Aus Kirche ausgetreten, bin ich Heide?

25 Antworten

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Also "Heide" ist eigentlich und ursprünglich die Sammelbezeichnung für die Religionen aus vorchristlicher Zeit gewesen und es entwickelte sich ebenso als Schmähbezeichnung wie "Ketzer", welcher Begriff sich wiederum von den Katharern ableitete.

Von daher bist Du kein Heide, bzw. nur dann ein Heide, wenn Du Dich selbst beschimpfen willst.

Der Katholizismus war schon immer eine Hass-Religion. Verfolgung von andersgläubigen gehörte auch schon immer zum Konzept. Darum gibt es heute so viele davon.

Wenn Du aber immer noch an Gott und auch an Jesus glaubst – ohne den Katholizismus –, dann bist Du vielleicht einfach ein Christ.

Aber ich würde sagen, dass es kein Label braucht. Du bist Du, Du bist ein Mensch und wenn Du an Gott glaubst oder auch nicht, dann bist Du immer noch ein Mensch.

Brauchst Du den Halt einer religiösen Kaste? Dann kannst Du eigentlich auch gleich wieder bei den Katholiken eintreten. x))

Also entspann Dich und bleib frei, so wie von Gott gewollt. ;)

Schöne Antwort! :-)

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In deutschen Übersetzungen der Bibel, im Alten wie im Neuen Testament, ist "Heiden" die Bezeichnung für ausländische Völker, die also keine Israeliten sind. (Im hebräischen Text des AT sind die ursprünglichen Wörter: goj, gojim und im griechischen Text des NT: ethnos, ethnikos.) Ein Heide im Sinn der biblischen Glaubensüberlieferung ist also, wer kein Israelit ist.

Bist Du kein Israelit, dann bist Du, getaufter Christ oder nicht, in diesem Sinne immer schon Heide gewesen und wirst es immer sein.

Daß einem Heiden heute typischerweise unbekannt ist, daß er einer ist, das ist kein Zufall. Es hat eine traurige Vorgeschichte. Mit der Machtübernahme der Antijudaisten unter den römischen Christen ab dem 2. Jahrhundert und der Verstaatlichung ihrer Kirche durch das Römische Kaiserreich im 4. Jahrhundert geriet bei den meisten Christen in Vergessenheit, daß sie ja, wie Paulus im Römerbrief 11,17-24 es ausdrückt, als wilder Zweig in den Ölbaum des Judentums eingepfropft sind, der sie trägt und nicht umgekehrt. Sie begannen, die Nichtchristen "Heiden" zu nennen und haben seither größtenteils vergessen, daß sie selber welche sind.

https://www.bibleserver.com/text/LUT/R%C3%B6mer11,17-24

Du bist aus der Kirche ausgetreten und hattest sicher deine Gruende dafuer?

Deshalb bist du noch lange kein bisschen ein schlechter Mensch.

Wenn du dich als Atheist bezeichnen laesst, dann ist das ohne Makel und somit in Ordnung.

Eiferer von Religionen sind die Quertreiber auf dieser Erde, somit ist es schon richtig, wenn die Religion, von der Politik, scharf getrennt wird.

Statt "Eiferer" würde ich heute eher sagen "Fundamentalist".

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@Athina333

Leute, die missionieren wollen, sind nun einmal eifrig/laestig.

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@zetra

Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass sich Sprache im Laufe der Zeit ändert. Manche Begriffe wirken einfach antiquiert, entspringen nicht mehr der lebendigen Sprache. Sicher ist dies wohl auch eine Generationenfrage, weiter nichts,keine Wertung, keine "Hintergedanken".

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Du bist weiterhin Christ hast aber den Vorteil keine Kirchensteuer zahlen zu müssen. Den Nachteil das du ohne kirchlichen Segen unter die Erde geschafft wirst. Ich denke damit kannst evtl. leben. Ich könnte es nicht.

Ich auch nicht.

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Du kannst doch trotzdem gläubig sein. Ein Heide bist Du schon mal nicht, da Du sicherlich eine christliche Erziehung genossen hast. Und in der Kirche und im Gottesdienst bist Du weiterhin willkommen.

Glaube hat nichts mit den Vertretern auf Erden zu tun, die Dein Geld möchten. Und als meine Schwester nicht in der Kirche meiner Heimatstadt heiraten durfte weil es dem Pfarrer nicht passte, war die Kirche um drei Kirchensteuerzahler ärmer. So einfach ist das manchmal.

Schade, wenn jemand schlechte Erfahrungen machen muss im Zusammenhang mit der Kirche. Zwar kenne ich nicht den genauen Sachverhalt, aber jeder Priester sollte sich mit den Personen, die einen realistischen Wunsch haben, um eine akzeptable gute Lösung bemühen. Meist wird dies auch so gehandhabt.

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@Athina333

Die besagte Kirche liegt in einem Kurort in der Nähe eines großen Parks. Der Pfarrer hatte sich dagegen ausgesprochen, weil er keine "Maulaffen feilhaltenden Zuschauer" vor der Kirche sehen wollte.

Er meinte Passanten und Kurgäste, nicht die Hochzeitsgesellschaft.

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@Brunnenwasser

Das ist allerdings schon sehr heftig und unverständlich! Ich wohne in geringer Entfernung zu unserer Kirche. Eine Hochzeit- hier findet im Sommer wöchentlich meist mehr als einmal statt. Es kommen also auch immer wieder Hochzeitsgesellschaften aus Nachbarorten- wegen der schönen Lage.

Natürlich gibt es immer viele unterschiedliche "Zuschauer", die nicht zu den geladenen Gästen gehören. Warum sollten sie nicht das schöne Brautkeid bewundern und die Festkleidung der Gäste! Ich weiß, dass sich selbst Hobby- Schneiderinnen da gern etwas "abschauen".

All das wissen auch die Priester, die sich meist ebenfalls etwas Nettes einfallen lassen für all die Gratulationen nach dem Hochzeitsgottesdienst!

Schade, dass deine Schwester eine solche Reaktion nicht erfahren durfte!

Ich bin mir da sicher, dass die meisten Priester für die Reaktion ihres Amtskollegen kein Verständnis haben würden. Man muss schon krank oder völlig weltfremd sein, um so zu argumentieren - und damit besonders dem Brautpaar eine schöne Erinnerung regelrecht vermiesen.

Ich weiß nicht, ob sie das zufällig mitbekommen haben: Stefan Jürgens, Pfarrer, 51J. hat ein Buch geschrieben, was über alle Konfessionen hinweg noch kürzlich grßen Anklang gefunden hat.

Was eigentlich für einen kleineren Personenkreis gedacht war, landete oben in den Spiegel- Charts. "Ausgeheuchelt" heißt dieses nicht zu umfangreich gestaltete Buch, das im Vergangenen September (meine ich) erschienen ist im Verlag Herder , dann auch in der Online- Version.

Sein Anliegen (und nicht nur sein privates, sondern auch das anderer Priester und Bischöfe): Die Kirche ist vorrangig für den Menschen da, nicht umgekehrt!

Es handelt sich um ein sehr privates, auch teilweise biografisches Buch, in dem er sagt, dass auch in momentaner, recht schwieriger Zeit, Pfarrer, sein Traumberuf ist. Dass die Kirche in vielen Bereichen einer systemischen Änderung bedarf, setzt er voraus. Seine konstruktive Meinung, seine persönlichen Vorschläge dazu, führt er ebenfalls an. - Eines solchen Buches hätte es nicht nur m.E. schon viel eher bedurft. - Nicht nur, weil deine Schwester u. dein Schwager dann einen sicher viel schöneren Hochzeitstag hätten erleben können.

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