Wieviel verdient ihr als Bachelor Absolvent?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Hi,

also als Student ist es nunmal so, dass man zwar die Theorie beherrscht aber viele AG bezahlen trotzdem sehr stark nach der Berufserfahrung, die du halt einfach nicht hast. Mag sich mit anderen Antworten stechen aber ich bin sicher, dass viele AG hier (vielleicht mit Unrecht) so denken.

Nur weil man Bachelorand ist bekommt man das Geld nicht nachgeworfen! Gehälter definieren sich normalerweise nach:

  • Unternehmen

  • Berufsart

  • Tarifliche Verträge

  • Berufserfahrung

  • Qualifikation

Ich weiß nicht in welchem Unternehmen du tätig bist, was es schwer macht spezifisch für dich zu sprechen..

Allerdings hast du kaum Berufserfahrung. Als Informatiker kann man gut verdienen, muss es aber nicht vor allem nicht in jedem Unternehmen!

Für 1 Jahr und Bachelor-Abschluss sind 3300€ echt gut. Und das wird auch stetig steigen mit den Jahren, die du damit verbringst.

Sehr schade, dass du etwas enttäuscht bist. Allerdings glaube ich, dass du das alles einfach etwas überschätzt hast. Der Bachelor ist kein Rang bei dem jeder den Hut zieht. Wenn du wirklich Kohle willst musst du eben bei einem großen Automobilhersteller, Bosch, diversen Banken oder bei Firmen wie IBM anfangen..

Andere Berufsarten verdienen nach dem Bachelor auch nicht viel mehr - selbstverständlich abhängig von Branche und Unternehmen!

Als ich vor einer gewissen Zeit nachgesehen habe, war TVöD (öffentlicher Dienst) für diesen Bereich (worunter unter anderem renommierte staatliche Institute, wie Fraunhofer-Institute, Max-Planck-Institute, Helmholtz-Institute fallen) bei etwa 3000 € brutto Einstiegsgehalt für einen Bachelor-Absolvent (gehobener Dienst) und bei etwa 3600 € brutto Einstiegsgehalt für einen Master-Absolvent (höherer Dienst).

Ein Jahr Erfahrung hin oder her ist nach drei Jahren Studium nicht wirklich relevant. Allgemein wird Erfahrung häufig überschätzt. Gerade in der Informatik, wo Technologien häufig wechseln, nützt Dir Deine wissenschaftliche Ausbildung (= Studium) sehr, Dich auf Neues einzustellen und Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens an sich zu beherrschen. "Erfahrung" hingegen nützt Dir so gut wie gar nichts. Die Systeme und Technologien verändern sich viel zu rasch. Was gestern noch galt, gilt heute längst nicht mehr. Die Techniken, die Du im Studium lernst, sind "technologieunabhängig" genug, um "erhalten zu bleiben". Deine Berufserfahrung ist dies nicht. Da wechselst Du das Unternehmen und schon sieht alles ganz anders aus.

Allgemein ist der Bachelorabschluss noch kaum anerkannt. Ich habe mit Bachelorabschluss und zwei Jahren Berufserfahrung (die ich allerdings vor meinem Bachelorabschluss erworben habe, d. h. die Berufserfahrung hat "nur Facharbeiterniveau", nicht "Bachelorniveau") keinen brauchbaren (oder überhaupt "zumutbaren" - ich habe mich neben "high performance computing"/"wissenschaftlichem Rechnen" vor allem auf IT-Sicherheit/"penetration testing"/Forensik spezialisiert und habe zahlreiche "unmoralische Angebote" bekommen, in fremde Systeme einzudringen, aber leider keine "gesetzeskonformen Tätigkeiten" - das fand ich schon sehr heftig) Job gefunden. Der Master wird mir (hoffentlich) den Weg in den Forschungsbereich und somit zu einer interessanten (und gesetzeskonformen) Tätigkeit ebnen.

So gesehen muss ich sagen "sei froh, dass Du überhaupt etwas verdienst". Als Facharbeiter hatte ich 1500 € brutto verdient. Man sagt auch "abgeschlossenes grundständiges Studium" (Bachelor) verdoppelt das Gehalt, also sind 3000 € angemessen. Der Master gibt dann nochmal +20 %, also 3600 €. Zumindest im öffentlichen Dienst geht es dann durch "Erfahrung" (die Dir ja, insbesondere nach mindestens 10 Semestern Studium für den Master, auch wirklich kaum noch etwas bringen kann) kaum noch nach oben.

Allgemein wird Erfahrung häufig überschätzt.

Im Gegenteil, Erfahrung wird häufig unterschätzt. Mit einem Realschüler, der 10 Jahre Berufserfahrung mitbringt, kann man häufig mehr anfangen als mit einem frisch gebackenen Master-Absolventen.

1
@Apfelkind1986

Wenn Du meinst ...

Ich kann Dir aus Erfahrung sagen, dass Tätigkeiten in der Industrie oft repetitiv und wenig fordernd (zeitaufwändig ja, aber nicht sonderlich "geistig erhellend") sind. Wenn Du den Code eines Mitarbeiters, der vor 5 Jahren aus dem Unternehmen geschieden ist, der nicht kommentiert ist und Variablenbezeichnungen wie "a, b, c, d, ..." und entsprechende Funktionsbezeichnungen wie "fa, fb, fc, fc, ..." enthält, warten darfst, "lernst" Du vielleicht Frustrationstoleranz (oder Deinen Chef davon zu überzeugen, dass es doch sinnvoller ist, den Code in die Tonne zu treten, die alten Spezifikationsdokumente herauszuholen und gemäß den - hoffentlich korrekten - Spezifikationen neu zu implementieren - das ist mir zum Glück gelungen). Sinnvolle (und vor allem allgemeingültige, nicht unternehmensspezifische) Methoden und Techniken lernst Du im Studium. Und vor allem lernst Du eine ganz andere Herangehensweise und eine ganz andere Denkweise. Analytisches Denken ist sehr wichtig und das lernst Du nirgendwo so schnell, wie im Studium. Diesbezüglich wird ein Facharbeiter nach 10 Jahren Erfahrung noch nicht da sein, wo selbst ein Bachelorabsolvent ist. Zumindest sofern die Uni nicht vollkommen versagt hat. Weil es auf diesem Qualifikationsniveau, ohne das abwerten zu wollen, einfach nicht gefordert wird. Und weil auch kein Unternehmen die Zeit und das Geld hat, um ihren Mitarbeitern so etwas beizubringen.

Im Studium wird Dir einmal etwas gezeigt, dann wird erwartet, dass Du das selbst anhand geeigneter Literatur nacharbeitest. Anschließend wird erwartet, dass Du es beherrscht. Das ist zeitlich sehr "gestrafft" und Du lernst daher in einem kurzen Zeitraum sehr sehr viel. Durch Deine Tätigkeit musst Du hauptsächlich "produktiv sein" und "lernen" tust Du vielleicht "zufällig nebenbei auch noch etwas". Aber das ist nicht der "Hauptzweck" Deiner Tätigkeit sozusagen. Der einzige Zweck des Studiums hingegen ist, dass Du etwas lernst. Da bist Du "Vollzeit-Lerner" sozusagen. Natürlich bringt das erheblich mehr.

0
@NoHumanBeing

Kommt halt auf die Ebene an, auf der man arbeitet.

Ich würde mich mal dem gehobenen mittleren Management zuordnen, da ist jede Aufgabe anders und Erfahrung unersetzlich.

1
@Apfelkind1986

Hier geht es aber eher um unmittelbare Entwicklertätigkeiten.

Ich hatte vor einiger Zeit mal ein Dokument von einem namhaften Entwickler gelesen (finde es leider gerade nicht), wo drin stand: "The best developers will refute to be promoted out of jobs where they can do code."

Und da gehe ich mit ihm d'accord. Ich bin extrem gut am Rechner und werde das nicht "verschwenden", indem ich Management-Aufgaben erledige. Zumindest nicht vorrangig. Ein Studium ist natürlich auch insbesondere eine Qualifikation für Führungsaufgaben. Personalführung, etc. wird Dir auch im Studium beigebracht. Zumindest in der freien Wirtschaft dürfte kaum jemand einen Masterabsolventen einstellen, ohne ihm auch nur ein wenig Führungsverantwortung zu überlassen (z. B. so etwas wie Teamleiter, also quasi die "kleinsten Einheiten", z. B. die Leute, die im selben Büro sitzen, zu koordinieren). Aber ich bin froh, wenn diese gering bis nicht vorhanden ist, weil ich überzeugt davon bin, dass dies nicht die Tätigkeit bin, in der ich am besten bin (meine fachlichen Stärken liegen nunmal wo anders) und somit ein "imperfect match".

0
@NoHumanBeing

Ok, das unterscheidet uns dann.

Ich will Führungs- und Planungsaufgaben´. Ich habe bereits mit 27 zeitweise bis zu 200 Menschen geführt.

1
@Apfelkind1986

Wollen und können sind nicht immer die selben Dinge.

Eine gute Führungsperson ist nicht eine, die ihren "Untergebenen" Vorschriften macht, sondern eine solche, die als Vermittler tätig wird und dafür sorgt, dass die Leute möglichst reibungsfrei ihre Arbeit erledigen können.

Für die "bis zu 200 Menschen", die Du geführt hast, hoffe ich, dass Du das bereits damals wusstest und bei Deinem Führungsstil berücksichtigt hast.

Ich bin formal auch für Führungsaufgaben qualifiziert, aber ich denke nicht, dass ich der richtige Typ dafür bin. Nicht, weil ich ein "Diktator" wäre, eher im Gegenteil. Ich habe kaum Durchsetzungsvermögen und ab und an braucht man das in Führungspositionen eben doch, auch wenn man als Führungsperson eigentlich nicht "gegen seine Mitarbeiter" arbeiten sollte, sondern "für sie".

0

Das ist ein sehr gutes Einstiegsgehalt vor allem, wenn man nur einen Bachelor hat.

Millionen Arbeitnehmer in Deutschland werden ihr Leben lang niemals auf 3300€ kommen.

also ich arbeite auch als Softwareentwickler im Informatikbereich. 3300.- Euro brutto ist m.E. so das übliche Einstiegsgehalt für Informatiker (Master und DIplom-Absolventen). Wie es bei Bachelor-Absolventen ist, weiß ich nicht, aber das dürfte in der freien Wirtschaft keine große Rolle spielen (eher im öffentlich-rechtlichen Bereich). Jedes Jahr sollten es aber schon so 100-200.- Euro brutto mehr sein. Dein Gehalt ist aber so vollkommen i.O., Programmierer verdienen heutzutage nicht mehr allzu viel

das dürfte in der freien Wirtschaft keine große Rolle spielen (eher im öffentlich-rechtlichen Bereich)

Sofern die Gehälter nach marktwirtschaftlichen Prinzipien (Angebot und Nachfrage) "ausgehandelt" werden, sollte das in der freien Wirtschaft eher eine erheblich größere Rolle spielen, als im o. D.

Ich selbst wurde nach meinem Bachelorstudium (trotz 1.x Abschluss, wissenschaftlicher Abschlussarbeit, Erfahrung, fachlich anspruchsvoller Ausrichtung des Bachelors ...) nicht eingestellt. Habe überall Absagen erhalten wegen "mangelnder Qualifikation". Mit Masterabschluss hingegen steht Dir die Welt offen. Masterabsolventen sind noch immer äußerst rar und nach eigener Erfahrung kann ich Dir auch sagen, dass das Masterstudium auch ein ganz anderes Niveau hat, als ein Bachelorstudium, obwohl ich das Bachelorstudium nicht diskreditieren möchte. Das Bachelorstudium ist wichtig, aber es ist eben nur etwas mehr, als ein "Grundstudium" (früher "Vordiplom") und das Masterstudium ist dann das Hauptstudium (insgesamt kommst Du damit auf eine höhere Studiendauer, als mit dem früheren Diplom). Aber vom Niveau her liegen Welten dazwischen. Ich habe ein Bachelorstudium mit 7 Semestern Regelstudienzeit in 6 Semestern (und wie bereits erwähnt mit 1.x Abschlussnote und wissenschaftlicher Abschlussarbeit) abgeschlossen. Beim Master bin ich nun richtig am "schwimmen", habe im 1. Semester nur 13 LP erworben (von 34 angemeldeten), im 2. erneut nur 13 LP (von 27 angemeldeten). Dieses Semester (3. Semester) habe ich nur Veranstaltungen im Umfang von 23 LP angemeldet, in der Hoffnung, dass ich mich damit nicht übernommen habe und diese tatsächlich erwerben kann. Trotzdem bin ich schon wieder mächtig am "rotieren".

Im Bachelor war es größtenteils ausreichend, das zu lernen, was in den Veranstaltungen, einschließlich Skripten, vermittelt wurde. Im Master wird bei nahezu jeder Veranstaltung verlangt, dass Du immer "up-to-date" bist und die neuesten wissenschaftlichen Publikationen kennst. Allein ständig für sämtliche Veranstaltungen die Literatur, die neu veröffentlicht wurde, zu finden, zu lesen und zu verstehen ist ein exorbitant hoher Zeitaufwand, erheblich mehr, als die Präsenzzeit einer Veranstaltung.

0
@NoHumanBeing

also ich kann das nicht 100% beurteilen, weil ich noch auf Diplom studiert habe. Wenn ich aber mein Fach an meiner Uni so vergleiche (Master vs. Diplom), so kann ich keinerlei inhaltliche Unterschiede erkennen. Die Fächer sind die gleichen geblieben. Der Bachelor ist das Vordiplom + einiger Fächer aus dem Hauptstudium + Studienarbeit und die Abschlussarbeit. Das Vordiplom war bei mir alles andere als leicht, wir hatten 70% Durchfallquote an der RWTH Aachen, dementsprechend bescheiden waren auch meine Noten. Das Hauptstudium war dagegen eher leicht, aber ich glaube auch, dass das von Studienfach zu Studienfach auch unterschiedlich ist. Das Einstiegsgehlt in der freien Wirtschaft für Master-Absolventen der Informatik beträgt aktuell so ca. 40k -43k brutto im Jahr. Glaube mir.

1

Was möchtest Du wissen?