Was hat Martin Luther mit der Hexenverfolgung zu tun?

5 Antworten

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Luther war davon überzeugt, dass es Hexerei gibt und war dafür, Zauberer und Hexen gerichtlich zu verfolgen. Er war für die Verurteilung der verdächtigten Personen. Aus einer seiner Predigten: "Es ist ein überaus gerechtes Gesetz, dass die Zauberinnen getötet werden, denn sie richten viel Schaden an".

kurz und genau auf den punkt gebracht, danke!

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@hostelcrasher

Entweder, die Menschen, auch Martin Luther, wussten es zu dieser Zeit nicht besser. Oder: Es wurde bewusst Angst unter die Menschen gestreut. Ein Glück: Heute sind wir schlau!

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@Mosus

Bedanke Dich bei der Katholischen Kirche und der Inquisition (heute: Kongregation für die Glaubenslehre). Chef: Kardinalpräfekt, bis zu seiner Wahl zum Papst war dies Josef Kardinal Ratzinger

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Im südthüringischen Schmalkalden läuft derzeit eine große und hochgelobte (siehe unter www.historischeausstellungen.de) Ausstellung mit dem Titel "Luther und die Hexen". Dort wird auf Luthers Haltung gegenüber Hexen eingegangen. Die usstellung kommt zu dem Schluss: Hätten sich protestantische Obrigkeiten an Luther gehalten, wäre es zu keinen Massenverfolgungen gekommen. Martin Luther lehnt die Vorstellung von Hexenflug und Hexentanz ab. Damit hätte es zu keinen Besagungen kommen können, welche Auslöser für die meisten Fälle von Hexenverfolgung waren. In der Ausstellug wird auch auf hunderte von Einzelfällen von Hexenverfolgung eingegangen. Eine höchst sehenswerte Schau.

Der Satz: "Die Zauberinnen sollten getötet werden" findet sich gleich mehrfach im Luthers Texten. Er glaubte an auf Böcken und Besen reitende "Teufelshuren", die "Kinder in der Wiege marterten", und auch daran, das es in der Natur der Frauen liegt Zauberei und Aberglaube zu treiben. Für Luther stand fest: "Es ist ein gerechtes Gesetz, dass sie getötet werden" Allerdings warnte Luther vor Hexenpanik und predigte es sei Unsinn, "dass ihr eine auftretende Pustel oder Krankheiten gleich den Zauberern zuschreibt". Obwohl Luther die von der Inquisation vertretene "Hexenverschwörung" ablehnt, kommt es auch in protestantischen Gebieten zu "Hexen-Verfolgungen" - unterstützt von den jeweiligen Landesherren.
"Übrigens beruhen viele Anklagen wegen Hexerei auf Nachbarschaftsstreitigkeiten - was aber damals nicht zur Einstellung der Verfahren führte". So die Ergebnisse neuester Untersuchungen in diesem Bereich.

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