Wie lässt sich das christliche Keuschheitsgebot mit dem Fruchtbarkeitsgebot vereinbaren?

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12 Antworten

Hallo Fred4u2,

Keuschheit und Fruchtbarkeit widersprechen sich nicht. Der Mensch ist grundsätzlich ein sexuelles Wesen. Keuschheit ist ganz allgemein der rechte Gebrauch der Sexualität. Enthaltsamkeit ist dann wieder ein anderer Begriff.

Zu deinen Textstellen: Von Galater 5,22-23 - 1.Korinther 7:7 - 1. Timotheus 4:12-13 - 1.Tim 5:2 bezieht sich lediglich 1 Kor 7 auf deine Frage. Die anderen haben überhaupt nichts mit Sexualität zu tun, sondern mit einer geistigen Haltung zu anderen Christen.

Ein paulinisches Keuschheitsgebot gibt es nicht, bestenfalls eine Vorstellung und ein Vorschlag von Paulus, nicht verheiratet zu sein. Das ist aber aus der Vorstellung ableitbar, dass Paulus in der „Naherwartung“ der Wiederkunft Christi steht. Damit hat er die Idee: Jetzt bloß nicht noch groß Veränderungen!

Die Korintherstelle muss man dann aber auch im Zusammenhang lesen mit dem Text davor.

Aussage hier: „…….soll aber jeder seine Frau haben und jede soll ihren Mann haben. 3 Der Mann soll seine Pflicht gegenüber der Frau erfüllen und ebenso die Frau gegenüber dem Mann. 4 Nicht die Frau verfügt über ihren Leib, sondern der Mann. Ebenso verfügt nicht der Mann über seinen Leib, sondern die Frau. 5 Entzieht euch einander nicht, …….“

"Keuschheit ist ganz allgemein der rechte Gebrauch der Sexualität"?? 

Das finde ich eine steile These, Nadelwald. Auch das Wort "Gebrauch" finde ich in diesem Zusammenhang etwas befremdlich.

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@earnest

Hallo earnest,

"Gebrauch" ist schon unpassend. Vielleicht hätte ich "Umgang mit" oder "Verhältnis zu" schreiben müssen.

Zur steilen These: Das war natürlich vereinfacht.Der Begriff Keuschheit hat sich im Lauf der Zeit vielfach gewandelt (kann man ausführlich googeln). Benutzt man ihn heute, dann wird er oft mit sexueller Verklemmtheit gleichgesetzt. Dem wollte ich  entgegenwirken, indem ich den gesamten Bereich der Sexualität als positiv betrachte und „Keuschheit“ hier als Korrektiv einsetzen möchte.

Ich halte es da also eher mit dem Kirchenlehrer Ambrosius: „„Es gibt drei Formen der Tugend der Keuschheit: die eine ist die der Verheirateten, die andere die der Verwitweten, die dritte die der Jungfräulichkeit. Wir loben nicht die eine unter Ausschluss der anderen. Dies macht den Reichtum der Disziplin der Kirche aus.“

Wobei man natürlich hier bedenken muss, dass es sich um eine sehr frühe, speziell katholische Sicht handelt.

Aber die Interpretation wäre dann: (Zitat) „Die in die Beziehung und in die gegenseitige Hingabe von Ehepartnern eingebettete Sexualität ist nicht Unkeuschheit, sondern sogar wünschenswert.“

Da es sich bei der Ausgangsfrage um eine Sache innerhalb des religiösen Bereichs handelt, ist auch nichts über Sexualität unabhängig von der Ehe ausgesagt.

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@Nadelwald75

Ja, das war wohl sehr verkürzt, Nadelwald.

Jetzt liest sich das für mich völlig anders. Dem Zitat im vorletzten Absatz kann ich voller Überzeugung zustimmen.

Daß ich die darin zum Ausdruck kommende Hingabe auch auf den außerehelichen Bereich beziehen möchte, wird Dich sicher nicht überraschen.

Warum sollte das gegenseitige Geschenk der Hingabe auf die Ehe beschränkt bleiben?

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@earnest

Hallo earnest,

für eine Antwort melde ich mich noch auf anderem Weg.

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.....vielen Dank für den Stern!

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Das läßt sich bestens in Einklang bringen, da das Eine das Andere nicht ausschließt, sondern Keuschheit vielmehr als ein ethisches Konzept der Mäßigung im Umgang mit Sexualität, zu verstehen ist und keinesfalls die völlige Abstinenz in der Ehe bedeutet; dies zumeist aus religiösen Überlegungen. Außerhalb von Religion und Ehe kann dazu jeder stehen wie er will!

... und warum sollte in der Ehe Abstinenz geübt werden?

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@earnest

als ein ethisches Konzept der Mäßigung im Umgang mit Sexualität

man hat ja schon mal "Kopfschmerzen" oder sonst was anderes vor!

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@schelm1

Und ist die Mäßigung im Umgang mit dem Verstand auch ein ethisches Konzept?

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Wo genau liegt das Problem?

Aus Ehe wird Familie und Kinder dürfen in der Geborgenheit (mit aller Unvollkommenheit der Menschen) von Vater und Mutter aufwachsen.

Ist es besser, um überall rum Kinder zu zeugen? Weil's halt so viel Spass macht? Ohne die Verantwortung dafür aufzunehmen? Gibt es nicht schon genug unerwünschte Kinder, die dann abgetrieben werden?

Kinder bekommen bedeutet, Verantwortung für ein neues Leben zu übernehmen und die Verantwortung ist nicht gering. Selbst Vögel bauen erst mal ein Nest! 

Kinder bekommen bedeutet nicht nur Verantwortung sondern Glück! Ich spreche aus Erfahrung!

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@Zumverzweifeln

 

Kommentar von

 

Zumverzweifeln

 

 

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vor 8 Min

Kinder bekommen bedeutet nicht nur Verantwortung sondern Glück! Ich spreche aus Erfahrung!

Selbstverständlich! Ich auch! Vierfach!

Es geht aber darum, warum man nicht vor der Ehe einfach so drauflos Kinder zeugen sollte, oder? Unter dem Mum von Gottes Gebot "seid fruchtbar und mehret euch". 

Gottes Gebot bezieht sich auf die lebenslange Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau. Und das macht echt Sinn.

Wem aber Gottes Gebote egal sind, der macht doch, was er will. Wo also ist das Problem?

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Von Verhütung hast du noch nichts gehört, Whitecliffs?

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@earnest

Earnest, es ging dem Fragensteller doch um VERMEHRUNG, und nicht um VERHÜTUNG, nicht?   :-)

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@Whitekliffs

In DEINEM Text hast du einen zwingenden Zusammenhang von Sex und "Vermehrung" insinuiert, Whitekliffs.

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@earnest

earnest, ich dachte, das war der Fragesteller, der einen zwingenden Verband zwischen Keuschheit versus Vermehrung (fruchtbar sein) legte. Sollte ich die Frage falsch verstanden haben, dann kannst du mir vielleicht helfen, indem du sie neu so formulierst, wie der Fragesteller sie gemeint hat. Dass ich es dnan auch verstehe :-)

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@Whitekliffs

Auf DEINE Art der Kommunikation habe ich keine übertriebene Lust. 

Ciao.

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Von Verhütung hast du noch nichts gehört, Whitekliffs?

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"Keusch" ist etwas anderes als "enthaltsam". Das wird in unserem Sprachgebrauch leider oft durcheinander gebracht, Paulus jedoch war noch in der Lage, beide Begriffe auseinander zu halten. Und deshalb ist beides kein Widerspruch.

Könntest du vielleicht die paulinische Auseinanderhaltung erläutern?

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Viele Gebote sind bewusst wie eine Latte für Stabhochspringer so angelegt worden das diese nicht erfüllbar sind. Damit soll erreicht werden, das das ewige Fordern von Gott aufhört. Das Christentum ist keine Erfüllungs-Religion.

Damit wird aber auch die gesamte Theologie diskutierbar und kann besser angepasst werden an die Herausforderungen des modernen Lebens.

Gerade diese Möglichkeit haben andere Religionen nicht, wenn zum Beispiel gesagt wird, das eine bestimmte Person der letzte Prophet ist. Stirbst du im "heiligen Kampf" für diese Religion, ist dir dort das Paradies gewiss. Durch diesen "Kunstgriff" der Unerreichbarkeit des Einforderns göttlicher Gnade durch den Menschen beim Christentum und des Fehlens eines Hinweises auf einen letzten Propheten ist unsere Religion für ein jedes

Zeitalter interpretierbar und kann an die Bedürfnisse der modernen Technik besser angepasst werden. Rückwirkend verhindern diese sehr hoch angesetzten, unerreichbaren Anforderungen in gewisser Weise einen politischen Missbrauch. Keiner kann also behaupten, er sei von vorn herein besser als alle anderen:

"Ziehe du zuerst den Balken aus deinem Auge, bevor du den Splitter im Auge deines Nächsten .......... "(== Zuerst den Dreck vor der eigenen Haustür kehren)

Somit ist der "Einzug ins Paradies" beim Christentum ein Geschenk Gottes.

"Nicht Ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt"

So ähnlich steht es Sinngemäß im neuen Testament.

Mein lieber Fred 4u2,

was für eine Frage. Mein erstaunen wächst.

Gehe ich aus von dem Sündenfall und der Erde als Ort des Sterbens in Einsamkeit, als Strafe Gottes für den Sündenfall, sowie der aus der menschlichen Erkenntnis nach dem Essen der Frucht vom Baum der Erkenntnis und dem, wie der Mensch die Möglichkeit eskalieren liess, (Unzucht, Völlerei usw) , kann nur deren Beherrschung

 - über -

den Geist Gottes gemeint sein. Durch die Kreuzigung ist vorgelebt das der menschlichen Leib zu kreuzigen ist um im Geist Gottes wieder Leben zu können. . Der Weg zum Leben ist schmal, steinig und hart. Achte, dass Du blind bist dem Glimmer der breiten Strassen, abseits des schmalen Weges. Der Verzicht von mancherlei, lässt wieder den Geist wirken.

Hier ist die Frage gestattet, wie der m e n s c h l i c h e Geist dies auffasst und verarbeitet und welche Gedankengänge befallen werden, bis hin zur geistigen Umnachtung. Da gibt es viele Varianten. Achte auf Dich.

Mit erstaunen stelle ich fest, wie wenig Resonanz auf Deine Frage erfolgt, zumindest bisher, erfolgte.???????

Liebe Grüße

Kirpal Singh: Ojas ist die Kraft, die dabei hilft, euch ins Jenseits zu erheben; dies wird Ojas genannt. So werdet ihr verstehen, wie notwendig ein keusches Leben ist. Je mehr ihr von dieser Kraft in euch habt, desto gesünder seid ihr; selbst wenn sie über das hinausgeht, was der Körper braucht, wird sie euch helfen, ins Jenseits zu gelangen.

Seht, aus der festen und flüssigen Nahrung stellt der Körper ein milchähnliches Element her, den Chylus (Milchsaft); dieser wird dann zu Blut. Aus dem Blut bildet sich das Fleisch; dann die Knochen und dann entsteht aus den Knochen das Knochenmark. Aus dem Knochenmark entwickelt sich diese Kraft. Menschen, die nicht keusch sind, sondern sich der Unkeuschheit hingeben, haben keine Hoffnung auf diese Ojas-Kraft. So ist Ojas die Kraft, die euch hilft, ins Jenseits zu gelangen. Darum ist Enthaltsamkeit Leben und Sexualität der Tod. Wir gebrauchen manchmal Worte, aber kennen nicht die grundlegende Bedeutung, die sie ausdrücken. Ihr habt gelesen, dass Keuschheit Leben und Sexualität der Tod ist. Das ist der übliche Weg, in Ordnung. Alles, was das Maß überschreitet, wird Verderben bringen, versteht ihr? So, selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen. Diese Kraft ist von Hilfe. Wer sich ihrer beraubt, hat eine schlechte Gesundheit, keine Denkkraft, ist zu keiner schweren Arbeit fähig und zu nichts imstande. Das ist der Grund, warum gesagt wird, dass Keuschheit Leben und Sexualität der Tod ist.

Jene, die nicht verheiratet sind, sollten strenge Enthaltsamkeit beachten. Die Verheirateten sollten sich nach den heiligen Schriften richten. Die Schriften sagen, dass Heirat bedeutet, einen Gefährten im Leben zu nehmen, der während des irdischen Lebens mit einem ist und dass beide Gott treffen und einander behilflich sind. Eine der Pflichten mag sein, Kinder zu zeugen – eine! Nicht alle! Vielleicht haben wir geglaubt, dass es eine Vergnügungsmaschinerie ist. Das ist falsch.

Ich sage euch, Ojas ist nirgendwo genau erklärt. Von Ojas erhaltet ihr jene Kraft, die euch hilft, ins Jenseits zu gelangen. Wie könnt ihr euch hinsetzen, wenn ihr von dieser kostbaren Flüssigkeit keinen Überschuss habt? Jetzt werdet ihr verstehen, wie wichtig Keuschheit ist. Das Wort Keuschheit wird für Leben gebraucht, und das Gegenteil davon ist der Tod, seht ihr? Diese Dinge werden uns bedauerlicherweise nicht erklärt; wir selbst wissen es nicht. Äußeres Gehabe und so tun als ob, ist nutzlos, sage ich euch. Deshalb habe ich diesen Punkt in die Tagebuchblätter aufgenommen, auch in Gedanken und Worten. Selbst unkeusche Worte und Gedanken beeinträchtigen euch.

Wenn ihr eine durchschnittliche sehr einfache Diät und Keuschheit beachtet, werdet ihr aufblühen. Eure ganzen Stärkungsmittel, eure äußerliche Eiweißdiät wird euch nicht helfen. Spezielle Diäten werden euch auch nicht helfen – das ist nur vorübergehend. Ich denke, wenn ihr euch in Positur setzt und etwas vorspielt, macht das den Eindruck, als ob ihr in Ordnung seid, das ist alles.

Kein Sex vor der Ehe und nach der Heirat möglichst fruchtbar sein.

möglichst fruchtbar sein 

Da stellt sich die Frage: wie macht man Fünflinge?

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@Rudolf36

fruchtbar sein -> keine Kondome, keine Pillen, keine Verhütungsmittel, keine natürliche Familienplanung (Zeiten) verwenden

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Eine Religion, die bedeutsam sein will, braucht möglichst viele Gläubige. Am einfachsten ist das, wenn Kinder alternativlos in die Religion hineinwachsen. Die Religion braucht die Sexualität zur Erhaltung und Vermehrung ihrer Gläubigen. Das geht am besten, wenn die anderen Funktionen der Sexualität, also Lust und Wohlbefinden, als Sünde unterdrückt werden.

Wenn die Produktion von Gläubigen der einzige nichtsündige Zweck der Sexualität ist, ist das Wachstum der Religion am besten gesichert.

"...wenn die anderen Funktionen der Sexualität, also Lust und Wohlbefinden, als Sünde unterdrückt werden."

Wer sagt denn, dass die anderen Funktionen bzw Sex und Sexualität im generellen Sünde ist? Sex kommt von Gott, er hat es sich ausgedacht. Warum sollte es also Sünde sein? Wenn du jetzt bspw auf Paulus anspielst, sollte man berücksichtigen, dass dies lediglich eine Meinung Paulus` war und er ein paar Verse vorher noch betont, dass jeder einen Partner haben sollte, wenn es ihm/ihr schwerfällt, ohne Sex zu leben.

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Hallo Fred,

du wirst leider immer oberflächlicher.
Wie kommst du darauf, daß Paulus "Gebote" erlassen darf an Jesus vorbei?
Wo siehst du in den von dir angeführten Schriftstellen überhaupt, daß GV nicht erlaubt sei. Warum ignorierst du, daß Paulus an anderer Stelle den Eheleuten empfohlen hat, sich nicht einander zu verweigern ? Warum behauptest du, daß die Aussagen des AT , Genesis oder irgendwelche Sprüche, irgendein "Gebot" beinhalten - und wenn dann für Christen ?
Hast du dich beschneiden lassen weil das im AT "geboten" ist ? Hältst du den Sabbat ? Opferst du irgendwelche Tiere ?
Was soll also das Ganze ? Ist dir langweilig ? Oder brauchst du Hilfe ?

Es ist grausig, wie du dich hier einbringst. Einfach irgendwelche Behauptungen in den Raum stellen, Widersprüche konstruieren und schlaumeierhaft hinterfragen. Das ist unterstes Niveau. Gut - andere bewegen sich da auch. Aber du , der du mit unzähligen "Antworten" andere belehren willst ?

Ich denke, meine Freundschaft mit dir kann ich da nicht mehr aufrecht erhalten.

Ich hoffe es gibt dir etwas zu denken.

Gruß Viktor

Lieber Viktor1.

Nun nehme ich Fred in Schutz. Hast Du vielleicht einmal daran gedacht, dass Fred sich mit immerwährend für sich unklaren Fragen auseinandersetzt und - auch zu seiner Sicherheit - nach verschiedenen Antworten sucht, auch durch uns, mit denen er sich in etwa identifizieren kann?

Irgendeine Antwort ist dann auch eine Hilfe für ihn, was Sinn und Zweck ist. Ich für meinen Teil erkenne Fragen in dieser Auseinandersetzung um Paulus und evtl. Widersprüchen in dessen Wirken. Paulus kannte beide Varianten und hat sich für das geistige Leben auf Erden entschieden. Dieses ist jedoch nur dann möglich, wenn dem Anderen entsagt wird, um sich vollends auf den Geist Gottes, was nun einmal mit mancherlei Verzicht verbunden ist, konzentrieren zu können. Deshalb ist auch für viele manches widersprüchlich, weil Paulus Trennung des Fleischlichen hin zum Geistigen zu widersprüchlichen Annahmen reizt und damit unverstanden ist. Hier setzt auch die Frage von Fred an, die von Dir als Behauptung gesehen wird. Na gut, viele sind sich uneinig, was Paulus nun wirklich meint. Fred gehört nun einmal dazu und in Wirklichkeit auch wir, oder?

Liebe Grüße


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@ngdplogistik

Hallo,

deine Gegenhaltung geht an der Fragestellung von Fred bzw. meiner Kritik dazu vorbei.
Es wurden zwei "Gebote" postuliert, welche es so nicht gibt. Es wurden Widersprüche dazu hinterfragt, welche es auch nicht gibt.
Fred hat ausreichend Kenntnisse und für andere "Antworten" parat. Ihm nehme ich sein "Problem" nicht ab.

Paulus ist  darum nicht unverstanden, wenn er zu verschiedenen Anlässen und an bestimmte Adressaten unterschiedliche Empfehlungen gibt im Sinne der Botschaft Jesu bzw. nach persönlicher Befindlichkeit. "Gebote" gibt es da so oder so nicht.

Gruß Viktor

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Der Sinn von Geboten sollten nicht die Gebote selbst sein, sondern in dem Sinn dahinter, für die man die Gebote für eine Regelung erschuf.

Wir sollten eigentlich auch nicht an einer roten Ampel anhalten, weil sie rot ist, sondern in der Absicht uns mit dem Kreuzverkehr so zu einigen, daß es für alle letzten Endes vorteilhaft ist. (Nur regelkonforme Betonköppe denunzieren einen "Rotlicht-Sünder", der auf einer einsamen, autoleeren Landstraße, mit Blick bis zum Horizont, über eine rote Ampel fährt. Der hat den Sinn von Ampeln nicht begriffen.)

In sofern sehe ich in der erwähnten Keuschheit nicht ein grundsätzliches Verbot von Sexualität (dann wäre die Menschheit ja auch ausgestorben), sonden es geht um einen Umgang damit, der für alle zum Glück und nicht zum Leid führt. Und hierbei sollte nicht nur das eigene Glück gefördert und Leid vermieden, sondern auch das der anderen fairer weise mit berücksichtigt werden.

Also:

Sex ja, solange es allen damit gut geht und alle glücklich macht.

Sex nein, wenn es für irgendjemanden zu Leid führt.

Jetzt kann sich auch jeder selbst denken, was er zu tun und zu lassen hat und welche Regeln, in welchem Kontext, sinnvoll sind.

Fragen wie z.B.:

Was tue ich, wenn dadurch ein Kind geboren wird?

Fände ich es toll, wenn sich jemand anderes zwischen meine Liebesbeziehung stellt?

usw.

Was führt in einer Gemeinschaft von Menschen zur Freude und was zu Leid?

Maßvolles, verantwortungvolles, rücksichtsvolles handeln, versus Maßlosigkeit, Verantwortungslosigkeit und Egoismus.


Kreuzverkehr - das ist herrlich in diesem Zusammenhang! =)

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Die Gleichsetzung von "paulinisch" und "christlich" finde ich problematisch.

Aber auf die "klassische Lösung" hat Ohmeiohmei hingewiesen. Der olle lustfeindliche Paulus hatte als "Ausgleich" sicher auch was gegen Verhütung.

Im Übrigen überrascht es mich, daß dich Widersprüche in der Bibel überraschen.

Im Übrigen überrascht es mich, daß dich Widersprüche in der Bibel überraschen.

Was für Widersprüche? Beweis es mir!

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@gutefragenet90

Nöh. Auf solchen Kinderkram hab ich keine Lust. Außerdem nehme ich keine "Befehle" entgegen.

Jeder denkende Mensch weiß, daß die Bibel von vielen Menschen verfaßt wurde. Und Menschen sind nun einmal fehlbar.

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Hallo earnest,

die immer wiederkehrende Gleichsetzung von Widerspruch und Gegensatz! Das lässt sich differenzierter betrachten.

Beispiel: sog. Antithesen der Bergpredigt. Sie sind keine Widersprüche zum AT, wohl aber Gegensätze. Das ergibt sich schon aus der Formulierung: "Ich aber sage euch.....".

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@Nadelwald75

Falls Du mich damit meinst: Das habe ich nirgends gleichgesetzt. Nicht umsonst bin ich auf die freundliche Einladung von gutefragenet90 nicht eingegangen.

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@earnest

Hallo earnst, das war nicht persönlich bezogen.  Nur fällt bei vielen Beiträgen immer wieder auf, dass man das AT als widersprüchlich in seinen Aussagen betrachtet, während ich es in vielen Aussagen für gegensätzlich, aber nicht für widersprüchlich halte.

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