Ständig an die Arbeit denken. Problem?

10 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Du bis gerade in der Ausbildung, dein Job scheint dir Spaß zu machen und du scheinst auch ein Mensch zu sein, der noch ein Verantwortungsgefühl für seine Arbeit zu haben scheint.

Es gibt verschiedene Menschen. Die einen die können abschalten wenn Feierabend ist und andere die denken auch nach Feierabend noch an die Arbeit.

Von der Arbeit abschalten kann man lernen, denn der Tag hat 24 Stunden, in der einen Hälfte arbeitet man und dann muss man sich auf andere Dinge konzentrieren.

Mit Kindern zu arbeiten ist auch anstrengend und da musst du lernen, abzuschalten, denn irgendwo musst du deinen Arbeitsspeicher auch wieder auffüllen und ein Leben besteht nicht nur daraus, dass man pausenlos nur an die Arbeit denkt.

Du bist tagsüber für diese Kinder da, kümmerst dich um sie und danach ist deine Arbeit für jeden Tag erledigt.

Jeder braucht von der Arbeit auch eine kleine Distanz und einen Ausgleich zur Arbeit.

https://arbeits-abc.de/feierabend-10-tipps-zum-abschalten/

Nach der Arbeit hinterfrage ich, warum zum Beispiel ein Kind traurig war, wie es sich dabei Gefühlt hat und wie es sich dabei Gefühlt hat, als ich es getröstet hab. Oder wie es zu einem Streit kommen konnte.

Ich nehm, auch, wenn ich in der Ausbildung bin oft die Verantwortung für manche Kinder auf mich. Wenn sich ein Kind verletzt hat, denke ich manchmal dass ich schuld bin, weil ich denke, dass ich nicht gut genug aufgepasst habe.

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@DerNice1

Frage doch mal deine Kollegen wie sie es schaffen, dass sie nach Feierabend ganz abschalten können. Sie geben dir sicher ein paar Tipps.

Erzähle ihnen über was du dir Gedanken machst und dann sieht alles schon anders aus.

Dass Kinder manchmal traurig sind kommt vor, aber das gibt sich auch wieder und wenn ein Kind sich mal verletzt, auch das kommt vor und du kannst bei mehreren Kindern nicht überall deine Augen haben. Bei der Mutter kommt das auch vor.

Wenn du dein bestes gibst, dann musst du dir keine Schuld geben, das werden deine Kolleginnen und Kollegen auch so sehen.

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Rein bezogen auf die Überschrift: Ja, es kann sich zu einem persönlichen Problem entwickeln wenn man nicht lernt abzuschalten nach Feierabend. Wenn man tagtäglich, über lange Zeit hinweg, rund um die Uhr nur arbeitstechnische Probleme wälzt. Wenn man die ganze Zeit nur über Mitarbeiter, Klienten, die Arbeit an sich, Projekte nachdenkt..... Das belastet irgendwann. Sowohl einen selbst, als auch das soziale Umfeld (da man üblicherweise dann auch entsprechend gedanklich abwesender ist oder in Dauerschleife darüber spricht).

In sozialen Berufen ist das mit dem "abschalten können" meiner Meinung nach besonders wichtig.

Es ist wichtig das man zu unterscheiden lernt "Das hier ist meine Familie/ mein persönliches soziales Umfeld" - "Das dort sind die Klienten/ zu Betreuenden, die ich im Idealfall eine gewisse Zeit begleite und unterstütze. Aber sie sind nicht Teil meines Lebens sondern Teil meines Jobs. Ich bin auch nicht Teil ihres Lebens sondern lediglich Begleiter/ Arbeitnehmer".

Denn sonst besteht die Gefahr das man irgendwann dabei selbst auf der Strecke bleibt, ausgebrannt ist, in ein Loch fällt wenn man merkt das man als Bezugsperson ausgewechselt wird.

Emphatie ist wichtig, ganz klar. Aber alles hat gewisse Grenzen.

Arbeitet man beispielsweise im Kinderheim, dann sind diese Kinder und Jugendlichen Teil der Arbeit - aber sie sind nicht die Familienmitglieder des dort Arbeitenden. Man arbeitet mit ihnen zusammen, man fordert und fördert sie, man kümmert sich um ihre Belange, aber nach Feierabend geht man nach Hause, schließt die Haustür hinter sich und ist für diese paar Stunden (bis zum nächsten Dienst) die Verantwortung los. Dann hat man Zeit um sich um das eigene Leben zu kümmern, um die eigene Familie.

Du schreibst das du auch über Geschehenes nachdenkst, den Tag revue passieren lässt um zu analysieren. Das ist einerseits gut (denn so lernt man daraus und kann sich überlegen was man wie in Zukunft anders oder besser machen kann). Andererseits kann sich das negativ auswirken auf einen persönlich.

Evtl kurz zusammengefasst:

Emphatie = gut

die Fähigkeit zur Reflexion = gut

Gedanklich das komplette eigene Leben zumauern durch ein ständiges "an die Arbeit, die zu Betreuenden denken" = nicht gut auf Dauer

Mit der Zeit kommt die Erfahrung. Du bist beruflich noch ganz am Anfang. Während der Ausbildung werdet ihr das eine oder andere lernen. Mit der Zeit findet man einen eigenen Weg um für sich zu differenzieren "das ist die Arbeit" - "das ist mein Privatleben"

Mir persönlich ging es die Anfangszeit im Kindergarten genauso. Ich habe ständig daran gedacht und nur noch über die Arbeit erzählt. Es hat mir einfach so viel Spaß gemacht auf Arbeit zu gehen und diese ganzen neuen Eindrücke die mich eingeprasselt sind, konnte ich meist gar nicht so schnell verarbeiten. Mit der Zeit hat es sich dann gelegt und es ist weniger geworden. Meine Empfidung ist aber auch, dass es vielen Erziehern so geht und das was typsiches ist. Man ist einfach von ganzen Herzen gerne Erzieher und man geht in diesem Beruf auf.

Wenn du die Einrichtung verlassen wirst, legt es sich auch mit der Zeit. Anfangs denkst du noch oft dran und schwelgst in Erinnerungen, aber es kommen neue Aufgaben, Herausforderungen und Abenteuer auf dich zu, die dich Herausforderin und glücklich machen werden. Manche Kinder wird man nie vergessen, das ist auch total normal. du brauchst dir keine Sorgen zu machen, dass das unnormal ist.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ja, das ist in dem Beruf eigentlich völlig normal und ist grundsätzlich erst einmal positiv, denn dich lassen die Situationen nicht "kalt", du machst dir darüber Gedanken.

Abschalten können ist wichtig, und es ist ein Lernprozess. Das lernst du nicht im ersten Ausbildungsjahr, sondern in der Praxis.

Du kannst jetzt schon versuchen, dir ganz bewusst nach der Arbeit ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um den Tag zu reflektieren, z.B. während der Fahrt nach Hause.

Dann kannst du nur versuchen, dich auf deine freie Zeit zu konzentrieren. Das ist nicht ganz so leicht, aber lernbar - die Berufspraxis macht es dann.

Wie gesagt: Es ist völlig normal, Sorgen musst du dir jetzt keine machen. *Ganz* abschalten ist in solchen Berufen wirklich sehr schwierig. Aber man muss daran arbeiten.

Wenn ich an die Arbeit denke hab ich quasi einen Tagtraum konnte ich niemals beim Autofahren

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@LolaTiamsi

Das war ja nur ein Beispiel. Jeder muss da für sich eine Lösung finden.

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@liavah

Ja aber ich wollt darauf hinweisen mir kommt’s vor als ob der auch so ein Tagträumer ist wie ich nicht dass er noch einen Unfall macht..

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Ich denke aber permanent an die Arbeit. Wirklich 24 Stunden die Woche

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@DerNice1

Was denkst du denn genau? Bewusst oder unbewusst? Erlerne Achtsamkeit- das kann helfen? Hinterfrage auch, warum du denkst: Hast du Angst etwas falsch zu machen?

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@Gugu77

Die Antwort habe ich in deinem Kommentar weiter uten bereits gefunden.

Mache dir klar: Man kann nicht alles richtig machen, nicht nach hinten schauen: was passiert ist, ist passiert. Womöglich bist du der Grüblertyp, ich sage nochmal: Achtsamkeit;)

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@Gugu77

Ich hab auch Angst die Kinder im Sommer zu verlieren

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@DerNice1

Ist nicht böse gemeint, aber ich musste etwas schmunzeln, denn ich bin als Lehrkraft immer froh, wenn ich mal meine Ruhe habe...

Du hast zu großen Bezug aufgebaut, in der Regel ist man froh, mal seine Ruhe zu haben.

Ich gebe dir den Tipp, dich auf Deine Freunde und Familie zu konzentrieren. Ich frage mich in welcher emotionlaen Abhängigkeit du zu den Kindern stehst- das ist nicht gesund. Suche dir Menschen in deiner Freizeit, denen du wichtig bist und die dir wichtig sind.

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Die Antwort von Turbomann ist super.

Es ist nicht gesund, nur an die Arbeit zu denken.

Jetzt geht das noch, aber wenn Du so weitermachst, wird Dich das irgendwann ganz bös fertig machen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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