Warum können sich so viele nicht in Mobbing Opfer reinversetzten? Warum ist man für viele selbst Schuld?

14 Antworten

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Warum können so viele Mobbingopfer nicht erkennen,
dass wenn Andere zu ihnen "selbst schuld" sagen,
sie sich eben sehr wohl in sie hinein versetzen konnten,
eben, weil es nun mal stimmt,
dass Mobbingopfer selbst verantwortlich sind.

Warum wollen Mobbing Opfer nicht selbst verantwortlich sein?
Warum immer einen Täter und Sündenbock ernennen,
und nicht mal bei sich selbst sehen und finden?

Wie kommen Mobbing Betroffene darauf, das alles nichts mit ihnen selbst zu tun hätte?
Warum haben Gemobbte so wenig Verständnis für Eigenverantwortung?

Warum schämen sich viele Mobbing Opfer gewesen zu sein?

Weil sie insgeheim um ihre eigene Verantwortlichkeit und Schwäche wissen?

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Täter brauchen Opfer.
Opfer brauchen Täter.
Sonst ging das Spiel nicht.
Wenn also nur einer dabei nicht mitmachen würde ......

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 - (Schule, Freundschaft, Arbeit)  - (Schule, Freundschaft, Arbeit)

Ich war selbst Mobbingopfer. Mich hat in meiner Jugend Schule nicht sonderlich interessiert. Habe danach 1 Jahr eine Schule Elektrotechnik besucht die ich dann abgebrochen habe. Mein Vater besorgte mit eine Lehrstelle in der Pampa nächste größere Stadt ca 100 km entfernt. Lehrstellen waren damals knapp. Von Anfang an würde ich wie Müll behandelt. Aber mein Vater redete mit ein Lehrjahre sind keine Herrenjahre und ich kann nicht schon wieder abbrechen. Mein Fehler war das ich auf ihn gehört habe . Nach den ich den Verkäufer abgeschlossen mit 1 abgeschlossen hatte , hätte ich endgültig die Nase voll und viel durch meine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel. Danach gründete ich eine Firma und bildete mich zum Betriebswirt weiter. Damals haben es alle als Ausrede angesehen das ich meine Ausbildung nicht geschafft habe . Fakt ist wäre ich nicht gelobbt wurden oder hätte die Ausbildung abgebrochen wäre ich nicht durchgefallen. Die meisten sagen selbst Schuld . Aber es stimmt nicht ich hatte keine Schuld das ich damals die Lust verloren hatte . Ich höre so etwas oft selbst Schuld heute sage ich mir Leute ihr wisst es nicht besser Ihr habt nicht das erlebt was ich erlebt habe.

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@adlersammy

Sollte natürlich nicht gelobbt heißen . Sondern wäre ich nicht gemobbt wurden ..

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@adlersammy

Also deine Geschichte und die vieler anderer verstehe ich natürlich schon und auch alle die "selbst schuld" sagen. Darum geht es ja nicht.
Klar erkennen die meisten, dass Betroffene durch mega harte Zeiten gingen, in denen Menschen ihnen gegenüber fies waren.
Aber darum geht es ja nicht.
Und natürlich kennen sehr sehr viele Menschen Gemeinheiten.
Das will dir gar keiner streitig machen und darum geht es ja auch gar nicht.

Fakt ist ja einzig der Punkt, dass du für all diese Gemeinheiten, die dir im Leben so begegneten, schon auch selbst verantwortlich bist.
Du kannst bitte nicht davon ausgehen, dass alles nichts mit dir selbst zu tun hätte.
Muss ja auch nen Grund haben, warum dir Gemeinheiten im besonders hohem Maße widerfahren, anderen eher nicht. Da muss es ja Gründe für geben und zwischen den Menschen Unterschiede.

Warum werden manche Menschen wie Müll behandelt, andere aber nicht.
Ja glaubst du denn wirklich, dass dies einzig nur an den Anderen liegt?
Glaubst du wirklich, das hätte null mit den Betroffenen selbst zu tun?
Es geht hier ja nicht um Schuld!
Lediglich um Verantwortung und gewollte Veränderung.

Ich will dich hier ja nicht an den Pranger stellen und für schuldig erklären.
Ich will dir lediglich sagen, dass du selbst einen Anteil dazu beiträgst, und sobald du diesen änderst, sich alles ändern wird.

Ergo:
Wie kommen Betroffene darauf, dass alles Fiese nichts mit ihnen selbst zu tun hätte? Einzig Andere schuld seien?
Das z.B. kann ich null verstehen.

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@Sonja66

weil ich der Meinung bin das es für Mobbing keinen Grund gibt egal wie der andere sich verhält und das dieses nur dumme Menschen machen. In meinen Fall war es ganz klar Neid. Weil die Kunden immer nur zu mir wollten. Und von mit bedient werden wollten . Und eine schlechte Stimmung gab es generell im Betrieb nur mich hat es am härtesten getroffen. Weil mein Chef einmal gehört hat das ein Kunde gesagt hat er will nur von mir bedient werden weil der Chef keine Ahnung hat. Und ich habe meine Lektionen gelernt. Bin noch genauso wie früher nur das ich jetzt in meinen Geschäft meine eigenen Kunden habe.( und bestimmt nicht weil ich unsympathisch bin). Übrigens mein Ausbildungsbetrieb musste später schließen ä. Ich habe mich Gott sei Dank nicht verändert( habe mich nicht verbiegen lassen) nur einmal als es um meine Prüfung ging. Habe aber danach alles reflektiert und bin zu den Entschluss gekommen das nicht ich mich verändern muss, sondern mein Verhalten wie ich solchen Menschen gegenüber treten muss entschlossen und Selbstbewusst. Und das sich bei mir alles geändert hat ist ja klar habe ich ja geschrieben .

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@adlersammy

Und leider werden häufig die netten Menschen gemobbt , und nicht die von denen Gegenwehr zu erwarten ist . Das habe ich gelernt

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@adlersammy

Dann hast du ja, wie ich vorgeschlagen habe, etwas geändert und somit alles geändert. Wunderbar!
Du musstest nie dich mit deinen Ansichten ändern, sondern einfach deine Denke und Einstellung zu allem, vor allem dir selbst gegenüber, ganz genau.

Zudem hast du vieles dazugelernt, wie z.B. der gute Umgang mit solcher Art Menschen.
Alles hat dich gestärkt.
Daran kannst du erkennen, dass es das Leben immer gut mit dir meint, auch mit den Herausforderungen.

Es gibt nicht nur einen guten Grund für Mobbing.
Mobber sind selbst noch viel unsicherer, als Gemobbte, daher die Angriffe, weil Gemobbte Mobbern etwas zeigen, wovor sie Angst haben.
Gemobbte müssen lernen, zu sich selbst zu stehen und selbstsicherer zu werden, auch damit aufzuhören, sich selbst zu kränken.
Das sind viele richtig gute Gründe für Mobbing und wer annähernd so schlau wie du ist, durchschaut alles und blickt auf ne rosige Zeit.

Also ich finde durchaus, dass du selbst für alles verantwortlich warst, weil du dir mit dir selbst zu unsicher warst, und dass das gut so war, denn so konntest du dich durchbeißen und stärken und etwas lernen, was dir keiner mehr dein ganzes Leben nehmen kann. Das ist viel wert.

Die netten Menschen haben eben zu wenig Abwehr in sich, werden daher durch Mobber angeregt, ein besseres Immunsystem aufzubauen. ;-))

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@Sonja66

Das die Menschen nur schwarz weiß denken. Und es für Mobber ein gefundenes fressen ist wenn Sie auf einen Menschen treffen der es allen Recht machen will und immer nur die Schuld bei sich sucht. Ich stehe heute zu meiner Vergangenheit und auch das ich 2 mal durch eine Ausbildung gefallen bin weil ich die Lust verloren habe. Und Schlüsse habe ich gezogen heute verdiene ich mehr als der Durchschnitt, habe aber trotzdem für Mobber kein Verständnis.

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@adlersammy

Freut mich sehr für dich, dass du all die Herausforderungen angenommen und dich durchgebissen hast.

In Wirklichkeit sind die Mobber die bedauernswerten Kreaturen und du konntest dich stärken und viel lernen. Passt doch.
Damit kannst du doch dann jetzt mit allem in Frieden kommen.

Kein Mensch sollte es Anderen zu häufig recht machen wollen. Das ginge einfach zu sehr gegen seine eigene Natur und wäre schlecht für ihn. Dann mal lieber nen Mobber dazwischen, der einen auf so einen Missstand aufmerksam macht. ;-))

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@Sonja66

Am Anfang habe ich nur Dein Kommentar gelesen was man daraus lernt und habe schnell geantwortet .

Aber jetzt habe ich weiter gelesen , so kann man es auch sehen aber in jungen Jahren für etwas verantwortlich sein was einen vom Elternhaus eingebläut wurden ist und was man aufgrund der falschen Glaubenssätze geglaubt hat? Aber in großen und ganzen hast du natürlich recht. Wenn Leute mich blöd anmachen und sagen was du bist durch eine einfache Ausbildung gefallen. Sage ich ja und das ist auch gut so weil das hat mir wenn auch spät die Augen geöffnet und ohne diese Erfahrung wäre ich nicht der der ich heute bin. Wenn man Erfahrungen im Leben ( auch negative) als Schule begreift kann sich alles ändern .

clevere Antwort von Dir

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@adlersammy

Leider sehen es nicht alle so wie du das man die Herausforderung angenommen hat und es trotzdem geschafft hat. Viele sind der Meinung das es trotz Erfolg peinlich ist und man sollte es für sich behalten weil andere Dich für dumm halten könnten oder so. Und das man einen die Geschichte als heute positiver und Selbstbewusster Mensch eh keiner abnimmt .

Du hast es begriffen es sollte auch Versagen in unserer Gesellschaft honoriert werden wenn man seine Lektionen begriffen hat und man trotzdem nicht aufgegeben hat. Das ist leider noch nicht sehr ausgeprägt in unserer Gesellschaft . Man kann ruhig hinfallen sollte aber immer wieder aufstehen.

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@adlersammy

Nur eins kann ich nicht einsehen in meinen Augen hat trotzdem keiner Schuld der gemobbt wird .weil es gibt keinen Grund zum Mobben. Höchstens musst du Schuld daran das du Dein Verhalten nicht geändert hast wenn du merkst das du du..en Menschen begegnet bist. Das Problem ist ja das vielen den Mobbern keine Schuld geben und nur die Schuld und Verantwortung beim gemobbten suchen

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@adlersammy

Von dir aber auch!
Bist echt auch clever!

Und die Sache mit jungen Jahren und dem Schicksal bzw Fiesheiten nicht auskommen können, also das ist so im Leben.
Alle Kinder haben Schmerzvolles zu erleben, also so beobachte ich es zumindest. Da kommt keiner aus. Dann bleibt jedem nur, stark genug zu sein, was draus zu lernen, das Beste zu machen.....

Ganz tolle Zusammenfassung von dir, die zeigt, dass du sehr gut verstanden hast. So machst du weiter!

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@adlersammy

Schuld und Verantwortung, also diese zwei Wörter werden aus sprachlicher Schlamperei synonym verwendet.
In Wirklichkeit aber sind das zwei Dinge.

Ich sprach und schrieb nie von Schuld.
Die Schuldfrage bringt uns gar nichts und schon gar nicht weiter.
Es gibt keine Schuld, sage ich, aber gut, das geht vielleicht etwas weit.

Verantwortung aber haben wir nun mal selbst.
Verantwortung heißt allerdings lediglich, nach Antworten zu suchen, wie das Wort schon anmuten lässt.
Das hast du getan und du wurdest belohnt, weil immer der Mutige belohnt wird. ;-)

Gemobbte werden gemobbt, weil sie selbst mobben:
sich selbst, ihr Schicksal, das Leben, Andere ......
Sie kränken sich selbst, Andere .... das Leben .... alles Mögliche, was ihnen eben Angst macht.
Wer das nicht ändert, wird weiter gemobbt.
Daher liegt die Verantwortung beim Gemobbten.
Er hat das Problem damit und somit auch die Pflicht, nach Antworten zu suchen.

Du hast alles gut durchschaut. Dies wird dir noch oft recht behilflich sein!

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@Sonja66

Am Anfang habe ich nur Dein Kommentar gelesen was man daraus lernt und habe schnell geantwortet .

Aber jetzt habe ich weiter gelesen , so kann man es auch sehen aber in jungen Jahren für etwas verantwortlich sein was einen vom Elternhaus eingebläut wurden ist und was man aufgrund der falschen Glaubenssätze geglaubt hat? Aber in großen und ganzen hast du natürlich recht. Wenn Leute mich blöd anmachen und sagen was du bist durch eine einfache Ausbildung gefallen. Sage ich ja und das ist auch gut so weil das hat mir wenn auch spät die Augen geöffnet und ohne diese Erfahrung wäre ich nicht der der ich heute bin. Wenn man Erfahrungen im Leben ( auch negative) als Schule begreift kann sich alles ändern .

clevere Antwort von Dir.

leider sehen es nicht alle so wie du das man die Herausforderung angenommen hat und es trotzdem geschafft hat. Viele sind der Meinung das es trotz Erfolg peinlich ist und man sollte es für sich behalten weil andere Dich für dumm halten könnten oder so. Und das man einen die Geschichte als heute positiver und Selbstbewusster Mensch eh keiner abnimmt .

Du hast es begriffen es sollte auch Versagen in unserer Gesellschaft honoriert werden wenn man seine Lektionen begriffen hat und man trotzdem nicht aufgegeben hat. Das ist leider noch nicht sehr ausgeprägt in unserer Gesellschaft . Man kann ruhig hinfallen sollte aber immer wieder aufstehen.et warum man gescheitert ist. Ich finde durchaus das die damaligen Mobber indirekt der Verursacher an meiner damaligen Situation waren . Aber das ich direkt daran beteiligt war aus damaliger Unwissenheit und falschen Glaubenssätzen daran beteiligt und nichts unternommen haben ist meine Verantwortung diese hatte ich aber erst nach meiner versammelten Ausbildung begriffen. Damals war ich überzeugt ich handle richtig einfach ausharren was natürlich ein großer Fehler war

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@adlersammy

Sorry leider hat sich mein alter Kommentar irgendwie hinein kopiert:(

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@adlersammy

Eigentlich wollte ich nur noch das hinzufügen. Ich habe gedacht hier in GF sind nur schwarz weiß Denker unterwegs . Das war die beste und tiefsinnigste Antwort die ich hier bei GF bezüglich Mobbing gelesen habe. So eine Reflektierte Einstellung kann Mobbing Opfer helfen. Super 👍

Ich finde durchaus das die damaligen Mobber indirekt der Verursacher an meiner damaligen Situation waren . Aber das ich direkt daran beteiligt war aus damaliger Unwissenheit und falschen Glaubenssätzen daran beteiligt und nichts unternommen haben ist meine Verantwortung diese hatte ich aber erst nach meiner versammelten Ausbildung begriffen. Damals war ich überzeugt ich handle richtig einfach ausharren was natürlich ein großer Fehler war auch damals auf meinen dominanten Vater gehört zu haben

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@adlersammy

Unser Austausch freut mich sehr, auch dein Kompliment, vielen Dank.

Ich denke, alles hat so sein sollen. Du hast gelernt und das ist das Einzige, was das Leben wirklich interessiert: deine geistig-seelische Weiterentwicklung. Das aber braucht Zeit. Auch könnten wir manchmal mehr Erkenntnisse und so gar nicht ertragen. Das sollte alles so sein und zuviel von dem, würde uns alle wohl überfordern.

An deinen Zeilen erkenne ich, dass du mich sehr gut und auch die Situation verstanden hast.

Die Sache mit dem dominanten Vater übrigens kenne ich auch sehr gut. ;-)

Versagen und Fehler werden honoriert, allerdings vom Leben, nicht von der Gesellschaft, und zudem nur, wenn wir uns dies alles erlauben und in Frieden damit kommen. Das aber reicht mir bzw. ist mir lieber so.

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@Sonja66

Ja habe ich du hast das sehr gut beschrieben. Leider ist es aber in unserer Gesellschaft so das man zu einen aufgeben mehr stehen kann als es wenigstens versucht zu haben, auch wenn man innerlich schon resigniert hat vor allen wenn es um Abschlüsse geht . Viele stehen dazu eine Ausbildung, Studium abgebrochen zu haben, aber nicht durch eine Ausbildung gefallen zu sein auch nicht wenn Sie trotzdem erfolgreich wurden.. sehr gut wenn du sagst scheitern wird vom Leben toleriert aber nicht von der Gesellschaft . Deshalb halte ich auch in gewissen Situationen lieber meinen Mund:)

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Da gab es mal eine Studie, die wahrscheinlich Ursache und Wirkung verwechselt hat. Die Studie stellte fest, dass Mobbingopfer in der Regel sehr unsicher sind.

Dass man jedoch nur tatsächliche Mobbingopfer in der Studie hatte, nachdem sie gemobbt worden waren, wurde gekonnt ignoriert und es wurde so getan, als wären Mobbingopfer von vornherein sehr unsicher gewesen sein und es wird verkannt, dass es sich hierbei wahrscheinlich um die Wirkung des Mobbing handelte.

Das hat die Wahrnehmung vieler in Punkt auf Mobbing geändert.

Dem hinzu kommt, dass die Vorgänge beim Mobbing sehr komplex sind. Außerdem handelt es sich dabei um oftmals rein psychische Vorgänge, die man nicht sehen kann. Wie die Psyche auf etwas reagiert, ist für viele nicht nachvollziehbar.

Zudem wird der sprachliche Diskurs stark von Tätern bestimmt. Dass die nicht positiv über Opfer reden, sollte klar sein.

Außerdem ist Victimblaming relativ weit verbreitet. Das betrifft nicht nur den Bereich Mobbing, sondern auch andere Bereiche.

Es dient auch zum anderen den Zweck sich selbst belügen zu können und sich vorzugaukeln, dass, wenn man nur dieses oder jenes tut, kann man so etwas verhindern. Wenn doch Handlungen in dieser Richtung passiert, dann ist das Opfer stets selbst Schuld, denn sonst würde das Kartenhaus in sich zusammenfallen, dass man mit seinem eigenen Handeln es verhindern kann (es ist Kartenhaus, es ist nur ein Trugschluss, um sich selbst in Sicherheit zu fühlen).

Vermutlich gibt es noch mehr Gründe, denn das Thema ist eben sehr komplex.

Erst mal haben sie es evtl. nie selbst erlebt und bagatellisieren es dadurch. Zweitens kann es sein, dass man auch als Erwachsener beeinflusst wird durch vorgeschobene Gründe, bei denen das Opfer mehr oder weniger entmenschlicht wird. Ich habe das selbst einmal erlebt, wir hatten einen Schüler-Elternabend in der Mittelstufe und die Mutter des jahrelangen Klassenmobbingopfers ging neben mir. Der betreffende Junge war sehr dünn, hatte ggf. leicht abstehende Ohren oder das wurde durch seine extreme Kurzhaarfrisur hervorgehoben. Er wurde seit Jahren mit einem beleidigenden Wort statt mit Namen in der Klasse angesprochen, ihm wurden die Sachen versteckt, er wurde ausgelacht, auf einem leichten Aussprachefehler wurden immer wieder von Schülern und später sogar Lehrern herumgeritten, sein Zweitnamen wurde lächerlich gemacht und zu einer Beleidigung verändert.

Der Junge war in der Schule mindestens mittelmäßig, trotz der ganzen Vorfälle und nun hörte ich, wie seine Mutter zu einer anderen Mutter sagte, ihr Sohn wäre ja auch "ich will nicht sagen zurückgeblieben". Also genau das, was ihm die Mitschüler auch immer mehr oder weniger vorwarfen!

Mobber finden einen Grund, heben den hervor, betonen den immer wieder und erklären damit, dass das Opfer nicht wirklich Gefühle und seine Behandlung mehr oder weniger verdient hat. Wer das als Außenstehender lange hört, fängt oft an, entweder immer weniger daran zu zweifeln oder es selbst zu glauben. Daher ist Mobbing bei einem Opfer "nicht so schlimm". Wären diese Menschen aber selbst in der Mobbingsituation, würden sie sie als schlimm erleben!

Von außen hören sich viele Mobbingaktionen tatsächlich nicht "schlimm" an, man könnte darüber hinwegsehen - wenn man ein gutes Selbstwertgefühl, Freunde und Unterstützer hat und die Situation selten oder einmal vorkommt. Jemand stellt dir mal ein Bein - geschenkt, war ein Versehen oder das ist ein Idiot. Mobbingopfer können aber in der Schule keinen vollbesetzten Gang mehr entlang gehen, ohne damit rechnen zu müssen, dass JEDER ihnen eine Bein stellt - dadurch haben sie Dauerstress und oft führt das zu komischem, verkrampften, unnatürlich wirkenden Verhalten, das auf Außenstehende wieder erklärend wird - "der verhält sich ja auch komisch". Diese Außenstehenden haben aber nie erlebt, dass sie über jede Verhaltensweise nachdenken müssen, alles im Blick haben müssen, immer überlegen müssen, was man jetzt tun könnte, um sie dumm dastehen zu lassen, worauf sie achten müssen, ob gerade da drüben über sie gelacht wird, ob die Jacke nach der Stunde noch sauber oder überhaupt draußen hängt, ob man gleich angespuckt wird, ob überhaupt jemand mit einem redet. Diese ständige Unsicherheit kann man vielleicht nur nachempfinden, wenn man selbst betroffen war oder wenn man ausführliche Berichte von Mobbingopfern liest!

Warum ist man für viele selbst Schuld

Schuld ist hier wohl nicht der richtige Begriff. Mobbingopfer haben, so denke ich aber durchaus einen Anteil daran. Eine Anteil, weil sie sich etwas anders verhalten als andere. Einige werten das als Schwäche und schon fühlen sie sich überlegen und nutzen jede Gelegenheit, das auch auszunutzen. Überlegenheit zu demonstrieren ist sicher noch ein Überbleibsel aus der Zeit, als der Mensch noch Affe war, einige sind so geblieben, sie nutzen niedrige Instinkte.

Manche Mobbingopfer machen es solchen Menschen aber auch leicht (darin liegt dann vielleicht doch ein Stück Schuld), sie ducken sich, wo sie nur können, entschuldigen sich für Dinge, die sie nicht gemacht haben, widersprechen nicht. Das gehört einfach zu ihrem Charakter, daran kann man arbeiten aber generell ändern kann man es kaum.

Wer nur solchen niederen Instinkten folgt, wird sich auch nicht in Mobbingopfer hinein versetzen können, vielleicht auch nicht wollen.
Wer dann noch Vorgesetzte hat, die selbst nicht die Reife zum Vorgesetzten haben, hat schon verloren.
Ich selbst war in so einer Situation. Zum Reservistenwehrdienst eingezogen und als Ausbilder (für technische Aufgaben) eingesetzt. Meinem Vorgesetzten passte die Art und Weise meines Herangehens nicht, was sich auch herum spricht. Pausenlos war ich Kritik von allen Seiten ausgesetzt. Nach einer Woche hat es mir gereicht. (Nein ich habe mich nicht an höherer Stelle beschwert) Als er wieder mal meinen Unterricht vor versammelter Mannschaft schlecht machte, habe ich ihn auch vor allen Anwesenden aufgefordert mich ab sofort nicht mehr mit Herr xxxx sondern mit Herr Doktor xxxx anzureden.

Er hatte keine weiteren Fragen, er ging und kam nie wieder zu meinen Lehrveranstaltungen.
Mobber sind auch nur Menschen, manchmal erkennen sie auch ihre Beschränktheit.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

*Das gehört einfach zu ihrem Charakter, daran kann man arbeiten aber generell ändern kann man es kaum.*

Das sehe ich völlig anders. Ich war eigentlich noch nie ein Opfer , aber nachdem ich in der Schule schlecht war, eine Ausbildung abgebrochen habe. Und mein dominanter Alte Herr mir eingetrichtert hat . Mich endlich mal zusammenzureißen und das dieses meine letzte Chance war habe ich sehr vieles über mich ergehen lassen. Als ich nach den 2 Ausbildungsjahr aber auch noch beleidigt wurden bin habe ich mich gewehrt innerlich hat es in mir schon lange gekocht . Rebellieren konnte ich gegen meinen Vater nicht mit Ausbildungsabbruch bzw. das hatte ich mir nicht getraut wer meinen Vater kennt weiß warum. Nur mit Prüfungsversagen. Bis auch mein Vater begriffen hat das es nichts mehr bringt . Heute bin ich Betriebswirt und Unternehmer weil ich meine Lektion gelernt habe mein eigenes Ding zu machen und wieder ich selbst zu sein . Also zu widersprechen und mich zu wehren wenn ich ungerecht behandelt werde. Aber heute als. Her kommt das eh nicht mehr vor .

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@adlersammy

Ich meinte heute als Chef kommt das nicht mehr vor. Da hat die Bearbeitungsfunktion nicht mehr funktioniert

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@adlersammy

Charakter ist doch nicht so etwas, wie einen falschen Weg "beschritten" oder eine nicht passende Ausbildung angefangen ...
Als Charaktereigenschaften sollte "ängstlich", "hilfsbereit", "egoistisch" .... gehören.
Das ist schwer zu ändern.

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Ich war auch Mobbing Opfer aber nein, schäme mich nicht deswegen. Ich finde das auch schlimm, das dieses Thema zu wenig Beachtung geschenkt wird. Aber auch die Schulen selbst thematisieren sich zu wenig mit diesem Thema bzw. Problem.

Als würde es Ihnen schaden vielleicht einmal im Jahr ein ganzen Vormittag darüber zu reden mit den Schülern und aufzuzeigen was Mobbing ist und was es mit den Opfern tun kann und was für Schäden Sie davon mitnehmen psychisch.

Viele verstehen die Mobbing Opfer nicht weil die meisten zum Teil erwachsen sind oder auch extrovertiert aber wenn man ein Kind ist? Wie kann man das in dem Alter verstehen? Das ist traurig.

Viele schicken auch die Opfer bei Psychologen oder Pädagogen dabei sollte man die Mobber dahin schicken (warum) Sie so etwas überhaupt tun und nicht die Opfer in erster Linie.

Viele können sagen ja du musst stark sein und dich wehren, das weiß ich jetzt auch in diesem Alter aber das können Kinder oder Opfer in dieser Situation nicht wissen oder es umsetzen.

Ich wünsche mir auch sehr das Mobbing nicht geduldet wird überall auf Schulen und das es ernst genommen wird.

LG💐Ella

Genau man ist in manchen Lebenssituationen einfach noch zu jung und unerfahren. In der Schule kommt man eh schlecht raus. Und auf Arbeit weil man vielleicht Angst hat seine Ausbildung zu verlieren

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