Woher weiß ich, dass das, was ich denke oder tue, richtig ist? Gibt es überhaupt richtig und falsch?

27 Antworten

Hallo Carina, sehr interessante Frage! Ich denke, "richtig" und "falsch" gibt es nicht wirklich. Viele Dinge werden von der Gesellschaft als richtig oder falsch eingestuft, dabei liegt das eigentlich alles im Auge des Betrachters. Dinge, die für mich richtig sind, können für andere völlig falsch sein. Genauso ist es ja mit "gut und böse". Das richtig und falsch wird von jedem Menschen anders definiert und/oder begründet. Trotzdem gibt es für viele Dinge Einschätzungen, die vom Großteil der Gesellschaft anerkannt werden. Aber das heißt ja noch nicht, dass das trotzdem für die Allgemeinheit gilt. Im Großen und Ganzen würde ich sagen: Entscheide selbst, was für dich richtig oder falsch ist. Solange du damit niemanden verletzt/beleidigst (...) ist es in Ordnung. LG, DisneyMaedel

Danke für deine Antwort! :-)

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Das Problem löst sich von ganz allein auf,denn es gibt auch Richtige Fehler,außerdem,tu du das was du für Richtig hälst,auch in deiner Entscheidung,überlass das niemals andere,denn egal wie du dich entscheides,alles unterliegt, nichts ist von Bestand nur der Wechsel

Vielen Dank für deine Antwort!

 

Aber einiges verstehe ich nicht so ganz...das ist zu hoch für mein Gehirn ;-)

 

Etwa das mit den richtigen Fehlern...was meinst du denn damit? Meinst du damit Fehler, die zwar schaden, aber eigentlich eine richtige Entscheidung waren? Oder etwas ganz anderes? Das kann man hin- und herinterpretieren...

 

Und "nichts ist von Bestand nur der Wechsel" kapiere ich irgendwie auch nicht so genau...kannst du das eventuell noch einmal in anderen Worten beschreiben..? Ich weiß irgendwie nicht so genau, was damit gemeint ist...das ist eine Stufe zu hoch für mich ;-)

 

 

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Man sollte sich seine Maßstäbe selber stecken, statt sich nach der Meinung Anderer zu richten. Was Richtig oder Falsch ist liegt doch am eigenen Empfinden, daher sollte man seine Entscheidungen mit Herz und Verstand treffen. Wenn es sich für mich Richtig anfühlt, dann habe ich auch für mich die richtige Entscheidung getroffen !

Danke für deine Antwort! Du hast wohl recht...

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Ich denke, der Maßstab für Richtig und Falsch ist die Gesellschaft, in der wir leben. Sagen die meisten, das etwas Richtig ist, so ist das auch Richtig. Sagen die meisten das etwas Falsch ist so ist das Falsch. Ob die meisten dabei "richtig" denken, ist eine andere Frage... Solange man mit seinen Entscheidungen nicht anderen Menschen Schaden zufügt oder überhaupt in irgendeiner Art und Weise beeinflusst, sollte man so leben, wie man es für richtig hält..

Das stimmt wohl...danke für deine Antwort!

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Fangen wir bei dem Punkt, dass wir nicht frei sind, weil wir uns nach unseren Genen orientieren, nach dem, was uns beigebracht wird, nach dem, was die Gesellschaft uns vorgibt und nachdem, was wir selbst fühlen. Wir haben also ein ziemlich eingeschliffenes Denken mir Werten und Normen sowie Anlagen, die dieses ebenso beeinflussen.

Trotzdem haben wir noch so etwas, was sich Selbststeuerung nennt. Wir können ab einem betsimmten Alter differenzieren, was für uns persönlich wichtig erachten und was nicht. Danach richten wir uns teilweise und treffen unsere Entscheidungen, aber nicht völlig. Denn wir sind eben auch geprägt durch Erziehung (z.B. anerzogene Angst, anerzogener Ekel, anerzogene Werte und Normen) und außerdem von unserer Gesellschaft abhängig. Wir können nicht gegen sie agieren. Wenn wir das tun, kann es sein, dass wir das teuer bezahlen müssen.

 

Wie du siehst, spielt die Gesellschaft eine große Rolle, denn sie entscheidet über das, was anerkannt oder nicht anerkannt ist. Und danach richtet sich, was richtig oder falsch ist. Ohne Menschen gäbe es weder das eine, noch das andere. Es sind zwei Absoluta, die das relative Wesen Mensch für sich "erschaffen" hat (interessant dazu, diese Antwort: http://www.gutefrage.net/frage/ist-die-moral-von-gut-und-boese-wirklich-noetig-und-wenn-ja-welchen-logischen-nutzen-hat-sie#answer24213918). Niemals allgemein gültig (owohl sie so gehalten werden), weil sich alles immer verändert, nur die Bergiffe selbst nicht. Gäbe es keine Menschen (womit es dich allerdings auch nicht gäbe), wäre es gänzlich egal, was richtig oder falsch ist, weil im Grunde genommen alles neutral ist. Es geschieht einfach. Deswegen können wir andere Menschen eigentlich nicht nach ihrem Denken und Handeln beurteilen oder sie gegebenfalls aburteilen. Und zudem wissen wir selbst nicht mal, was richtig oder falsch ist. Wir tun es trotzdem. Wir bestimmen über Menschen, wie sie zu sein haben und manipulieren sie dazu, etwas überwiegend genauso zu sehen wie es unserer Meinung nach korrekt ist, ohne das es das wirklich sein muss. Wir müssen möglichst konform sein, um friedlich miteinander leben zu können. Es besteht die Annahme, dass ein friedliches Leben ohne diese Einteilungen nicht möglich ist.

 

Was letztendlich richtig und falsch ist, wirst du niemals wissen. Du musst dich an die Richtlinien (Regeln und Normen) der Gesellschaft halten, denn das ist lebenswichtig für dich, weil du schwere Nachteile haben wirst, wenn du du von ihr ausgestoßen oder verurteilt wirst. Du kannst zwar eigene Gedanken (die aber auch aus allem resultieren, was du erlernt hast und du erlernen musstest) haben, orientierst dich aber trotzdem an all dem, was dir vorgegeben und anerzogen ist und was sich in dir aus natürlichen Gründen. Du bist nicht frei so frei (auch nicht gedanklich), wie du es hoffen könntest. So gibt es in einer pechschwarzen Nacht nur einen klitzekleinen Funken, der dich  bedingt selbsständig sein lässt, aber nicht freier macht.

Ich bin überwältigt...danke für deine gute Antwort! =)

 

Also gibt es kein richtig und falsch bzw. wenn es das geben sollte, werden wir wohl nie herausfinden, was es letztendlich denn ist...es sind also bisher lediglich Maßstäbe, die die Gesellschaft vorgibt und denen wir uns anpassen, um einigermaßen friedlich existieren/leben zu können. Etwas beunruhigend, genauso wie die Tatsache, dass wir eigentlich gar nicht so frei sind, selbst in unseren eigenen Gedanken nicht...aber man wird damit leben müssen...

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@Carina2432

Gerne Carina =)

 

Stimmt, man muss damit leben. Aber bis jetzt haben wir es doch schon ganz gut hinbekommen, oder? ;-)

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@JackySmith

Ja, da hast du auch wieder Recht...bisher haben wir es ja eigentlich ganz gut hinbekommen ;-) Immer schön positiv bleiben...lach

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@Carina2432

Hi Carina, Frage: muss man positiv bleiben, oder will man positiv bleiben? (Soll eigentlich nur so ein Gedankenanreiz sein, ich erwarte keine Antwort, ich find nur die Frage an sich wichtig.)

@euch beide:

was haltet ihr davon völlig frei zu sein in unseren Gedanken und Handlungen und gleichzeitig völlig determiniert?

Ich versuchs mal Bildhaft darzustellen: Wenn ich hunger hab, dann geht es mir immer schlechter, wenn ich nichts mehr esse, ich muss dann was essen, weil irgendwann gehts nicht mehr weiter, ich will es ja aber auch.

Oder wachen und schlafen: man kann seinen natürlichen Rhythmus bis zu einem gewissen Grad unterbrechen und entgegenwirken, bis man dann irgendwann wieder schlafen muss bzw. wach werden und aufstehen muss, weil es nicht mehr anders geht, man will es auch.

Das sind nur zwei simpele Beispiele, für mich zieht sich das durch alles hindurch. Könnte man sagen, wahre Freiheit besteht darin, dem was wir (wirklich) müssen frei-willig zu folgen?

Ich hab oft den Eindruck, dass der Knackpunkt darin liegt, dass wir oft nicht so richtig wissen, was wir wirklich wollen / müssen.

Gruß, August

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@August22

Wovon du sprichst, sind elementare Grundbedürfnisse, die man befriedigen muss. Aber sie befriedigen zu können (und dann auch noch wie man möchte) hat für mich in dem Bereich schon etwas mit Freiheit zu tun.

Aber es kommt eben auf das "wie man möchte" an. So das man sich damit selbst vollends etwas Gutes tut. Du hast in dem Bereich Grundbedürfnisse schon recht. Aber diese Annahme durch alle Bereiche zu ziehen, halte ich nicht für korrekt.

Wenn es beispielsweise wieder Sitte wäre, Menschen die anders sind, zu foltern und zu töten, würdest du dem nicht folgen. Obwohl ich mir da nicht so sicher bin, denn dich könnte das selbe Schicksal ereilen, wenn du anders entscheidest. Du wärst der eigenen Angst ausgesetzt. Handelst du also wie jeder, bist du "in Sicherheit". Frei jedoch nicht, wenn du dem trotz allem folgst.

Du hast aber recht, dass wir oft nicht wissen, was wir wollen. Da könnte tatsächlich ein Knackpunkt liegen. Was wir aber eigentlich müssen, wissen wir vermutlich schon eher, können uns eben nur nicht immer blind daran halten. Es ist schon besser zu hinterfragen, selbst wenn das noch so viel Verwirrung stiftet.

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@JackySmith

Ja, das waren elementare Grundbedürfnisse, die hab ich aber auch bloß genommen, weil man es hier ganz leicht einsehen kann. Für mich zieht sich das Ganze aber in noch viel feinere und tiefere Aspekte, eines Selbst. Ich schreibe dir zum Beispiel hier zurück, weil ich das will? Bestimmt schon ;) aber es ist auch wie ein Geben und Nehmen, und ich würde mich jetzt unwohl fühlen, wenn ich nicht zurückgeschrieben hätte, weil ich irgendwie das Bedürfnis hab irgendetwas (für mich) zu klären, mir über etwas klar zu werden, eine Lücke zu füllen.

Ums mal in ganz wenigen Worten zu sagen, hab ich den Eindruck, dass sich Wollen und Müssen wie Yin und Yang gegen-seitig be-dingen. Am besten ist das für mich in "sehr klaren" Momenten (klarer als üblicherweise) spürbar, wenns ruhig ist und die innere Stimme unverfälschter und deutlicher als sonst zu hören ist und man einfach nur "folgen" braucht.

Wegen der Sitte mit Foltern und Töten: Das ist eigentlich ein gutes Beispiel dafür, dass beides (Akzeptieren/Mitmachen als auch dagegen Auflehnen) irgendwie nicht optimal ist und innere Konflikte hervorbringen kann. Allerdings gibts hier auch wieder das Paradoxon, dass (äußerer) Krieg (inneren) Frieden bedeuten kann. Und was genau der "richtige" Weg ist damit umzugehen,... hm, es gibt ja zum Glück mehr als nur entweder oder :)

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