Ist es wirklich sinnlos Kleinparteien zu wählen?


21.09.2020, 18:12

Szenario 3: 1000 Wähler, 80% Wahlbeteiligung, jeder bekommt die gleiche Anzahl Stimmen dazu

  • 175x CDU/CSU (21,9%)
  • 115x Grüne (14,4%)
  • 85x SPD (10,6%)
  • 65x AfD (8,1%)
  • 55x FDP (6,9%)
  • 55x Linke (6,9%)
  • 45x Die Partei (5,6%)
  • 45x Freie Wähler (5,6%)
  • 35x Partei der Humanisten (4,4%)
  • 35x ÖdP (4,4%)
  • 35x Volt (4,4%)
  • 55x Sonstige (6,9%)

Die etablierten Parteien bekommen 550 von 800 Stimmen, also 68,75%. CDU/CSU, Grüne und SPD verlieren, alle anderen gewinnen Stimmenanteile. "Die Partei" und "Freie Wähler" schaffen es über 5%.

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das entscheidende dabei ist:

Wenn alle so denken würden, bekämen die kleinen Parteien gar keine Stimme. Insofern ist diese Aussage "macht keinen Sinn" falsch. Die Grünen haben auch mal mit 0% angefangen und wenn dieser Spruch Sinn ergeben würde, würden die nicht heute über einen Kanzlerkandidaten nachdenken.

Lass sie mal ein paar Jahre mit ihren Vorstellungen regieren, Schauen wir dann mal wieviel % Zustimmung dann noch da ist . :D

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Du kannst damit einer Kleinpartei helfen, eine bestimmte Hürde zu nehmen, so dass sie Geld erhält:

Wikipedia:

Um am System der staatlichen Teilfinanzierung [ehemals genannt "Wahkampfkostenerstattung"; meine Anmerkung] teilzunehmen, muss eine Partei bei der letzten Bundestagswahl oder Europawahl mindestens 0,5 % der gültigen Stimmen oder bei einer der jeweils letzten Landtagswahlen 1,0 % der gültigen Stimmen erhalten haben; nur für Wahlergebnisse über diesen Hürden werden die genannten Beträge ausgezahlt (auch für den Stimmenanteil, der unter 0,5 % bzw. 1 % liegt).

https://de.wikipedia.org/wiki/Parteienfinanzierung_(Deutschland)#Finanzierung_aus_staatlichen_Mitteln

Woher ich das weiß:Recherche

Ich versteh zwar die Rechnung nicht wirklich, aber wenn die Kleinparteien bei mehr Wahlbeteilligung relativ mehr profitieren würden wäre das so, aber ich verstehe jetzt nicht wo darin die Erkenntnis liegt.

Ob es allerdings wirklich schlau ist wenn man nicht wählen will Hauptsache irgendwas zu wählen was nicht im Bundestag ist würde ich auch mal bezweifeln. Man sollte schon von dieser Partei überzeugt sein.

Wenn man von der Kleinpartei überzeugt ist, dann wählt man eben die Kleinpartei. Wenn man stattdessen eine etablierte Partei wählt obwohl sie einem überhaupt nicht, weil es die kleine angeblich eh nicht schafft, ist die Stimme verschenkt. So ändert sie nie etwas und die Wahl wird auch noch verfälscht.

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@1n9d9c4

das ist richtig und so sollte man das auch halten. Wobwi natürlich auch Strategische Aspekte eine Rolle sielen können. Wenn ich z.B. lieber eine CDU Regierung verhindern will kann es auch sinnvoll sein eine der RRG Parteien zu wählen auch wenn ich evtl mit einer Kleinpartei etwas mehr übereinstimme. Gilt natürlich auch anderes rum. Ist halt auch ne Frage der Prio.

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Es gibt natl keine Regeln fürs 'richtige' Wählen, aber viele wählen nicht 'strategisch', teilweise auch, weil sie weder die Bedeutungen von 1. und 2. Stimme kennen noch die Verfahren.

Einige wählen auch mit der Erststimme chancenlose Kleinparteien (allerdings steigen ja die Chancen), oder mit der Zweitstimme Kleinstparteien, obwohl ihre Stimme dadurch quasi verfällt. Andere kämen nie auf den Gedanken, ODER gehen sogar den umgekehrten Weg. Wie bei einer Art Wette, wollen sie den späteren Sieger wählen, oder geben einer Kleinpartei ihre 2. Stimme als 'Leihstimme', damit sie die 5 % Hürde schafft.

Immerhin waren auch mal die Grünen unter 5 %, die Linke, zwischenzeitlich gab es die Piraten, die neuste ist die AfD...

Ich finde das schon OK mit Kleinparteinen und letztlich hat jeder das Recht es als Kleinstpartei zu versuchen...Ob man wirklich 30-40 Parteien braucht...naja..einige versuchen es seit Jahrzehnten!

Wenn eine Partei eine echte Chance auf 5 % hat und man steht hinter hier, sollte man sie auch wählen...einmal ist immer das erste mal, dass eine Partei die Hürde schafft. Gleiches gilt letztlich für die Direktkandidaten. Wenn man hinter diesem, oder seiner Partei steht UND er gute Chancen hat, sollte man ihn auch wählen. Das kann ab 25 % oä klappen, oder eben erst bei 45 %.

Wenn jemand eine 3 % oder einen 10 % Kandidaten wählt, ist das zwar seine Sache, aber in meinen Augen hat er dann die Stimme nicht sehr geschickt genutzt!

Gerade bei bestimmten Kandidaten, bzw, Parteien würde ich doch eiskalt erwarten, dass sich die demokratischen Parteien absprechen und so gemeinsam bestimmte Wahlsieger verhindern! Je nach dem könnten sich chancenlose Kandidaten für die einer anderen Partei aussprechen und ihre Kandiatur zurückziehen (rot, grün, links, gelb, vllt auch mal schwarz).

Man sollte generell die Partei wählen, die am ehesten die eigenen Werte und Interessen vertritt. Dass eine Stimme an eine Kleinstpartei eine verlorene Stimme ist kommt eh von den Großen Parteien, die halt die Stimmen aller Wähler haben wollen.

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