Ist Spiritualität Schwachsinn?

17 Antworten

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Bibel Gottes wahres Wort und Offenbarung für uns Menschen ist (vgl. 2. Timotheus 3,16; 2. Petrus 1,21).

Für mich gibt es für die Wahrheit dieser Aussage viele Gründe, z. B. ihre Argumentation, ihre Logik und ihr Aufbau, die Einzigartigkeite ihrer Entstehung und Überlieferung, der Bereich "erfüllte Prophetie" usw.

Einige davon werden z. B. hier aufgeführt und erklärt: http://www.wo-ist-gott.info/sites/beweise-fuer-gott.htm

 Wenn die Bibel recht hat... 

  • gibt es einen Gott
  • ist dieser Gott erfahrbar
  • hat unser Leben einen wirklichen Sinn und eine Zukunft
  • kennt und liebt dieser Gott jeden einzelnen und nimmt Anteil an unserem Leben
  • trennt uns Sünde (unser Egoismus und seine Folgen) von Gott
  • bleibt diese Trennung auch über den Tod hinaus bestehen, wenn wir nie bewusst auf die Seite Gottes treten
  • gibt es weder eine Wiederverkörperung (Reinkarnation) noch Höherentwicklung noch Selbsterlösung
  • sind Himmel und Hölle Realitäten
  • gibt es nur einen Weg, mit Gott versöhnt zu werden
  • können wir über unsere Zugehörigkeit zu Gott eine klare persönliche Gewissheit erlangen.

Wenn die Bibel recht hat... gibt es einen Gott... ist dieser Gott erfahrbar 

Oh wow, das bedeutet also, wenn man Gott nicht belegen kann durch überprüfbare, nachvollziehbare Erfahrungen, dann ist die ganze Bibel falsch und es gibt keine Ausreden mehr, Du würdest zugeben, daß es keinen Gott gibt?

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Da müsste man meiner Meinung nach zunächst einmal klären, was denn in diesem Fall der Begriff "Schwachsinn" eigentlich bedeuten soll.

Steht "Schwachsinn" für irrationale, wissenschaftlich nicht beweisbare, oder sogar widerlegte Ansichten, dann dürfte das in vielen Fällen zutreffen.

Allerdings finde ich es immer sehr unglücklich, derart abwertende und provokative Formulierungen zu nutzen, die von Intoleranz zeugen.

Für viele Menschen ist Spiritualität ein Gegengewicht zum Materialismus, durch den sie ihre emotionale Bedürfnisse nicht befriedigen können.

Viele negative Charaktereigenschaften werden durch Unzufriedenheit über die eigene Situation und mangelnde gesellschaftliche Anerkennung gefördert.

Ein sozialer "Verlierer" wird sich fast immer wünschen, jemand "besseres" zu sein - und womöglich versuchen, mit Gewalt daran zu kommen.

Alternativ bleibt ihm, da ihm diese "Aufwertung" in der Realität nicht gelingt, in die Irrationalität zu fliehen.

In seiner Phantasie wirkt eine "höhere Gerechtigkeit", die alle Materialisten richtet und den Armen und Unterdrückten zum Erfolg verhilft.

Die einen schließen sich daraufhin gesellschaftlichen Revolutionsbewegungen an, während andere ihr Selbstbewusstsein durch Spiritualität aufwerten wollen.

So lange die Leistungsgesellschaft und der Konsumwahn dazu führen, dass sich Menschen "abgehängt" und isoliert fühlen, so lange werden sie ihr Heil in Spiritualität suchen.

Viele Religionen und andere Bewegungen gingen, wenn man ihren Legenden folgt, vom Bodensatz der Gesellschaft, oder von gesellschaftlich fragwürdigen Gestalten aus.

Die biblischen Stammväter irrten in der Wüste umher, der Buddha war ein "Aussteiger" aus dem Luxusleben und Jesus sammelte soziale Randgruppen um sich, während Mohammed ein gewaltsamer Revolutionär war.

Würden materieller Wohlstand und gesellschaftliche Anerkennung alle Bedürfnisse befriedigen, gäbe es womöglich keine Spiritualität.

Hast du das Zeug studiert?

Aber Respekt sehr ausführliche Antwort!

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Hallo Garmos8221,

warum sollte das so sein? Religion oder Anbetung ist ja nicht grundsätzlich etwas Schlechtes, der Wunsch danach ist sogar tief im Menschen verwurzelt. Der Psychologe, Dr. Kevin S. Seybold, sprach einmal in diesem Zusammenhang von einem "ureigenen Drang des Menschen, etwas anzubeten". Besonders in den letzten Jahren haben verschiedene Wissenschaftler festgestellt, dass der Mensch von Natur aus nach einem tieferen Sinn im Leben verlangt. Die Religionen befriedigen zum Teil dieses Verlangen.

Der tiefere Grund dafür, dass sich die Religionen nicht als eine Kraft zum Guten erwiesen haben, liegt im Menschen selbst. Die Bibel drückt es so aus: "Die Neigung des Menschenherzens ist böse von seiner Jugend an" (1.Mose 8:21). Jeder Mensch hat also gewisse schlechte Neigungen und Wünsche ererbt. Das heißt aber nicht, dass man diesen Neigungen einfach folgen muss. Wir haben auch die Fähigkeit mitbekommen, uns selbst zu steuern und ein schlechtes Verlangen zu beherrschen. Damit jedoch ein Mensch das auch tut, braucht er ein starkes inneres Motiv. Genau dieses Motiv könnten die Religionen den Menschen liefern, doch haben sie darin kläglich versagt. Warum? Zum Teil ist das auf ihre religiösen Führer zurückzuführen, die vielfach ein denkbar schlechtes Vorbild für die übrigen Gläubigen waren.

Es gibt viele Beispiele, die zeigen, dass sie sich weniger von Liebe zu Gott als vielmehr von Eigennutz und Machtgier beherrschen ließen. Über die religiösen Führer seiner Tage sagte Jesus treffend einmal folgendes: "Alles daher, was sie euch sagen, tut und haltet, aber handelt nicht nach ihren Taten, denn sie sagen [es] wohl, aber handeln nicht entsprechend. Sie binden schwere Lasten zusammen und legen sie auf die Schultern der Menschen, sie selbst aber wollen sie nicht mit ihrem Finger bewegen.   Alle Werke, die sie tun, tun sie, um von den Menschen gesehen zu werden" (Matthäus 23:3-5). In seinen Worten bezeichnet sie Jesus treffend als "Heuchler".

Andere Beispiele, die einen regelrechten Schandfleck in der Geschichte der Religionen hinterlassen haben sind die Inquisition, Kreuzzüge und die Hexenverbrennung im Mittelalter, für die die damaligen Kirchenobersten die hauptsächliche Verantwortung tragen.

Doch Religion geht auch anders! Jesus verglicht die Religionen einmal mit "Bäumen" und und ihre Handlungsweise mit "Früchten", indem er erkläre: "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man vielleicht jemals Trauben von Dornsträuchern oder Feigen von Disteln?   Ebenso bringt jeder gute Baum vortreffliche Frucht hervor, aber jeder faule Baum bringt wertlose Frucht hervor;   ein guter Baum kann nicht wertlose Frucht tragen, noch kann ein fauler Baum vortreffliche Frucht hervorbringen.   Jeder Baum, der nicht vortreffliche Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.   Ihr werdet also diese [Menschen] wirklich an ihren Früchten erkennen" (Matthäus 7:16-19). Nach Jesu Worten gibt es also "gute Bäume" und "faule Bäume". Von den "faulen Bäumen" habe ich ja gerade gesprochen und die schlechten Früchte, die sie hervorbringen, haben möglicherweise auch zu Deiner Frage geführt.

LG Philipp

Da Du ja auch nach Religion fragst:

Hier ist einiges, was mich vom Christentum überzeugt:

Ich glaube an Gott, ich bin Christ.

Ich glaube, dass diese Welt durchdacht und geplant wurde, ich glaube
nicht, dass die Erde "einfach so" entstanden ist. Auch gibt es die Meinung, dass für den Urknall ein Eingreifen von Gott nötig ist.

Auch gibt es Wunder, die von Ärzten untersucht werden. Wenn es keine
wissenschaftliche Erklärung gibt, warum ein Mensch gesund wurde, dann
wird das Wunder auch bestätigt. Die Ärzte wissen auch nicht immer, dass
ihre Untersuchungen für die Kirche sind.

Ich glaube auch an ein Leben nach dem Tod. Sie können im Internet
nach "Mädchen begegnet Jesus" und "Wissenschaftler Nahtoderfahrung Buch" suchen (ohne Anführungszeichen). Das sind Gründe, um an Gott und an ein Leben nach dem Tod zu glauben.

Ich habe auch Sachen erlebt, die meinen Glauben gestärkt haben.

Ich glaube, dass diese Welt durchdacht und geplant wurde

Echt? Tötlicher Knochenkrebs für Babys? Sexualtrieb und tötliche Geschlechtskrankheiten? Auch bei Tieren, die wohl kaum einen Freien Willen haben! Parasiten die Ihre Beute von innen auffressen? Luftröhre und Speiseröhre mit dem gleichen Ausgang, so daß jedes Jahr bei dummen Unfällen Leute ersticken? Das alles ist geplant?

Dann war der Schöpfer ein perverser Sadist oder betrunken auf der Arbeit... kann sein, daß Du so ein Wesen anbetest, aber ich hab da ernste Zweifel das es das Wesen gibt und falls es existiert wäre es nichts "göttliches"...

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Da Du den Begriff 'Glaube' nicht differenziert hast, gehe ich von der Allgemeinbedeutung dieses Begriffes aus und stelle Dir daher die Frage: Ist der Glaube an die Liebe als kompletter Schwachsinn zu bezeichnen?

Falls ja, so glaubst Du nicht an die Essenz der Liebe - Falls nein, so glaubst auch Du an etwas...

Definiere 'Spiritualität. Hast Du das getan? Was stellst Du Dir darunter vor? Hast Du dies selber schon durchlebt und ausprobiert?

Kannst Du all diese Fragen nur negieren - mit welchem Recht stellst Du Dich dann hin und gibst dann solche Urteile ab (Deine Fragen wie ' Eigentlich schon' und '...nichts anderes als Verblendung' geben unterschwellig Deine Sichtweise wieder)...

Spiritualität ist ein Teilbereich der Religionen und der Esoterik, stellt aber keine Aussage über die Religion und die Esoterik per se dar.

Spiritualität ist die Auseinandersetzung mit den geistigen Gesetzen, mit sich selbst, mit seiner Umwelt, mit seinem Umfeld, mit dem Transzendenten, mit dem Jenseits, mit Gott, mit seinen Gedanken, mit seinem Bewusstsein, mit seinen Handlungen, mit seinen Emotionen, mit den Wirkungen all dieser Auseinandersetzungen auf einen selbst und auf sein Umfeld, setzt sich mit dem Verstehen des Ganzen auseinander, arbeitet mit den geistigen Gesetzen und, und, und...

Nun, wenn Dir das alles als kompletter Schwachsinn erscheint...

Hinter Spiritualität steckt und steht viel, viel mehr dahinter als 'nur' der Glaube an eine - wie Du vermutlich zu denken scheinst - fiktive Gestalt namens Gott...

Hier ist Leben langes arbeiten, prüfen, lernen, annehmen, abgeben, verstehen, erkennen, umsetzen, geistig reifen, erneut lernen (man fällt immer wieder mal zurück) und erneut arbeiten usw. usf. angesagt

wovor die meisten sich hüten (wollen)...

Für die Spiritualität braucht man keine Religion und keine Konfessionszugehörigkeit - nur Dich selber und 'die anderen' als Spiegel Deiner selbst, als Beobachtungspunkte Deiner 'Arbeit' in und mit der Spiritualität...

Gruß Fantho

Ist der Glaube an die Liebe als kompletter Schwachsinn zu bezeichnen? Falls ja, so glaubst Du nicht an die Essenz der Liebe

Natürlich ist "Glaube an Liebe" Unsinn. Glaube bedeutet Dinge behaupten zu Wissen die man nicht wissen kann, manchmal sogar an Einstellungen festzuhalten die sicher anders sind. Das muß aber nicht sein, man kann wissen, daß es Liebe gibt.

Hinter Spiritualität steckt und steht viel, viel mehr dahinter als 'nur' der Glaube an eine [..] fiktive Gestalt namens Gott... Hier ist Leben langes arbeiten, prüfen, lernen, annehmen, 



Nee, da ist ein Wort falsch. Das Prüfen fällt bei Religion und Esoterik eigentlich immer weg. Mit den besten Überprüfungsmethoden die wir haben beleuchtet bleibt davon nämlich nur Unsinn übrig. leider prüfen die Leute entweder innerhalb ihrer Glaubenswelt und sehen sich dann durch die Gegenargumente bestärkt (Das Argument gegen Gott war so gut, das hat der Teufel gemacht, also muß es den geben, also gibt es auch Gott!) oder sie verwerfen selten mal ein Glaubenskonstrukt komplett und stürzen sich ungeprüft ins nächste, dem sie dann folgen... wirklich prüfen und Belege verlangen tun nur sehr wenige Menschen und die sind meiner Erfahrung nach areligiös oder glauben an sowas wie Spinozas Gott.

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@matmatmat

Natürlich ist "Glaube an Liebe" Unsinn

Natur ist immer sinnhaftig...

Und nein, dies ist kein Unsinn, solange ein Mensch die Liebe noch nicht erfahren bzw. die Essenz Liebe als solche (noch) nicht erkannt hat...und solange kann er an die Liebe glauben - oder  nicht glauben...

Glaube bedeutet Dinge behaupten zu Wissen die man nicht wissen kann

Dann befasse Dich bitte noch einmal genauer mit der semantischen Bedeutung des Begriffes Glaube, denn hier fehlt etwas ganz Entscheidendes bei Deiner nicht ganz korrekten Erklärung...

Das muß aber nicht sein, man kann wissen, daß es Liebe gibt.

Man kann dies aber erst dann, wenn der vorherige Glaube zu Wissen wird, indem die Liebe erfahren und erlebt wurde...Vor der eigenen Erfahrung und der eigenen Erkenntnis bleibt nur der (Nicht)Glaube (an etwas)...

Wissen entsteht nur durch eigens gemachte Erfahrungen und Erkenntnisse; alles andere ist  WischiWaschi und blinder Glaube...

Das Prüfen fällt bei Religion und Esoterik eigentlich immer weg

Das mag bei Dir vielleicht so sein, aber ohne eine (Über)Prüfung des Gelesenen, Gelernten und / oder Gehörtem sollte es nie ablaufen, möchte man Erkenntnisse haben...

Und gerade bei Religionen und / oder Esoterik (beides Bereiche, in denen ich nicht zuhause bin) ist ein Über-Prüfen angedacht, wenn man über den Wahrheitsgehalt gewisser Aussagen und Lehren sich Wissen aneignen möchte...

sonst bleibt es nur bei blindem Glaube...

Mit den besten Überprüfungsmethoden die wir haben beleuchtet bleibt davon nämlich nur Unsinn übrig

Man erkennt an dieser Ausführung schon, dass der Logik kein Einlass gewährt wurde...

Dieses Ergebnis (Unsinn / Sinn) erhält man doch nur, wann man zuvor geprüft hat. So gesehen ist meine Aussage über das Prüfen korrekt. Was anderes habe ich auch nciht geschrieben, außer dass es sich um ein lebenlanges Über-Prüfen handelt...

Diese hier dargestellte und einfach gestrickte Denkweise kann letztendlich nur in eine Polemik und unsachliche Argumentation münden:

  1. Gläubige prüfen nicht und nehmen alles hin, was die Religionen ihnen vokauen
  2. Areligiöse prüfen und verlangen Belege bzw. wer prüft und Belege verlangt, wird areligiös werden

So interpretiere ich diese von Dir getätigten Aussagen.

Dies ist zwar gegeben, aber nicht nur!

Es gibt sehr viele Areligiöse, welche trotz Prüfungen und Belege Gläubige sind / wurden...

Auch andersherum...

Und wenn Du erneut zu meinen gedenkst, oder zu glauben scheinst, dem wäre nicht so, dann besitzt Du Unkenntnisse und ein kleines Weltbild...

Ich vermute mal, all diese Aussagen lassen sich anhand einer geringen Kenntnis über die Spiritualität und auch über die Bedeutung der Begriffe 'Glaube' und 'Wissen', 'Religion/Esoterik' und 'Spiritualität' begründen...

Gruß Fantho

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