hat man dann die Augen offen oder lässt man sie geschlossen?

Ich bin Soto-Zen-Buddhist und möchte dir auf diese Frage antworten:

Beim Zazen werden die Augen leicht geöffnet gehalten, man blickt in einem Winkel von etwa 45° vor sich auf den Boden. Das ganze hat einen besonderen Sinn:

Das Prinzip von Konchin und Sanran

Mit geschlossenen Augen gleitet man leicht in die Schläfrigkeit (Konchin), während weit offene Augen geistige Überaktivität (Sanran) begünstigen.

Daher ist der "Mittelweg" - leicht geöffnete Augen - aus traditioneller Sicht die geeignete Methode, um einen Zustand natürlichen Gleichgewichts zu erfahren.

Zazen erlernen

Viele Zen-Gruppen bieten Einführungen in Zazen an, bei denen man unter Aufsicht eines Lehrers die richtige Haltung, Atmung und geistige Haltung erlernt.

Allgemein empfiehlt es sich meiner Erfahrung nach, regelmäßig in einer solchen Gruppe zu üben - es gibt direkte Korrektur und Hilfestellung.

Teuer sind solche Einführungen auch nicht - in den Dojo der Association Zen Internationale (AZI) kosten sie genau so viel wie reguläres Zazen.

Das sind, je nach Dojo, meist zwischen 4 und 6 Euro. Wenn man also als Raucher mal auf eine Schachtel verzichtet, kann man dafür Zazen praktizieren. ;-)

Zazen-Video

Ein Video ersetzt niemals die Unterweisung und Hilfestellung durch einen Lehrer, daher soll das folgende Video nur der Illustration dienen

(es handelt sich um eine Art offizielles "Howto" des japanischen Soto-Zen-Dachverbands in japanischer Sprache mit deutschen Untertiteln):

https://www.youtube.com/watch?v=hJ_1nYpVeno

Ich hoffe, diese Antwort war hilfreich für dich. :-)

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Nein, den Gedanken hatte ich noch nie

Ich war schon in einigen schwierigen Situationen, war in meinem engen Umfeld mit Krankheit, Tod, Terrorismus und anderen Formen von Leiden konfrontiert.

Aber vielleicht gerade dadurch habe ich eine besondere Wertschätzung für das Leben entwickelt und es ist für mich derzeit undenkbar, Suizid zu begehen.

Natürlich kann noch viel in meinem Leben geschehen und so kann ich nicht ausschließen, dass ich irgendwann meine Meinung womöglich ändere.

Aber hier und heute kann ich die Frage mit großer Gewissheit verneinen.

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Ich weiß, dass meine folgende Erklärung für manche Nutzer womöglich arrogant klingen mag, aber ich will die Wahrheit sagen, denn etwas anderes wäre nicht sinnvoll:

Beim Googeln stieß ich auf einige derart unqualifizierte und irreführende Antworten zu "meinen" Themen, dass ich das Bedürfnis hatte, den Fragestellern zu helfen.

Ich fand die Vorstellung schrecklich, dass Menschen durch teilweise sicher durchaus gut gemeinte, aber sachlich falsche Antworten, in die Irre geführt werden.

Falsche Informationen können zu falschen Eindrücken, Vorurteilen, unnötigen Risiken und verpassten Chancen führen - dem wollte ich entgegen wirken.

Ich kam also aus Mitgefühl hierher, mit der Intention, anderen Menschen zu helfen.

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Die Menschen fürchten nicht nur das Unbekannte - die Umstände ihres Todes, oder was danach kommen könnte - sondern meiner Meinung nach vor allem den finalen Kontrollverlust und die Erfahrung des Loslassens.

Vermutlich sind viele Menschen damit beschäftigt, ihr Leben geradezu "durchzuplanen" und gewissermaßen zu organisieren und zu "managen"

Schulabschluss X - Ausbildung Y - Familie - Rentensicherung.

Sicher gelingt es einigen womöglich sogar, ihre Ziele tatsächlich zu erreichen und sie schaffen es, dass ihr Leben "wie geplant" verläuft.

Aber der Tod ist eine Erfahrung, die den völligen Kontrollverlust bedeutet - man muss alles loslassen, was einem bislang als wichtig und bedeutsam erschien.

Vor allem natürlich die eigene Existenz, an der wir so hängen.

Neben der Angst vor dem Unbekannten dürfte daher dieser Kontrollverlust vielleicht der größte Angstfaktor sein, wenn es um den eigenen Tod geht.

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Ich bin Buddhist und natürlich weiß ich nicht mit absoluter Sicherheit, was nach dem Tod geschieht, aber das ist für mich auch ohne besondere Bedeutung.

Persönlich glaube ich, dass das Leben als Individuum dann endet, da ich nicht an die Existenz eines ewigen, unsterblichen Selbst ("Seele") glaube.

Im Buddhismus gibt es keine Belohnung oder Bestrafung durch eine höhere Macht, sondern wir gestalten uns unseren Lebensweg durch die eigenen Taten selbst.

Es gibt nach meinem Verständnis auch kein "vorherbestimmtes Schicksal" oder eine "ausgleichende Gerechtigkeit" im Buddhismus. So wird "Karma" oft missverstanden

Es geht also nicht um das Sammeln von "Bonuspunkten" für irgendeine Zukunft, sondern man entscheidet selbst, was man aus diesem Leben macht.

Wenn zu Lebzeiten etwas "schlechtes" passiert, dann ist das keine Strafe, sondern womöglich lediglich die Folge unserer eigenen Handlungen.

Ob dieses Prinzip in irgendeiner Weise über den körperlichen Tod hinaus wirkt? Das kann ich nicht sagen, denn schließlich bin ich nicht tot.

Genau so wenig könnte ich die Frage beantworten, wo und wann das Prinzip von Ursache und Wirkung ("Karma") seinen Anfang nahm.

Das ist aber ebenfalls ohne besondere Wichtigkeit für mich, denn ich sehe dieses Prinzip ja in der Gegenwart wirken - was kümmert mich da eine Vergangenheit?

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Sonstiges:....

Aggression ist evolutionär im Menschen angelegt und daher würde auch das Verschwinden von Religionen keinen dauerhaften Frieden garantieren.

Aggression lässt sich nicht dauerhaft verdrängen, wir können aber lernen, sie auf konstruktive Weise zu nutzen und so zu mehr Frieden beizutragen.

Schriften lassen sich unterschiedlich interpretieren und so wird es immer Menschen geben, die sich solche Werke zur Legitimation ihrer Taten "zurechtdeuten".

Würden religiöse Schriften wegfallen - nun dann dienen eben politische oder soziale Ideologien als Rechtfertigung für gewaltsame Konflikte.

Äußerer Frieden entspringt einer friedlichen, inneren Haltung und jede Ideologie, die mit totalitärem Elitedenken, Alleinigkeitsansprüchen usw. verbunden ist, hemmt sie.

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Der Tod(der Mensch stirbt komplett auch Charakter und Fähigkeiten

Ich bin Soto-Zen-Buddhist und gehe davon aus, dass das individuelle Selbst mit dem Tod verlischt. Der Mensch hört dann auf als Individuum zu existieren.

Ich glaube nicht an die Existenz einer unsterblichen Seele, einen Gott, das Jenseits, Himmel und Hölle, das Konzept der Sünde und deren Bestrafung.

Wiedergeburt ist für mich etwas, das nichts mit dem körperlichen Tod zu tun hat, sondern ich sehe die "sechs Formen der Wiedergeburt" als psychologisches Konzept.

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Nein, weil...

Ich bin gegen die Todesstrafe.

Die Todesstrafe ist staatlich verordneter Mord - und dadurch verliert die gesamte Justiz die moralische Integrität, die sie haben sollte.

Die Todesstrafe ist keineswegs günstig - Verurteilte verbringen teilweise ihr ganzes Leben in der "Todeszelle" und sterben vor der Hinrichtung eines natürlichen Todes.

Die Todesstrafe ist inhuman - jeden Tag mit der eigenen Hinrichtung rechnen zu müssen ist seelische Grausamkeit und aus meiner Sicht menschenunwürdig.

Die Todesstrafe ist fehlbar - bei einem Fehlurteil gibt es keine Möglichkeit zu irgendeiner Wiedergutmachung, weil der Unschuldige ermordet wurde.

Die Todesstrafe entspricht nicht dem Ziel deutscher Justiz - es geht nicht um "Rache" oder "Vergeltung", sondern im Idealfall um die Resozialisierung des Täters.

Die Todesstrafe ist ineffektiv - in den USA wo gewaltsame Umerziehung in Bootcamps und Gefängnissen üblich ist, gibt es trotzdem mehr Gewalt, als in Mitteleuropa.

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Meine Meinung:

Der körperliche Tod ist das Ende der Existenz des individuellen Selbst. Das "Ich" hört dann auf zu existieren und der Mensch als Individuum existiert nicht mehr.

An eine ewige Seele, das Jenseits, das Konzept von Sünde und deren Bestrafung, sowie Himmel und Hölle glaube ich genau so wenig wie an Gott.

Dennoch sehe ich mich als religiösen Menschen.

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Nein, körperliche Stärke braucht ein Mann nicht

Ich bin nicht der Ansicht, dass der Mann heute noch die Frau "beschützen" muss - ich selbst bin keineswegs körperlich stark, wäre allerdings dennoch dazu in der Lage.

Wenn eine Frau mich nur nach meinem Bizeps-Umfang und Schulterbreite auswählen wollte - nun, dann müsste sie sich einen oberflächlicheren Partner suchen.

Ich stehe übrigens nicht auf das Kindchenschema, oder die wehrlose Prinzessin, die staunend zu ihrem Ritter aufblickt - mir sind selbstbewusste Frauen lieber

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Kompletter Unsinn. Erstens ist die USA nicht der Heilsbringer der Welt, sondern in den Augen vieler eher die selbsterklärte Weltpolizei, nach der niemand gerufen hat.

Befasse dich mal mit den Vordenkern der linken Ideologie - das hat nichts pauschal mit Antiamerikanismus zu tun.

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Ja, gibt es.

Ich bin Soto-Zen-Buddhist und glaube nicht an "Wiedergeburt" in dem Sinne, dass es sich um etwas handelt, dass nach dem körperlichen Tod geschieht.

Stattdessen bin ich der Ansicht, dass es sich bei den traditionellen "sechs Formen der Wiedergeburt" um Beschreibungen psychischer Grundverfassungen handelt.

Hier habe ich das Ganze schon mal erklärt:

https://www.gutefrage.net/frage/wenn-es-die-wiedergeburt-wirklich-geben-sollte-wie-kann-es-dann-sein-dass-aus-vielleicht-10000-menschen-milliarden-geworden-sind-rest-steht-unten?foundIn=list-answers-by-user#answer-189570040

Wenn ich also von "Wiedergeburt" spreche, dann meine ich damit nichts, das mit einer nachtodlichen Existenz oder ähnlichem zu tun hätte.

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Ich habe eine bessere Idee (bitte Antwort mit besagter Idee)

Meiner Meinung nach KANN man keine Kampfkunst "online" erlernen.

Ein Lehrer korrigiert falsche Haltung, falsche Atmung und die falsche Ausführung von Techniken. Das ist von großer Bedeutung für das Training.

Einmal falsch einstudierte Bewegungen können gesundheitsschädlich sein und sind zudem im Nachhinein nur schwer zu korrigieren, weil sie neu erlernt werden müssen.

Im Ernstfall sind unkorrigierte, falsche Bewegungen nicht nur ineffektiv, sondern es besteht das Risiko, sich selbst bei der Ausführung von Techniken zu verletzen,

Ohne Kontakt mit Trainingspartner unterschiedlicher Statur und körperlicher Verfassung wird man kein Gefühl für das richtige Timing und Bewegungen entwickeln.

Wer sich dann einem Zwei-Meter-Muskelberg mit 120kg Lebendgewicht gegenübersteht, oder einem kleinen, flinken Straßenkämpfer ist hilflos.

Ein Lehrer kann außerdem einen Lehrplan an die individuellen Bedürfnisse der Schüler anpassen - nicht jeder lernt auf die gleiche Weise und im gleichen Tempo.

Wenn man nur anhand eines Buches oder Videos trainiert, kann es sein, dass man "langweilige" Dinge überspringt und sich "spannenderen" Techniken zuwendet.

Diese entsprechen aber überhaupt nicht den eigenen Fähigkeiten, also wird durch das Fehlen eines festen Trainingsablaufs der wirkliche Fortschritt behindert.

Außerdem ist ein Lehrer nicht nur "Vorturner" sondern er verkörpert im Idealfall auch die Philosophie des Stils, bietet also ein charakterliches Vorbild.

Er kann somit auch in anderen Lebenslagen beraten und dabei aus dem Fundus der Erfahrungen schöpfen, die er auf diesem Weg bereits gemacht hat.

Du siehst also, weshalb ich von Online-Kursen nichts halte.

Mein Ratschlag: Spar dir Zeit und Geld und tu dir selbst einen Gefallen, indem du irgendeinen Stil bei einem echten Lehrer trainierst. Damit ist dir mehr geholfen.

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Ich bin Soto-Zen-Buddhist und habe ein paar Jahre Erfahrung mit verschiedenen Formen von Meditation. Daher möchte ich mich dazu äußern.

Zunächst einmal ist Meditation weder eine Therapie, noch ein Wundermittel, mit dem sich Probleme und Konflikte einfach "wegmeditieren" lassen.

Meditation ist nach meinem Verständnis auch keine Technik, mit der man "sich ruhig macht", sondern steht einfach für einen Zustand entspannter Achtsamkeit.

Natürlich gibt es traditionelle und moderne Wege, diesen Zustand zu fördern, aber es geht nicht darum, dadurch irgendetwas besonderes zu erreichen.

Bereits die Erwartungshaltung "Ich will ruhiger werden!" wird vermutlich lediglich zu noch mehr innerer Unruhe und daher zum Gefühl von Stress führen.

Es ist wahrscheinlich eine gute Idee nicht am Tag zu meditieren, vielleicht ist das mein Fehler?

Dein Fehler ist in diesem Fall vermutlich lediglich dass du solche Informationen einfach aufnimmst, ohne sie kritisch zu hinterfragen.

Frage dich bei irgendwelchen Behauptungen immer, welchen Sinn und Zweck solche Ratschläge haben, anstatt sie vorbehaltlos als Wahrheit zu akzeptieren.

Ich persönlich empfehle auch, vor allem morgens zu meditieren - und ich werde dir auch sagen warum ich es für sinnvoll halte:

Am morgen, nach dem Aufstehen, ist der Geist noch nicht vollgestopft mit Gedanken, von denen du dich abgelenkt und gestört fühlen könntest.

Außerdem fördert regelmäßige morgendliche Meditationspraxis den Zustand der Achtsamkeit, den man dann in den Alltag "mitnehmen" kann.

Das bedeutet, dass die Praxis einen Einfluss auf deine Art zu Denken und zu Handeln hat, ohne dass du dir darüber Gedanken zu machen brauchst.

Manche empfehlen eher Abends zu meditieren - ich persönlich glaube aber, dass man dann müde vom Tag ist und viel gedanklichen Ballast mit sich rumschleppt.

Bedeutet das nun, dass man nicht im Bus, der Bahn oder in der Mittagspause meditieren kann oder darf? Natürlich nicht - man kann jederzeit meditieren.

Jede Form von "Regeln" sind aus buddhistischer Sicht lediglich Empfehlungen - das ist nicht wie bei der Packungsbeilage eines Medikaments, die man genau befolgen muss.

Es haben sich einfach bestimmte Dinge als besonders hilfreich erwiesen und daher werden sie empfohlen - das ist aber kein Dogma.

Wenn es dir ausschließlich um Entspannung geht, könntest du auch auf Techniken wie das Autogene Training (AT) nach Schultz zurückgreifen, oder die schon genannte PMR ausprobieren.

Solltest du weitere Fragen haben, stehe ich dir gerne zur Verfügung.

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Ich bin Soto-Zen-Buddhist und möchte meine Ansicht dazu vorbringen:

Der Buddhismus lehrt den Weg zur Überwindung des Leidens, nicht der Unterdrückung des Leidens. Das bedeutet, dass man lernen muss, sein Leiden zu akzeptieren.

Wer nun Schwierigkeiten mit seiner sexuellen Identität hat, dem hilft es wenig, sich dieser Tatsache zu verweigern - Leugnung und Verdrängung werden nichts bringen.

Die größte Hilfe die man diesen Menschen anbieten kann ist, ihnen dabei zu helfen aus ihrer Verweigerungshaltung gegenüber sich selbst herauszutreten.

Sie müssen also Selbstakzeptanz lernen. Dafür gibt es kein Patentrezept.

Eine buddhistische Praxis, die vielleicht hilfreich sein kann ist "Metta Bhavana" (Meditation der liebenden Güte, auch als "Meditation des Mitgefühls" bezeichnet).

Sie dient dazu, ein positives Verhältnis zu sich selbst und allen fühlenden Wesen zu entwickeln - auch zu jenen, mit denen man eine Konflikthaltung verspürt.

Auch sie ist natürlich kein Allheilmittel und ich bin weder Psychiater noch Psychotherapeut, also verstehe dies nur als Anregung.

Soweit von meiner Seite.

Mein Lehrer sagte, dass viele "spirituelle" Lehren davon ausgehen, dass der Mensch "schlecht" ist und daher durch Techniken "besser gemacht" werden muss.

Aber in Wirklichkeit ist alles bereits vorhanden, was man benötigt, um ausgeglichen zu sein - wir stehen uns nur eben allzu oft selbst im Weg.

Denkmuster und Bewertungen, gerade im Bezug auf die persönliche Identität und Sexualität, machen die Dinge häufig komplizierter, als sie eigentlich sind.

Wir sind alles menschliche Wesen, unabhängig wie wir geschlechtlich empfinden.

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Ich bin Soto-Zen-Buddhist und werde mein Verständnis erklären:

In den buddhistischen Schriften gibt es die Erzählung, das himmlische Wesen (Deva) bei der Geburt des Buddha himmlische Blumen vom Himmel regnen ließen.

Auch soll Mucilinda, der Fürst der Schlangenwesen (Naga) den meditierenden Siddharta vor Regen geschützt habe, indem er sich schützend über ihn breitete.

Zudem heißt es, bei den Lehrreden des Buddha seien auch himmlische Wesen präsent gewesen und hätten den Belehrungen gelauscht, da auch sie leiden.

Als der Buddha starb, sollen neben Menschen und Tieren auch Devas um ihn getrauert haben, sogar Hungergeister (Preta) hätten darüber geweint.

In den frühbuddhistischen Schriften wird die Existenz "höherer Wesen" also keineswegs abgestritten.

Tatsächlich verfügen viele Viharas (Klöster) über einen Extra-Altar und gesonderte Texte zur Anrufung von schützenden Wesen für die Bewohner.

Auch im später entwickelten Mahayana-Buddhismus gibt es "magische Elemente" wie beispielsweise "Dharanis" (Formeln deren Klang zB Unheil fernhalten soll).

Es ist also unstrittig, dass es im Buddhismus den Glauben an "andersweltliche" Wesen gibt, wenn auch nicht an einen allmächtigen Schöpfer.

Die Frage lautet eher: Warum gibt es diese Elemente im Buddhismus und welche Relevanz haben sie tatsächlich für die Lehre des Buddha?

Als der Buddhismus sich ausbreitete, löschte er vorhandene Vorstellungen der indischen Gläubigen an Hindu-Gottheiten, oder schamanische Elemente in Tibet nicht aus.

Stattdessen wurden diese Wesen zu "Schützern der Lehre" umgedeutet, so dass die einfache Bevölkerung in Asien bis heute häufig einen "Mischglauben" hat.

So glaubt man in Asien an glückbringende buddhistische Riten und verehrt Nagas als wichtige Wassergottheiten für die Bewässerung.

Das ist aber letztlich asiatischer Volksglaube bzw. Aberglaube und hat nichts mit der Lehre des Buddha zu tun, die in Asien oft nur von Mönchen intellektuell studiert wird

Ein zweiter Punkt sind der Hang zu Ausschmückung und Glorifizierung von Vorbildern und Idealen, wie sie auf der ganzen Welt vorkommen.

Für die Lehre des Buddha sind die angeblichen "Wundergeschichten" irrelevant, anders als etwa bei Jesus, der damit seine göttliche Macht bewies.

Ein moderner Buddhist kann durchaus Textkritik üben und solche Geschichten als asiatischen Lokalkolorit vergangener Zeiten ansehen.

Somit sind sowohl der Glaube an "Gottheiten" als auch an "Wunder" für die eigentliche Lehre des Buddha bedeutungslos

Kommen wir zu einem theologischen Problem

Laut der Lehre des Buddha ist alles unbeständig und der Vergänglichkeit unterworfen - sogar überweltliche Devas sterben und verlieren ihre Privilegien.

Das ist nur schwer mit einem ewigen, allmächtigen Gott in Einklang zu bringen.

Auch verneinte der Buddha die Existenz eines ewigen Selbst - der "göttliche Funke" (Atman), der nach der Vereinigung mit dem universell Göttlichen (Brahman) strebt, spielt in seiner Lehre keine Rolle.

Man sieht also, welche Differenzen sich ergeben.

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Nur weil du dich aufgrund persönlicher Überzeugungen zu einer Philosophie hingezogen fühlst, musst du ja nicht einer namensgleichen Sekte beitreten.

Paulo Coelhos Buch und die destruktive Psychogruppe mögen den gleichen Titel bzw. Namen haben - das bedeutet aber nicht, dass ein Zusammenhang besteht.

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Wie verteidigt ihr euch nachts?

Genau so wie tagsüber:

Ich lasse es erst gar nicht zu einer Situation kommen, in der ich mich gegen körperliche Angreife verteidigen muss.

Indem man potentiell gefährliche Gegenden bereits im Voraus meidet und weder provokativ, noch als leichtes Opfer auftritt, schützt man sich am besten.

Von irgendwelchen Hilfsmitteln zur Selbstverteidigung halte ich persönlich wenig.

Man muss diese Geräte immer bereit haben - wer erst in der Handtasche nach dem Pfefferspray suchen muss, kann den Versuch sich zu verteidigen gleich aufgeben.

Außerdem besteht immer das Risiko des falschen Gebrauchs, oder dass man entwaffnet und die Waffe gegen einen selbst gerichtet wird.

Zudem vermitteln solche Hilfsmittel das Gefühl scheinbarer Sicherheit, so dass man sich möglicherweise riskanter verhält, als man es ohne Waffe täte.

Das gleiche gilt für SV-Kurse - Bewegungsmuster müssen so lange geübt werden, bis sie nahezu instinktiv auch unter Stress umgesetzt werden können.

Das schafft kein zweiwöchiger SV-Kurs und so wird auch hier eine gefährliche Scheinsicherheit geschaffen, die gefährliche Konsequenzen haben kann.

Fazit: Meide die Gefahr, dann kommst du gar nicht in die Situation, dich verteidigen zu müssen.

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Für viele religiöse Menschen ist ein Bekenntnis zum Atheismus etwas erschreckendes.

Aus ihrer Sicht bedeutet es, die Gnade Gottes zurückzuweisen und sich selbst auf die Seite jener zu stellen, die am jüngsten Tag in der ewigen Verdammnis landen werden.

Teilweise wird damit sogar emotionale Erpressung und Einschüchterung betrieben ("...spätestens nach dem Tod wirst du sehen, wohin dich das führt...")

Einem Atheisten kann dies natürlich egal sein, da es sich lediglich um religiöse Behauptungen und nicht etwa um objektiv beweisbare Tatsachen handelt.

Allerdings fällt es Menschen, die in einem sehr religiösen Umfeld aufwuchsen oft schwer, diese anerzogene Angst vor "Sünden" und der "Hölle" loszuwerden.

Es mag für religiöse Menschen also "schlimm" wirken, dass du Atheist bist - auch weil sie vielleicht wirklich Angst um dein "Seelenheil" haben und dich "retten" wollen.

Aber wie schon gesagt - diese Konzepte von Gnade, Sünden und Bestrafung sind für einen Atheisten letztlich ohne Belang und er weist solche "Hilfe" eben zurück.

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Liebe vor Religion

Meiner Meinung nach ist "Religiosität" oder "Glaube" nicht an eine bestimmte Religion gebunden. Solche Konfessionen sind von Menschen erdacht.

Ich habe Menschen kennen gelernt, die sich selbst überhaupt keiner offiziellen Glaubensgemeinschaft zugehörig fühlten und dennoch tief religiös waren.

Mein Lehrer sprach diesbezüglich vom "religiösen Geist".

Ich bin der Ansicht, dass "Gebote" uns dabei helfen können, moralisch richtig zu handeln und eine gewisse Orientierung bieten. Insofern kann Religion sinnvoll sein.

Aber die Gebote sind für den Menschen gemacht und nicht der Mensch für die Gebote. Der religiöse Geist bedarf keiner äußeren Bestimmungen.

Wenn die Gebote einer Religion dich also in die Unfreiheit treiben und du zu einem Sklaven dieser Bestimmungen wirst, dann halte ich das nicht für positiv.

"religiös" oder "gläubig" zu sein, beruht nicht auf einem religiösen Parteibuch, dass die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft festlegt, sondern auf der inneren Haltung.

Diese innere Haltung des "religiösen Geistes" kann auch ohne organisierte Religion gelebt werden und ist unabhängig davon, welche Konfession Menschen haben.

Deshalb würde ich mich immer für die persönliche Freiheit entscheiden und gegen ein Dogma mit Absolutheitsanspruch, das mein Leben dominieren würde.

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