Ist Handwerker zu sein wirklich eine Schande?
Manche sagen ja, Handwerker zu sein ist eine Schande, und studieren ist besser, und Handwerk wird dich nur mit 50 kaputt machen, und du wirst nie viel verdienen, und nur Studierte haben eine Zukunft und möglichkeiten.
Wie seht ihr das? Haben diese Leute recht?
Wenn nein, warum glauben diese Leute das?
12 Antworten
Heutzutage wird man auch mit Studium nicht unbedingt etwas. Gerade im Bereich Wirtschaftswissenschaften ist der Arbeitsmarkt so überlaufen. BWL war lange Zeit der "Zur Not studiere ich halt BWL"- Studiengang.
Ein Studierter verdient zwar mehr als ein Handwerker, aber als Handwerker hat man dafür viele andere Vorteile: Er kann seine Kenntnisse privat einsetzen. Wenn etwas in seinem Haus zu reparieren ist, was man nicht als Laie selbst reparieren kann, kann ER es aber selbst machen und er spart eine Menge Geld. Außerdem kann er sich privat etwas dazu verdienen.
Und wenn er als Handwerker keine Lust mehr auf körperliche Arbeit hat, kann er auch Weiterbildungen machen, z. B. die Meisterschule und danach als Meister auch einen Bürojob machen.
ich bin selber Handwerkerin und ich könnte nicht stolzer auf meine Arbeit sein weil ich weis was ich schaffe und das jeden Tag aufs Neue natürlich ist es so , dass du dich kaputt machen kannst aber du musst natürlich vorbeugen damit du nicht kaputt gehst
und natürlich kommt es auch auf die Industrie an in der du arbeitest also Handwerker werden gefragter sein denn je wenn nicht in Deutschland dann im Ausland.
Es war noch nie eine Schande, ein Handwerk auszuüben. Wo wären wir heute ohne Handwerker? Wir würden noch immer in Höhlen hausen.
Übrigens ist auch Handwerk "Kopfwerk", während Akademiker meist nur mit ihrem Kopf/Verstand arbeiten. Wer glaubt, dass Handwerker weniger können müssten, der irrt gewaltig.
Handwerker werden niemals vollkommen durch KI oder Maschinen ersetzt werden können. Ein handwerklicher Beruf lohnt immer, selbst, wenn danach beispielsweise der Beruf/das Studium des Architekten angestrebt wird.
Ich bin noch nie einem Menschen begegnet, der sagte, Handwerker zu sein sei eine Schande, gäbe ja auch echt keinen Grund dazu.
Ich bin in meinem ganzen langen Leben nur Menschen begegnet, die die Handwerksberufe als ehrenwert ansehen.
Daß es auch einzelne Handwerker gibt, die für ihren Berufsstand eine Schande sind, ist was anderes! (Gibt es im übrigen bei jedem Berufsstand)
Manche sagen ja, Handwerker zu sein ist eine Schande, und studieren ist besser...
Studierte haben eine Zukunft und möglichkeiten.
Erstens ist es eine Unverschämtheit, einen Beruf als "Schande" zu deklarieren und zweitens ist diese Aussage totaler Unsinn.
Insbesondere in den letzten paar Jahren ist ein Handwerksberuf eigentlich die sicherste Variante, denn in sämtlichen Branchen des Handwerks werden Fachleute gesucht und inzwischen sehr gut bezahlt - damit kann man besser verdienen, als in irgendeinem der stark von der allgemeinen Wirtschaftslage abhängigen Industrieunternehmen, wo man als Akademiker vielleicht irgendeinem Job nachgeht, der mehr und mehr durch KI ersetzt wird. Zudem werden die Leistungen von Handwerkern immer benötigt, die sind nicht einfach zu ersetzen und deswegen nicht aus Gründen der Kostenersparnis wegzurationalisieren.
Außerdem finde ich nicht gut, dass handwerkliche Berufe von einigen als weniger anspruchsvoll eingestuft werden; die Tätigkeiten gehen über ein breites Spektrum und erfordern umfangreiche theoretische und praktische Kenntnisse, insbesondere in den Zweigen, die mit komplexen technischen Dingen zu tun haben. Dass die Anerkennung dafür in den vergangenen Jahren so stark nachgelassen hat, finde ich traurig und absolut nicht gerechtfertigt.
Vor einigen Jahren habe ich mich nach dem Abi für ein Studium entschieden - ob das so schlau war, bezweifle ich inzwischen, weil ich nach dem Bachelor nun mit Mitte 20 noch am Master arbeite, bisher also damit noch keinen Cent verdienen konnte und fraglich ist, ob ich nach dem Abschluss überhaupt eine Festeinstellung erhalte, beziehungsweise wie gefragt meine Fachrichtung in einigen Jahren noch sein wird. Rückblickend wäre ich mit einer Ausbildung wahrscheinlich besser gefahren (bin weiblich, die Auswahl an infrage kommenden Handwerksberufen wäre in meinem Fall beschränkt gewesen, weil ich zwar technisch versiert, aber handwerklich nicht besonders begabt bin), einige meiner Freunde arbeiten schon seit Jahren in ihrem Ausbildungsberuf und verdienen ordentlich Geld, während bei mir für die Zukunft noch nichts gesichert ist.
Was im Beitrag von euphonium steht, würde ich hundertprozentig unterschreiben, denn ich kenne auch ein paar Leute, die nach ihrem Studium finanziell gar nicht gut dastehen.
Zudem bin ich der Meinung, dass ein Hochschulabschluss längst nicht mehr den Wert hat, der ihm früher beigemessen wurde, was bestimmt auch daran liegt, dass der Zugang zu einem Studienplatz stark vereinfacht wurde und in den Hörsälen etliche Personen sitzen, die nach den ursprünglichen Anforderungen gar nicht angenommen worden wären. Die Vielzahl an Studierenden und die Tatsache, dass ein Studium in den Augen vieler mittlerweile zum Standard geworden zu sein scheint, wertet also das Ganze zusätzlich ab, denke ich.
Wie gesagt, ich finde nicht, dass einem Handwerker (oder generell jemandem, der eine klassische Ausbildung gemacht hat) weniger Respekt gebührt, als jemandem mit abgeschlossenem Studium. Und an dem alten Sprichwort "Handwerk hat goldenen Boden" ist sicher was dran, wenn man sieht, dass sich viele Handwerksbetriebe vor Aufträgen kaum retten können, während nicht wenige Akademiker um ihre Jobs bangen müssen.
In meiner Jugend versorgte jeder die Handwerker mit Allem, wonach denen gelüsten könnte. Es gab stets kalte Getränke, auch Bier (damals gab es kein Alkoholverbot während der Arbeit), hochprozentiges gab es aber erst am Abend Zigaretten, Kaffee , Essen......
Mein Cousin ist in einem Handwerksberuf tätig und berichtet hocherfreut darüber, wenn er mal von einem Kunden so liebevoll versorgt wurde. Leider scheint sowas längst nicht mehr üblich zu sein - wahrscheinlich, weil die Leute an allem möglichen sparen wollen; sieht man ja schon an zurückgegangen Restaurantbesuchszahlen, weil sich die Menschen von den Medien einreden lassen, dass alles mögliche in letzter Zeit übermäßig teuer geworden ist. Obwohl auch branchenunabhängig Löhne und Gehälter gestiegen sind, die Leute also mehr im Portemonnaie haben, aber nicht bereit sind, auch etwas mehr auszugeben (außer für Urlaub, da sitzt das Geld locker). Ich denke, damit hat es zu tun, dass für die Bewirtung von Handwerkern im eigenen Haus nur noch selten was investiert wird und bei vielen auch gar nicht mehr das Bedürfnis vorhanden ist, ihnen was zu trinken und zu essen anzubieten. Früher war das, wie du geschrieben hast, wohl ganz anders - ich finde schade, dass solche Traditionen nach und nach verschwinden. Mit Trinkgeld für Handwerker verhält es sich anscheinend ähnlich, jedenfalls habe ich von meinem Cousin, der jetzt einige Jahre in seinem Beruf arbeitet, dass nur noch wenige Kunden mal ein paar Euro geben, diese nette Geste scheint also auch auf dem Rückmarsch zu sein, es wird halt zähneknirschend die Rechnung bezahlt, aber zusätzliche Anerkennung in Form einer Tasse Kaffee oder sowas, fehlt meistens, wenn ein Kundendienstmonteur schnellstmöglich dem Kunden aus der Patsche geholfen hat, da er beispielsweise einen Sturmschaden an seinem Dach hatte oder auch, weil der im Kalten saß, nachdem er fünf Jahre keine Wartung an seiner Heizung machen ließ.
Dann wird noch über den Stundenlohn gemeckert, weil der unverschämterweise in den vergangenen Jahren um einige Euro gestiegen ist - selbst wollen diese Leute mehr verdienen, aber andere sollen für sie weiterhin zum niedrigen Preis arbeiten. Finde ich total daneben, genau wie das Abwerten von Berufen, die man ohne Studium ausübt. Und sowas kommt meistens von Leuten, die gerade studieren, obwohl sie noch vor einigen Jahren gar nicht die Anforderungen erfüllt hätten, um sich überhaupt einschreiben zu können. Wenn ich irgendwo höre "nur eine Ausbildung", könnte ich 🤮. Wie in meiner Antwort steht, sind in meinem Freundeskreis etliche intelligente Leute, die eine Ausbildung gemacht haben, in ihrem Beruf qualifizierte Arbeit leisten und dass sowas zunehmend schlecht gemacht wird sowie von vielen, größtenteils jungen Menschen, gar nicht mehr anerkannt wird, finde ich wirklich schlimm.
"Handwerk hat goldenen Boden" galt irgendwie schon immer, auch schon weit vor meiner Generation.. Und ich kenne es nur!, daß Handwerker geachtet werden, viel mehr als viele andere Berufsstände. In meiner Jugend wurden die Handwerker sogar immer mit allem möglichen während ihrer Arbeit vom Auftraggeber versorgt.
Und bei Monteuren suchte der Auftraggeber nach angemessene SCHÖNEN Unterkünften.
Das ist heute leider nicht mehr so. Da sucht der Unternehmer danach und einige sind wohl unter aller Sau. Woher ich das weiß? Ich habe über viele Jahre meine Ferienwohnungen auch als Monteurunterkünfte angeboten, unterschiedliche Preisklassen, je nach Auftraggeber und "meine" Monteure waren in der Regel super zufrieden. Ich bekam sonstwas an kleinen Geschenken zur Anerkennung! Und manche erzälhten auch explicit , was sie an Unterkünften erlebt hatten! und betonten, wie schön es bei mir sei.
Einmal bekam ich auch Kritik, weil ich die Heizung zu spät hochgefahren hatte. Verstand ich nicht wirklich, aber ich habe mir auch DAS zu Herzen genommen- und sie sollten sich wohlfühlen! Ich habe andere Temperaturoptima als andere Menschen. Das dann immer perfekt hinzubekommen kann manchmal schwierig sein )-:, wenn man selbst von der sogenannten "Norm" abweicht. Mein Fehler!.
Ich mußte deswegen echt meinen Putzplan ändern, weil ich sonst vor Hitze kollabiert wäre. Auch nicht im Sinne des Erfinders (-;
Fühle mich heute manchmal geradezu als unerzogen, weil ich denen nicht sonstwas anbiete.
In meiner Jugend versorgte jeder die Handwerker mit Allem, wonach denen gelüsten könnte. Es gab stets kalte Getränke, auch Bier (damals gab es kein Alkoholverbot während der Arbeit), hochprozentiges gab es aber erst am Abend Zigaretten, Kaffee , Essen......
Dixiklos gab es noch nicht. Natürlich durften Handwerker immer die Toiletten benutzen, sogar Straßenarbeiter, die nicht von einem Anrainer beauftragt waren, sondern von der Stadt /Gemeinde......