Guten Morgen! Gibt es eine (moralische) Pflicht zu vererben?

39 Antworten

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Einen wunderschönen Samstag Morgen, liebe cachen und allen Anderen.

Oh, oh - das ist eine schwierig zu beantwortende Frage und zugleich ein ganz heißes Eisen.

Zumindest der Gesetzgeber scheint es so zu sehen, dass

Eltern gegenüber ihren Kindern die Pflicht, zu vererben,

haben, weshalb der so genannte Pflichtteil (<== hier anklicken), der den Kindern grundsätzlich zusteht, gesetzlich verankert ist.

Ich persönlich bin der Auffassung, dass Eltern den Kindern nicht unbedingt etwas vererben müssen (außer, die Kinder sind noch nicht erwachsen, das wäre ein Thema für sich). Dann lieber sollen sie ihr Vermögen zu ihren Lebzeiten selbst verbrauchen, statt selbst gar Anderen zuliebe Verzicht zu üben.

Vor allem aber sollten die Kinder die Entscheidung der Eltern, wie mit ihrem Vermögen nach ihrem Ableben zu verfahren ist, einfach respektieren. Denn die Eltern werden sich ausgiebig Gedanken darüber gemacht- und entsprechend ihre Gründe haben, weshalb mit ihrem Nachlass so zu verfahren sein wird, wie sie es festlegten. Sei es nun, dass er z.B. an

  • eine Kirche
  • eine Stiftung oder eben
  • Tante Hildegard

geht.

Die einzige Einschränkung, die ich bezüglich der moralischen Pflicht sehe, besteht in einer gewissen Gerechtigkeit gegenüber allen Kindern. Damit meine ich, dass alle Kinder gleichermaßen, also gerecht, bedacht werden sollten.

Die einzige Ausnahme hiervon wiederum sehe ich moralisch natürlich für jene Kinder, die sich gegenüber den Eltern zu deren Lebzeiten

  • starker schuldhafter Vernachlässigung
  • nachhaltiger Bösartigkeit
  • groben Undank's

etc. "schuldig" gemacht haben. Da finde ich es auch völlig in Ordnung, wenn die Eltern ihr Erbe unter den Kindern entsprechend wichten.

Aber schlussendlich haben wir ohnehin nicht darüber zu befinden. Denn

  1. sind wir für unser Leben und die Summe des Vermögens, das wir anhäufen, weitgehend selbst verantwortlich, können es uns erarbeiten
  2. steht es uns nicht zu, die Eltern und deren letzte Wünsche zu be- oder gar verurteilen
  3. haben uns die Eltern (Ausnahmen mal außen vor gelassen) ohnehin bereits mehr als genug an Liebe, Zeit, Engagement, Vorbild, wertvollen Kindheitserinnerungen und auch Investition in uns und unser Erwachsenwerden mitgegeben, und das ist sowieso unbezahlbar.

Habt Alle einen fantastischen Tag.

Liebe Grüße, EyeQ.

(Bildquellen: https://i.pinimg.com/originals/8a/8e/ed/8a8eed02bb46c5b8c89a98b7f9aca5b7.jpg sowie http://www.spass.net/wp-content/uploads/2018/07/testament-650x488.jpg und https://www.musenblaetter.de/userimages/Image/Michael Holtschulte Bitte abtreten 350.jpg )

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
 - (Freizeit, Recht, Familie)  - (Freizeit, Recht, Familie)  - (Freizeit, Recht, Familie)

Danke dir Eye!

So ähnlich sehe ich das auch. Mit dem heißen Eisen habe ich schon im Familienkreis erlebt..

Ich wurde schon bemitleidet, weil meine Mutter mein Erbe durchbringen will und ich saß daneben und hatte null Probleme mit ihren Aussagen. Ich habe lieber eine glückliche Mama zu Lebzeiten...

Dir noch ein schöner Tag!

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@catchan

Liebe catchan:

Was heißt denn schon "Erbe durchbringen"? Das hat immer so einen negativen, selbstgerechten, abfällig-empörten Touch Seiten der Kritiker.

Soll das Erbe denn über Generationen unangetastet bleiben, nur, um weitergereicht werden zu können? Worin läge denn da der Sinn?

Ich finde Deine Sicht (und die Deiner Mutter) da genau richtig. Es geht ja nicht darum, das Vermögen sinnlos zu verprassen. Aber ich finde, ein Jeder hat geradezu die Pflicht, sein Leben bewusst zu leben und zu genießen - und da dies finanziert werden muss, eben auch aus Mitteln, die zur Verfügung stehen. Wofür hätte man sie sonst schließlich? Nicht umsonst sagt der Volksmund auch

Das letzte Hemd hat keine Taschen.

Mal ehrlich - würde sich Deine Mutter kasteien, nur um Dir möglichst viel zu hinterlassen, hätte das Ganze ja auch einen fahlen Beigeschmack für Dich.

Meine Oma, die über Immobilienbesitz verfügt und regelmäßig nicht unerhebliche Geldzuflüsse hat, ermuntern wir, Kinder und Enkel, auch immer alle (da sind wir uns völlig einig), zu reisen, sich Dinge zu gönnen, essen zu gehen, ... umd sie tut es auch. Wir freuen uns Alle unglaublich für sie, dass sie das so durchzieht, zumal sie es wahrlich nicht immer leicht hatte im Leben, schwer und viel arbeitete und uns trotzdem eine fabelhafte Mutter bzw. Großmutter war und ist.

Ich fände im Gegenteil jedes Ansinnen, sie zum Sparen für die Erben zu nötigen, in höchstem Maße unmoralisch.

Liebe Grüße - umd danke 🌹 für die Frage.

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Entschuldige übrigens die Autokorrekturfehler in meiner Antwort,

aber wie auch gestern schon

nahm das System, trotz ich noch in der Bearbeitungszeit lag, keine manuellen Textkorrekturen meinerseits an 🙄😣🤔.

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@EyeQatcher

Ich habe die Frage währen einer holperigen Busfahrt getippt. Bin schon früh, dass alles leserlich angekommen ist... 🤣🤣

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Servus liebe Eye, teilweise macht das Gestzt das Vererben schwerer als man glaubt. da muss der Plichtanteil berücksichtigt werden und vielem andere Sachen auch.

Daher muss man verdammt aufpassen um da keinen Fehler zu machen, da kommst du meist um einen Notar nicht herum.

Fred wünscht dir einen sehr schönen Samstag und grüßt dich herzlich aus Wien.

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Vor allem aber sollten die Kinder die Entscheidung der Eltern, wie mit ihrem Vermögen nach ihrem Ableben zu verfahren ist, einfach respektieren.

Da muss ich dir widersprechen!

Die Eltern sollten den Kindern überlassen, was sie mit dem Erbe tun.

Stell dir mal vor, die Eltern vererben ein Haus und erwarten, dass die Kinder dieses selbst nutzen also bewohnen! Nur die Kinder wohnen 600 km entfernt im eigenen Haus, wo sie auch arbeiten.

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@Barbarosse

Bezüglich Deines Beispiels gebe ich Dir grundsätzlich recht.

Jedoch

  1. schrieb ich bereits, dass hier auch heute technisch wieder keine Korrektur des Geschriebenen möglich war, so dass ich meine Antwort nicht in eine eindeutigere und unmissverständlichere umformulieren konnte
  2. wäre das, was Du meinst, eine so genannte Zweckzuwendung.
  3. geht es beim "Respektieren des letzten Willens der Eltern", von fem ich schrieb, nicht um die Art umd Weise der Verwendung des Erbgutes, sondern darum, zu respektieren, ob und wie die Eltern wem wie viel hinterlassen - bzw. bereits vor ihrem Ableben für sich selbst verwenden.
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Guten Abend, liebe EyeQ.

So eine schöne und gute Antwort! Wie von dir gewohnt - SUPER. Ich kann das alles auch so sehen und unterstützen.

Einen schönen Abend noch und viele herzliche und liebe Grüße von Lazarius

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@EyeQatcher

Bitteschön, sehr gerne, vielen Dank für das schöne Bildchen. GLG

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Inzwischen ist man schon gespannt darauf, welchen Link du wem wieder so treffend schickst liebe Eye.

Eine gute Einstellung die du da hast und genauso sehe ich das ebenfalls.

Dir inzwischen bereits einen schönen Sonntag, LG. :))

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@EyeQatcher

Ganz genau DAS meinte ich - DANKE!

Viele liebe Grüße an dich zurück. :))

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Moin, und ein herzliches "hallo" an alle,

"moralische Pflicht?" - ja, in meinen Augen gibt es im Zusammenhang mit "vererben" durchaus eine Konstellation, wo man von einer "moralischen Pflicht" sprechen könnte.

Nicht jetzt im Sinne einer Regelung von "jeder Erbe muss mindestens .... bekommen" oder "wer soll was von den Wertgegenständen bekommen und wie erfolgt gegebenenfalls ein Wertausgleich" usw. - darüber darf man sich gerne Gedanken machen, aber zu einer moralischen Pflicht gehört das nicht.

Mal angenommen, es gäbe mehrere Erben, die sich nicht gut miteinander verstehen und deren Talente ziemlich ungleich verteilt wären. Dann besteht die Gefahr, dass bei einer Verteilung in Eigenregie eine der Parteien übervorteilt wird. Wer so was im Vorfeld weiß oder ahnt, sollte sich schon ein paar Gedanken über eine Regelung im Vorfeld machen - z.B. via Testament. Damit eben nicht die lieben, harmoniebedürftigen leer ausgehen und die Ellbogenvertreter mit den Rechtsanwälten im Bekanntenkreis alles absahnen. Wäre sinnvoll, sehr sogar - aber von einer "moralischen Pflicht" würde ich selbst da nicht sprechen.

Eine "moralische Pflicht" sehe ich bei Fällen, wo das "Hab & Gut" nur Fassade ist: es sieht fürs Umfeld so aus, als wäre alles in bester Ordnung, tatsächlich aber ist das alles nur ein riesiger Schuldenberg... . Das Häuschen ist belastet bis zum Gehtnichtmehr, das Auto ist geleast, die Möbel auch, Kredit hier, Kredit da, ... . Da fände ich es durchaus als eine "moralische Pflicht", die Erben rechtzeitig darüber zu informieren, dass es überaus empfehlenswert wäre, das Erbe auszuschlagen - weil außer Schulden ist da nix zu holen.

Einen schönen Tag wünsche ich euch!

Guten Morgen Peter!

Du hast ja Aspekte reingebracht, an die ich noch gar nicht gedacht habe...

Ich sehe das ähnlich wie du.

Schöner Samstag!

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Fred wünscht dir eienn sehr schönen Samstag und grüßt dich herzlich aus Wien.

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Das sehe ich auch so, doch wer macht das schon.

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Kommt auf die Erben an, sind es liebe sollte man das so tun wie du es erwähnt hast, bei anderen, gierigen, würde ich es unerwähnt lassen. Die sollten mich in Erwartung eines großen Erbes dann ruhig pflegen und ich würde es allenfalls bedauern ihre langen Gesichter beim Notar nicht mehr sehen zu können.

Dir einen schönen, inzwischen bereits Sonntag, LG.

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Hallo catchan und den anderen Tollen hier,

laut Gesetz haben sie das Recht auf zumindest ihren Pflichterbteil, aber das ist kaltes Recht und Gesetz.

Nein, die Wertschätzung eines Menschen sollte vollkommen unabhängig von materiellen Dingen sein und wenn Eltern die liebenswert sind, all ihr Hab und Gut nach ihrem Tod nur einem Geschwisterteil vererben, hätte mich das in diesem Fall als anderes Geschwisterteil zwar gewundert, aber an meiner Liebe zu ihnen Nichts geändert. Ich hätte mir nur gedacht, dass sie wohl ihre Gründe dafür gehabt hätten.

Also stimme ich dir da zur Gänze zu in deiner Ansicht.

Euch Allen einen schönen Samstag und Diejenigen die heute arbeiten müssen, wenigstens einen schönen Feierabend heute, LG. :)

Hallo PicaPica!

Vielen dank für deine Antwort. Ich sehe das so ähnlich.

Schöner Samstag!

9
@PicaPica

Schöne Grüße vom Usertreffen in Frankfurt 😉

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@catchan

Vielen Dank, ich hoffe es war schön und wünsche dir inzwischen bereits einen schönen Sonntag, LG. :)

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@PicaPica

Danke, das war es.

Dir auch einen schönen Sonntag.

So, ich fahre jetzt nach Hause.

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@catchan

Dann komm gut und gesund da an meine Liebe und sehr gut, dass es schön war, LG. :)

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Hallo liebe Freundin - eine Antwort aus dem Herzen - Was ist Geld und Besitz im Verhältnis zu den geliebten Menschen, die hier bei uns sind.

Herzliche Grüße Atacama

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@Atacama333

Genau richtig liebste Freundin und auch du bist ein äußerst liebenswerter Mensch, GLG. :))

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Servus liebe Pica, Fred wünscht dir einen sehr schönen Samstag und grüßt dich herzlich aus Wien.

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@Fredlowsky

Hallo lieber Freund Fred, ich danke dir und grüße genauso herzlich zurück in dein schönes Wien. :))

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Liebe Pica Euch noch einen wunderschönen Nachmittag, hie strahlt die Sonne vom Himmel. GLG Dieter

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@Amorette

Lieber Freund, hier hat sie sich auch gerade durchgesetzt und es ist erstaunlich mild. Dir einen schönen Samstag noch, GLG. :))

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Guten Abend, liebe Freundin, den letzten Willen der Eltern mit Respekt begegnen, auch, wenn man dabei leer ausgehen sollte. Das fordert viel von einem ab, ist aber letztendlich das, was die Eltern wollten. Und das so zu sehen fordert von meiner Seite, dir einen riesigen Respekt ab. Entscheidungen, die du triffst, kommen immer aus deinem Herzen. Was bedeutet Geld gegen die Liebe, die man im Herzen trägt?

Einen schönen Abend wünsche ich dir und sende liebe und herzliche Grüße von W.

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@Lazarius

Danke für deine schönen und weisen Worte lieber Freund. Da sind wir uns wieder einmal einig.

Ich wünsche dir inzwischen bereits einen schönen Sonntag, GLG. :))

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@PicaPica

Guten Tag, liebe Freundin, vielen Dank, bitteschön und sehr gerne. Es freut mich auch, dass wir wieder einmal einer Meinung sind.

Dir noch einen schönen und erholsamen Sonntag. Herzliche und liebe Grüße von Lazarius.

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Grüß Dich liebe PicaPica, da sind wir einer Meinung. Ich überlege, ob es nicht unmoralisch wäre lebenslang mit sich selbst geizig zu sein, nur damit die lachenden Erben genug verprassen können....Liebe Grüße an Dich.

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@IQSofia

Ja, sehr gut liebe Sofia, genau das wäre unmoralisch sich selbst gegenüber.

Liebe Grüße auch an dich. :)

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Guten Morgen!

Moralisch besteht keine Pflicht bzw. das wird im weitesten Sinne bereits über den Pflichtteil abgedeckt.

Ich sehe aber keinen Grund nur aus dem Grund zu sparen, um was für das Erbe und die Erben vorhalten und ihnen einen lauen Lenz bzw. ein finanzielles Polster ermöglichen zu können. Warum soll es denen besser gehen als mir? Und überhaupt, warum soll ich meine Träume unterdrücken, damit andere irgendwann von meinem Geld sich ihre finanzieren können - oder, noch schlimmer, damit die sich irgendwann drüber streiten und mein Geld Familien entzweit oder Bindungen zerstört? Mal ganz davon abgesehen, dass ich das nicht will: Ich lebe für mich und nicht für die Anderen, so gern ich sie eventuell auch habe - und auch ich möchte leben. Natürlich spart man auch, aber es wird ebenso gelebt: Wir arbeiten doch, um in unserer Freizeit ein bisschen zu leben, auch wenn es nicht ausarten sollte und keiner über seine Verhältnisse leben sollte.

Wir haben ein Recht zu Leben, aber keines zu Erben.

Musikalisch: "Es lebe das Laster" von Udo Jürgens, der mir hier aus der Seele spricht

https://www.youtube.com/watch?v=_48w7IBVuwg

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Guten Morgen rotesand!

Ich habe die gleiche Einstellung wie du.

Schönen Samstag!

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Fred wünscht dir einen sehr schönen Samstag und grüßt dich herzlich aus Wien.

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Da kann ich Dir nur voll zustimmen.

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Sehr gut rotesand, eine sehr gesunde Ansicht, obwohl ich es interessant finde, dass du sagst, warum es den Kindern mal besser gehen soll als dir. Meistens hört man diesen Spruch eher umgekehrt.

Es gibt leider genügend Erben, die argwöhnisch der Weltreise der zu Vererbenden gegenüberstehen, weil die von ihrem Erbe abgeht, kopfschüttel.

Dir einen inzwischen bereits schönen Sonntag, LG. :)

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Ich gehe davon aus, dass das Leben hauptsächlich darauf aufgebaut ist, seinen Nachfahren das beste und einfachste Leben zu bieten, von daher sehe ich es grundsätzlich als meine moralische Pflicht an, dafür zu sorgen, dass dies möglich ist. Das heißt nicht, dass ich an nichts anderem im Leben Spaß haben, falls jemand etwas einzuwenden hätte, sondern, dass ich das als äußerst wichtig erachte.

Vielen Dank für deine Meinung. Ich sehe das etwas anders.

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Kann man auch so sehen, darf aber trotzdem kein moralischer Druck sein, denn oft sind die Voraussetzungen nicht so wie sie sein sollten.

Fred wünscht dir einen sehr schönen Samstag und grüßt dich herzlich aus Wien.

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Das ist eine ehrenwerte Einstellung, aber dich selbst solltest du keinesfalls vernachlässigen, LG. :)

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