Kleinkind zerstört Sexleben in der Ehe?

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Willkommen im Team. So wie dir geht es Millionen anderen Eltern auch. Das Problem ist ernst und man muss sich wirklich eine Strategie zurechtlegen, wie das Zusammenleben der Eltern auch noch weiter funktioniert. Auch das ist eine Aufgabe, die man als Vater und Mutter zu leisten hat.

aber das klappt nicht, weil sie nur in den Kinderwagen will oder getragen werden will.

Ja, das wollen Kinder. Hier ist es deine Aufgabe, mit großer Geduld deinem Kind zu zeigen, dass es etwas will, was es nicht bekommen wird. Das ist ein Konflikt und man muss das Drama aushalten. Denke daran, dass Kinder in diesem Alter von ihren Instinkten geleitet werden. Instinktmäßig sind wir Menschen auf dem Entwicklungsstand von vor 200'000 Jahren: Dein Kind sitzt emotional also noch im Dschungel und wenn es nicht getragen wird, wird es vom Tiger gefressen.

Du hast aber schon den Überblick über das aktuelle Leben und weißt, dass es in Deutschland keine freilaufenden Kinder-fressenden Tiger gibt. Also kannst du in aller Ruhe deinem Kind erklären, dass es selbst laufen muss. Sowie dein Kind das verstanden hat, wird es das Laufen lieben!!! Und dich für die Unterstützung.

Wie bekomme ich es hin, dass wenigstens abends um acht Ruhe herrscht?

Ganz im Ernst? Vergiss es. Ein Kind zu haben und abends um 20 Uhr Ruhe zu haben schließt sich gegenseitig aus.

Hilfreich sind:

  1. Papa-Tochter-Tage. Wenn die beiden z.B. fest jeden Freitag miteinander verbringen, hast du für diesen Tag eine gewisse Freiheit Dinge alleine erledigen zu können.
  2. Mama-Papa-Abende, an denen ein Babysitter auf das Kind aufpasst. Auch wenn man in der Zeit nicht einfach hemmungslosen Sex haben kann, weil ja auch der Babysitter in der Wohnung ist, hilft es sehr entspannt Essen zu gehen, spazieren, ins Kino usw. Ich kenne einige Paare, die genau das als sehr verbindend empfunden haben und die es so schafften, die Kleinkindphase zu überstehen, ohne sich zu trennen.
  3. Wenn euer Kind etwas größer ist, kann es nachts alleine aufstehen. Alle Kinder brauchen manchmal um 23 Uhr noch etwas, haben schlecht geträumt usw. Wenn die Altern dann gerade mal Sex haben wollen, ist es nützlich, wenn die Tür abgeschlossen ist. Sex ist nichts schlimmes, aber für ein 5 Jähriges Kind sieht das brutaler aus, als es ist. Aber auch wenn die Tür zu ist, muss es einen Weg geben, wie das Kind sich bemerkbar machen kann und dann sofort Hilfe bekommt - nachdem man sich eine Unterhose angezogen hat. Denkbar ist z.B. ein Lichtschalter außen an der Tür, oder eine einfach Absprache, dass das Kind dann laut klopft. Kinder sind schlau. Sie verstehen schnell, dass die 5 Sekunden Warten kein Problem sind und dass die Tür des Elternschlafzimmers manchmal abgeschlossen ist. Wenn sie dann aber 15 Minuten warten müssten, würde natürlich Panik ausbrechen - das geht nicht.
  4. Wie sieht es morgens am Wochenende aus? Ja, das ist kein gemütlicher Zeitpunkt für Zweisamkeit, aber ihr seid eine Familie und das sind manche Dinge einfach weniger gemütlich.

Das Wochenend ist leider verplant mit Renovierungen am Haus. Das Bauamt ist uns aufs Dach gestiegen, weil wir zu wenige Stellplätze haben, die müssen wir nachmachen, d.h. Vorgarten weg, Steinweg raus, Zaun weg, baggern und neu pflastern. Das ist eine Riesenarbeit. Aber das Bauamt fordert das.

Den Sonntag haben wir aber für uns, da gehen wir gerne in den Wald oder auf den Spielplatz. Aber da die Kleine ständig krank ist, müssen wir da ein bisschen aufpassen, damit es nicht noch schlimmer wird. Hier in Bayern ist es nämlich schon ganz schön kalt.

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Mir ist noch ein Gedanke gekommen, bei dem ich aber nicht weiß, ob das zutrifft: Ich habe mich schon gefragt, ob sie Angst davor hat, wenn es dämmrig wird und langsam dunkel wird? Denn im Sommer ist sie freiwillig allein gelaufen.

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@Katze446

Ja, sie hat ganz sicher Angst. Die blaue Stunde (also Dämmerung und kurz nach Sonnenuntergang) ist die Zeit, in der Tiger jagen.

Schenke ihr eine Stirnlampe. Ich habe mal mit einem 3 Jährigen geübt, was wir machen, wenn der Tiger kommt: Aufstampfen, Schultern breit, böse knurren, giftig schauen! Wir hätten zu zweit auch einen Grizzly vertrieben! Ich war froh, dass keiner der Nachbarn die Terrorabwehr gerufen hat, weil wir draußen im Park wie die Irren Bäume anknurrten, bis sie anfingen zu zittern.

Natürlich habe ich gleichzeitig erklärt, dass wir keine Tiger in Deutschland haben. Das gefährlichste Tier sind Feuersalamander: Man muss zwei davon essen um in Lebensgefahr zu geraten. Aber der "Selbstbehauptungskurs" hilft mit der Furcht in der Dunkelheit klar zu kommen.

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@mjutu

Das ist toll. Weißt du, welche Größe bgzl. der Stirnlampe ein 3-jähriges Kind ungefähr hat?

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@mjutu

Ich kenne einige Kinder, die im Alter von 3 Jahren versucht haben mit Trotz zu erzwingen getragen zu werden. Da hilft nichts, außer es geduldig auszuhalten. Kinder werden irgendwann zu schwer und es bringt nichts, wenn Eltern sich den Rücken ruinieren. Das kann man einem Kleinkind aber nicht logisch erklären. Also zeigt man, dass man bei dem Kind bleibt, zuverlässig und ruhig wie ein Fels in der Brandung, auch wenn es durchdreht und etwas durchsetzen will, was einfach nicht geht.

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@Katze446

Ich habe eine Stirnlampe, deren Stirnband bis auf 8 cm zusammengezogen werden kann. Sie passt also auch meiner Katze :-)

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@mjutu

Dann suche ich so eine. Danke

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Ich habe es schon öfters gelesen, und kann es auch aus eigener Erfahrung bestätigen, als unsere Tochter noch klein war:

Mit der Geburt eines Kindes ist das Sexualleben der Partner nicht mehr das selbe wie vorher.

Biologisch begründbar ist das in gewisser Weise ja damit, dass Sex eigentlich zur Zeugung eines Kindes existiert, und nur der Mensch daraus "mehr macht".

Wenn alle Beteiligten möglichst positiv durch das Leben gehen, oder dies meistens versuchen, dann kann man die Situation mit dem Kind als etwas Schönes sehen, wenn man sich es (hoffentlich) gewünscht hat. Natürlich ist die Situation oft anstrengend, das ist klar. Familie ist eben mit vielen Kompromissen verbunden. Umso schöner kann alles sein, wenn man dann immer wieder glückliche Momente dazwischen hat.

Zu Sex kann es nun, wenn man etwas flexibel ist, auch zu anderen Tageszeiten kommen, in vielen Fällen nicht mehr so häufig, aber wenn man will, schafft man das auch irgendwie.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ich versuche gerne, Dinge von verschiedenen Seiten zu sehen

Das ist alles ganz normal. Und versuch´nicht, das Kind müde zu machen. Das hat mehr Ausdauer als Du. Mehr oder weniger alle Eltern erleben solche Phasen. Ich selbst habe ganze Nächte vor dem Kinderbett meiner Tochter verbracht, damit sie ruhig wurde. Aber ich verspreche dir: Es wird jetzt von Jahr zu Jahr besser.

Ich würde dir dringend raten einige Erziehungsratgeber zu lesen. Dieses verwöhnte Verhalten deiner Tochter ist bedenklich. In dem Alter nichts selbst machen zu wollen, vor allem sich nicht selbst bewegen zu wollen, ist nicht gut.

Ich selbst habe einen Neffen in dem Alter und der liebt nichts mehr als herum zu toben. Er ist zwar gerne bei seinen Eltern (da er noch ein Einzelkind ist) aber er hat auch keine Probleme damit mal alleine zu spielen.

Ja, ich finde das auch komisch: Zuhause tobt sie rum wie ein Duracell-Männchen und stellt die ganze Wohnung auf den Kopf und draußen weigert sie sich, mit mir spazieren zu gehen. Im Sommer ist sie alleine gelaufen, warum tut sie das jetzt nicht mehr? Ich verstehe das nicht.

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@Katze446

Erst mal die äußeren Faktoren prüfen: Schuhe passen, Kleidung bequem, sie friert nicht?

Und dann vielleicht mal spannende Aktivitäten anbieten - etwas sammeln, etwas finden und fotografieren (Tannenbäume draußen und im Schaufenster), einen interessanten Ort aufsuchen (Spielplatz, Wald, Lieblingsbäckerei und sich dort ein Brötchen fürs Abendessen selbst aussuchen können), Herausforderungen anbieten (wie schnell kannst du rennen? Ich stoppe das mit dem Handy! Mache mal lustige Grimassen vor der Statue - das witzigste Bild drucken wir für Papa aus!), eine Ralley erstellen (wo findet man hier viele Fahrräder, grüne Türen, Weihnachtsmänner etc.?) usw.

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@Tasha

Das sind gute Tipps, danke!

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@Katze446

Kleine Spielchen mit einbauen.... Meine Oma hat mit mir damals beim gemeinsamen Spaziergang hier und da "Ein Hut, ein Stock, ein Re-gen-schirm, und vorwärts - rückwärts - seitwärts-ran" vorgegeben. Bei jeder Silbe gab es einen Schritt, bei "und" blieb man stehen, und dann setzte man einen Fuß vor, zurück, zur Seite und wieder neben den Standfuß.

Schritte zählen, soweit wie das Kind bereits zählen kann.

"Bis zu dem Baum da vorne".... "bis zu dem grünen Zaun da drüben" ... hüpfen/ schleichen/ seitwärts laufen/ an deine Hände fassen und durch dich geleitet rückwärts gehen.

Während man zusammen spazieren geht/ irgendwo hin geht unterhalten. Kleine Geschichten aus der eigenen Kindheit erzählen, oder gemeinsam eine Aktivität besprechen die bald ansteht.

Kinder finden es auch toll wenn selbst Erwachsene das eine oder andere mitmachen.

Jedenfalls.... dadurch kann man viel Weg meistern.... ohne das es dem Kind als anstrengende Aufgabe erscheint.

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Ich denke man kann das schlecht verallgemeinern. Du kennst weder das Kind noch die Familie. Du hast keine Ahnung wie miteinander umgegangen wird. Jedes Kind ist verschieden, manche bereiten mehr Anstrengung als andere. Ich finde es nicht gut, wenn Außenstehende jede ungewöhnlichkeit als "nicht normal" und "du machst was falsch in der Erziehung" betiteln. Vor allem wenn man das Kind und die Eltern nicht mal kennt.

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  1. durch Kinder verändert sich der Alltag, auch beziehungsintern.
  2. Nicht "durch das Kind" verändert sich bei manchen Paaren das Miteinander/ das Sexualleben. Das schaffen die Erwachsenen ganz alleine.
  3. Es ist vollkommen normal das ein Kind, nach Kindergartenstart, über das erste halbe Jahr hinweg "andauernd" Erkrankungen heimschleppt. Das Imunsystem wird in der Anfangszeit ordentlich gefordert...
  4. Ein Kind hat keine eingebaute Uhr. Da klappt es eher selten das "punkt X Uhr Ruhe herrscht, man für die nächsten Stunden ungestört bleibt"

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