Ist es okay, während einer Kur und anschließendem Urlaub sich nicht ständig bei einer trauernden Freundin zu melden?

Der Mann einer guten Freundin starb im April nach 1 Monat Krankenhaus an Corona. Ich habe ihr während der Krankenhauszeit oft Hilfe angeboten, mit ihr telefoniert und ihr und ihrem Kind Dinge vorbei gebracht.

Nach seinem Tod war ich auch regelmäßig für sie da, wir waren spazieren, haben lange Gespräche geführt, ich habe Hilfe angeboten.

Teils hatte sie sich sehr in ihrer Schwiegerfamilie zurück gezogen und auch andere Freundinnen und ihre Schwägerin als Hilfe gehabt.

Ich habe immer gerne geholfen, da ich selbst mehrere Angehörige, u.a. meine Eltern verloren haben und weiss, wie es sich anfühlt.

Dann war ich 3 Wochen zur Mutter-Kind-Kur, wo ich auch psychologische Gespräche hatte, da in meinem Leben viel vorgefallen ist. Eben der frühe Tod meines Vaters, beide Eltern sind im Koma gestorben, Fehlgeburt meines ersten Kindes, schwierige Ehe und Trennung, Einbruch in meine Wohnung, Schizophrenie und endogene Depressionen meiner Mutter usw.

Während der Kur kamen diese Themen bei mir an die Oberfläche und ich fühlte mich sehr verwundbar.

Dennoch bot ich meiner Freundin in der Hälfte der Kur an zu telefonieren, um zu hören, wie es ihr geht. Vor meiner Kur ging es ihr schon etwas besser. Ich hatte auch in dem Kurheim versucht, ihr für später im Jahr einen Platz anzufragen, damit sie dort mal zur Ruhe kommt.

Während des Telefonates sagte sie, es geht ihr schlecht..sie denke darüber nach, dass sie eigentlich jetzt mit ihrem Mann und Kind auch im Urlaub gewesen sei.

Ich tröstete sie und wollte ihr Mut machen.

Sie erzählte, dass ihre Schwiegereltern, die ja auch um ihren Sohn trauern, sie und ihr Kind zur Anlenkung zu einer kleinen Reise an die Küste einladen wollten.

Als sie mir das erzählte, begann sie zu weinen und sagte energisch, nie wieder wolle sie in Urlaub fahren und dass sie nie wieder Spaß am Leben haben werde.

Ich sagte ihr aus meiner Erfahrung, dass es ihr nach der Trauerzeit irgendwann wieder besser gehen werde und ihre Schwiegereltern sich sicher freuen, wenn sie gemeinsam Ablenkung haben.

Sie versteht sich super mit ihnen und sie sind sehr eng verbunden.

Dieses Telefonat hat mich emotional sehr belastet, da ich eben selbst gerade meine Themen in der Kur besprochen habe und verletzlich war.

Aus diesem Grund habe ich mich bis zum Ende der Kur und in den 2 Wochen Urlaubsreise danach dort nicht mehr gemeldet.

Es hätte mich selbst weiter runter gezogen, dabei helfe ich echt gerne. Aber diese Vehrmenz, Positives nicht zuzulassen, konnte ich die letzten Wochen nicht um mich haben.

Ich weiss, dass auch andere zu Hause für sie da waren und sie hat sich bei mir auch nicht gemeldet. Hätte sie ja auch umgekehrt mal tun können.

Sie hatte mir über Facebook zum 50. Geburtstag gratuliert.

Was denkt Ihr, war es okay, mir selbst Ruhe zu verordnen, oder hätte ich mich dort melden sollen?

Telefone funktionieren meiner Meinung nach in 2 Richtungen.

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Warum antworten nahestehende Personen nicht auf die Frage, was ein Mensch ihnen wert ist und warum sie gerne mit einem Zeit verbringen?

Ich war 3 Wochen in der Mutter-Kind-Kur.

Unter anderem gab es dort auch psychologische Vorträge, Gruppenveranstaltungen und Einzelgespräche.

Im Rahmen dieser Maßnahme sagte die Psychologin, dass viele Frauen sich selbst zu viel Stress machen und ihren eigenen Wert schmälern.

Um den Selbstwert der Anwesenden zu pushen, wurde ihnen die Aufgabe gegeben, 3 Fragen an 3 Personen zu Hause zu stellen, von denen man weiß, dass sie einem wichtig sind und dass sie einen lieben.

Die Fragen lauteten:

Warum bist Du gerne mit mir zusammen?

Was schätzt Du an mir?

Was hältst Du für meine größten Stärken?

Allen Frauen war es peinlich, aber die Psychologin sagte "wovor haben Sie Angst? Sie werden sehen, es kommt etwas Schönes zurück."

Einige Tage später redeten wir mit den Frauen untereinander beim Essen und in der Freizeit über die Resultate der Befragung.

Das Ergebnis war, dass einige gar keine Antworten erhalten hatten.

Viele hatten von ihren Ehemännern nur als Antwort "ich kann so etwas nicht, muss das sein? Du weisst doch, dass ich Dich liebe" erhalten.

Andere wiederum haben von ihrer besten Freundin keinerlei Antwort bekommen, die Frage wurde schlicht ignoriert.

Dann gab es aber auch Frauen, die sehr liebevolle und tolle Antworten bekommen haben.

Angeschrieben werden sollten nur die 3 Leute, von denen man sicher war, dass sie antworten.

Dies war bei vielen nicht so und sorgte dafür, dass bei vielen danach die Stimmung im Keller war.

Was denkt Ihr? Warum haben nahestehende Menschen die Beantwortung verweigert oder die Frage ignoriert?

Meine eigene Quote war eine sehr herzliche spontane Antwort, eine ignorierte Nachricht und eine Ablehnung.

Eine 4. Person, die davon hörte, bat nachträglich darum, ebenfalls etwas für mich schreiben zu dürfen, erbat sich aber etwas Zeit dafür, da sie es nicht so hektisch runterschreiben wollte.

Eine Mutter hat 3 nette Antworten bekommen, mehrere gar keine, manche trauten sich gar nicht, die Fragen überhaupt abzuschicken...

Warum verweigert man Menschen nette Worte? Was denkt Ihr?

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Würdet Ihr ein Lästermaul, das in der Kur täglich beim Essen an Eurem Tisch sitzt, auf das Lästern ansprechen?

Ich bin gerade in einer Mutter-Kind-Kur und sitze bei allen Mahlzeiten mit den selben 2 Muttis mit Kind an einem Tisch.

Wir kommen gut miteinander aus, sehen uns aber nur während der Mahlzeiten, da mein Sohn doppelt so alt ist wie ihre Kinder.

Die Dame neben mir lästert sehr viel über andere im Speisesaal. Sie ist Friseurmeisterin und meinte, mindestens 5 Personen am Nachbartisch hätten dringend einen neuen Haarschnitt nötig (sie hat ihre Schere aber nicht mit).

Über eine sonnenverbrannte Mutter sagte sie, die könne wohl nicht hören, schließlich seien wir gewarnt worden, dass die Sonne an der Küste auch bei Wolkenhimmel extrem stark brennt.

Dann kommentierte sie, dass sicherlich Familie xy, die seit ein paar Tagen nicht im Speisesaal anwesend ist, wohl diejenigen sind, die in Quarantäne auf ihrem Zimmer sitzen.

Außerdem sei die Klinikleitung und Chefpsychologin "gar nicht ihrs", weil sie so düster geschminkt sei und Klamotten trage, die ihr nicht gefallen.

Ihr gefällt auch nicht die Speisenauswahl und wie die Küche mit Resten vom Tisch umgeht (alles in einen Müll, da Portionspackungen von Wurst und Frischkäse teils nicht ganz leer sind).

Die andere Mutter am Tisch unterhält sich auch sehr gerne, man merkt aber, dass sie bewusst auf das Lästern nicht eingeht und dass ihre Augen irritiert blicken, während die Andere ablästert.

Wir sind noch 2,5 Wochen hier und ich gehe davon aus, dass die Lästertante noch mehr Anlässe zum Herziehen finden wird.

Ich werde darauf nicht einsteigen, da ich es hier schön finde und ich mich erholen möchte. Ich definiere andere auch nicht übers Aussehen.

Würdet Ihr die Lästertante weitgehend ignorieren oder ihr auch mal freundlich Kontra geben, dass Ihr anderer Meinung seid?

Ihr klar und deutlich sagen, dass Euch das Lästern stört. 44%
Normal mit ihr reden, aber Lästerthemen aussparen. 34%
Freundlich aber bestimmt Kontra geben. 16%
Die Frau weitgehend ignorieren, auch wenn das unhöflich ist. 6%
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