ist angesichts der hohen Arbeitslosigkeit der Vorsatz auch nach Rentenbeginn noch zu arbeiten ungerecht gegenüber jungen arbeitslosen und suchenden?
wenn von 100 Arbeitslosen 5,6 statistisch Erfolg bei der Suche nach einem Arbeitsplatz haben, dann darf man auch nach der Ursache fragen, denn es stehen ja immer mehr potentielle Arbeitskräfte zur Verfügung inklusive der Rentner, die ja länger arbeiten sollen. Dabei fängt der Sozialstaat ja fast alle auch ohne Arbeitsaufnahme auf. Sollte der Vorsatz zur Arbeitsaufnahme einzig bei jungen Leuten liegen, damit das weniger an Angebot gerecht(er) verteilt wird?
Woher hast Du das mit den 5,6 %?
Interview ein bekannter Radiosender siehe heute morgen - die Firmen stellen mehrheitlich keine Arbeitslosen mehr ein
8 Antworten
Nein ist nicht ungerecht. Warum soll jemand in Zwangsrente gehen, wenn er noch arbeiten kann und möchte?
Fast überall werden Mitarbeiter gesucht. Wer arbeiten will, wird auch wieder Arbeit finden.
Die Zeiten, als man ältere Mitarbeiter in den Vorruhestand oder in Altersteilzeit geschickt hat, sind vorbei. Kein Rentner nimmt einem jüngeren den Arbeitsplatz weg. Aber er kann seine Erfahrungen an die jüngeren Mitarbeiter weiter geben, so dass diese davon profitieren.
ist angesichts der hohen Arbeitslosigkeit der Vorsatz auch nach Rentenbeginn noch zu arbeiten ungerecht gegenüber jungen arbeitslosen und suchenden?
Nur dann wenn die 'jungen Arbeitslosen und -suchenden' genommen würden, wenn es die Rentner nicht gäbe.
Das ist aber m.E. nicht immer realistisch.
Es kann ja nicht jeder junge Arbeitslose für jede Stelle eingesetzt werden. Man müsste konkret schauen welche Bereiche hier von den älteren Leuten besetzt werden und welche für die jungen gebraucht würden.
Wenn der Lehrer länger arbeitet, beeinträchtigt das nur die arbeitssuchenden potenziellen Lehrer, nicht jedoch den arbeitssuchenden Ungelernten, der von vornherein gar nicht für dessen Position in Frage kommen würde.
Von den Rentnern werden überwiegend qualifizierte Arbeitsplätze besetzt oder wo Erfahrung gefragt ist. Ich bin Rentner und kann mich vor Arbeitsangeboten nicht retten, täglich etwa 50, heute morgen waren es 60.
Selbst viele Jüngere mit gleichen Beruf haben oft nicht die nötigen Zusatzqualifikationen oder sind woanders eingesetzt.
Wenn man örtlich und gehaltsmäßig flexibel ist, findet man einen Arbeitsplatz, jüngere wie ältere.
Ein großen Anteil macht bei dem ganzen auch das Thema Langzeitarbeitslosigkeit aus.
Es gibt zwar einen großen Fachkräftemangel, aber viele Langzeitarbeitslose haben oft nicht die Qualifikationen, um diese Stellen effektiv zu füllen.
Es gibt z.B. auch eine hohe Zahl an Arbeitslosen die z.B. wegen Kindererziehung ihren Job aufgegeben haben und dann später nichts mehr in ihrem Wunschberuf finden, weil sie aus Sicht der Arbeitgeber zulange aus dem Job raus seien. Oft müssen diese dann niedrigbezahlte Hilfsjobs annehmen und mit Bürgergeld aufstocken.
Gerade für Langarbeitslose die arbeiten wollen und sich zwischendrin von einem Minijob zum nächsten hangeln, trotzdem aber Bürgergeld beziehen müssen, sollte in diese Richtung mehr getan werden (Weiterqualifizierung/Umschulung).