Wann macht Abitur nachholen Sinn?

5 Antworten

Bildung ist in gewisser Weise auch Selbstzweck. Deshalb lohnt ein höherer Schulabschluss für jeden, auch wenn er ihn nicht unbedingt für berufliches Fortkommen oder ein Studium braucht. Wenn solches angestrebt wird, lohnt es sich erst recht, unabhängig davon, ob man in Lohn und Brot steht oder nicht. Und das Argument, Abitur lohne nicht weil es auch keine Garantie für einen Job sei, ist wohl das dümmste was ich je gehört habe. Wer mit Abitur keinen Job findet, findet ohne erst recht keinen.

Das Beispiel zu der aussage war eben ein junge der mit 25 Jahren keine Ausbildung vollendet hatte und von zu großen Berufswünschen getrieben gerne abitur nachholen würde um seine wunschausbildung oder sein wunschstudium zu absolvieren. Gegenargument war das er zu alt wäre und das die jobaussichten miserabel wären weil es schüler gibt die mit 18,19 schon abitur haben und er als spätzünder wahrscheinlich mit 28 jahren (ich glaube abitur dauert 3 jahre hier in hessen) erst abitur hätte. Zeitverschwendung war die aussage der meisten.

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@Madeffect

Das mag sein. Dann kommt es darauf an, was er die ganze Zeit gemacht hat. 25 Jahre, keine Ausbildung, kein Abi. Bloß dass der Werdegang nicht der Norm entspricht , würde ich für mich persönlich nicht akzeptieren.

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Das Abitur ist nicht zwangsläufig ein Nachweis von Bildung. Die früher - insbesondere von Philologen - so gerne benutzte Differenzierung von Bildung (Hochschule) und Ausbildung (Handwerk und Gewerbe) ist in der pädagogischen Diskussion längst überholt.

Wenn ich - Studiendirektor im Ruhestand - heute auf meinen persönlichen Lebensweg zurückblicke, habe ich das Abitur niemals wirklich benötigt. Für mein Studium an der damaligen Ingenieurschule in Essen reichte 1964 eine einschlägige Berufsausbildung und das Bestehen eines Ausleseverfahrens. Als ich 1972 mein Lehramtsstudium an der Universität zu Köln begann, reichte mein Abschlusszeugnis der Ingenieurschule als Zugangsberechtigung. 

Ich habe dennoch mein Abitur 1971 extern gemacht; die Vorbereitung im privat finanzierten Fernunterricht habe ich 1968 begonnen; aus beruflichen Gründen war der Besuch eines Abendgymnasiums nicht möglich; auch wenn ich manche Nacht nur mit starkem Kaffee überbrücken konnte, einmal noch Hausaufgaben im schwarzem Anzug vor meiner Hochzeit fertiggestellt habe; ich habe es durchgezogen. Nach der Automatisierung von Proteasenbestimmungen im Betrieb, waren nachts Cicero und Seneca dran. Das Große Latinum (das gab's damals noch) sollte es dann schon sein. 

Was war die Triebkraft? Eben nicht die berufliche Karriere, sondern der persönliche Ehrgeiz, es denen zu zeigen, die mir am Gymnasium 1961 jegliche Studierfähigkeit, jegliche Fähigkeit zu einem akademischen Beruf abgesprochen haben, jenes Mittelmaß beschränkter Pädagogen, die sich anmaßen, berufliche Wege voraussagen zu können. Leider konnte ich keinem dieser alten Herren mehr meinen Hochschulabschluss (mit Auszeichnung) unter die hohe Nase reiben. In diesem Forum aber ist es mir ein Anliegen, allen jungen Menschen Mut zu machen, und sich nicht von "erfahrenen" Pädagogen ins Bockshorn jagen zu lassen.

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In der Regel raten die vom Abi ab, die keines haben. Für das Abi spricht vieles. Leider ist es heutzutage in der Berufswelt so, dass bei Einstellung und Bezahlung vor allem die Papierform zählt und nicht die individuelle Leistung. Dann spricht dafür, dass Bildung grundsätzlich gut und hilfreich in allen Lebenslagen ist. Man kann auch mit Abi einen Beruf erlernen. Mit Abi stehen dir insgesamt viel mehr Wege offen, als ohne. Voraussetzung ist, dass du den Stoff bewältigen kannst und gerne lernst. Das kann man aus der Ferne aber nicht genauer beurteilen.

es gibt keine schulbildung, die höherwertiger ist als das abitur. das ist eine frage des anspruchs: fritten oder nahrhaftes. das abitur ist ja nicht nur zum zweck des ´weiterkommens´ gedacht, sondern dient ja auch der ´inneren nahrung´.

schuss in den ofen? das können nur die sagen, die sich nicht entwickeln wollen (oder können). dann ist man gleicher unter gleichen und tröstet sich mit so einem quatsch.

aus der perspektive eines 20- oder 25jährigen sind 2-3 jahre natürlich viel, weil das ein erheblicher bruchteil seines lebens ist. aber aus der perspektive eines 30- oder 40jährigen sind 2-3 jahre ein klacks, und glaub mir, ich kenne genug leute, die sich in den kecks beißen könnten, weil sie zwar einen job haben, aber weitaus weniger verdienen als jemand mit abi. jeder handwerker wird mit einer guten schulbildung besser honoriert als andere.

zu deinen fragen, für wen das was ist: für jeden! setzt natürlich etwas grips voraus; nicht nur, um das abi zu schaffen, sondern auch über den alters-tellerrand zu schauen. wo willst du in 20 jahren sein? oder in 30? willst du eine familie ernähren oder dir andere wünsche erfüllen können? usw. usw.

das abi ist natürlich keine garantie für einen job - dafür machst du ja eine ausbildung/ studium. aber wenn auf dem arbeitsmarkt ´gesiebt´ wird, dann darfst du 3x raten, wer durch das sieb fällt und wer im körbchen bleibt...:o)

altersgrenze: ist je nach bundesland unterschiedlich geregelt. google mal nach erwachsenenbildung/ abitur/ betreffendes bundesland

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