Christ als Polizist (Du sollst nicht töten)

28 Antworten

In den 10 Geboten geht es um das Verbot des Mordens und nicht um Selbstverteidigung oder Anwendung von Gewalt in einer dienstlichen Abwehrkriegshandlung.

Ich zitiere mal ein paar interessante Aussagen des bekannten reformierte Pfarrers Dr. Peter Vogelsanger, der zum Thema "Christentum und Selbstverteidigung/ Notwehr" interviewt wurde:

"In Römer 13, also im Römerbrief des Paulus, finden sich die ganzen Ausführungen über die Schwertgewalt des Staates. Da wird gesagt: Der Staat ist die Ordinatio Dei - die Ordnung Gottes -, die eingesetzt ist auf dieser Welt zur Eindämmung des jederzeit lauernden und Macht an sich reißenden Bösen: "Sie trägt das Schwert nicht umsonst," (die Obrigkeit) "... sondern zur Bestrafung der Bösen und zur Belohnung der Guten." Das heißt, es ist die primäre Aufgabe des Staates, dem Bösen in dieser Welt Widerstand zu leisten, und Paulus sagt in diesem Zusammenhang: Es ist Pflicht des Christen, den Staat in dieser Funktion zu unterstützen...

..."Du sollst nicht töten" im Alten Testament heißt ganz eindeutig: "Du sollst nicht MORDEN". Also nicht einfach ein absolutes Tötungsverbot, so daß man keine Fliege und kein Kaninchen töten dürfte. Es ist damit auch kein absolutes Tötungsverbot in Bezug auf das menschliche Leben gemeint. Das kennt nämlich das Alte Testament nicht. Das Alte Testament kennt ja auch die Todesstrafe, und so weiter, und damit ist sicher auch die Notwehr inbegriffen. Wenn aus diesem alttestamentlichen Gebot eine Verneinung der Notwehr abgeleitet würde, wäre das nicht textgernäß...

... "Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen", und dem Zitat wegen der Ohrfeige (Bergpredigt). Ich glaube aber, daß Jesus dort gar keinen Angriff auf das Leben im Auge hat. Er hat die Feindesliebe im Auge. Das heißt, meine Liebe soll so stark sein, daß sie auch den Feind einschließt und durch das Gute zu überwinden und zu gewinnen versucht, statt durch Gewalt. Damit ist aber nicht so sehr der Feind gemeint, der mein Leben bedroht, als einfach der Feind, der mich beleidigt. Das geht ja aus der Stelle mit der Ohrfeige hervor: Es ist der Beleidiger, dem ich nicht mit der selben Waffe heimzahlen soll.Es geht um den Beleidiger. Den soll ich entwaffnen durch die stärkere Kraft meiner Liebesfähigkeit. Daß die Vertreter der Gewaltlosigkeit sich auf diese Stelle in der Bergpredigt berufen, halte ich zwar nicht für einen Irrtum, aber für eine viel zu weitgehende Folgerung aus dem, was Jesus dort meint: den persönlichen Feind, der mir Schaden zufügen will und der mich haßt. Deshalb ist diese Aufforderung nicht übertragbar auf das Problem der Notwehr...

...Liebe heiß im eigentlichen Sinne des Neuen Testaments, unter Absehung von allen sentimentalen Mißverständnissen: Schutz und Bewahrung allen Lebens, soweit dies in meinem Verantwortungsbereich liegt. Man könnte als Christ vielleicht sagen: Ich will lieber leiden, will lieber den Angriff erdulden, als daß ich Gewalt ausübe, als daß ich den Gegner vernichte, Ich könnte die Bergpredigt so auffassen. Also: Ich dulde den Angriff und nehme halt unter Umständen das Martyrium oder den Tod auf mich und habe mir damit reine Hände bewahrt...

... Ich verteidige ja nicht nur mein eigenes Leben, sondern auch das Leben meiner Nächsten. Man kann noch weitergehen und sagen: Indem ich mich wehre gegenüber dem eindeutig bösartigen Angreifer, tue ich zweierlei: Erstens verteidige ich mein eigenes Leben deshalb, weil dieses Leben ja nicht nur mir gehört, so daß ich es wegwerfen könnte, wenn ich angegriffen werde. Zum Beispiel als Pfarrer gehöre ich ja nicht nur mir selber, ich gehöre auch der Gemeinde, die mir zur Seelsorge anvertraut ist. Als Arzt gehöre ich meinen Patienten, als Lehrer meinen Schülern; ich bin nicht nur Individualperson, sondern ich bin immer irgendwie Mensch in der Gemeinschaft, und indem ich mein eigenes Leben verteidige, bewahre ich auch ein Leben vor der Vernichtung, das einen Schutz und einen Wert für andere darstellt...

Ich kann deine Überlegung verstehen, würde aber zwischen den Berufen, die Waffen tragen, unterscheiden. Schon deine Beispiele kann man nicht zusammen nennen. die Polizei soll Verbrechen und andere Straftaten verhindern und die Bürger schützen. Die werden nicht ausgebildet, mit dem Ziel Menschen zu töten sondern im Gegenteil, sie möglichst zu schonen. Feldjäger sind Soldaten und Soldaten lernen das Schießen, um zu töten. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Wenn ein Polizist im Dienst einen Menschen tötet, wenn es nicht anders geht oder er bei einem Schusswechsel tödlich getroffen wird, leidet ein Polizist sehr darunter. Soldaten werden so ausgebildet, dass sie im Falle der Verteidigung (also des Krieges) so viel wie möglich Gegner unschädlich machen, also töten. In wieweit die dann selbst darunter leiden oder sich darüber freuen, kann ich nicht ermessen.

Gebt Gott Was Gottes und dem Staat Was des Staates

So ist es überliefert. Wenn Du nun als Polizist von einem Gericht dazu beauftragt wirst eine sich in ihrer eigenen sauberen Wohnung versteckenden Person gegen ihren ausdrücklichen Willen die nicht hilflos ist, weder sich selbst noch die Öffentlichkeit gefährdet in irgendeiner Weise, mit Gewalt an einen anderen Ort - im Beispiel eine sogenannte betreute Wohngemeinschaft in der Drogeneinnahme auf Rezept Pflicht ist - zu verbringen dann hast Du dem Staat zu geben Was des Staates ist. Denn nicht Du alleine bist der Staat sondern hier in Deutschland mehr als achtzig Millionen Menschen - 80.000.000 Menschen. Sie alle, wir alle tragen dann diese Verantwortung durch unser Schweigen, durch unser Wegschauen, durch unsere Verantwortungslosigkeit mit all ihren faulen Ausreden, durch die Anbetung falscher Götter einschließlich irgendwelcher religiöser Titelträger..... .

Ich hoffe ich habe deutlich machen können wo der tatsächliche Hammer hängt und dabei die Frage beantwortet. Das bezieht sich auch auf Krieg denn als jenes Subjekt der SPD, Name verweigere ich, öffentlich feststellte es sei hohe Zeit das Deutschland wieder an einem Krieg teilnehme: Wer hat das Subjekt seither gewählt? Wer hat sich geweigert ihn entgegen zu treten? Wer hat seine Kritiker angegriffen?

Im Beispiel beziehe ich mich auf einen tatsächlichen Vorfall. Die Nachbarn versuchten dem Mann zur Seite zu stehen, seine Mutter, die Polizei war vom Gericht aufgehetzt und belogen worden - und die schlussendlich durch Öffentlichkeit auf den Plan gerufene Staatsanwaltschaft hat es bis heute nicht mal nötig ihr Untersuchungsergebnis zu veröffentlichen. Ich denke aber auch an das eine oder andere Video, von Nachbarn aufgenommen. Es zeigt wie zu nachtschlafener Zeit ein Krankenwagen darauf wartet dass Polizei auf gerichtliche Anordnung eine Person im Schlafanzug aus einer ruhigen Wohngegend holt, in den Krankenwagen verbringt. Wie zur Zeit der Nazis. Jetzt. Sehr absehbar auch in diesem Jahr.

Beide, Polizei und Militär, sind ausführende Organe. Sie sind die Hände des Körpers Staat. Wende Dich an den Kopf des Staates, das Volk.

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