Wann würdet ihr wieder zum Gottesdienst gehen?

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Ich bin oft enttäuscht von Kirchen die ihr Kreuz auf dem Dach tragen aber nur Politik von der Kanzel reden. Viele Gottesdienste in denen ich in Landeskirchen war, sind tot.... es redet vorne nur ein Mensch die ganze Zeit, du kommst dir vor wie auf einer Beerdigung, und nach dem Gottesdienst gehen alle ihre Wege und es ist in Minuten alles leer gefegt. Wenn man in die Bibel schaut heißt es dass die Stiftshütte, ein Vorreiter unserer Kirchen, auch Ort der Zusammenkunft genannt wurde. Ein zentraler Ort wo sich Menschen begegnen. auch der Tempel später war ein Punkt wo Menschen sich trafen, aufeinander zugehen. Die gemeinsame Motivation, an diesen Ort zu kommen, verband die Menschen. und heute? Es wird nicht gesprochen, es wird nicht gelacht, es wird nur die Bank durchgesessen und die Stunde abgewartet.

 

Ich persönlich habe mein geistliches Zuhause in einer freievangelischen Gemeinde gefunden. Es ist keine Kirche sondern eine ehemalige Kneipe in der wir uns treffen, der Pastor trägt keine schwarze Kutte sondern Klamotten wie jeder andere, aber der Glaube wird gelebt, man begegnet einander in Liebe und man spürt Gottes Gegenwart, nicht in der Größe und Herrlichkeit des Gemäuers sondern in den Herzen der Menschen.

 

Vielleicht war ich bisher einfach in den falschen Gottesdiensten aber ich konnte bisher Gott nicht spüren wenn ich in Landeskirchen ging.... da war der Gottesdienst nur noch ein Häkchen im Kalender

Vielen vielen Dank für deine Antwort, das hat mir sehr geholfen. Wie könnte man den deiner Meinung und deinen Erfahrungen nach diese Begegnungen schaffen, ohne tatsächlich den traditionellen Gottesdienst abzusetzen? Würden es schon Kleinigkeiten in den Gottesdiensten der Landeskirchen tun, um sie mehr nach deinen Vorstellungen gestalten zu können? :)

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@BerthaDieBaer

Das umzusetzen dürfte schwierig werden. Das ist allein schon der Architektur geschuldet. in Kirchen ist man von Natur aus leiser, gedrückte Stimmung, Feste Bänke, man hat generell das Gefühl, sich zu unterhalten und ggf. zu lachen während man in einer Kirche ist, das ist verpöhnt, geradezu obszön. Wenn man sich unterhält dann eher im Flüsterton oder über Mimik oder Whatsapp (kleiner Seitenhieb an die Jugend die ihren Kopf heutzutage nicht wirklich zum Gebet neigen ;-) ).

Abhilfe könnte zum Beispiel ein Stehcafe nach dem Gottesdienst schaffen, wo man sich draußen im Sonnenschein unterhält und halt nicht direkt nach Hause geht.

Aktionen außerhalb des Gottesdienst sind auch hilfreich. Sportaktivitäten oder mal n Picknick. Das stärkt, wenn es gut besucht ist, die Gemeinschaft innerhalb der Kirchengänger und man kommt vielleicht ein wenig lieber zum Gottesdienst weil da jetzt Menschen sind die man nicht nur aus den Holzbankreihen kennt.

Eine weitere Idee wäre es, den Gottesdienst vielleicht persönlicher zu gestalten, zB Raum bieten, eigene Gebetsanliegen zu erzählen und füreinander zu beten, direkt während des Gottesdienstes. Das schafft Einheit vor und mit Gott. Menschen sollten sich nicht anonym sondern angenommen fühlen, wenn sie eine Kirche betreten.

Ein Gedankenanstoß: Gott freut sich wenn sich seine Kinder freuen.... also warum ist in einer Kirche meist eine Grabesstimmung?...

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Wir gehen regelmäßig jeden Sonntag in einen evangelischen Gottesdienst. Waren früher auch regelmäßig (aus familiären Gründen) in der katholischen Messe. Aber im katholischen Gottesdienst hat uns das Amt des Priesters gestört. Die Prachtentfaltung der Kirche und die ständige Betonung des Mittleramts haben uns davon abkommen lassen. Es geht meist weniger um das Evangelium sondern um das Amt, das Verehrung fordert.

Durch die Gottesdienstbesuche bekommt der Sonntag auch wieder einen richtigen Sinn - uns bringt das etwas. Außerdem kann ich unseren Dank gegenüber dem Schöpfer zum Ausdruck bringen. Ich etwas von den Predigten für die kommende Woche mit - das ist eine positive Erfahrung.

LA

Vielen Dank für die Antwort, mir geht es genauso! Auch deiner Kritik zum System der katholischen Kirche stimme ich zu... :)

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Mal eine andere Antwort. Selber bin ich atheistisch erzogen, gehe nur Weihnachten in die Kirche oder wenn da mal ein Konzert ist.

Ich sehe aber in der heutigen Gesellschaft viel Vereinsamung. Ich sehe auch Menschen, die von einem Tag auf den andern erfahren, dass sie nicht mehr lange leben werden. Ich sehe Menschen in großer Not, die dann zu guter letzt zum "lieben Gott" beten und Hilfe suchen.

Aber auch einfache Leute, die Trost suchen und eben die Gemeinschaft, die sie dort finden. Was ist denn heute auf den Dörfern noch los außer Sonntags Kirche? Früher wurde viel mehr organisiert und gefeiert.

Ich sehe aber auch christlich eingestellte Menschen, die in der Diakonie, bei Pflegediensten und erster Hilfe selbstlos und gewissenhaft arbeiten. Selbst große Geister ließen sich lieber in einem christlichen Krankenhaus behandeln.


Tatsächlich mal eine andere Sichtweise - Dankeschön :) Ich verstehe, was du meinst... In unserer Gemeinde werden Gemeinschaft und Seelsorge noch groß geschrieben und wir haben viele verschiedene Angebote, leider geben viele Christen diesen kirchlichen Veranstaltungen überhaupt keine Chance. Deswegen habe ich hier die Frage gestellt, was sich denn wohl ändern müsste oder wie Kirche attraktiver gestaltet werden könnte...

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Der Gottesdienst müsste zu einer anderen Uhrzeit und am besten gleich an einem anderen Tag statt finden.

Sonntags morgens um zehn ist mir meistens zu früh.

Es gibt jeden Tag Gottesdienste. Vor allem auch samstag- und sonntagabends - zumindest bei den Katholiken. Da sollten Tag und Uhrzeit kein Problem sein.

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Die meisten Menschen, welche nicht mehr in die Kirche gehen, oder sogar als Mitglieder austreten, waren noch nie gläubige Christen und vollziehen ihre Abwendung mit der Absicht Beiträge/Geld zu sparen aus einer Mitgliedschaft, der sie sich noch nie wirklich zugehörig gefühlt haben.

Andere, welche sich von den "großen" Kirchen abwenden, haben dafür meistens konkrete Glaubensgründe und fühlen sich in ihrer Kirche nicht zuhause, weil dort mehr Kirchenpolitik gemacht wird, als echtes Glaubensleben praktiziert und gelehrt wird. Diese Gruppe geht jedoch, wenn sie nicht einfach verzagt und zuhause bleibt, meist zu einer der evangelischen Freikirchen, wo sie sich auf biblischer Grundlage wiederfindet, auch mit dem Wissen und dem Willen, dass zu einem echten Christen auch ein adäquates Gemeindeleben dazu gehört.

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