Was waren eure schlechtesten Erfahrungen in einer Reitschule?

16 Antworten

Ich bin seit Ewigkeiten nicht mehr im Schulbetrieb geritten, allerdings standen wir letztens übergangsweise an einem Stall mit Schulbetrieb, wo ich ein paar Sachen mitbekommen habe.

Da ich es am liebsten hatte dass das Jungpferd in einer Herde rausgeht, fragte ich, ob er mit ein paar Schulponys auf die Wiese gehen darf. Somit war ich auch bereit die Ponys mit auf die Wiese zu stellen. Gesagt getan, aber diesen Ponys musste man erstmal Benehmen beibringen. Ich lasse mich sicherlich nicht von Ponys umrennen, damit sie schneller auf der Wiese sind. Ich persönlich konnte mit den Ponys umgehen, da ich mich sehr klar umsetzten kann, aber wie sollen das kleine Kinder aus dem Schulbetrieb machen. Ich habe es einmal aus Zufall gesehen. Eine absolute Katastrophe und dazu nicht ungefährlich für die Kinder.

Diese Unarten der Pferde ließen sich auch im Unterricht zeigen, denn dort wurde auch das ein oder andere Kind böse abgebockt. Ich finde es ziemlich unverantwortlich ein Kind zum Reiten lernen auf ein Pferd zu setzten, wo es eine 50/50 Wahrscheinlichkeit hat oben zu bleiben


Socat5  18.11.2019, 22:43

So ungefähr war es bei uns. Natürlich kann nicht jedes 4jährige Kind mit eigenem Pony oder Pferd aufwarten.

In unserem Fall gab es ein Schulpony (der gute Fritz) für insgesamt 6 Kinder innerhalb eineinhalb Stunden, also für jedes Kind ein paar Minuten und für's Pferd alle paar Minuten ein neues Kind. Das war auch immer brav, hat alles mitgemacht und nie gebockt oder so. Aber heute frage ich mich schon (das ganze ist 8 Jahre her), ob das arme Tier nicht einfach resigniert hatte oder ruhiggestellt wurde oder sonst was.

In meiner Kindheit gab es tatsächlich noch Ständerhaltung und die war natürlich vornehmlich den Schulis vorbehalten. Das war schon echt arg, hat mich sehr geprägt als ich mal mitbekommen habe, wie ein total fertiges und müdes Pferd sich verzweifelt versucht hat hinzulegen - was aufgrund der Enge und des Angebundenseins nicht ging. Hätte sich das arme Tier damals tatsächlich hingelegt, wäre es vermutlich gar nicht mehr hochgekommen. Ich konnte GsD meine Eltern davon überzeugen, dass diese Reitschule nicht mehr in Frage kommt, also haben wir gewechselt und sind dann an einem ganz guten Hof gelandet.

Was allerdings den damaligen Reitlehrern/innen gemein war, auch den guten, auch auf vielen Lehrgängen, auf denen ich dann war - es wurde gebrüllt. Und es wurde gefordert. Pferd und Reiter hatten zu liefern, die Erwartungshaltung war anders als heute, der Anspruch auch. Schlimm war insofern, dass viele Schüler das auch am Pferd ausgelassen hat - es wurde zB teilweise arg geriegelt, da man sofort einen Pfiff bekam, wenn das Pferd nicht innerhalb von 5 Minuten in Haltung ging. Mimimi gabs nicht. Wer runtergefallen ist und nicht verletzt war, hatte sich da direkt wieder drauf zu setzen. Wer in der Springstunde gekniffen hat, wurde für die nächsten Springstunden gestrichen.

Ich bin froh, dass man heutzutage nicht mehr so unterrichtet habe auch für meine Art des Unterrichtens viel mitgenommen - nämlich, wie man es NICHT macht. Trotzdem muss ich unbestritten auch sagen, ich habe viel gelernt und wäre heute vermutlich nicht da wo ich bin, wäre ich als Kind/Jugendliche nicht durch eine entsprechende Schule gegangen.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung – Pferdewirtschaftsmeisterin

ich hab nie das pferd bekommen, das ich wollte, sondern immer das, was richtig für mich war.

bis auf einmal. danach wollte ich es auch nicht mehr.

nein. ich habe keine schlechten erfahrungen gemacht. man war nach mancher stunde froh, vom pferd klettern zu dürfen, weil es so anstrengend war. es gab keine einzige stunde, in der ich nichts gelernt habe.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Hallo,

ich war mal als Tageskind im Urlaub auf einem schrecklichen Hof.

Ich war 9 Jahre alt, die Ferien waren ab einem Alter von 6 Jahren erlaubt.

Als ich ankam, wurde ich von drei Mädels begrüßt. Sie waren die Betreuerinnen. Sie und wir Kinder, in Erinnerung habe ich so ca. 5-10 weitere, gingen jetzt erstmal in die Sattelkammer und holten die Trensen für die Ponys. Dann folgten wir den Betreuern. Nach ca. 30 Minuten laufen kamen wir an der viel zu kleinen, abgegrasten Koppel an. Eine Betreuerin öffnete den Zaun und meinte, dass wir reingehen sollen. Uns Kindern wurde gezeigt, welches Pferd wir nehmen dürfen. Nicht mal die Namen waren erwähnenswert. Ich mit meinen damaligen 1,10 m bekam ein total süß aussehendes Welsh. Es war gefühlt doppelt so groß wie ich. Ich habe noch nie ein Pferd getrenst, also wendete ich mich an eine Betreuerin. Diese meinte aber, dass ich es alleine schaffen soll. Nach gefühlt 5 Stunden half mir dann ein anderes Kind.

Ich dachte, dass wir die Pferde zum Hof führen. Schließlich waren sie total dreckig. Aber nein. Eine Betreuerin stand vor mir und fragte, warum ich nicht aufsteige. Sie machte Räuberleiter und schon saß ich auf dem dreckigen „Riesen“. Ich sollte der Gruppe hinterher reiten. Das Pferd war aber der typische „Ich muss vorne sein. Niemand kann mich stoppen“. Wir ritten gerade über die Straße, die zum Glück leer war, als er losdonnerte wie ein kaputter. Und ich klatsche natürlich voll runter( meine ganze Seite war blau) Komplett nass und voller Panik durfte ich dann netterweise zurück laufen. Das Pferd musste ich allerdings führen. Auf dem Hof angekommen wollte ich, dass jemand meine Mutter anruft, damit ich nach Hause kann. Das wurde aber auch erst 3 Stunden später gemacht. Solang saß ich in der Ecke und habe den anderen beim reiten zugeguckt. 2 oder 3 Andere sind auch runtergefallen.

Das war einer der schlimmsten Tage meines Lebens. Dabei sah der Hof selber so perfekt aus.

LG

Naja, nicht die schlechteste Reitschule aber den schlechtesten Reitunterricht mit eigenem Pferd :

War mit meinem Wallach auf einem neuen Hof eingezogen und nachdem ich davor etliche Probleme hatte einen passenden Reitlehrer für uns zu finden (reite Western in einer sehr "englischen" Gegend) war ich erstmal superglücklich dass die Stallbesitzerin "Westernreittrainerin" war- wie sich später herausstellte nur nach eigener Aussage.

Naja gut 30 € pro Stunde "Hofpreis" (Für Leute von Außerhalb wären es 35, aber auch nur mit eigenem Pferd)

Stunde fing an, ersten 20 min noch alles gut, Aufwärmen und Lockerungsarbeit. Dann hat sie mir eine Übung erklärt und mich diese 2x vormachen lassen, was nicht geklappt hat. Dann sollte ich diese weiter üben, da sie mal kurz weg müsste. Sie ist dann auch tatsächlich einfach gegangen, ich dachte sie geht aufs Klo oder so und hab brav die Übung weiter versucht.... Zu meiner Schande tatsächlich fast weitere 20 min, in denen sie nicht aufgetaucht ist. Dann bin ich abgestiegen und hab erstmal mit Pferd an der Hand nach ihr gesucht- War nicht auffindbar. Pferd abgesattelt und weggebracht, weitergesucht. Irgendwann hab ich sie dann in der Futterkammer gefunden, wo sie das Futter für den Abend vorbereitet hat und mich auch noch ziemlich frech mit dem Satz :"Oh toll, dann hats also doch geklappt? " begrüßt hat. Damit meinte sie wohl die komische Übung die ich machen sollte und die sie nie bei mir korrigiert hat.

War dann auch die letzte Reitstunde bei ihr.

Woher ich das weiß:Hobby – Ü20 Jahre Reit und Pferdeerfahrung, Haltung eigener Pferde