Kann Martin Luther ein Vorbild sein?

13 Antworten

Sich ein Vorbild an jemandem zu nehmen, ist nicht das gleiche, wie alles genau so zu betrachten und zu machen wie er. Eines meiner Vorbilder ist Thomas Edison und ich setzte auch keine Tiere unter Strom.

Verpflichte dich keinem Heldenideal. Wenn du findest, jemand hatte eine vorbildliche Eigenschaft, oder hat etwas tolles erreicht, dann versuche, dein Verhalten so anzupassen, als hätte dir diese Person einen guten Rat gegeben, den du jetzt in Erägung ziehst.

Das Luther ein Antisemit war, ist leider so.

Da muss man die Menschen ggf. auch etwas als Produkt ihrer Zeit sehen.

Würdest Du einem Kind, was 1936 eingeschult wurde zur Last legen, des es Heil Hitler schreiend 1945 noch ins letzte Aufgebot gezogen ist?

Luther hat mit der Bibelübersetzung nicht nur eine Mammuthaufgabe bewältigt, sondern dazu noch ie deutsche Sprache vereinheitlicht.

Er hat ein korruptes Papstsystem aufgedeckt (wäre damals der heutige Papst Franziskus Papst gewesen, hätte es keine Reformation gegeben).

Ich sehe Martin Luther schon als ein Vorbild. Aber gut ich bin Parteiisch, denn ich bin überzeugter Lutheraner.

"Würdest Du einem Kind, was 1936 eingeschult wurde zur Last legen, des es Heil Hitler schreiend 1945 noch ins letzte Aufgebot gezogen ist?"

Sorry, aber nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Das Kind war dann 9. Als Luther seine Pamphlete schrieb war er ein Mann mittleren bis fortgeschrittenen Alters.


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@Hegemon

> Das Kind war dann 9.

Unter der Voraussetzung, dass es gleich bei Geburt eingeschult wurde, stimmt die Rechnung.

Ich halte die Voraussetzung für höchst unwahrscheinlich.

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Nein - dazu gibt es keinen Handlungsbedarf.
Wenn Jemand Vorbilder braucht, dann gibt es viel bessere.
Wegen eventuell einigen positiven Eigenschaften, welcher jeder Mensch hat, muß man sich keine Vorbilder suchen vor allem nicht solche Menschen, welche mit ihrer menschlichen Haltung sehr hinterfragbar sind.
Luther hat die Botschaft Jesu nicht verinnerlicht.
Deswegen hatte sie in seiner "Theologie" auch kaum Platz, ja wurde im Wesentlichen auch strickt ignoriert.


Du musst dich einmal in Luther hineinversetzen. Natürlich kann Luther ein Vorbild sein. Die Nazis haben vieles was Luther gesagt hat aus seinem Zusammenhang gerissen und für ihre Zwecke, sagen wir, etwas umformuliert. Er ist kein Vorbild für mich, das sind nur Jesus und die zwei Hannas aus der Bibel. Aber ich würde dir empfehlen den Zusammenhang mit dem 'man soll die Synagoge niederbrennen' noch einmal genauer zu untersuchen. Du musst ihn dir ja nicht zum Vorbild nehmen. Es gibt noch viele andere Vorbilder.

Martin Luther hat das religiöse Verständnis der damaligen Zeit vom Kopf auf die Füße gestellt, insofern könnte man ihn als Vorbild nehmen. Er hat auch Dank der Übersetzung des neuen Testaments vom Griechischen ins Deutsche Maßstäbe gesetzt und mit der Verbreitung des Hochdeutschen eine der Voraussetzungen für die Entstehung unserer Nation geschaffen.

Er hat ebenfalls unbewusst die Voraussetzung für die Säkularisierung Deutschlands geschaffen, indem er das Machtverhältnis zwischen kirchlicher Macht und weltlicher Macht zugunsten Letzterer verschob, wodurch die Fürsten und Könige die politische Macht der Kirche zurückdrängen konnten. Das französische Bürgertum hat indes 1789 einen nachhaltigeren Weg gefunden, um dieses Ziel zu erreichen. Der 2. Stand hat bis heute nichts zu melden im katholischen Frankreich, da hat Deutschland noch einiges nachzuholen.

Allerdings entwickelte sich Dr. Luther zum "Bösen alten Mann" und liess im fortgeschrittenen Alter seinem Antisemitismus freien Lauf. In jungen Jahren war er  genüber der jüdischen Religion jedenfalls nicht so negativ eingestellt.

Fazit: Rosinenpicker können Dr. Martin Luther durchaus zu ihrem Vorbild nehmen.

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