Kommen Menschen, die anständig sind, in den Himmel?

28 Antworten

Die Schalke-Religion besagt wahrscheinlich, dass BVB-Anhänger nicht in den Schalke-Himmel kommen. Aber da wollen die Dortmund-Fans auch gar nicht rein ;-)

Okay, Ironie aus. Deshalb meine ganz ernsthafte Meinung aus christlich-biblischer Sicht:

Die Bibel macht an vielen Stellen deutlich,dass ein Mensch allein aus Glauben errettet wird (Joh 3,14; 5,24; Apg 16,31; Röm 3,21–26, Röm 6,23 u.a.) und nicht aus eigenen Werken (Eph 2,8–9; Röm 3,20; 4,5; Gal 2,16 u.a.).

Alle Menschen sind Sünder und werden vor Gott in Worten, Taten und Gedanken schuldig. Da Gott rein, heilig und gerecht ist, kann er Sünde nicht tolerieren. Deshalb müssten eigentlich alle Menschen in die Hölle kommen, da niemand ein völlig sündloses Leben geführt hat.

Doch Gott hat uns einen Rettungsanker ausgeworfen. Er ist selbst in Jesus Mensch geworden, hat Versuchungen erlebt und hat als einziger jemals ein völlig sündloses Leben geführt. Deshalb konnte er am Kreuz als reines und makelloses Opfer zur Vergebung unserer Sünden sterben. Wenn wir dieses Opfer für uns in Anspruch nehmen, bekommen wir die Vergebung unserer Sünden und können reingewaschen und geheiligt vor Gott stehen. Nach der Bibel gibt es nur diesen einen Weg.

Johannes 14,6: "Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben."

Hebräer 11,6: "Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Gott wohlzugefallen."

Römer 6,23: "Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn."

Allerdings sollte Glaube automatisch zu guten und gottwohlgefälligen Werken führen. Ansonsten ist es fragwürdig, ob der Glaube echt ist, wenn keine Werke folgen. Deshalb schreibt Jakobus, dass Glaube ohne Werke tot ist (Jak 2,20.26)..

Ich bin ev. Pfarrer und ich predige kurz gesagt Folgendes:

Jesus war die Botschaft wichtig, dass Gott jedem Menschen nahe ist. (Die muslimische Formulierung "näher als Deine Halsschlagader" gefällt mir an dieser Stelle besonders gut.)

Etwas länger ausgedrückt bedeutet das:

Diese Nähe bekommt jeder Mensch geschenkt, unabhängig von seiner Hautfarbe, seinem Geschlecht, seinem Alter oder seiner Intelligenz.

"Himmel" ist ein anderes Wort für diese Nähe.
Hier im Diesseits können wir diese Nähe, den Himmel nur verschwommen wahrnehmen. Das wird sich nach dem Tod ändern.

So ungefähr hat Jesus gepredigt.

Und dann kam ein reicher junger Mann und stellte die Frage: "Was muss ich tun, um in den Himmel zu kommen?"

Hat er nicht zugehört? Der Himmel wird nicht erworben, er wird verschenkt!

Der Himmel ist allen versprochen, nicht nur den Anständigen.

Wie kann Jesus ihm klar machen, dass man sich den Himmel weder erkaufen noch erarbeiten kann?

"Nimm alles, was Du hast und gibt es den Armen!"

Im Ernst: Jesus fand diesen Kerl klasse, so anständig wie er war. Und er wollte auich nicht im Ernst, dass der jetzt alles verschenkt. Sondern er wollte ihm klarmachen: Der Himmel ist nicht käuflich.

Und dann kommt das erste von zwei bekannten Jesus-Worten: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt.

Klartext: Reiche kommen nicht in den Himmel. Weil sie zu oft meinen, alles kaufen zu können, oder weil sie zu oft den Irrglauben haben, man könne alles aus eigener Anstrengung erreichen.

"Wenn schon Reiche nicht in den Himmel kommen, was wird dann aus uns Armen?", fragen seine Jünger.

Und dann kommt das andere von den zwei (aus dieser Geschichte) bekannten Jesusworten: "Bei Gott sind alle Dinge möglich."

Wenn ich die Bibel in zwei Sätzen zusammenfassen müsste:

Gott ist dir unendlich nahe. Den HImmel bekommst Du geschenkt.

Das wird in den Religionen unterschiedlich gesehen. In den meisten,  wo es auch darum geht, dass man die Möglichkeit hat, in den Himmel zu kommen, muss man dafür Mitglied der betreffenden Religion sein, während alle anderen offenbar demnach in die Hölle kommen. Anhand der Vielzahl der Religionen ist dies recht interessant, weil die verschiedenen Religionslehren ja nicht alle gleichzeitig richtig liegen können. Bei den Zeugen Jehovas kommt nur eine bestimmte Anzahl, nämlich 144000 Personen in den Himmel. Da es schon weit mehr Zeugen Jehovas gibt, reicht es offenbar nicht aus, nur ein Mitglied dieser Religion zu sein. 

Laut der Religionslehre der Mormonen gibt es verschiedene Grade der Herrlichkeit (wenn man so will des Himmels), wonach diejenigen, die glaubenstreue Mitglieder der Mormonen sind, oder den Glauben angenommen hätten, hätten sie diesen kennen gelernt, in die höchste Herrlichkeit gelangen können, jene, die an sich gute Menschen sind, aber den Glauben nicht annehmen würden und auch nicht angenommen haben, gelangen in die mittlere Herrlichkeit, und jene, die durchaus auch ihre Probleme mit dem weltlichen Gesetz hatten und auch nicht Mitglieder der Kirche gewesen sind gelangen in die geringste Herrlichkeit, welche noch immer besser als das irdische Dasein sein soll. Nur die Menschen, die man eigentlich wegen ihrer Gräuel nicht mehr als Menschen bezeichnen könnte, kommen in die so genannte äußerste Finsternis, was man in gewisser Hinsicht als Hölle bezeichnen könnte.

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