Ausländer: gutes Hochdeutsch aber kein Dialekt?

8 Antworten

Es gibt so Leute...

Nach der Wende hatte ich zum ersten Male ganz finstere Sachsen im Taxi. Die haben jeden Satz fünfmal wiederholt, anstatt hochdeutsch zu sprechen, weil ich sie absolut nicht verstanden habe - ich bin deutscher Muttersprachler - und sie waren der Meinung, dass sächsisch die schönste Sprache der Welt ist. Da sie außerdem vergessen hatten, wo sie in der grooßen Stadt Berlin genau wohnten und erst ihr Auto finden mussten um den Hauseingang eingrenzen zu können, ist mir diese Rundtour und diese Leute als absolute Skurrilität im Gedächtnis geblieben.

Nimm es nicht so schwer - wie du selber sagst, die verstehen sich gegenseitig auch nicht.

Wenn Sie das deutschländische Standarddeutsch gelernt haben, sprechen Sie dieses, sonst das gleichwertige deutschschweizerische Standarddeutsch. Sie sind nicht verpflichtet, die lokale Mundart zu sprechen. Wenn Sie mit der Zeit etwas lokale Mundart verstehen, genügt das.

Die Schweizerinnen* sind zweisprachig (= Diglossie). Sie sollten je nach Situation von der lokalen Mundart ins Standarddeutsche wechseln. Dies zu verweigern, ist höchst unhöflich, um nicht mehr zu sagen.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Naja, eigentlich könn(t)en die meisten Schweizerinnen und Schweizer "Standarddeutsch" verstehen und auch einigermaßen sprechen - denn das lernen wir hier in der Schule. Dass einige Leute dies trotzdem nicht ganz schaffen oder nicht schaffen wollen, ist wirklich betrüblich. Man kann daraus wohl nur schließen, dass die "Fremdenfreundlichkeit" bei einigen Schweizern doch auch relativ enge Grenzen hat. Ich (als Schweizer) hoffe aber, dass es sich dabei doch um eine klare Minderheit unter den Schweizerinnen und Schweizern handelt.

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Nunja.. Bei mir wechseln einige schon auf Hochdeutsch, obwohl ich Schweizerdeutsch zu 100% verstehe. Denke, die älteren Menschen können Hochdeutsch auch nicht so gut. Manche Leute meines Alters (16) schämen sich schon für ihr Hochdeutsch. Vielleicht bemerken sie auch nicht, dass du gerade Hochdeutsch sprichst und denken wegen deinem ungarischem Akzent, dass du allgemein nicht wirklich Deutsch kannst. Nicht jeder mag Deutsche, vielleicht wollen diese dir keinen gefallen machen. Nach einem Jahr sollte man es eig schon verstehen. Aber klar, gibt auch die Menschen, die es aus böswille nicht machen. Damit muss man klar kommen, nicht jeder ist nett.

Wenn bestimmte Eingeborene nicht kooperativ sind und trotzden stur bleiben, ist das deren Problem bzw. sie sollten die Kommunikation nicht unnötig erschweren.

Wie wäre es mit einem Sprachkurs speziell auf das Aufgabengebiet bezogen, also die häufigsten "Phrasen" lernen. Als Notnagel Spickzettel und auch eine App nutzen, wenn Zeit ist. Verbesserungen werden sich bestimmt schnell einstellen.

Meine Bekannte hat bezüglich der “sprachlichen Arroganz“ mancher Schweizer ähnliche Erfahrungen gemacht. Sie war damals auf einer sogenannten Star Trek Convention, also einem Treffen der Anhänger der Serie Star Trek und den entsprechenden Schauspielern. Diese fand in Deutschland statt. Es konnten Fragen an die Schauspieler auf Englisch gestellt werden. Für Leute, die damit Probleme hatten, gab es deutsche Übersetzer. Einige Schweizer Besucher haben diese Fragen auf Schwyzer Dütsch (ich hoffe, ich habe das richtig geschrieben) gestellt und damit die deutschen Übersetzer in Verlegenheit gebracht, da diese Schwierigkeiten hatten, das zu verstehen. Die Stars haben das naturlich bemerkt und sich gewundert.

Des weiteren habe ich den katholischen, in der Schweiz beheimateten, aber auch in Österreich und Deutschland ausgestrahlten, Senders KTV gesehen. Dort gibt es eine call in Sendung, in der die Zuschauer Fragen an einem Pfarrer stellen können. Die meisten Anrufe kommen aus Österreich und Deutschland. All diese Fragen werden auf Deutsch und natürlich leichten dialektischen Einfärbungen gestellt. Eine schweizer Anruferin begann ihre Frage auf Deutsch damit, ob sie auch auf Schwyzer Dütsch reden dürfe, da es ihr egal sei, ob “diese Deutschen“ sie verstehen oder nicht. Der Pfarrer kam dieser Bitte jedoch nicht nach.