Frage an Erzieher: habt ihr Lieblings Kinder?

10 Antworten

Bin kein Erzieher, aber ich hab jahrzehntelang Kinder und Jugendliche im Sportverein betreut einschließlich mehrtägige Freizeiten usw.

Es lässt sich nicht verleugnen, dass man zu manchen Kindern einen besseren und zu anderen einen weniger guten Draht hat. Aber ich hab es als besonderen Lerneffekt für mich mitgenommen, dass man jeden Menschen nehmen kann, wie er ist, seine positiven Seiten erkennt kann und sich nicht an Unterschieden aufhält und aufregt.

Ich hab es auch gelernt und geschätzt, dass alle unterschiedlich sind, denn es macht nur Sinn, wenn die Menschen bunt und abwechslungsreich sind. So wie es auch langweilig wäre, wenn alls Blumen der Welt die gleiche Farbe hätten. Es wäre langweilig, wenn alle still und zurückhaltend wären und es wäre nervig, wenn alle überdurchschnittlich lebhaft und kommunikativ wären. Aber die Verschiedenheit macht eine gute Mischung. Man kann als Erzieher aber darauf hinwirken, dass jeder auf seine Weise zu seinem Recht kommt.

Ich mag eher die Kinder, denen ich Ähnlichkeiten an mir sehe

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Ja, sozusagen. Aber es kann auch nicht anders sein, weil wir Menschen mit großen Anteilen emotional bestimmter und nicht bewusst steuerbarer Verhaltensreaktionen ausgestattet sind.

Auf welche Reiz genau wir emotional mehr oder weniger positiv reagieren, kann nicht allgemein festgestellt werden. Dafür sind allerdings hauptsächlich frühkindliche Erfahrungen/Erlebnisse /Reize/Impulse verantwortlich, die a) meist unbewusst und b) bei jedem Menschen unterschiedlich ablaufen.

Bleibt die Pädagogische Konsequenz: Sich dessen bewusst sein, bei sich nicht "verleugnen" und sich der Würde und Gleichberechtigung JEDEN Kindes entsprechend zu verhalten versuchen.

Also ich als Erzieherin seit über 12 Jahren würde nicht von „Lieblingskind“ reden. Es gibt immer Kinder in einer Gruppe mit denen man weniger gut auskommt. Deswegen sind die anderen aber keine Lieblingskinder. Ich halte es auch nicht für besonders professionell Lieblingskinder zu haben. Klar sympathisiert man mit dem eine mehr und dem anderen weniger, aber erst wenn man gelernt hat, jedes Kind wertzuschätzen und so zu nehmen wie es ist, seine guten Seiten zu sehen, erst dann ist mein ein durchweg qualifizierter Erzieher.

Ich bin ebenfalls fertiger Erzieher und kann ganz klar sagen: Jede Fachkraft hat mindestens ein Lieblingskind. Meist lässt es sich auch garnicht verhindern, man findet halt manche Menschen und kinder symphatischer als andere.

Es spricht auch im Grunde genommen nichts dagegen, Kinder zu haben die man "mehr" mag, allerdings darf die pädagogische Arbeit mit den anderen Kindern deswegen nicht leiden, egal wie nervig das Kind vielleicht erscheint. Ist aber leider sehr oft der Fall..

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich war mal Pflegehelferin,bei Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung, und ich hatte durchaus meine Lieblinge und auch Menschen die mir unsympathisch waren..behandelt hab ich aber niemand besser oder schlechter

Das ist eine gute Antwort!!! Ich finde es schön, dass du alle Menschen gleich behandelst!!! Du übst einen sehr wichtigen Beruf aus!!! Vielen Dank!!!

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