Ist im islamischen Glauben der Verzehr von Hase - und Straußenfleisch auch heute noch verboten?

7 Antworten

Nach dem mosaischen Gesetz gehörten der Hase und das Schwein zu den Tieren, die die Israeliten nicht essen durften (3Mo 11:4-8). 

Dr. Short erklärt hierzu: „Wir essen zwar das Fleisch von Schweinen, Kaninchen und Hasen, aber diese Tiere sind anfällig für parasitäre Infektionen, und ihr Fleisch kann nur gegessen werden, wenn es gut gekocht ist. 

Das Schwein lebt von unreiner Nahrung und beherbergt zweierlei Würmer (die Trichine und eine Bandwurmart), die auf Menschen übertragen werden können. 

Die Gefahr ist unter den heutigen Verhältnissen in unserem Land gering, aber im alten Palästina war es bei weitem nicht so, weshalb es besser war, solche Nahrung zu meiden“ (The Bible and Modern Medicine, S. 40, 41).

Mit der Abschaffung des Gesetzes auf der Grundlage des Opfertodes Christi Jesu wurden diese Verbote aufgehoben, so daß erneut alle Menschen dieselbe allgemeine Bestimmung, die Noah nach der Sintflut erhalten hatte, als für sich bindend betrachten konnten (Kol 2:13-17; 1Mo 9:3, 4).

Die Frage bezog sich auf den Islam...

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@earnest

Die Antwort bezog sich auf die in der Frage genannten Quelle.

Der Islam benutzt dieselbe Quelle.

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@OhNobody

"Der Islam benutzt dieselbe Quelle"?

Ist das so?

Warum sollte sich der Islam auf Levitikus beziehen?

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@earnest

Für den Islam ist Jesus „ein größerer Prophet als Abraham, Noah und Moses“ — alles Personen, die das mosaische Gesetz anerkannten.

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@OhNobody

Das ist als generelle Aussage Jesus betreffend korrekt.

Das heißt aber doch nicht, dass sich der Islam in jedem Einzelfall an das mosaische Gesetz hielte.

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@earnest

Da weiß ich keine Antwort drauf.

Christen brauchen sich jedenfalls nicht mehr an dieses Gesetz halten.

Mit dem Tod und Auferstehung Jesu war dieses Gesetz beendet. Sonst müssten Christen heute noch Tiere opfern (Kol. 2:13-17).

Jesus gab ein neues "Gesetz": „das Gesetz des Christus“. Das beruht hauptsächlich auf Grundsätzen, die ins Herz geschrieben waren. Dieses Gesetz sollte für Christen auf der ganzen Welt gelten und ihnen allen nützen (Gal. 6:2).

Das mosaische Gesetz war nur einer Nation gegeben worden —dem Volk Israel. 

Das neue Gesetz hingegen können alle Menschen dieser Welt nutzen.

Es macht klar, „dass Gott nicht parteiisch ist, sondern dass für ihn in jeder Nation der Mensch, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, annehmbar ist“ (Apg. 10:34, 35).

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@OhNobody

Da brauchst du auch keine Antwort zu wissen, denn da gibt es keinen zwangsläufigen Zusammenhang. 

Der Islam ist nicht einfach nur "Judentum 2".

Dein Schluss zeigt allerdings, dass es dir hier anscheinend ums Missionieren geht.

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Sprich: Ich finde in dem, was mir offenbart worden ist, nichts, was einem Speisenden, der es speist, untersagt worden ist, es sei denn von selbst Verendetes oder ausgeflossenes Blut oder Schwein, denn das ist Befleckung oder Frevel, worüber ein Name entgegen Allah angerufen worden ist. Wenn aber jemand durch Not gezwungen wird und entgegen Vergehen und nicht Übertreter zu sein, dann ist dein Herr Allvergebender, Begnadender.Quelle: Quran (6:145)

Wie Du hier lesen kannst, ist kein anderes Tier verboten ausser Schwein. Deutlicher und eindeutiger geht es eigentlich nicht mehr.

In schā'a llāh

Alles klar, danke. Ich habe mich offenbar geirrt.

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Die Speisetabus haben nichts mit schneller Verderblichkeit oder Trichinenbefall zu tun, denn die Nachbarvölker Israels aßen durchaus Schweinefleisch, was archäologische Funde beweisen. 

"Dieser junge völlig andersartige Glaube musste in Abgrenzung zu den umliegenden Kulturen und Traditionen besonders geschützt und gefestigt werden. 
Das Volk Israel sollte sich von den Kulturen und Lebensweisen seiner Nachbarn abgrenzen, absondern, um nicht in Götzendienst zurück zu verfallen. In dem es ihm verboten wird, die Speisen der Nichtjuden zu essen, wird das Volk Israel von den umliegenden Völkern kulturell getrennt und eine Vermischung verhindert."

http://www.sgsaar.de/index.php?seite=ursprung

Ähnliches gibt es auch im "christlichen Abendland":

Bei den Germanen war der Genuss von Pferdefleisch in Verbindung mit Pferdeopfern ein häufiger Brauch. Im Zuge der Christianisierung wurde der Verzehr von Pferdefleisch durch eine päpstliche Bulle verboten. Pferdefleisch zu essen, galt von da an als besonderes Zeichen des Verharrens im Heidentum. 

http://blogs.faz.net/tierleben/2013/02/13/pferdefleisch-woher-die-grosse-empoerung-kommt-135/

Bei Verden(!) wurden eben nicht nur die Sachsen von Karl dem Großen abgeschlachtet.

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"Die Speisetabus haben nichts mit schneller Verderblichkeit oder Trichinenbefall zu tun, denn die Nachbarvölker Israels aßen durchaus Schweinefleisch, ..."

Die Nachbarvölker haben sich lediglich "gewundert" dass die Israeliten im Schnitt viel älter wurden, als sie.

Mag das an ihren Speise- und Hygienevorschriften gelegen haben?

Beispiel: Die Israeliten galten eine bestimmte Zeit als "unrein", wenn sie eine Leiche berührt hatten und mussten sich ausserhalb des Lagers aufhalten und Waschungen durchführen.

Erst Prof. Semmelweis erkannte die Vorteile dieses Verhaltens und führte entsprechende Hygienevorschriften ein (ca. erst 1846 !!!).

Vorher wunderte man sich, wenn eine Frau an Kindbettfieber starb, nur weil der helfende Arzt vorher von einer Leichenbeschau kam.

Dr. med. A. Rendle Short weist in seinem Buch The Bible and Modern Medicine (London 1953, S. 37) darauf hin, daß die Nachbarvölker des alten Israel nur ganz primitive Hygienevorschriften hatten — sofern sie überhaupt welche hatten —, und führt dann weiter aus: 

„Es überrascht daher um so mehr, daß ein angeblich unwissenschaftliches Buch wie die Bibel überhaupt Hygienevorschriften enthält. 

Ebenso überraschend ist es, in den Gesetzbüchern eines Volkes, das gerade der Sklaverei entronnen war, das häufig von Feinden niedergeworfen und von Zeit zu Zeit in die Gefangenschaft geführt wurde, solch weise und vernünftige Gesundheitsregeln zu finden. 

Diese Tatsache ist von namhaften Fachleuten anerkannt worden, selbst von solchen, die an den religiösen Aspekten der Bibel nicht besonders interessiert sind.“

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@OhNobody

Dr. med. A. Rendle Short war Chirurg und "Partei" als Mitglied der "Pymouth Brethren": 

"Rendle Short had many problems reconciling the discoveries of Darwin with his beliefs as a member of the Brethren."

https://en.wikipedia.org/wiki/Arthur_Rendle_Short

Er wird gern von den Zeugen Jehovas zitiert.

Wenn sogar die jüdische Gemeinde (s. mein Zitat) die Speisetabus als Mittel der Abgrenzung bezeichnet, sollte dir das zu denken geben 

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