Warum achten Zeugen Jehovas nicht auf Koscheres Fleisch?

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9 Antworten

Wer Wert darauf legt, kann dem Fleisch aus nicht koscherer Schlachtung noch unerwartet viel Blut entziehen, indem er es eine Weile mit Wasser bedeckt und hinterher mit viel Salz bestreut abtropfen und ausbluten lässt. Es kann aber auch sofort in reichlich gesalzenes Wasser gelegt (etwa eine halbe bis eine Stunde lang) und hinterher abgespült und abgetropft werden. Unglaublich, wie viel Blut dabei herauskommt!

Als ich das zum ersten Mal gemacht habe, befürchtete ich, das Fleisch würde zu trocken und zäh werden. Aber genau das Gegenteil war der Fall! Der Braten wurde so zart und wohlschmeckend wie nie zuvor, und schon allein deshalb mache das seitdem mit jedem größeren Stück Fleisch.


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wickedsick05 04.12.2015, 00:47

das ist kein Blut was dem Fleisch dadurch entzogen wird...

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pinkyitalycsb 04.12.2015, 16:32
@wickedsick05

Oh, doch! Und ob das Blut ist! Was sollte es denn sonst sein? Probier es doch einfach mal aus, und du wirst dich wundern, wie blutig das Wasser wird! Wenn es kein Blut wäre, würden jüdische Gläubige, einschließlich meiner jüdischen Freundin, das ganz sicher nicht tun! Aber sie tun es, und zwar sehr gewissenhaft!

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wickedsick05 05.12.2015, 00:39
@pinkyitalycsb

Es ist das Myoglobin Molekül, das zwar dem Blutfarbstoff Hämoglobin sehr ähnlich ist, jedoch nicht wirklich etwas mit diesem zu tun hat. Das Myoglobin enthält Eisen und bindet damit Sauerstoff. Das Myoglobin ist sozusagen der Sauerstoffspeicher der Muskulatur. Beim Garen wird nun Wasser aus den Proteinen im Fleisch freigesetzt und vermischt sich mit dem rötlichen Myoglobin und färbt dieses rot! Dieses rot gefärbte Wasser wird nun fälschlicherweise als „Blut“ bezeichnet!

Steht natürlich nicht in der Bibel das nennt sich Wissenschaft und mit wissen hat ja bekanntlich glaube nix zu tun...

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pinkyitalycsb 05.12.2015, 01:27
@wickedsick05

Wirklich sehr interessant! Aber was sagst du zu einem dicken blutigen Steak? Ist das auch nur Chemie?

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wickedsick05 05.12.2015, 12:27
@pinkyitalycsb

Aber was sagst du zu einem dicken blutigen Steak?

hä? was ist ein blutiges steak?

Ist das auch nur Chemie?

was hat das mit chemie zu tun?

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pinkyitalycsb 06.12.2015, 00:11
@wickedsick05

Na bitte! Es handelt sich nicht um Chemie sondern doch um reine Biologie, und hat, soviel ich weiß, teilweise doch mit Blut zu tun.

In Deutschland wird das Fleisch ganz sicher nicht koscher genug angeboten wie z.B. in Israel, und gläubige Juden würden es auch ganz bestimmt nicht extra wässern, wenn sie nicht Reste von Blut darin vermuten würden!

Du weißt nicht, was ein blutiges Steak ist? Steak kannst du entweder sehr gut durchgebraten (well done), halb (medium) oder auch nur leicht angebraten haben, sodass es innen noch sehr blutig ist und dir das Blut beim Schneiden sogar auf den Teller triefen kann. Vielen Leuten schmeckt es umso besser je blutiger es ist. Ob das aber nun für dich Blut ist oder nicht, ich vermeide so etwas lieber.

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wickedsick05 06.12.2015, 21:22
@pinkyitalycsb

es hat nichts mit blut zu tun...

Du weißt nicht, was ein blutiges Steak ist? Steak kannst du entweder sehr gut durchgebraten (well done), halb (medium) oder auch nur leicht angebraten haben, sodass es innen noch sehr blutig ist und dir das Blut beim Schneiden sogar auf den Teller triefen kann.

ooh gott. das strozt ja nur so von unwissen. DAS was da raus kommt ist KEIN Blut es ist Fleischsaft der aus Wasser und die rote farbe sind Myoglobin Molekül besteht. Es wird fälschlicherweise als Blut bezeichnet von laien weil er rot ist. in Rotwein ist auch kein Blut obwohl er rot ist die Farbe sagt NIX darüber aus ob etwas Blut ist oder nicht. es schockiert mich immer wieder dass es in unserer heutigen Zeit wo so viel Wissen JEDEM jederzeit kostenlos zur verfügung steht es immernoch Menschen gibt die glauben über wissen stellen.

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pinkyitalycsb 07.12.2015, 00:06
@wickedsick05

Na, dann strotze ich also vor Unwissenheit, und es tut mir leid, dass das - deiner Ausdrucksweise nach zu urteilen - so furchtbar für dich ist.

Ein blutiges Steak enthält also wissenschaftlich gesehen kein Blut?

Natürlich bin ich Laie! Aber das Beispiel mit dem Rotwein ist trotzdem völlig fehl am Platz, denn Wein ist schließlich pflanzlicher Natur, während der von dir erklärte Fleischsaft immerhin aus den Muskeln eines Tieres stammt!

Du wirst doch sicher nicht alle Juden, die kosher essen, für unwissend und dumm halten! Ihre Sichtweise habe ich dir ja bereits erklärt, und der schließe ich mich trotz deiner Erklärungen vorzugsweise an!

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wickedsick05 13.12.2015, 23:43
@pinkyitalycsb

Ein blutiges Steak enthält also wissenschaftlich gesehen kein Blut?

In Deutschland gibt es kein blutiges Steak zu kaufen. Es gibt rohes Steak oder gebratenes Steak zu kaufen. Wenn du das Steak in Blut tunkst dann ist natürlich Blut dran. Deshalb ist aber KEIN Blut DRIN.

Glaube schließt wissen aus so ist das nun mal bei Religion...daher bediene ich mich lieber wissen.

Um es gleich vorweg zu sagen: Der Begriff „blutig“ ist hier fehl am Platz, ja sogar völlig falsch. Nach dem Schlachten werden die Tiere vollkommen ausgeblutet, sonst würde das Fleisch schnell verderben und könnte nicht abgehangen und „gereift“ werden.

jagdhaus-rech.de/saftfleisch.php

grillinstructor.net/grill-mythen-blutiges-steak-ist-es-wirklich-blut/

http://www.prosieben.de/tv/galileo/videos/stimmt-s-blutiges-steak-clip


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Hallo Fred4u2,

es stimmt, Jehovas Zeugen beachten das Gebot aus Apostelgeschichte 15:28,29. Wie kommst Du dann darauf, dass sie nicht richtig ausgeblutetes Fleisch essen würden? Niemand würde, wenn er Kenntnis davon hätte, dass bestimmtes Fleisch nicht völlig ausgeblutet wäre, davon essen. Das wäre ja völlig inkonsequent.

Die üblichen Schlachtmethoden sind, Fleisch ganz ausbluten zu lassen. Natürlich kann heutzutage kein Verbraucher mehr das Schlachten des Tieres überwachen, dessen Fleisch er später isst. Wenn es in der Fleischindustrie jedoch allgemein üblich wäre, Fleisch nur unzureichend ausbluten zu lassen, wäre das sicher ein Grund, dass sich jeder Zeuge Jehovas über die fleischverarbeitenden Betriebe, von denen er sein Fleisch bezieht, kundig zu machen. Da das jedoch nicht der Fall ist, besteht auch keine Veranlassung, übermäßig misstrauisch zu sein.

Andererseits enthält jedes normal geschlachtete Fleisch noch gewisse Restmengen an Blut. Das war zu biblischer Zeit genauso wie heute und dessen war sich auch Gott bewusst, als er den Menschen das Gebot auferlegte, sich des Blutes zu enthalten. Er hat jedoch dem Menschen nie auferlegt, wegen der besagten Restmengen überhaupt kein Fleisch mehr zu essen. Bei dem Gebot geht es einfach darum, das Blut als das zu sehen, was es in Gottes Augen ist: etwas Heiliges, ein Symbol für das Leben. Durch die Beachtung dieses Gebotes zeigt jemand seine Achtung davor, dass alles Leben von Gott stammt und nur er darüber entscheidet, wie es verwendet werden darf.

LG Philipp

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Bonbonglas 03.12.2015, 08:26

Wenn Blut deswegen nicht konsumiert werden darf, weil es als Symbol des Lebens etwas Heiliges darstellt, dann müsste es pure Blasphemie sein, es in einem Ausguss zu entsorgen, der in die Kanalisation reicht, wo es sich vermengt mit allerhand Ausscheidungen.

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Apfelwerfer 03.12.2015, 09:33
@Bonbonglas

Blut auf diesem Weg zu "entsorgen" ist in Deutschland nicht erlaubt. In der Bibel steht dazu, dass es "zur Erde ausgegossen" werden soll. Jedoch das Wichtige an der Sache ist der Grundsatz und kein kleinliches Krümelsuchen. Philipp59 hat das Ganze sehr deutlich, verständlich und völlig richtig kommentiert. Damit ist die Frage von Fred4u2, der sich ansonsten mit ZJ ja gut auskennt, ausreichend beantwortet. Alles Weitere sind nur fruchtlose Diskussionen. Jehova Gott hat den Menschen, sowohl im sog. AT, als auch im NT deutlich geboten, sich des Blutes zu enthalten. Sonst nix. Kein Schächten und kein Fleisch auspressen oder spülen, damit keinerlei Blutpartikel mehr enthalten sind. Versteh den Grundsatz und du verstehst das Gebot.

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Viktor1 03.12.2015, 10:53
@Apfelwerfer
Jehova Gott hat den Menschen, sowohl im sog. AT,
als auch im NT deutlich geboten, sich des Blutes
zu enthalten

Wo hat Gott dies im NT geboten ?
Auch Jesus hat davon nichts gesagt und der würde wohl wichtige "Gebote" nicht unterschlagen.
In der APG ging es bei dem "Speisegebot" um Rücksicht auf die Befindlichkeit der jüd.Mitchristen. Paulus hat sich dazu an anderer Stelle deutlich ausgesprochen und jede Beachtung von Speisevorschriften abgelehnt. Es sind nur AT-Bibelgläubige, welche die Botschaft Jesu nicht in den Vordergrund stellen, die willkürlich ausgewählte Vorschriften aus dem AT forcieren, wie eben die Z.J.

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Apfelwerfer 03.12.2015, 13:49
@Viktor1

Dass das deutliche Gebot in Apostelgeschichte 15:28, 29, sich des Blutes zu enthalten, nur wegen gewisser "Befindlichkeiten" gegeben worden wäre, ist mit keinem vernünftigen Argument zu belegen, noch stimmt es mit dem Gesamtbild der Bibel, was das Blutverbot betrifft, überein. Nur so nebenbei erwähnt, gilt das Verbot, Blut zu essen nicht nur für Juden, denn das Verbot wurde schon Noah, dem Stammvater der ganzen Menschheit gegeben. Bei deinem Kommentar kam mir unwillkürlich Matthäus 13:13-15 in den Sinn und da wurde mir klar: Wer nicht verstehen will, kann nicht.

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helmutwk 04.12.2015, 14:30
@Apfelwerfer

denn das Verbot wurde schon Noah, dem Stammvater der ganzen Menschheit gegeben

Beim sog. "Apostelkonzil" in Apg 15 wurde das aber offenbar nicht mit Noah begründet, sondern mit den Geboten, die auch für die "Fremdlinge unter euch" gelten.

Es ging also schon um das Zusammenleben mit den jüdischen Mitchristen, aber "Befindlichkeit" ist da sicher der falsche Ausdruck.

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auch koschereres Fleisch ist nicht völlig Blutlos, genauso wenig wie das der geschächteten Tiere der Moslems..früher dachten die Leute das , was nicht mehr flüssig ist ist nicht mehr vorhanden.. aber heute ist bekannt das Blut eine gewissene Zeit zum gerinnen hat d.h nur  wenn aus einer Leiche das Blut nicht mehr tropft ist das nicht mehr flüssig .. 

aber zudem enthält auch alles Fleisch Urin -Rückstände... die ausgekochten Soßen sind immer mit Blut und Harn angereichert , das ist auch am Gestank von gekochten Fleischbrühe zu erriechen..

 alle Religionen die Fleischverzehr tolerieren verstoßen somit gegen ihre Gebote die Blut- / Abfall-/ Aasgenuß verbieten..

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Bei einer konventionellen Schlachtung lässt man die Tiere auch vollständig ausbluten. Es ist nur nicht so qualvoll wie das Schächten.

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Zeugen Jehovas essen kein Fleisch, das nicht vollständig ausgeblutet ist. Das ist auch der Grund, weshalb sie im allgemeinen auf Wild verzichtet, denn ein durch einen Schuß getötetes Tier ist nicht sicher ausgeblutet. 

Schlachtiere werden in Deutschland nur vollständig ausgeblutet angeboten. 

Ob Schächten wirklich qualvoll ist, bin ich mir nicht so sicher. Ich habe schon das Gegenteil gehört.

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kalle10041990 03.12.2015, 14:57

Ich bin selber Metzger und habe schonmal das "Glück" gehabt einer traditionellen Schächtung beizuwohnen. Und ich kann dir versichern das diese Art der Schlachtung das qualvollste und Lebensverachtenste ist das du dir vorstellen kannst......

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helmutwk 04.12.2015, 14:14

Ob Schächten wirklich qualvoll ist

Soweit ich weiß, muss da zwischen jüdischem und islamischen Schächten unterschieden werden. Jüdischen Schächten war schon immer erlaubt, um das islamische Schächten zu erlauben, musste extra das Tierschutzgesetz geändert werden.

@kalle10041990: war die "traditionelle" Schächtung, bei der du dabei warst, jüdisch oder islamisch?

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Liebe Freunde des Halal, des Nicht-Schächtens, der vegetarischen Art sich zu ernähren und des WWF!

Schaut doch mal in das Wunderwerk namens "Bibel"! Da steht drin, wie man sich zu verhalten hat:

die Erde und alles was auf ihr ist und alle, die auf ihr wohnen, gehören allein Gott (Psalm 24, 1).

Alle Aussagen in der Bibel über Mensch und Tier stehen im Licht der Erwartung einer anderen, neuen Welt und des Friedens in und mit der "Schöpfung". Die Schöpfungsgeschichte (1. Mose 1, 29f) beweist, dass die von Gott angeblich sehr gut gemachte Welt kein Blutvergießen unter Tieren und Menschen kannte: Beiden wird pflanzliche Nahrung zugewiesen. Dieser so genannte "Schöpfungsfriede" findet man z. B. im AT über die  Verheißungen der kommenden "neuen Welt": "Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern ..." (Jesaja 11, 6-9; vgl. 65, 17ff). An Jesaja schließt Jesus nahtlos an, denn sein Evangelium vom Reich Gottes soll gerechterweise nicht nur allen Menschen, sondern der ganzen Schöpfung gepredigt werden (Markus 16, 15: "Geht hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur"). Gottes "Gerechtigkeit" soll ein gemeinsames Recht aller Geschöpfe sein. Nächstenliebe aber fügt keinem anderen etwas Böses zu (Röm 13, 10).

"Und Gott sprach: ´Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume und Früchte, die Samen bringen, zu Eurer Speise. Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben.` Und es geschah so. Und Gott sah an alles, was Er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut." (1. Mose 1, 29-31)

War es wirklich sehr gut? Was hat Gott denn da gemacht? Er hat neben den fleischlichen Geschöpfen, Mensch und Tier, pflanzliche Geschöpfe hervorgebracht. Und die pflanzlichen Geschöpfe haben einen Schöpfungsauftrag, eine Aufgabe, einen Zweck: nämlich Nahrung zu sein, für Mensch und Tier. Das ist also schöpfungsbedingt, Gott hat es so gewollt, Er hat es verfügt. Und? Hat er das gut gemacht? Ja - er hat. Sagt die Bibel!

Das alles hatte übrigens auch schon Kirchenvater Hieronymus, der die bis heute verbindliche katholische Bibel, die Vulgata, zusammenstellte, erkannt, als er schrieb: "Der Genuss des Tierfleisches war bis zur Sintflut unbekannt; aber seit der Sintflut hat man uns die Fasern und die stinkenden Säfte des Tierfleisches in den Mund gestopft; wie man in der Wüste dem murrenden, sinnlichen Volk Wachteln vorwarf. Jesus Christus, welcher erschien, als die Zeit erfüllt war, hat das Ende wieder mit dem Anfang verknüpft, so dass es uns jetzt nicht mehr erlaubt ist, Tierfleisch zu essen" (Adversus Jovinianum I, 18).

Es gibt drei Bibelstellen im NT, in denen Paulus über das Fleischessen schreibt: 

1. Korinther 8, 4ff., 1. Korinther 10, 21-33 und Römer 14, 13-21. 

Und es geht Paulus, wenn er über Fleischnahrung spricht, nicht um das Leid der Tiere und um das Mitgefühl ihnen gegenüber, sondern um drei andere Dinge: Erstens müsse sich ein Christ entscheiden, ob er weiterhin an anderen unchristlichen Kulten teilnimmt, in denen Fleisch geopfert und gegessen wird. Zweitens geht es um die Frage, was ein Christ in diesem Zusammenhang essen darf, wenn er bei Nichtchristen zu Gast ist. Und drittens geht es Paulus um eine bestimmte Deutung der Freiheit bzw. darum, dass der Christ angeblich nicht mehr unter dem Gesetz des Alten Testaments steht (aha! - ein "echter" Christ kennt das AT nicht!)

Im Römerbrief schreibt Paulus: "Der eine hat den Glauben, alles essen zu können, der Schwache aber isst kein Fleisch ... So wird denn jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft ablegen. Darum lasst uns nicht mehr einander richten, sondern vielmehr sei dies eure Entscheidung: einem Bruder keine Ursache des Strauchelns zu geben noch ihm einen Fallstrick zu legen ... Denn wenn dein Bruder wegen einer Speise betrübt wird, so wandelst du nicht mehr gemäß der Liebe. Verdirb durch deine Speise nicht den, für den Christus gestorben ist (FÜR wen ist der denn gestorben? - d. V.) .. Es ist gut, nicht Fleisch zu essen noch Wein zu trinken, noch sonst etwas zu tun, woran dein Bruder Anstoß nimmt". 

Und im 1. Korintherbrief: "Wenn daher Speise meinen Bruder zum Straucheln bringt, will ich überhaupt nie wieder Fleisch essen, damit ich meinen Bruder nicht zum Straucheln bringe" (1. Korinther 8, 13).

Paulus müsste demzufolge Vegetarier gewesen sein. War er das? Nein! 

Auch hier wurde in christlicher Manier geheuchelt bis zum Erbrechen!

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helmutwk 04.12.2015, 14:26

Paulus müsste demzufolge Vegetarier gewesen sein.

Nö. Nach dem was er schreibt, müsste er dann auf Fleisch verzichtet haben, wenn das ein Glaubensbruder in Straucheln bringen könnte, und wenn so einer nicht anwesend war, konnte er auch Fleisch essen, insbesondere wenn eine Weigerung, Fleisch zu essen, ein Hindernis sein könnte, das jemand zum Glauben kommt.

Jeder Leser des Briefs wird die rhetorische Übertreibung erkannt haben und verstand, wie es gemeint ist: Niemals dann Fleisch essen, wenn dadurch das Seelenheil eines anderen gefährdet ist.

War er das? Nein!

Noch nicht einmal das ist sicher. Ich wüsste jetzt keine Bibelstelle, in der gesagt wird, dass Paulus irgendwann Fleisch gegessen hat.

Ich bin mir sicher: wenn jemand, der dich gut kennt, deine Worte so auf die Goldwaage legen würde wie du die von Paulus, dann könnte er dir auch schnell "Heuchelei" nachweisen.

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666Phoenix 05.12.2015, 11:02
@helmutwk

Da ich mich aus diversen Gründen niemals mit Saulus-Paulus vergleichen würde, ist diese Annahme ("Goldwaage") unsinnig!

Da aber Paulus in aller (christlicher) Munde ist und als Begründer der Christenlehre gilt, darf man seinen (angeblichen) Sprüchen schon mal etwas tiefer nachgehen.

Was die Bibelstelle über den Fleischverzehr des Paulus anbetrifft, die Du nicht kennst, so helfe ich Dir gerne aus.

In 1Kor 8,13 sagt Paulus: "Darum, wenn Speise meinen Bruder zu Fall bringt, will ich nie mehr Fleisch essen..."

Also das deutliche, wenn auch in üblicher, etwas umständlicher Manier formulierte Eingeständnis, dass er (zumindest bis dahin) gerne mal Fleisch zu sich nimmt. Solltest Du als verkappter Sprachakrobat doch eigentlich verstehen, oder? :-)

Den Rest Deiner Ausführungen habe ich, wie immer, mit großem Interesse gelesen. Aber man muss ja nicht jede Deutung eines der unzähligen Sprüche aus Deinem Wunderwerk akzeptieren. Du bist auch nur einer der vielen Exegeten!

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helmutwk 05.12.2015, 14:45
@666Phoenix

Da ich mich aus diversen Gründen niemals mit Saulus-Paulus vergleichen würde, ist diese Annahme ("Goldwaage") unsinnig!

Auch wenn ihr nicht vergleichbar seid: es ging um eine Vorgehensweise, wie du sie gezeigt hast, die dann gegen dich genauso unfair verwendet wird.

In 1Kor 8,13 sagt Paulus: "Darum, wenn Speise meinen Bruder zu Fall bringt, will ich nie mehr Fleisch essen..."

Nun, im Griechischen kann das "nie mehr" auf den ganzen Satz "Wenn ... essen" bezogen werden und nicht nur auf den zweiten Teil, wie du es tust.

Also das deutliche, wenn auch in üblicher, etwas umständlicher Manier formulierte Eingeständnis, dass er (zumindest bis dahin) gerne mal Fleisch zu sich nimmt.

Gut, da hast du Recht.

Aber man muss ja nicht jede Deutung eines der unzähligen Sprüche aus Deinem Wunderwerk akzeptieren.

Klar, die Frage kann auch offen gelassen werden. Nur was nicht geht: aus einer grammatisch möglichen, aber aus praktischen Gründen eher unwahrscheinlichen Deutung den Schluss zu ziehen, dass Paulus ein Heuchler war.

Du warst es, der eine bestimmte Deutung zur Basis einer Argumentation gemacht hast. Ich hab jetzt schon zwei andere Deutungen gebracht, um zu zeigen, dass praktisch jede andere Deutung deinen Schluss ungültig macht.

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666Phoenix 06.12.2015, 14:18
@helmutwk

Nun, im Griechischen kann das "nie mehr" auf den ganzen Satz "Wenn ... essen" bezogen werden und nicht nur auf den zweiten Teil, wie du es tust.

Unsauber und unredlich, wie so oft!

Muss hier jeder erst Griechisch lernen, um die Schein-Weisheiten Deiner Bibel zu begreifen?

Wieso ist eine Deutung, nämlich die von mir, "unfair". Eine  andere (z. B. Deine) angeblich "fair"?

Was sind für Dich "praktische" Gründe? Ich versuche anhand Deiner bisherigen Beiträge zur Deutung einer der vielen unterschiedlichen Bibeltexte, dieses Adjektiv etwas deutlicher zu definieren:

pragmatisch, opportunistisch, auf ein großes Ziel ausgerichtet: auf religiöse Verdummung des Restes der Welt! Paulus darf kein Heuchler sein ("es kann nicht sein, was nicht sein darf!"). Es muss reichen, dass er geistig und körperlich eine paar deutliche  Unzulänglichkeiten aufwies, wie er das selber beschreibt! Da darf es nicht auch noch charakterliche Schwächen geben! Lächerlich!

Hab trotzdem eine schöne Adventszeit!  

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helmutwk 09.12.2015, 13:17
@666Phoenix

Wieso ist eine Deutung, nämlich die von mir, "unfair".

Du hast eine rhetorische Übertreibung wörtlich genommen, die erkennbar nicht wörtlich gemeint ist. Und das "erkennbar" mach ich daran fest, dass du den Satz in dem diese Aussage vorkommt, benutzt hast, um zu zeigen, dass es nicht so war (also dass Paulus Fleisch gegessen hat).

Aber gut, ob nun deine oder meine Deutung eher der Lebenswirklichkeit entspricht, wo jeder mal was sagt, dass er nicht so wörtlich meint, kann ja jeder Leser entscheiden.

Da darf es nicht auch noch charakterliche Schwächen geben!

Ich wiederhole mich gerne: wenn Paulus ein Heuchler war, dann bist du auch einer. Oder hast du noch nie etwas gesagt, was du nicht so wörtlich meintest?

Dass Paulus ohne Charakterfehler war, hab ich nicht behauptet.

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666Phoenix 10.12.2015, 16:26
@helmutwk

Ich habe noch nirgendwo behauptet, dass ich kein Heuchler sei! Dreh die Diskussion bitte nicht rum! Paulus war und ist in Deinen Kreisen eine ganz andere Größe als ich! Deshalb dürften auch seine charakterlichen Schwächen (ich freue mich, dass Du diese wenigstens anerkennst) um einiges mehr ins Gewicht fallen. Zumal ja seine Nachläufer und Apologeten der ganzen Welt permanent erklären und verkünden, was Moral und Ethik respektive "christliche Werte" sein sollen!

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helmutwk 10.12.2015, 19:14
@666Phoenix

Deshalb dürften auch seine charakterlichen Schwächen (ich freue mich, dass Du diese wenigstens anerkennst) um einiges mehr ins Gewicht fallen.

Nur Heuchelei kann ich bei Paulus nicht erkennen. Die hast du konstruierst, indem du was wörtlich nimmst, was erkennbar nicht so wörtlich gemeint war.

Und das hab ich als unfair bezeichnet.

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666Phoenix 10.12.2015, 21:00
@helmutwk

Also, ich anerkenne, dass ich mitunter Sachverhalte übertreibe, nämlich um sie zu verdeutlichen! Ich unterstelle Deinem Pulses auch gar nicht, dass er bewusst heuchelt. Aber: in meinem ersten Beitrag schrieb ich:

"Und es geht Paulus, wenn er über Fleischnahrung spricht, nicht um das Leid der Tiere und um das Mitgefühl ihnen gegenüber, sondern um drei andere Dinge: Erstens müsse sich ein Christ entscheiden, ob er weiterhin an anderen unchristlichen Kulten teilnimmt, in denen Fleisch geopfert und gegessen wird. Zweitens geht es um die Frage, was ein Christ in diesem Zusammenhang essen darf, wenn er bei Nichtchristen zu Gast ist. Und drittens geht es Paulus um eine bestimmte Deutung der Freiheit bzw. darum, dass der Christ angeblich nicht mehr unter dem Gesetz des Alten Testaments steht .."

Es ging ihm nicht um das Wohl einer weiteren Schöpfung seines Gottes, als er von dem Leid der Tiere spricht. Dass Du mir das in gewohnter christlich-freundlicher Art erklären versuchen wirst (so wie Du mal die Bauern- und Sklavenfeindlichkeit des "Junkers" von der Wartburg versucht hast, freundlich "rüber" zu bringen), ist mir klar! Dass hier möglicherweise historische Gründe vorlagen und eventuell sogar humane Zwecke verfolgt wurden, könnte ich auch noch verstehen. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass hier deutliche Züge von Heuchelei zu erkennen sind und seine Nächsten- und Feindesliebe bei Tieren doch eine harsche Grenze kennt!

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helmutwk 10.12.2015, 22:01
@666Phoenix

Es ging ihm nicht um das Wohl einer weiteren Schöpfung seines Gottes, als er von dem Leid der Tiere spricht.

An keiner der Stellen, die du angegeben hast, spricht Paulus vom Leid der Tiere.

Nächstenliebe bezieht sich auf Menschen, das ist bei Paulus auch deutlich nachzulesen. Magst du ja kritisieren, aber Paulus macht da niemanden was vor, also keine Heuchelei.

Ich hab nur darauf hingewiesen, dass Paulus nicht geheuchelt hat. Die anderen Punkte, die du jetzt ausführlich zitierst, hab ich nicht kommentiert.

Du hast eine Tendenz, anderen Leuten (z.B. Paulus und mir) mittels Halbwahrheiten Dinge zu unterstellen, die sie so nicht gesagt haben. Das gilt übrigens auch für das, was ich zu Luther gesagt habe (ich kann mich zwar nicht konkret daran erinnern, aber da ich weiß, dass Luther anders wahrgenommen wurde als er schrieb, weil die Drucker nur das druckten, was politisch opportun war, kann ich mir denken, worum es ging).

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666Phoenix 11.12.2015, 12:42
@helmutwk

dass Luther anders wahrgenommen wurde als er schrieb, weil die Drucker nur das druckten, was politisch opportun war,

Natürlich, es waren wieder die "anderen", die wieder gar nichts verstanden hatten und dem Luther (und evtl. auch Dir?) nur Böses wollen! Mach Dich bitte nicht lächerlich!!

Was politisch "opportun" war (und ist), kann man an der Zusammenstellung des "Kanons" und dem Weglassen der Apokryphen sehen sowie an heutiger Berichterstattung zu diversen Themen. Bestes Beispiel, was Du eventuell nicht kennen wirst, ist ein Kommentar zu den Kirchenfinanzen hier in Sachsens Tageszeitung! Aber das ist insgesamt ein anderes Thema.

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Ja Zeugen Jehovas halten sich an Apostelgeschichte 15:28, 29.

Tiere Koscher zu schlachten, stellt aber nur eine Methode dar, Fleisch komplett entblutet anzubieten. Deshalb gibt es bei Zeugen Jehovas kein Gebot nur koscheres Fleisch zu konsumieren.

Im heutigen Israel essen ZJ natürlich koscheres Fleisch, da es hier Standard ist.

In Arabischen Ländern gibt es das schächten oder eben Halal, bei dem ja auch alles Blut entfließen soll. Allerdings, bevorzuge ich hier Varianten, die ein Tier nicht unnötig leiden lassen. Für einen Christen ist Halal kein Problem, denn auch wenn hier nur Begrenztes Wissen Islamischer Metzger vorliegt, so ist die Weihung an Allah (Allah bedeutet einfach nur Gott), ebenfalls dem Gott der Bibel Jehova zuträglich. Die 100 bzw. 99 Namen im Islam für Gott sind lediglich Titel und keine Eigennamen. Letztlich ist hier immer der Gott Abrahams JHWH, zu deutsch Jehova/Jahwe gemeint.

Als Jäger und Schlachter kenne ich mehrere Varianten um Fleisch gleich auszubluten. Und ich kaufe nur Fleisch von dem ich weiß, dass es ausgeblutet wurde.

Zum Beispiel, Eber- oder Wildschwein kommt in Deutschland zu 80% als Import aus Australien. Das Tier wird geschossen und falls nicht tödlich über Stunden mit Hunden durch das Outback gejagt. Durch den Stress und fehlendes Ausbluten verbleibt hier in jedem Fall Tierblut. Die Tiere kommen sofort ohne Ausbluten in den Kühlkreislauf. Deshalb kaufe ich so etwas erst gar nicht! 

Schlachte ich selbst, dann sofort tödlich mit einem Bolzenschussgerät. Danach hiefen wir das Tier (Rind, Lamm, Schwein), sofort an einem Haken nach oben. Dann schneiden wir die Hauptschlagader auf, so das nach spätestens 2 Minuten alles Blut heraus fließen kann. Meist ist das in unter 60 Sekunden nach dem Tod des Tieres geschehen. Nach 2 Minuten kann man ein Tier in der Regel nicht mehr völlig ausbluten lassen!

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Hallo! Das ist ja nun eine Glaubensfrage und wird leider oft einseitig so gesehen. Es geht immer auch um Schächten und das ist Tierquälerei egal für welchen Glauben es gemacht wird. 

Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandeln. (Mahadma Gandhi)

Ich wünsche Dir ein gutes und schönes Wochenende.

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Wahrscheinlich weil es kein Begrenzung nach reinen und unreine Tiere gibt.

Nur dass das Fleisch die "Seele"(Blut) nicht mehr enthalten darf. Fleisch mit kleinen übrige Gerinsel, als sehr wenig Blut, weil es einfach nicht anders geht, wird verzehrt.

Wenn sie Allah als eine Götze wahrnehmen, dann würden sie sowieso kein Fleisch essen die Halal ist.

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