Freundin möchte ihrem Kind kein Türkisch beibringen - welche Möglichkeiten hat man um ihre Eltern zu beruhigen?

17 Antworten

Es ist ALLEIN die Entscheidung der Eltern, ob sie ihr(e) Kind(er) ein- oder mehrsprachig erziehen. Deine Freundin sollte sich da nicht beeinflussen lassen - wenn sie selbst nicht türkisch reden möchte, dann ist es sogar besser, wenn sie es nicht tut. Eltern, die nicht hinter der zweisprachigen Erziehung stehen, halten sie erfahrungsgemäß zum einen nicht durch. Zum anderen wird das Kind merken, dass die eine Sprache im Prinzip "unerwünscht" ist. Somit erfährt das Kind die eine Sprache als prestigeärmer und wird keine so innige Beziehung zu ihr aufbauen. Sprache ist Teil der Identität und emotionsgeladen - auf Empfänger- und auf Senderseite. Identitäten kann man nicht vorschreiben. Zweisprachig zu erziehen ist deshalb eine persönliche  Entscheidung. Wenn die Eltern zustimmen und die Großeltern viel mit dem Kind zu tun haben, können diese mit dem Enkelkind Türkisch sprechen. Dann ist die Elternsprache Deutsch und die Großelternsprache Türkisch.

"Beruhigen" kann man die Großeltern sonst nur dadurch, dass Menschen lebenslang Sprachen lernen können und sich ihr Enkelkind immer noch dafür entscheiden kann, Türkisch zu lernen. Dafür ist es notwendig, dass das Verhältnis zwischen Eltern und Großeltern gut bleibt - und das ist nur der Fall, wenn sie sich zukünftig aus der Erziehung heraushalten. Sie sind Großeltern, nicht die Eltern! Sie haben die Entscheidungen der Eltern zu akzeptieren und zu respektieren. Dass die Mutter, deren Muttersprache wahrscheinlich Türkisch ist?, mit ihrem Kind nicht Türkisch sprechen möchte, spricht für eine gestörte sprachliche Identität, die ihre Eltern wahrscheinlich mitzuverantworten haben. Das "Falscheste", was die Großeltern also tun können, ist, Mutter und Kind das Türkische aufzuzwingen. Damit erreichen sie das genaue Gegenteil!

Um es klarzustellen: Ich halte eine zweisprachige Erziehung für sehr sinnvoll, egal um welche Zweitsprache es sich handelt

- aber nicht um jeden Preis. Hier wird meines Erachtens nicht einmal das Kind profitieren,  weil es die Sprache als prestigearm, als ungeliebt, als Fremdkörper erleben wird. Ich denke nicht, dass es sich mit ihr identifizieren wird können - denn offenbar kann sich die Mutter auch nicht mit ihr identifizieren. 

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Hi. 

Es ist eine Entscheidung der ELTERN des Kindes, ganz allein der ELTERN. Und da nur die Freundin Türkisch spricht, ist IHRE Entscheidung am wichtigsten. 

Auch wenn ich eine zweisprachige Erziehung grundsätzlich für sinnvoll halte, habe ich hier meine Zweifel. Eine "Sprachlehrerin", die nicht voll hinter dem steht, was sie tut, ist für solch einen schwierigen Job ungeeignet.

Die Freundin will nicht. Damit ist das Projekt gestorben. Das kann man zwar schade finden - und vielleicht auf die Motive der Freundin schimpfen. Es ändert aber nichts daran: Ein Projekt, das unter solchen Vorzeichen begonnen wird, MUSS scheitern.

Gruß, earnest

Wenn sich das Kind nicht gegen Zweisprachlichkeit richtet und sich weigert, eine andere Sprache zusätzlich zu sprechen, würde ich als Elternteil beide Sprache beibehalten. Das Kind hat später eher Vor- als Nachteile, vor allem da bestimmte Sprachen auch beruflich einfach gefragt sind.

Das Kind einer Kollegin hat sich z. B. geweigert, die Muttersprache der Mutter Ungarisch zu sprechen und damit eine eigene Entscheidung getroffen. Aber was genau ist hier das Problem? Sie soll am Ende nicht den Eltern einen Gefallen tun sondern überlegen, ob diese Art der frühkindlichen Sprachförderung vielleicht sogar etwas Positves ist.

Ich stimme Appelmus voll zu . Kann nur zum Vorteil des Kindes sein , wenn es damit nicht überfordert ist , was bei kindern aber selten der Fall ist, kinder lernen noch sehr schnell.

Ich hoffe du findest  für dein Kind die richtige Entscheidung

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Ich stimme dem nicht zu. Natürlich kann Bilingualität positiv sein. Allerdings steht über dem vermeintlichen Vorteil des Kindes das Empfinden der Eltern, in diesem Fall das der Mutter. Sie *will* nicht Türkisch sprechen, obwohl das wahrscheinlich ihre Muttersprache ist. Das allein ist schon bemerkenswert, weil Eltern bei ihren Kindern quasi ihre eigene Kindheit sprachlich "zelebrieren" - und sich somit auch aus emotionalen Gründen für die zweisprachige Erziehung entscheiden, egal ob die Sprache nachher gefragt ist. Ein Freund spricht breitestes Hessisch mit seinen Kindern ;)) Es wird seine Gründe haben, warum die Mutter sich gegen die zweisprachige Erziehung entschiedenen hat - trotz der bekannten positiven Effekte auch auf den weiteren Fremdspracherwerb.

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@LolleFee

Tut mir leid ich kann dir da nicht zustimmen , erstens solltest du mal Fremdwörter weg lassen , klingt ja gut und Fach wissend aber darum  geht hier gar nicht und hessisch ist keine Sprache sondern Dialekt , das ist was ganz anderes .

 . 

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@AJuergen

Bilingualität ist das einzige Wort, das ich als "Fremdwort" bezeichnen würde - aber auch dieses ist schon wieder so in aller Munde, dass es Dir doch eigentlich nicht fremd sein dürfte.

Zu meinem Hessisch-Beispiel: Auch hier handelt es sich um eine zweisprachige Erziehung - nämlich der Erziehung zur inneren Mehrsprachigkeit. "Etwas ganz anderes" ist das also nicht!

Und ich denke, dass zu einem hilfreichen Beitrag schon auch gehört, dass man weiß, wovon man spricht. Und ja, ich bin "fachwissend".

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