 10. Klasse geschummelt und konnte frohenmutes in die Sommerferien starten.

Als im September 2009 die 11. Klasse ihren Lauf nahm, kam ich in eine neue Klasse, die derartig zu meinem Nachteil aufgebaut war, dass ich als einzige von 19 Schülern am ersten Tag allein an einem Doppeltisch saß und schnell zum Amgriffspunkt einiger angriffslustig Jungs wurde, die mich das gesamte Schuljahr über mobbten und dissten. Meine schulischen Leistungen fielen auch massiv ab, da ich es anfangs wieder mit Schummeln versuchte, von den neuen (und viel strengeren!) Lehrern aber sofort dabei erwischt wurde.

Nichtsdestotrotz wollte ich auf gar keinen Fall Nachprüfungen haben und gab während der gesamten 11. Klasse zum ersten Mal wirklich ALLES. Ich packte die Klasse so haarscharf im Juni.

Aber jetzt zu meinem eigentlichen Schicksalsschlag: Diese Kombination aus Mobbing, Ausgestoßen werden und schulische Leistungen erbringen war schlichtweg kein zweites Mal mehr zu stemmen, wodurch ich im Abitur 2011 völlig abgekackt bin und in diesem schließlich 4 Nachprüfungen hatte (alle Hauptfächer). Während des Sommers nach meinem Abi konnte ich diese problemlos vorbereiten und schrieb in jeder von ihnen eine gute Note, wodurch ich mein Abi im August 2011 bestand.

Jedoch begleitet mich dieser Schicksalsschlag bis heute hin Tag und Nacht! Ich weiß inzwischen, dass es sich hier um Karma handelt. Aber ich versinke 24/24 in Reue und auch ein wenig in Selbstmitleid, dafür dass ich keine Abschlusszeremonie und keine "Ferien nach dem Abi" hatte.

Wie kann ich damit endlich Frieden schließen?

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Also bei dem Begriff "Schicksalsschlag" habe ich ehrlich gesagt doch ein wenig... mehr erwartet.

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Also, dann fasse ich deine Optionen für dich zusammen:

Durch deine Überdosis hast du dir eine Paracetamol Vergiftung eingehandelt, die durchaus gefährlich werden könnte. Speziell potenzielle Leberschädigungen können lebensgefährlich sein. Wie du siehst, haben wir hier eine Menge "vielleichts" , "potenziells" , "könntes".

Das bedeutet, dass diagnostisch abgeklärt werden muss , ob ein Leberschaden vorliegt, und wie schwerwiegend dieser ist.

Da du NACH deiner OD Symptome entwickelt hast wie Übelkeit oder Bauchschmerzen, scheint da allerdings irgendwas im Busch zu sein. Meines Wissens deuten die von dir genannten Symptome auf jeden Fall auf eine Vergiftung hin. Unbehandelt können solche Vergiftungen auch tödlich verlaufen. Bestimmte Faktoren wie zum Beispiel Mangelernährung erhöhen die Wahrscheinlichkeit dafür.

Deine Optionen sind nun insgesamt folgende :

1. Du gehst zum Arzt oder in ein Krankenhaus und lässt dich untersuchen. Dabei wäre es aber zwingend erforderlich, dass du deine Paracetamol Vergiftung beichtest. Abhängig von deinem Alter erfahren es dann also auch deine Eltern. In diesem Szenario finden die Ärzte heraus, ob dir etwas fehlt , wenn ja was genau, und behandeln dich. Je früher du behandelt wirst, desto besser ist die Prognose. Deine gesundheitlichen Beschwerden , eben auch die Übelkeit die dir so zusetzt, verschwinden, du wirst gesund.

Mit Sicherheit wird dir empfohlen psychologische oder psychiatrische Hilfe in Anspruch zu nehmen, auch deine Eltern werden dich wohl dazu drängen. Du wirst mit Sicherheit 0 Bock auf sowas haben, aber ausgehend von meiner eigenen Erfahrung würde ich dir dringend dazu raten. Damit der Auslöser für die OD, der Grund warum du dich töten wolltest , zukünftig entfällt.

Langfristig wird es dir so VIEL (!) besser gehen, du kannst gesund werden, und ein deutlich besseres Leben führen. Der Weg dahin ist lang, und mühsam. Aber es lohnt sich, versprochen.

Option Nr. 2 : du gehst nicht zum Arzt oder ins Krankenhaus. Vielleicht legt sich alles wieder , Vielleicht ist die Vergiftung schwerwiegend genug um dich über ein Leberversagen zu töten, aber vielleicht überlebst du auch und darfst mit nem Leberproblem oder sonstigen Schäden weiterleben. Da du nicht behandelt wirst , werden Übelkeit oder Bauchschmerzen nicht verschwinden. Bis zu deinem Tod , oder bis du ins Krankenhaus eingeliefert wirst. Da du nicht früh genug behandelt wurdest , ist die Prognose schlechter. Vielleicht erfahren deine Eltern nichts von deinem Suizid, aber auch das steht in den Sternen. Wenn dein eigenes Kind sich umbringen wollte , aber überlebt , ist das die eine Sache. Wenn dein Kind aber mit dem Suizid erfolgreich ist , ist das noch mal ein ganz anderes Thema.

Das sind deine beiden Optionen. Wähle weise.

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Nun wenn du Pech hast , hast du ne Paracetamol Vergiftung. Für das Zeug gibt's schließlich nicht umsonst ne Höchstdosis, und dass du am nächsten Tag diese Symptome hast ist denke ich kein Zufall.

Ich würde mich beim Arzt durchchecken lassen , und den Suizid Versuch beichten. Wer weiß was das Zeug angerichtet hat, insbesondere im Hinblick auf deine Leber. Möglicherweise ist eine Behandlung in diesem Sinne dringend erforderlich. So oder so brauchst du psychologische/ psychiatrische Hilfe. Langfristig wirst du wohl nicht drum herum kommen.

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Gefühle Beziehung psychische Erkrankungen?

Hi ich leide unter Borderline, PTBS, Sozialphobie, bipolare Störungen (Depressionen)...

Ich bin einige Jahre (seitdem ich 15 bin) zur Therapie gegangen und ging dort hin bis ich 18 wurde (KJP) und mir ging es nach der Therapie ganz ok aber ich habe das Problem das ich ab und zu keine Gefühle mehr empfinde und darunter leidet meine Beziehung.. Ich habe meinem Freund meine Erkrankungen erklärt doch nimmt er die dinge sehr persönlich

Ich kann meine Gefühle normalerweise auch verstellen und täuschen oder sowas wie eine Maske aufsetzen aber bin ich in dieser Phase der gefühlskälte kann ich nicht mal gefühle faken.. Es ist wie ein schwarzes loch der Leere.. Aber angenehm mir macht es nix aus das ich so bin aber andere leiden darunter und ich hatte früher dafür meine eigenen Skills mich dabei auf die Beine zu bringen um zu fühlen.. Z. B sport oder tiere

Leider wirken diese nicht mehr nun frage ich was ich tun kann dagegen bevor ich wirklich keinen ausweg mehr habe und nochmal zur Therapie muss...

Es hängt mit meiner Bipolaren Störungen zusammen und Borderline wenn ich meine episode der depression erreiche bin ich erst Niedergeschlagen und pessimistisch.. Doch nach einiger Zeit fühle ich nichts mehr...

Ich habe panische angst alleine raus zu gehen in die Stadt oder einkaufen zu gehen aber wenn ich diese phase habe ist es wie als wäre meine Sozialphobie nicht vorhanden da ich wirklich keine Gefühle fühle...

Mein Freund hat vorgestern aus Wut schluss gemacht und es verletzte mich nicht obwohl ich weiß das icg ihn Liebe und es weh tun sollte... Doch ich komme da nicht raus..

Frage: Was kann ich dagegen tun, versuchen bevor ich erneut die Therapie besuche.

Danke fürs lesen!!

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Bipolare Störung und Depressionen sind übrigens nicht das selbe , btw.

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100 mg Tramal bzw. Tilidin ist eine vergleichsweise geringe Dosis. Beide gehören zu den niederpotenten Opiaten / Opioiden. Insgesamt sollte der Entzug also gut schaffbar sein, kein Grund zur Sorge.

Wie lange konsumierst du denn schon ?

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Ich würde das ähnlich handhaben wie es gesetzlich über die Notwehr geregelt ist.

Wenn es gar nicht anders geht darfst du dich wehren , wenn du physisch angriffen wirst. Dabei muss aber das mildeste Mittel verwendet werden, dass zur Abwendung der Situation genügt.

Überspitzt gesagt darfst du niemanden ins Koma prügeln wenn er dir einen leichten Klapps auf die Schulter gibt.

Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass alle zur Verfügung stehenden gewaltlosen Mittel zur Entschärfung ausgeschöpft wurden , bevor geschlagen wird. Das umfasst auch um Hilfe rufen, oder Weg gehen wenn möglich.

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Ich würde sagen das Erkranken an einer bipolaren Störung war für mich schon so etwas wie ein Schicksalsschlag, der absolut alles, mein ganzes Leben veränderte. Im Guten wie im Schlechten.

Speziell nach einer Manie stand ich häufig vor einem gigantischen Scherbenhaufen und die Welt brach jedes Mal aufs Neue immer wieder für mich zusammen, weil die Nachbeben meiner Manien jedes Mal gravierende Langzeitfolgen nach sich zogen : zerstörte Beziehungen und Freundschaften, das Verhältnis zu meiner Familie wurde schwer belastet , juristische Schwierigkeiten, Drogenprobleme , finanzielle Katastrophen und Schulden, ich musste mein Studium abbrechen, etc.pp.

Einige Krankenhausaufenthalte, ein paar Zwangseinweisungen und -behandlungen waren über die Jahre auch dabei.

Heute habe ich das zwar insgesamt gut unter Kontrolle , hauptsächlich weil ich und meine Psychiaterin nach knapp 15 Monaten endlich die perfekte Medikation für mich gefunden haben, aber noch immer ist die Erkrankung ein prägender Bestandteil meines Lebens. Ich habe zwar seit circa einem Jahr keinerlei manische oder depressive Episoden mehr gehabt, aber in vielen Lebensbereichen schränkt mich die bipolare Störung nach wie vor ein.

Allerdings habe ich mit der Zeit auch ein Bewusstsein für die durchaus existierenden positiven Aspekte der Krankheit entwickelt und gelernt diese zu nutzen. Von der Kreativität, mit der bipolare Störungen häufig assoziiert werden, profitiere ich zum Beispiel heute beruflich enorm.

Ein weiteres einschneidendes Ereignis in meinem Leben war wohl auch die Diagnose "chronisches Schmerzsyndrom" , bzw. Der damit verbundene Ausblick auf ein Leben mit permanenten Schmerzen , womöglich für den Rest meines Lebens.

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Selbst wenn eine bipolare Störung vorliegt (wurde die ärztlich diagnostiziert, lässt er sich behandeln ?) muss dieses Verhalten nicht notgedrungen mit seiner Erkrankung zusammenhängen. Befindet er sich denn aktuell in einer manischen oder Depressiven Episode?

Der "Normalzustand", zu dem Betroffene nach einer durchlittenen manischen oder Depressiven Episode zurückkehren, ist nämlich sozusagen ein symptomfreies Intervall. Wenn die fragliche Verhaltensweise deines Freundes also tatsächlich pathologisch sein sollte, sie aber auch innerhalb dieses symptomfreien Intervalls auftritt, steckt zumindest nicht die bipolare Störung dahinter.

Sevven

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Pauschal lässt sich sowas leider unmöglich sagen, da man über Verlauf und Prognose einer bipolaren Störung nur mutmaßen kann und viele bewegliche Teile darin involviert sind: Schwere der Erkrankung, ob der Betroffene sich behandeln lässt und wie diese Behandlung aussieht (insbesondere Medikation!) , sonstige Bewältigungsressourcen und Coping-Mechanismen, die allgemeine psychosoziale Situation des Betroffenen, Lebensstil, weitere Erkrankungen, einschneidende Lebensereignisse in der Zukunft, etc.

Grundsätzlich lässt sich meines Wissens nach nur sagen , dass Betroffenen in der Regel nur Berufe bzw. Stellen verwehrt bleiben , die mit einer Verbeamtung verbunden sind. Ansonsten kann man unabhängig vom konkreten Einzelfall unmöglich sagen, dass der Betroffene aufgrund seiner Erkrankung den Beruf X oder Ausbildung/ Studium Y nicht ausüben/ absolvieren kann.

In die Entscheidung hinsichtlich deiner Berufswahl solltest du aber folgendes mit einbeziehen :

- Für Menschen mit einer bipolaren Störung ist es extrem wichtig , dass sie ausreichend schlafen , wenn möglich einen geregelten Alltag führen und gut mit ihren Ressourcen haushalten können.

Dinge wie Schlafmangel oder chronische Überlastung/ Überarbeitung ( psychisch wie physisch) sollten so gut es nur geht vermieden werden, da diese Krankheitsphasen begünstigen und auslösen können. Inwiefern das mit dem Beruf des Arztes vereinbar ist, insbesondere im Hinblick auf Schichtdienst, Nachtschichten, unregelmäßige Arbeitszeiten etc., vermag ich allerdings nicht zu beurteilen.

- falls irgendwann Medikamente erforderlich sein sollten, müssten die Nebenwirkungen beachtet werden. Eingeschränkte Reaktionszeiten , Konzentrationsprobleme oder Tremor zum Beispiel könnten vielleicht weniger optimal für einen Chirurgen etwa sein. Nur so ein Gedanke .

- du solltest darüber nachdenken, wie gut du mit Leistungsdruck im Studium umgehen kannst , und Zeitdruck und Verantwortung in der Berufspraxis .

Auch Weil das Studium natürlich ziemlich Lern- und Stressintensiv ist. Das ist natürlich von Mensch zu unterschiedlich, auch bei Gesunden Menschen, aber als Betroffener wüsste ich nicht ob ich mit so viel Druck und Verantwortung langfristig klar käme. Wenn nicht, kann das auf Dauer natürlich ebenfalls Krankheitsphasen begünstigen.

- abhängig von der Schwere der Krankheit und dem weiteren Verlauf in der Zukunft ist es essentiell, dass du langfristig stabil bleibst, Selbstreflektieren kannst , und lernst deine individuellen Warnzeichen für neue Krankheitsphasen zu erkennen. Und natürlich, wie du dann am besten intervenieren kannst.

Während Depressive Episoden vielleicht weniger problematisch erscheinen, könnte es im Rahmen einer richtigen Manie ( insbesondere bei einer Psychose mit Wahnvorstellungen oder Halluzinationen!) Schwierigkeiten geben. Manische Episoden könnten dazu führen, dass du deinen Aufgaben, Pflichten und deiner Verantwortung als Arzt temporär nicht gewachsen sein könntest. Auch deswegen hatte ich das zuvor angesprochen. Du könntest dann zum Beispiel durch die typische manische Symptomatik bei Vorgesetzten und Patienten negativ auffallen, oder im Schlimmsten Fall Leben und Gesundheit deiner Patienten gefährden. Das ist zumindest eine MÖGLICHKEIT, die man im Hinterkopf behalten sollte.

Aber abgesehen von diesen Aspekten und Dingen die du beachten solltest spricht grundsätzlich nichts dagegen, dass du Arzt wirst. Du solltest lediglich sicher gehen, dass das ganze für dich persönlich alles gut zusammen passt.

Ganz wichtig ist (auch jenseits von Berufswahl etc.) dass du gut auf dich acht gibst und mit der Zeit lernst ,wie du deine Erkrankung am besten managen kannst. Das gilt nicht nur für die Intervalle in der du aktive Krankheitsphasen hast , sondern vielmehr für die Zeit dazwischen, wenn du dich nicht in einer manischen oder depressiven Episode befindest. Bei der Behandlung und im Umgang mit der Erkrankung steht der prophylaktische Aspekt an vorderster Stelle.

Deswegen musst du für dich abklären , ob das Medizin Studium oder der Beruf des Arztes sich negativ auf deine Erkrankung auswirken kann/wird , insbesondere langfristig. Also im Hinblick auf deine Prognose. Wenn dem so sein sollte , muss ich leider sagen, ist dein Vorhaben im Vorraus schon zum scheitern verurteilt. Egal was du machst, egal wie sehr du Arzt werden möchtest... wenn sich das Studium oder der Beruf negativ auswirken , und du wider besseren Wissens weiter machst , wird sich das böse rächen. Kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

Sevven

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Das Leid durch eine psychische Erkrankung mit dem Leid durch eine physische Erkrankung zu vergleichen finde ich ziemlich unsinnig, da die Art des Leidens bei beiden völlig unterschiedlich ist.

Wobei ich derartige Vergleiche grundsätzlich ziemlich bescheuert finde.

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Beim Kulturrelativismus geht es nicht nur darum, dass jede Kulturen eigene für sie spezifische Verhaltenskodices und Wertvorstellungen, Rituale und Bräuche, Gesetze und Vorstellungen über Gesellschaft oder Dinge wie Gerechtigkeit, Verhältnisse zwischen Individuum und Gesellschaft, etc. etc. besitzt, die unabhängig voneinander zu bewerten sind, sondern auch darum , dass Kulturen nicht anhand einer anderen Kultur beschrieben und bewertet ( und somit vergleichend betrachtet)werden sollten, da Kulturen ausschließlich aus der jeweiligen Innenperspektive verstanden und erfasst werden können. (Vgl. etisch und emisch)

Der eigene Kulturelle Hintergrund setzt uns also gewissermaßen eine "kulturelle Brille" auf , was die Betrachtungsweise anderer / "fremder"Kulturen prägt, und somit die Fähigkeit sich in diese zu versetzen und zu verstehen.

Der Kulturrelativismus stellt also einen Gegenbegriff zum Ethnozentrismus dar, bei dem die eigene Kultur als maßgeblich und als die "einzig richtige" betrachtet , als anderen Kulturen "überlegen" empfunden, und als Maßstab für die Einstufung und Beurteilung aller anderen Kulturen eingesetzt wird.

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Manische oder Depressive Episoden treten nicht (fast) jede Woche auf, sondern halten über mehrere Wochen oder im Falle der Manie mindestens mehrere Tage konstant an. Anschließend kehrt der Patient in den beschwerdefreien Zustand zurück. Abhängig von verschiedenen Faktoren liegen zwischen den Einzelnen Phasen mehrere Wochen, Monate oder sogar Jahre. Natürlich gibt es auch Ausnahmefälle, aber das ist äußerst selten.

Klingt für mich eher nach was anderem.

Grundsätzlich: Finger weg von Internet Selbstdiagnosen. Die Diagnostik von psychischen Erkrankungen gehört in die Hände eines Psychologen oder Psychiater.

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Dass Klassenkameraden mit verschreibungspflichtigen Arzneien um sich werfen als wäre es Traubenzucker, speziell Antidepressiva, ist vielleicht eins der fahrlässigsten Dinge die ich je gehört habe.

Darüber hinaus : wie die anderen User sagten wirken Antidepressiva nicht nach der ersten Einnahme. Also entweder Placebo Effekt, oder du wurdest mit etwas anderem gedoped.

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