Mit welchen Bibelstellen wurde die Hexenverfolgung begründet?

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10 Antworten

Auch wenn es dir nicht gefällt: es gehört zum Wissen über "Hexen" dazu, auch die weltliche Seite zu betrachten. Die Mutter von Johannes Kepler (Astronom) wurde der Hexerei bezichtigt. Die Gattin des Glasers bezichtigte sie, ihr einen "bitteren Trank gegeben" zu haben.

Möglicherweise waren geschäftliche Differenzen die Ursachen. Jedenfalls war es dann der Vogt von Leonberg (kein Geistlicher), der die Anklage erhob. Er handelte in Übereinstimmung mit weiten Teilen der Bevölkerung.

"Bibelstellen" findest du hier nicht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Katharina_Kepler

Durch das Eingreifen des Sohnes wurde sie am Leben gelassen. Zudem zeigt dieses Beispiel, dass es weder das berüchtigte "Mittelalter" war noch primär die Kirche, die bei dieser Art Prozessen maßgeblich war (in der Neuzeit).

Wenn du auf Häretiker anspielst: (z.B. Jan Hus), ja, da war die Kirche in der Tat beteiligt. Ist aber was anderes als ein Hexenprozess.  

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Es gab keine Begründung. Zur Zeit der Hexenverfolgung wurden die Taten und Entscheidungen der Kirche nicht in Frage gestellt.

Das ist nicht so wie heute, dass sich irgendjemand hinstellen und die Kirche kritisieren kann. Die Kirche stand ganz oben, sogar über den Königshäusern. Kritik an deren Taten war schon Häresie oder wurde ähnlich behandelt.

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Kommentar von Quarki123
19.06.2017, 16:40

Aber kennst du vielleicht noch 1 Bibelstelle. Die Lehrer reißen mir den Kopf ab, wenn ich nicht noch eine finde.

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im für Christen verbindlichen Neuen Testament gibt es dafür keine Rechtfertigung, weder für die Existenz von Hexen, die mit dem Teufel im Bund stünden, noch für die Pflicht, sie zu verfolgen und zu verbrennen.

Einige Theologen begründeten es mit dem 2.Buch Mosis Exodus, 22.17 "Zauberer und Hexen sollst du nicht am Leben lassen."

Doch für die jahrhundertelangen Hexenjagden berief man sich nicht auf die Bibel, sondern auf die sog. Hexenbulle von Papst Innozenz VIII:
Papst Innozenz VIII. ermächtigt die beiden in Deutschland tätigen Inquisitoren Heinrich Institoris und Jacob Sprenger, gegen die Zauberer und Hexen gerichtlich vorzugehen. Er erklärt den Widerstand, den dieselben seither in Kreisen von Klerikern und Laien bei dieser Tätigkeit gefunden haben, für unberechtigt, da diese Verbrecher tatsächlich unter die Kompetenz der Ketzerrichter gehören, und  beauftragt den Bischof von Straßburg, die den Inquisitoren etwa entgegengesetzten Hindernisse durch die Verhängung kirchlicher Zensuren zu beseitigen.

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Kommentar von Quarki123
19.06.2017, 16:49

Kannst du mir die Quelle mitteilen? Also von dem Hexenbullen.

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Falls dich auch eine Erklärung interessiert, die weder auf Bibel noch auf Kirche zurückgreift, kann ich dir diese zur Ergänzung anbieten:

"Norman Cohn hat als Erster gesehen, dass Hexen seit dem 15. Jahrhundert die frühere Sündenbockrolle der Juden übernahmen.

Hexerei kann als das paradigmatische Verbrechen der Kleinen Eiszeit betrachtet werden, denn die Hexen wurden direkt für das Wetter verantwortlich gemacht, ebenso für fehlende Fruchtbarkeit der Felder, Kinderlosigkeit und natürlich für die "unnatürlichen" Krankheiten, die im Gefolge der Krise auftraten. [...]

Das Delikt verschwand wieder aus dem Strafrechtskatalog nach dem Ende der Kleinen Eiszeit bzw. mit der Erfindung von einleuchtenderen Deutungsmustern. [für das schlechte Wetter und Missernten] (Wolfgang Behringer: Kulturgeschichte des Klimas. Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung, S.173)

Nach dieser Erklärung sind weder Bibel noch Kirche schuld an der Hexenverfolgung, sondern ein Klimawandel. Jetzt kann man darüber spekulieren, was uns noch bevorsteht, wenn der gegenwärtige Klimawandel voranschreitet. Man braucht es aber nicht.

Für euren Unterricht stellt der Hinweis aber vielleicht eine Bereicherung dar.

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Die kath. Kirche bekämpfte die Häresie, nicht die Hexerei. Deshalb wurden Hexenverbrennungen vom Vatikan verurteilt.

Hexenverbrennungen fanden hauptsächlich unter staatlicher Aufsicht in protestantischen Ländern statt.

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U.a. mit dem ersten Gebot: Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.

Hexen wurde nachgesagt, dass sie andere / heidnische Götter oder den Teufel anbeteten und mit ihrer Hilfe Unheil unter den Christen anrichteten.

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 Eine Hexe sollst du nicht amLeben lassen. 2.Mose 22,17 

LG Dir

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Kommentar von Quarki123
19.06.2017, 16:32

Die Stelle kenne ich auch, aber wenn man das hört, dann fragt man sich doch: "Ja aber warum soll man eine Hexe töten?"

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Jegliche die eventuell die christiliche Religion hinterfragten, oder behaupteten die Bibel sei nicht richtig waren Hexen und Zauberer. Kritiken hat die christliche Religion im Mittelalter nicht zugelassen.

Auch Menschen die rote Haare trugen galten als mit dem Teufel im Bunde und wurden auf den Scheiterhaufen geführt.

Mit vielen, für uns heute unglaublichen Maßnahmen, hat sich die Kirche einen Bereich geschaffen den man Religion nennt und ihre sogenannten Vertreter Gottes auf Erden über Jahrhunderte ernährt. 

In einigen Religionen herrschen heute ähnliche Zustände. Sie töten diejenigen als Ungläubige die nicht Religionsmitglieder sind. 

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Kommentar von OlliBjoern
20.06.2017, 23:19

Du verwechselst Häretiker mit Hexen. Ein Häretiker stellte Lehren in Frage, und da war in der Tat die Kirche allergisch drauf (und die Inquisition). Ein Häretiker war jedoch kein Hexer.

Um eine "Rothaarige" hinzurichten, wurde gemeinhin gar kein kirchliches Urteil gebraucht. Das kam zum Teil aus der Bevölkerung, die wollte das so. Siehe auch meinen Eintrag zum Thema Katherina Kepler (und die Beteiligung der weltlichen Obrigkeit).

Die Inquisition wurde sogar aufmerksam, wenn in einem Ort auffällig viele Hexen umgebracht wurden, und untersuchte das dann. Aktionen ohne Kontrolle der Kirche wurden kritisch beäugt.

Leider werden diese beiden höchst unterschiedlichen Dinge sehr oft verwechselt. Sicher war die Kirche damals nicht zimperlich, aber alles auf sie zu schieben, verkennt, wie viel die einfache Bevölkerung (und die Obrigkeit) von sich aus wollten.

Manchmal waren auch handfeste wirtschaftliche Konkurrenzsituationen die Ursache.

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Galater 5:20-21: "Abgötterei, ZAUBEREI, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, MORD, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchem ich euch zuvor gesagt habe und sage euch zuvor, daß, die solches tun, WERDEN DAS REICH GOTTES NICHT ERBEN." 

Im neuen Testament steht, dass wer Zauberei, genauso aber Mord, treibt/begeht, wird nicht in den Himmel kommen. Jedenfalls wenn man es bis zu seinem Lebensende ohne Umkehrung ausübt. 

Zwischen altem und neuen Testament gibt es übrigens Unterschiede, in der Zeit vor Jesus wurden z.B. viele Tieropfer verlangt, jetzt nicht mehr, denn Jesus hat die Strafe unserer Sünden komplett bezahlt. 

Vielleicht haben die Menschen damals Hexenverfolgung mit Bibelstellen aus dem alten Testament belegt:  

2. Mose 22:17: "Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen." 

3. Mose 20:27: "Wenn ein Mann oder Weib ein Wahrsager oder Zeichendeuter sein wird, die sollen des Todes sterben. Man soll sie steinigen; ihr Blut sei auf ihnen." 

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Kommentar von extrapilot351
21.06.2017, 05:59

Mit Religion lässt sich kein Mord rechtfertigen.

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ja, entblock mich auf wa und steam ...

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