Haben Eltern heute gar keinen Spaß mehr mit ihren Kindern?

Arbeitest du? Wenn ja, wie viele Stunden in der Woche?

24 Stunden die Woche. Aber was hat das damit zu tun ? Mein Mann arbeitet 40 Std. Und hat abends Zeit für die Kids und Spaß dabei

12 Antworten

Ich verbringe auch jede freie Minute mit meiner kleinen Tochter, denn ich möchte die Zeit mit ihr genießen, denn die Kinder brauchen das. Bevor ich sie bekommen habe, wusste ich, was auf mich alles zukommt, daher sehe ich sie als Bereicherung und nicht als Last, egal, ob manchmal auch schwierige Tage gibt. Viele Eltern jammern, weil sie vielleicht überfordert sind und haben sich das Leben mit Kindern ganz anders vorgestellt. Meine Vermutung.

Ja, ich glaube auch, dass sie sich in ihren eigenen Perfektionswünschen gefangen nehmen. Es muss alles stimmen. Arbeit, Haushalt, Kinder... Da muss doch was verloren gehen.

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@Monschi79
dass sie sich in ihren eigenen Perfektionswünschen gefangen nehmen

Auch dies wiederum häufig durch Medien gefördert.

Man sollte weglegen und sich selbst folgen.

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Ich würde bei deiner Beobachtung eher von einem Wahrnehmungsfehler ausgehen.

Wenn ich mir überlege, wer die Menschen sind, bei denen ich auch mal Frust ablassen darf und die negativen Seiten meines Lebens erzählen darf, dann sind das Freunde oder Menschen, in der gleichen Situation. Vor den Kindern schimpft man ja nicht über sie. Und dem Kollegium brauchtm an das auch nicht sagen und bei der eigenen Familie gibt es meist eigene Spannungen, dass man mit der Schwiegermutter nun selten die Schattenseiten von Kindern diskutiert.

Ich denke, dass du dadurch besonders oft das GEjammere von anderen Eltern hörst. Das heißt aber nicht, dass es nur so ist und auch nicht, dass sie keine schöne Zeit mit ihren Kindern haben. Nur, dass sie das Jammern eben vor dir äußern und damit die schönen Zeiten mal "kurz" ausblenden.

Fakt ist, dass Eltern heutzutage mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen als jede Generation je zuvor. Der Eindruck, zwischen Job und Haushalt bleiben Kinder auf der Strecke, trügt. Heute beschäftigen sich Eltern aktiv mit ihren Kindern. Vor 50 Jahren haben sich Kindern ur mit Kindern beschäftigt. Eltern haben nicht mit ihnen gespielt. Vor einigen Jahrzehnten war es auch nicht unüblich, Kinder mit verscheidenen Mitteln und MEthoden ruhig zu stellen (sowohl MEdikamente, Alkohol, als auch Schlaflerntrainings, Schreien lassen usw.). Kinder sollten gehorchen.

Dennoch bleibt natürlich eine unheimlicher Druck auf den Familien, da das Familienernährer/ Hausfraumodell einfach ausgedient hat und somit beide Elternteile versuchen 3 Baustellen (Job, Haushlat, Kindern) gerecht zu werden. Das ist eigentlich gar nicht zu schaffen. Da aber Job und Haushalt die Pflicht ist, lässt sich daran wenig wegsparen. Was bleibt, ist die Kür - die Kinder - bei denen man versuchen kann, anders zu organisieren.

Ganz so ist es nicht. Ich spreche hier von den Kontakten innerhalb der Klassengemeinschaften meiner Kinder und diese Eltern kenne ich ja kaum. Aber trifft man sich, geht es immer um die Kinder und dass diese ja so stressig sind. Und ja, leider auch vor den Kindern.

Also ich bin zwar 44 Jahre, aber meine Eltern haben sich sehr viel mit uns beschäftigt. Meine Mama war Hausfrau, war also ganztägig Zeit und wir haben MauMau Schlachten und epische Menschärgerdichnicht Kriege geschlagen. Mit meinem Vater hab ich abends oft Schach gespielt und er hat gerne vorgelesen. Als Teenie teilten wir das Interesse für die Nazizeit und ihre verheerenden Folgen.

Mit meiner Mutter haben wir gebacken und gekocht, sogar alle Kids aus unserer Straße. Ich kann nicht behaupten, dass die Eltern weniger Zeit mit uns verbrachten.

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@Monschi79

Es geht doch in der Eingangsfrage gar nicht um dich oder deine Eltern. Du schreibst mit dem „heutzutage“ doch eine universelle Kritik an anderen Eltern und wertest dich im Vergleich zu dem von dir „diagnostizierten“ Defizit der anderen auf, in dem du sagst „bei mir ist es anders“.
Und dann gibt es eben Menschen, die deine Beobachtung relativieren. Wie oft deine Eltern mit dir gespielt haben oder wie oft du Vanillekipferln mit deinen Kindern backst taugt nicht zur Begründung deiner Elternkritik.

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@hanauer209

Du hast damit argumentiert, dass heutige Eltern mehr Zeit für ihre Kinder haben. Das sehe ich anders am Beispiel meiner Eltern und meiner Beobachtung aus dieser Zeit. Eben weil viele Mamas Hausfrauen waren und mehr Zeit für die Kinder. Heutzutage ist es sicherlich und auch Gott sei Dank anders.

Ich werte mich nicht auf. ich stelle fest und ja finde es traurig, wenn Eltern keinen Spaß an ihren Kindern haben.

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@Monschi79

Ich glaube du verwechselst mich mit Rendric.

Genau, du „stellst fest“ und bewertest. Und ich halte deinen Schluss von „Jammern“ auf „keinen Spaß an den eigenen Kindern“ für einen Fehlschluss und deine anekdotischen Berichte für wenig überzeugend.

Historisch haben wir heute mehr Freizeit als jemals zu vor. Und nur weil Eltern offener über Rollenkonflikte sprechen oder ihre Herausforderungen im Familienleben klar benennen, bedeutet das nicht, dass sie ihre Kinder weniger lieben. Vielleicht ist das Gegenteil der Fall: Das „Gejammer“ der Eltern ist Ausdruck hoher Ansprüche an sich selbst in der Elternrolle, und ein großer Respekt gegenüber den eigenen Kindern, denen man so gut wie möglich gerecht werden möchte.

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@hanauer209

Nein, jammern vor der den Kindern und sie bloß stellen und erklären, dass "die bestimmt heute wieder mit ihr spielen wollen" und sonstiges, zeugt nicht von Respekt gegenüber den Kindern und auch keine hohen Anspruche an die Elternrolle.

Wie oben geschrieben, kann man sicherlich immer mal jammern, gerade wenn Eltern unter sich sind. Aber immer und so häufig und kaum ein Wort über diese tollen Seiten der Elternschaft, das finde ich schlimm.

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@hanauer209

Und nein, meine Eltern hatten mehr Zeit für uns als viele Eltern heutzutage und das ging glaube ich, vielen Kindern der 90iger so. Der Vater war sicherlich häufiger abwesend. Aber die Mütter waren beinah alles Hausfrauen, zumindest im westlichen Deutschland.

Zu Zeiten meiner Großeltern. Krieg, Hungersnöte, Wiederaufbau sah das anders aus.

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@Monschi79

Von Bloßstellung der Kinder hatte ich bisher nichts gelesen. Kenne ich auch nicht. Ich kenne bloß den Mutti-Blues-Talk auf der Spielplatzbank mit anderen Eltern, der in meiner Erfahrung sehr reflektiert ist. Aber auch das ist natürlich anekdotisch und ist gefärbt durch meine Wohlstandsbubble.

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@hanauer209

Natürlich sind auch meine Beobachtungen aus meiner kleinen Blase. Daher frage ich ja hier nach. Schön, dass du auch andere Erfahrungen machst. Hier fällt es mir halt einfach auf. Wenn man sich unterhält, dann eher über die Probleme, nicht darüber, wie toll das Wochenende war, weil weiß nicht was tolles passiert ist, sondern nur, dass das Kind mal wieder null gelesen hat, das Zimmer wieder aussieht wie Sau usw. Und hier halt eben auch vor den Kindern, da wird kein Blatt vor den Mund genommen.

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@Monschi79

Ich finde es eher angenehm, wenn man als Eltern nicht ständig gegenseitig präsentiert, wie toll alles gerade ist. Das genieße ich im Moment oder mit meiner Frau. Aber mit anderen Eltern tausche ich mich gern über meine „Fails“ aus, und dann kann man sich gegenseitig erklären, dass man damit nicht allein ist, und manchmal hat jemand auch einen guten Tipp. Für mich ist dieser Blues eine Form von Gemeinschaft. Und daran finde ich nichts schlecht.

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@hanauer209

Das finde ich auch völlig in Ordnung, das mache ich auch gerne. Aber das ist für mich ein Unterschied zum jammern, welches ich meine. Ich habe nicht das Gefühl, dass diese Eltern Tipps wollen, sie wollen eher ihre Frustration los werden und bestätigt, dass sie es richtig machen und ihre Kinder die Fehlerteufel sind.

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@Monschi79

Ok. Dann liegt hier ein Definitionsproblem vor. Du meinst „Jammern vor den Kindern, um diese herabzusetzen“ und ich meine „Jammern als kommunikative Praktik unter Eltern zur Entlassung und Wissensweitergabe“.

Beides kann man als Jammern beschreiben. Aber es besteht ein Unterschied auf Intentionsebene. Vermutlich ist es auch nicht immer lupenrein zu trennen.

Der Eingangspost ist aber ziemlich ungenau musst du zugeben. Vielleicht ist das ein Ergebnis dieser kleinen Diskussion: not all Jammern is equal

Ansonsten empfehle ich „thedad_father“ auf insta für etwas parenting humor

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Danke Rendric. Dieses selbstgefällige Geseier à la „die anderen sind so überfordert, denn sie jammern zu viel, ich aber nicht“, verbrämt als Gesellschaftsdiagnose ist einfach unproduktiv.

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Dass heutige Eltern mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, ist keine Meinung sondern ein Fakt, der aus einer Studie deutlich hervor geht. Wenn es in Einzelfällen anders ist, ist das natürlich normal. Im Gesamtergebnis ist es aber so, dass offensichtlich Hausfrauen vor 60-40 Jahren ihre "Frei"zeit nicht in die Kinder investiert haben, denn heutige Eltern verbringen trotz dem beide (voll) Berufstätig sind und einen Haushalt führen mehr Zeit mit ihren Kindern.

https://www.spiegel.de/lebenundlernen/job/studie-eltern-verbringen-mehr-zeit-mit-ihren-kindern-a-1129864.html

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Vor 50 Jahren haben sich Kindern ur mit Kindern beschäftigt. Eltern haben nicht mit ihnen gespielt.

aber sie haben mit ihnen gearbeitet, was eine ganz wertvolle Sache war!

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Dennoch bleibt natürlich eine unheimlicher Druck auf den Familien, da das Familienernährer/ Hausfraumodell einfach ausgedient hat und somit beide Elternteile versuchen 3 Baustellen (Job, Haushlat, Kindern) gerecht zu werden. Das ist eigentlich gar nicht zu schaffen. 

Genau das, was die Pädagogik der Linken und die Frankfurter Schule erreichen wollten.

Man kann sich auch dagegen stellen.

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@krivor

Ich will mich nicht dagegen stellen. Das ist der Punkt. Deine Werte und Vorstellungen entsprechen nicht meinen Werten und Vorstellungen von Erziehung und Familienleben, sowie beruflicher Selbstentfaltung.

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@Rendric

Wir haben uns dagegengestellt und unseren Kindern ein glückliches Heim verschafft, das ein Nest ist, aus dem starke Kinder ins Leben hinausgehen.

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Jedes Kind ist anders.

Natürlich gehts einer Mutter besser, die ein Kind hat, was kaum schreit, was total lieb ist usw.

Eine Mutter, die ein "Schreikind" hat, nicht hört, macht was es will usw. - Da ist man einfach froh, wenn man einfach mal seine Ruhe hat und von niemanden genervt wird.

Also ich habe bestimmt keine immer lieben Kinder. Ein Schreikind hatte ich auch nicht, wobei dieser Begriff ja eher als Baby definiert ist. Und gerade hatten wir auch eine echt extrem heftige Phase, aber trotzdem hatten wir dazwischen unseren Spaß, anders lässt sich der Stress doch auch gar nicht abbauen. Dann dreht man sich doch im Kreis ohne schöne Momente.

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@Monschi79

Leider berauben sich viele Eltern des Spaßes, indem sie ihre Kleinen in den schönsten Jahren ihres Lebens fremdbetreuen lassen - da verpaßt man viel!

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@krivor

Ja, ich habe meine bis drei Jahre zu Hause gehabt und es sehr genossen. Also meist natürlich.

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@Monschi79

Wir haben keins unserer Kinder fremdbetreuen lassen außer 2,5 und 1,5 Jahren Schule.

Es gab und gibt soviel Spaß bei uns!

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@krivor

Aber in Deutschland gibt es doch Schulpflicht, oder?

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@krivor

Mmh, aber ohne Schule fände ich auch schlecht für die soziale Entwicklung der Kinder.

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@Monschi79

Wenn sie mit nicht-Gleichaltrigen zusammenkommen, ist es besser für sie.

In GLeichaltrigengruppen (peergroup) entwickeln sich ungute Rollen.

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Egal, aber bis zur Schule zuhause sein, wäre noch besser, das meinte ich damit.

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@krivor

Ja, das sehe ich dann doch anders.

Liegt aber auch daran, dass ich zwei Gleichaltrige zu Hause habe. 😝

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@Monschi79

NA gut, das sind aber noch keine Gruppe.

Das haben wir in der Heimerzieherausbildung durchleuchtet, wie schädlich diese peergroup ist.

In unterschiedlichen Gruppen lernt man Hilfe und Fürsorge nach unten, Respekt und Gehorsam nach oben.

In GLeichaltrigengruppen setzt sich der Bulli durch, hat Mitläufer, die hacken auf dem Sündenbock herum, dann gibt es den Klassenkapser, und noch so allerlei Rollen, die sich fürs LEben manifestieren können, wenn man immer in derselben Gruppe bleibt.

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Ich kenne niemanden, auf den das zuträfe. Auf mich auch nicht. Natürlich möchte man seine Kinder manchmal hinter die Tapete kleben, aber das ist ganz natürlich (solange man es nicht wirklich tut). Ich habe die Zeit mit meinen Kindern sehr genossen und tue es nach wie vor.

Ich habe auf 32 Stunden in der Woche verkürzt, meine Frau arbeitet voll, hat jedoch die Nachmittage frei, dafür muss sie öfter am Wochenende ran.

Im Ergebnis liefern wir von Mo-Fr die 3 Kids in der Früh im Kindergarten ab und holen sie zwischen 13:30 Uhr und 13:45 Uhr ab.

Ich erledige dann meistens mit ihnen zusammen erstmal "Haushalt", also Einkaufen etc. das macht ihnen Spaß und ich hab noch "was nützliches getan". Und dann ist bis ca. 17:30 Uhr spielen angesagt. Sie dürfen dann 30 Minuten Fernsehschauen, währenddessen entweder meine Frau oder ich essen vorbereiten.

Abendhygiene, Abendritual, Vorlesen. Um ca. 19 Uhr sind wir im Bett, um 19:30 schlafen sie in der Regel.

Um 06:00 Uhr geht der Tag dann wieder los.

Zwischen 06:00-19:30 Uhr haben wir somit tatsächlich keine "Eltern-Frei-Zeit". Ist aber okay, dafür genießen wir ja auch die Zeit mit unseren Kindern :-) Wie Alleinerziehende das schaffen, entzieht sich aber meiner Vorstellungskraft.

Deine Feststellung, dass mit den Kindern immer weniger gespielt wird, kann ich nicht teilen. Die Eltern mit denen wir Kontakt haben, bieten ihren Kindern einiges - und damit mein ich nicht (nur) auf materieller Ebene. Ausflüge, Besuche, Events, oder eben auch mal "nur" Spielen.

Sicher gibt es auch andere Eltern, die genauso sind, wie du sie beschreibst: "Oh Mann, jetzt schläft das Kind immer noch nicht und will auch noch bespaßt werden, so ein Mist!" - aber das ist (zumindest in unserem Dunstkreis) eher die Ausnahme als die Regel...

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Vater dreier Kleinkinder und glücklicher Ehemann :-)
Zwischen 06:00-19:30 Uhr haben wir somit tatsächlich keine "Eltern-Frei-Zeit". Ist aber okay, dafür genießen wir ja auch die Zeit mit unseren Kindern :-)

Das Geheimnis ist, glaube ich, dass man mit den Kindern Dinge macht, die einem selber auch Spaß machen.

Dass man sie ein Stück weit einfach teilhaben läßt am eigenen Leben.

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@krivor

Jep - unter anderem. Aber das geht halt auch nicht immer.

Ein weiteres Geheimnis ist, dass man einfach WEISS, worauf man sich einlässt, wenn man Kinder in die Welt setzt und es dann nicht jede Minute bereut ;-)

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@Dommie1306
dass man einfach WEISS, worauf man sich einlässt

Naja, jedes Kind bringt die eigene Welt noch ein bißchen mehr durcheinander, am schlimmsten das erste.

Ich habe als Heimerzieher gearbeitet (und bin ausgebildet dafür) - trotzdem war das 1. Kind eine Katastrophe … es dauert einfach, bis man sich daran gewöhnt.

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@krivor

Bei uns wars das 3. ... aber vielleicht haben wir das 1. auch vergessen :D

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@Dommie1306

2 liebe und ein chaotisches? Bin zum Glück selbst chaotisch.

Nein, ich meinte, von Null auf EIns ist die größte Umstellung. Wenn dann nachher noch mehr dazu kommen, sagt man sich irgendwann: na, eins mehr macht auch nicht mehr viel.

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@krivor

Genau und ich meinte von 2 auf 3 eine riesen Umstellung :)

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@Dommie1306

JA, okay, das stimmt auch noch, kann ich bestätigen. Ich glaube, es liegt daran, dass man nur zwei Hände hat.

Ab Nummer 4 geht es dann ;-) dann kann Nr. 1 schon viel mitlhlfen.

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@Dommie1306

Bei dreien geht es immer 2 gegen 1.

4 sind entspannter. Wie gesagt, ab da wird es leichter.

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