Ist es normal so überhaupt GAR KEINE Arbeit zu finden?
Hallo zusammen Die Frage ist eher so allgemein aus Verzweiflung heraus gestellt. Ich bin Studierende im fünften Semester. Als ich das allererste Mal einen (Ferien-)Job hatte, war ich neunzehn und wurde fast sofort nach meiner Bewerbung angenommen, was mich damals ganz naiv glauben ließ, der Arbeitsmarkt sei vielleicht gar nicht so schlimm. Heute gehe ich davon aus, das ist damals nur so schnell und unkompliziert gegangen, weil ich Glück hatte und sehr dringend gesucht wurde. Seither fällt es mir extrem schwer, irgendeine Arbeit zu finden. Hier muss ich erwähnen, dass es für mich beinahezu unmöglich ist, Arbeitsverhältnisse einzugehen, bei denen ich viel mit Kunden zu tun habe. Sehr ideal ist das natürlich nicht, denn das macht einen Großteil der typischen Studentenjobs aus wie bspw Kellner/in, Kassierer/in, Verkäufer/in etc. Ich werde in meinem Alltag dafür oft beschimpft, aber es ist nun einmal so, dass ich solche Jobs nicht machen kann. Mit Kunden zu interagieren, löst in mir automatisch einen Ausnahmezustand der Panik und Angst aus, ohne dass ich es kontrollieren kann. Am Ende hätte ich dann mit einigen psychosomatischen Schmerzen zu kämpfen sowie genervten Kunden, denn niemand will von jemandem bedient werden, der Rotz und Wasser heult. Zudem habe ich aus Verwandtschaft und Freundeskreis schon derart viele negative Erfahrungsberichte gesammelt, was ungeduldige und unfreundliche Kundschaft angeht, dass es mir fern liegt, diese Erfahrung selbst machen zu wollen. Bei meinem ersten Ferienjob mit 19 handelte es sich übrigens um eine Stelle als Büroaushilfe. In der Buchhaltung und bei handgriffigen Arbeiten in der dazugehörigen Fabrik habe ich mich sehr gut geschlagen und viel Lob kassiert. Beim Telefonieren sah das anders aus. Die Kunden waren tatsächlich nett, nur mit meinem Teamleiter habe ich's mir verscherzt, da mir das Telefonieren aufgrund meiner Angst sehr schwer viel. Seitdem habe ich in Semesterferien hauptsächlich in Fabriken gearbeitet, da mir geplante und koordinierte Handarbeit mit genauen Vorgaben und Anweisungen am besten liegt. Mit Mitarbeitern muss ich natürlich trotzdem interagieren, doch für mich macht es eben einen Unterschied, ob es ein Mitarbeiter ist oder ein fachfremder Kunde, den ich angrinsen und bedienen und (im schlimmsten Fall) beruhigen muss. Als Studierende ist es mir natürlich nicht möglich, neben dem Studium in einer Fabrik zu arbeiten, das geht nur in der Vorlesungsfreien Zeit. Ich suche schon seit Jahren dringend nach einem Mini- oder Teilzeitjob, werde aber nur abgelehnt oder geghosted oder lande bei einer Arbeitnehmerüberlassungsfirma, die entweder nichts für mich findet oder mir gleich mitteilt, dass sie nichts für Semesterferien suchen. Selbst in den Momenten, in denen ich einfach nachgebe und mich dann halt doch für einen Job in einem Einkaufsladen bewerbe, werde ich eiskalt abgelehnt. Ich frage mich, wie ich in einer Branche Erfahrungen sammeln soll, wenn man mich jedes Mal aufgrund mangelnder Erfahrung ablehnt? (meistens wird der Grund nicht mal genannt, muss man dazu sagen) Ich bin erst 23 und habe jetzt schon das Gefühl, das Erwachsenenleben nicht zu packen. Ich würde auch gerne ausziehen, aber überall ist die Miete teuer und die Wohnungen sind oft trotz der hohen Preise meist kaputt und hässlich und die finanziellen Mittel fehlen mir ja eh. Ich hab überhaupt keine Ahnung, was ich noch mit mir anfangen soll. Was nützt mir ein gutes Abitur und ein Germanistikstudium, wenn es niemanden juckt und ich nirgendwo Arbeit finde? Mir wird daheim oft weiß gemacht, ich würde mir einfach nicht genug Mühe geben oder nicht arg genug suchen und dass es gar nicht sein kann, dass ich nichts finde….Es muss doch noch irgendwem so gehen oder bin das nur ich???