Meinung des Tages: Wird sich das Teledriving langfristig in Deutschland durchsetzen?
(Bild mit KI erstellt)
Ein leerer Fahrersitz und ein Lenkrad, das sich wie von Geisterhand durch den Berufsverkehr dreht: was aussieht als wäre es aus einem Sci-Fi-Film ist auf deutschen Straßen nun der Vorbote einer Mobilitätsrevolution..
Digitale Chauffeure übernehmenIn Städten wie Hamburg und Berlin wird die ferngesteuerte Fahrzeuglieferung bereits intensiv erprobt. Unternehmen wie der Pionier Vay setzen auf Telefahrer in Zentralen, die Mietwagen per Mobilfunk direkt vor die Haustür manövrieren. Die Nutzer übernehmen erst beim Einsteigen selbst das Steuer.. Sobald die Fahrt endet, übernimmt der Fernfahrer wieder das Parken oder steuert das Fahrzeug zum nächsten Kunden.
Rechtssicherheit schafft FaktenRechtlich ist der Weg durch die Straßenverkehr-Fernlenk-Verordnung (StVFernLV) seit Ende 2025 geebnet. Wie Auto Motor und Sport berichtet, gilt der Fernlenker juristisch als verantwortlicher Fahrzeugführer. Damit ist die Haftungsfrage im Falle eines Unfalls geklärt, was den Weg für den kommerziellen Einsatz in festgelegten Betriebsbereichen freimacht. Sicherheitsmechanismen sorgen zudem dafür, dass das Fahrzeug bei einem Verbindungsabbruch automatisch in einen sicheren Zustand versetzt wird.
Netzabdeckung als NadelöhrDie technische Realisierbarkeit ist gegeben, doch die gesellschaftliche Akzeptanz bleibt fragil. Insbesondere die Belastbarkeit der digitalen Infrastruktur wird kritisch hinterfragt. Eine flächendeckende, latenzfreie 5G-Abdeckung bildet dabei die unabdingbare Basis, um gefährliche Verzögerungen bei der Signalübertragung auszuschließen. Letztlich fungiert das Vertrauen der Nutzer als entscheidender Faktor: Nur wenn das ferngesteuerte Auto nicht länger als unkalkulierbares Risiko wahrgenommen wird, kann sich dieser mobile Paradigmenwechsel dauerhaft etablieren..
Unsere Fragen an Euch:
- Vertraut Ihr der deutschen Netzabdeckung genug für eine Fernsteuerung in Echtzeit?
- Wie beurteilt Ihr die Sicherheit, wenn der Fahrer nicht physisch im Wagen sitzt?
- Findet Ihr die Vorstellung eines ferngesteuerten Autos eher faszinierend oder beängstigend?
- Glaubt Ihr, dass dieser Service das private Auto in der Stadt überflüssig machen könnte?
Wir sind gespannt auf Eure Antworten und wünschen Euch einen guten Start in den Tag!
Viele Grüße
Euer gutefrage Team
82 Stimmen
35 Antworten
Ich sage doch die Menschheit wird immer dümmer und unselbstständiger gemacht weil Technik dem Mensch alles abnimmt. Selbst das Denken und Handeln.
wenigstens hat der Tele-Fahrer drei Arme, wenn das kein Fortschritt ist, was dann?
Autofahren hat auch viel mit Intuition zu tun.
Wer ist noch nicht vom Gas gegangen mit dem Fuß über der Bremse um schnell zu stehen zu kommen weil zum Beispiel jemand aus der Seitenstraße nur in die andere Richtung schaut und dich überhaupt nicht bemerkt.
Ich glaube kaum, dass ein Telefahrer so eine potentielle Gefahrensituation bemerkt.
Ganz grundsätzlich könnte ich der Aussage sogar zustimmen, aber in deinem speziellen Beispiel sieht das der "Fahrer" doch genauso und kann (muss) sich ebenfalls darauf einstellen.
Wenn ich mit dem Auto im Simulator am PC unterwegs bin, merke ich ja auch, wenn ich bremsbereit sein muss.
Das ist ziemlicher Unsinn, da es zu stark auf die infrastruktur ankommt, die wie wir alle wissen, teilweise einfach nicht gut ist und Störanfällig.
Und warum sollte sich das in Zeiten durchsetzen, in denen autonome Fahrzeuge mehr und mehr Realität werden, die die gesamte Datenverarbeitung intern haben? Da habe dann nicht mehr den menschlichen Kostenfaktor, man hat keine Einschränkungen aufgrund der Infrastruktur und es ist weniger störanfällig.
Ich sehe nicht ein gutes Argument für die Idee.
Und damit ist der Fahrer selbst vollkommen überflüssig.
nein, der Fahrer ist die haftende Instanz und in jeder Situation unverzichtbar.
Halte ich für nicht richtig. Besonders wenn man autonome Systeme als Fallback schafft. Autonome Fahrzeuge sind menschlichen Fahrern in der Theorie ziemlich überlegen, da entscheidungen auf mathematischen Wahrscheinlichkeiten beruhen und nicht darauf, dass ein emotionales, ablenkbares Wesen etwas richtig interpretiert und dabei noch viel weniger Bezugsquellen für die Entscheidung hat. Klingt nach Ausrede um Bullshitjobs zu rechtfertigen, die unnötig sind. Entweder ist ein autonomes system so gut, dass es als Fallback dienen kann, dann braucht es keinen menschlichen fahrer, oder es ist zu schlecht, um darauf zu vertrauen, dann ist Teledriving aber eine ganz schlechte Idee, da nie eine hunderprozentige Abdeckung der nötigen netzinfrastruktur sichergestellt werden kann.
was bedeutet gut genug? Für mich bedeutet es, dass die Gesellschaft anerkennt, dass schwere Unfälle im Alltag durch Automation passieren können. Wie trauern wir um solche Ereignisse? Wenn wir einen Menschen haben, der sich für das Geschehen verantwortlich macht, bieten wir der Gesellschaft die Möglichkeit zu bedenken, zu gedenken, zu akzeptieren oder widersprechen. Das ist es, was Menschheit ausmacht, dieser teil kann nicht ersetzt werden.
was bedeutet gut genug? Für mich bedeutet es, dass die Gesellschaft anerkennt, dass schwere Unfälle im Alltag durch Automation passieren können
Ich kenne niemanden, der das abstreitet. genauso wie jeden Tag massig unfälle durch menschliche Fahrer passieren. Bei autonomen Systemen können wir aber viele der menschlichen Fehler direkt loswerden. Ein autonomes fahrzeug ist nicht müde, ist nicht abgelenkt, ist nie besoffen oder berauscht, hat keine emotionale Phase, hat keine lange Reaktionszeit und hat viel mehr Sensorische Möglichkeiten.
Wie trauern wir um solche Ereignisse? Wenn wir einen Menschen haben, der sich für das Geschehen verantwortlich macht
Wozu braucht man einen verantwortlichen Menschen, um zu trauern? Man trauert um Opfer. Dafür braucht es keinen "verantwortlichen menschen". Vorallem gibt es weniger dieser zu betrauernden Opfer, wenn man den menschlichen Einfluss rausnimmt.
Wenn ein Kind was ohne zu gucken auf die Straße läuft und dann erfasst wird, hat man einen Unfall der sich nicht verhindern ließ. Was ist daran besser, dass man dann den finger auf einen Menschen zeigen und sagen kann "Du hast ein Kind überfahren". Obwohl es eine Situation war, in der man nicht reagieren konnte? Man hat damit nur eine zugeschriebene und ungerechtfertigte Täterrolle, einen ggf. traumatisierten Menschen und am Ende nichts anderes.
Das ist es, was Menschheit ausmacht, dieser teil kann nicht ersetzt werden.
Sorry, aber das ist in meinen Augen Unfug. Für all das brauchen wir doch keinen Menschen, den wir verantwortlich machen können und vor allem können wir doch nicht ernsthaft fordern, dass lieber mehr Menschen sterben, nur damit wir jemanden die Schuld zu weisen können, statt auf Systeme zu vertrauen, die helfen unfälle zu vermeiden. Aber wenn es dir hilft, kannst du ja auf den Autohersteller sauer sein. Oder einfach erwachsen mit dem Thema umgehen und Gedenken und Trauer um Opfer nicht von einer Täterschaft abhängig machen.
Ich kenne niemanden, der das abstreitet
Trotzdem ist das bereits geschehen und Unternehmen haben ihre Lizenz für den Betrieb autonomer Fahrzeuge im Straßenverkehr verloren. Es macht also Sinn, dass ein Mensch die Verantwortung trägt und nicht ein Unternehmen.
auch der Mensch trägt zur Vermeidung von Unfällen bei. Es wird immer Fälle geben, die ein Mensch hätte verhindern können und solche, die eine Maschine hätte verhindert. Wie gesagt, autonome Fahrzeuge sind Pflicht und Tele-Fahrten eine hybride Form, um den Verkehr insgesamt sicherer zu machen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass autonome Systeme nicht an diesen Fahrern trainiert werden, oder Fahrer auf eine Computerassistenz verzichten.
Trauer hat nichts mit reife zu tun - selbst erwachsene haben eine Trauer Bewältigung.
Trotzdem ist das bereits geschehen und Unternehmen haben ihre Lizenz für den Betrieb autonomer Fahrzeuge im Straßenverkehr verloren. Es macht also Sinn, dass ein Mensch die Verantwortung trägt und nicht ein Unternehmen.
Nein macht es nicht und in immer Mehr Situationen und Staaten werden Autonome Systeme zugelassen und das obwohl das Entwicklungspotenzial nicht ansatzweise ausgereizt ist.
auch der Mensch trägt zur Vermeidung von Unfällen bei.
Diese fälle nehmen immer mehr ab und der Mensch bringt gleichfalls viele Gefahren in den verkehr mit ein.
Wie gesagt, autonome Fahrzeuge sind Pflicht und Tele-Fahrten eine hybride Form, um den Verkehr insgesamt sicherer zu machen.
Und das macht, wie gesagt, auch technischer Sicht keinen Sinn. unterm Strich steigert ein mensch nur das Risiko und ist ein unnötiger Zwischenschritt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass autonome Systeme nicht an diesen Fahrern trainiert werden, oder Fahrer auf eine Computerassistenz verzichten.
Autonome Fahrsysteme werden nicht anhand von menschlichem verhalten trainiert, dass macht in einem regelbasiertem System auch keinen Sinn. Wozu sollte man ein System anhand der Interpretation von regeln durch einen menschen trainieren, wenn es anhand dieser regeln selbst lernen und Reagieren kann?
Trauer hat nichts mit reife zu tun - selbst erwachsene haben eine Trauer Bewältigung.
Das habe ich so nie gesagt, nur das Trauerbewältigung durch das bennenen eines menschlichen Täters keine Trauerbewältigung ist, sondern eher ein Fall für einen Psychologen.
Wozu sollte man ein System anhand der Interpretation von regeln durch einen menschen trainieren, wenn es anhand dieser regeln selbst lernen und Reagieren kann?
So funktioniert das nicht. Die Fahrassistenz lernt selbst die Regeln, bekommt aber durch den Fahrer mit, wann ein Einschreiten erforderlich ist. Wie weit tatsächlich manuell eingegriffen wird ist nicht vorgeschrieben. Somit ist das keine Arbeitsbeschaffung, sondern ein Beruf ohne Zukunft.
Personenverkehr hat sich soweit diversifiziert, dass so ein Modell kaum dominieren wird. Es gibt Fahrräder, roller, bahnen, Busse, usw.
Außerdem, wie will man verhindern, dass die menschliche Interaktion dafür verwendet wird, KI Modelle zu trainieren? Der Remote-Fahrer muss eine Umschulung machen, kurz nachdem er seine Ausbildung abgeschossen hat.
Ich sehe das eher als Ärgernis. Da sie nur mit reduzierter Geschwindigkeit fahren dürfen werden sie zum Verkehrshindernis, massives überholen erhöht die Unfallgefahr und Verkehrsteilnehmer per Fernsteuerung belasten den Verkehr auf eigene Weise.
Ich Wunderer mich allerdings über die Prioritäten, denn im Vergleich dazu hätten Fahrzeugkolonnen im Bereich Güter Schienen- und Schiffverkehr und bei Bergbau ein größeres Potenzial und gleichzeitig sicheren Abstand zum Menschen.
Selbst in den Städten ist das Mobilfunknetz sehr schlecht. Damit eine solche Technologie sicher benutzt werden kann, ist eine permanente Verbindung notwendig.
Ich kann mir sowas eher für Fernfahrten mit Teilautomatisierung vorstellen, wo eine permanente Aufmerksamkeit nicht erforderlich ist. Aber auch dafür sind die Möglichkeiten in Deutschland begrenzt, da alle Fernstraßen so stark befahren sind, dass zusätzliche technische Sicherungen notwendig wären.
Angesichts des Zustands der deutschen Infrastruktur, fehlt mir der Glaube.
autonome Fahrzeuge sind Pflicht, weil der Tele-Fahrer bei Verbindungsabbruch nicht steuern kann