Glaubst du?

11 Antworten

Ja dann. Dann bin ich wohl verblendet. Und nun?

Nö.

Und die beiden Absätze sind ein gutes Beispiel dafür, wie unverständlich und verschwurbelt die Bibel geschrieben ist. Wer hat mich denn jetzt verblendet? Gott oder Satan? Laut dem zweiten Absatz ist sogar beides dasselbe.


DerEineHalt08  10.07.2025, 14:00

,,Gott dieser Welt,, ist eine Metapher für Satan, die in der Bibel oft wiederkehrt.

Elaine23  10.07.2025, 10:31

Nein, Satan ist nur "Gott" über diese Welt, du hast es nicht verstanden,so einfach ist das.

FouLou  10.07.2025, 10:36
@Elaine23

Und warum sagt man dann nicht einfach: Satan? Wieso kann man sich nicht einfach klar ausdrücken?

daCypher  10.07.2025, 10:43
@Elaine23

Wenn Satan jetzt Gott über diese Welt ist, wo ist dann der ursprüngliche Gott hin (ich dachte es gibt nur noch einen "echten" Gott)?

Oder ist mit "dieser Welt" nur die verblendete Welt der Atheisten gemeint?

Rudolf0007  10.07.2025, 11:07
@daCypher

Die Frau Elaine23 hat es anscheinend noch immer nicht registriert:

Warum sollte der nette Satan, Herr der Hölle, Menschen verbrennen, die dem gleichen dummen primitiven abrahamitischen Gott ungehorsam war, dem er (Lucifer = Satan) selbst ungehorsam war?

Also mir ist der Lucifer sehr sympathisch! Cooler Typ wenn er diesem Gott auch noch ein Tritt in den Allerwertesten versetzt!

Fakt für alle heiligen Glaubensfanatiker:

Wenn man so eine Frage stellt, dann schäumen die liberalen Gläubigen, da sie wert darauf legen, dass der Teufel (Satan) keine Menschen im "ewigen Feuer" der Hölle brennen lässt. 

Im liberalen Protestantismus und Katholizismus ist die Hölle nämlich inzwischen abgeschafft worden, bzw. im Katholizismus vertritt man die Ansicht, dass die Hölle leer sei. 

Nur im Fundamentalismus (und im Islam), geade bei radikalen enangelikalen Christen wird noch das Höllenfeuer gepredigt, so wie übrigens zeitlich bei weitem überwiegend in der Geschichte der beiden Monotheismen. Früher hat man den Menschen im übertragenen Sinne "die Hölle heiß gemacht". Heute will man nichts mehr davon wissen.

Warum? Weil es sich herausgestellt hat, dass die "schwarze Pädagogik", die mit Strafe und Drohungen arbeitet, nicht so wirklich effizient ist. 

Deswegen verprügelt man heute keine Kinder mehr, deswegen gibt es keine "brennende Hölle" mehr. Das alles hat man über exegetische Kunststücke herausgefunden und damit anderthalb Jahrtausende der Textinterpretation (Rezeptionsgeschichte) beiseite gewischt.

Motto:

Alle vorhergehenden Generationen von Theologen haben sich geirrt — darüber gibt es absolute Einigkeit unter allen Theologen aller Generationen, zu jedem beliebigen Zeitpunkt haben sich alle vorher geirrt.

Aber heute weiß man es endlich wirklich besser als vorher — und auch darin sind sich alle Generationen aller Theologen einig. 

Zu jedem beliebigen Zeitpunkt galt und gilt, dass man sich ab jetzt nicht mehr irrt. Wie auch Gott sich nicht mehr irren wird!

Man weiß also, dass sich alle Theologen vorher geirrt haben, jetzt hat man seine Meinung geändert. 

Was sich nicht geändert hat ist der Anspruch, dass man sich nicht irren kann. 

Man bezeichnet das übrigens als "pessimistische Induktion".

Man wirft ja gerne von Theologenseite der Wissenschaft vor, dass sie ihre Meinung ändert. Theologen machen das auch, aber gleichzeitig lügen sie allen vor, dass sie das niemals gemacht haben. 

Jede Änderung einer Lehre "galt immer schon". 

Also: Theologen ändern ihre Meinungen auch, sie geben es nur nicht zu.

Also: Neuerdings verbrennt der Satan keine Leute mehr. Was ist dann seine Funktion? Seit wann ist er arbeitslos? Oder bekommt er vom heiligen deutschen Staat nun die gleiche Rente wie ein Kardinal?

Ich meine, Sinn hat das noch nie ergeben. 

Wenn Satan die Bösen bestraft, gehört er zu den Guten, und wenn er böse wäre, würde er gerade die Bösen nicht bestrafen! Aber so sind halt die abrahamitischen Religionen 😉

Wünsche allen einen wunderschönen Satanischen Tag 😉👍😜👌

Elaine23  10.07.2025, 11:12
@daCypher

Du verstehst da etwas grundlegend falsch. Satan ist nicht "Gott über diese Welt" im Sinne von göttlicher Macht oder Autorität.

Die Stelle, auf die du dich beziehst (2. Korinther 4,4), nennt ihn "Gott dieser Weltzeit" - das bedeutet nicht, dass er göttliche Macht hat, sondern dass er temporär Einfluss auf die gefallene Welt ausübt. Es ist ein Titel, der seine Rolle als Verführer beschreibt, nicht seine tatsächliche Macht.

Gott bleibt der allmächtige Schöpfer und Herr über alles. Satan kann nur das tun, was Gott zulässt - siehe das Buch Hiob. Er ist ein gefallener Engel, kein Gott. Die Souveränität liegt komplett bei Gott.

Mit "dieser Welt" ist das gefallene Weltsystem gemeint - die Strukturen und Denkweisen, die sich gegen Gott richten. Nicht nur Atheisten, sondern alle Menschen, die von der Sünde getrennt sind, inklusive religiöse Menschen, die Gott nicht wirklich kennen.

Satan hat keine göttliche Macht - er ist ein Geschöpf unter Gottes Herrschaft. Zu behaupten, er sei ein echter Gott, wäre Blasphemie. Es gibt nur einen wahren Gott, und das ist nicht Satan.

Elaine23  10.07.2025, 11:14
@Rudolf0007

Wow, da ist aber jemand richtig getriggert von religiösen Diskussionen. Lass mich das mal auseinandernehmen:

Zu deinem "sympathischen Satan": Du zeigst hier nur, dass du das christliche Weltbild überhaupt nicht verstehst. Satan ist nicht der "coole Rebell", der gegen einen tyrannischen Gott kämpft. Das ist Hollywood-Quatsch. In der christlichen Lehre ist Satan der Verführer, der Menschen von Gott weglockt - nicht ihr Befreier.

Zu deiner Hölle-Theorie: Du vermischst hier verschiedene theologische Traditionen wild durcheinander. Die Hölle wurde nicht "abgeschafft" - verschiedene Denominationen haben unterschiedliche Auslegungen davon, was sie bedeutet. Manche sehen sie als Trennung von Gott, andere als Vernichtung, wieder andere als ewige Qual. Das nennt man theologische Vielfalt, nicht Beliebigkeit.

Dein "pessimistische Induktion"-Argument: Ja, theologische Auslegungen entwickeln sich weiter - genau wie wissenschaftliche Erkenntnisse auch. Der Unterschied ist, dass Christen glauben, dass der Geist Gottes sie dabei führt, die Schrift besser zu verstehen. Du tust so, als wäre das ein Skandal, aber es ist völlig normal, dass Menschen ihre Erkenntnis vertiefen.

Zu deinem Logik-Problem mit Satan: Du konstruierst hier einen Strohmann. Satan bestraft nicht die Bösen - er wird selbst bestraft. Die Hölle ist nicht sein Königreich, sondern sein Gefängnis. Er verführt Menschen dazu, sich von Gott abzuwenden, und wird am Ende selbst gerichtet werden.

Zu deinem "abrahamitische Religionen sind dumm"-Gerede: Drei Milliarden Menschen auf der Welt teilen diese "dummen" Überzeugungen. Vielleicht liegt das Problem nicht bei ihnen, sondern bei deiner oberflächlichen Polemik.

Dein ganzer Text ist ein einziger Strohmann-Angriff auf eine Karikatur des Christentums. Du argumentierst gegen Positionen, die so kaum jemand vertritt, und tust so, als hättest du das ganze System widerlegt.

Wenn du wirklich an theologischen Diskussionen interessiert wärst, würdest du dich mit den stärksten Argumenten auseinandersetzen, nicht mit den schwächsten. Aber offensichtlich geht es dir nur ums Provozieren.

Einen schönen Tag noch - auch ohne Satan.

DerEineHalt08  10.07.2025, 14:07
@Rudolf0007

Kleine Ergänzung, die den Blick auf die Hölle nocheinmal ändern könnte.

Der Satan ist erstens mal nicht der, der die Menschen nach dem Gericht in der Hölle peinigt, sondern er ist auch einer der Gepeinigten und somit nicht der so oft angepriesene ,,Herr der Hölle,,.

Außerdem sieht der Pein anders aus als sich viele vorstellen. Wäre sich die einen den Pein als Feuer und Flammen und Qualen vorstellen, ist der Pein tatsächlich etwas anders. Die Hauptqual ist nämlich die Abwesenheit von Gott. Gott, der die Liebe und die Vergebung ist, ist in der Hölle schlichtweg fern. Die Hölle ist also auch ein Platz ohne Liebe und Vergebung, quasi ein Ort, an dem das Recht des Stärkeren herrscht.

Ich kann mich auch täuschen, aber so schön ist es dort glaub ich nicht, auch für den Satan nicht.

ansich ises mir ja ziemlich egal ob jmd glaubt oder nicht. mir is wichtig wie der mensch ist, wie er mit seinen mitmenschen, tieren, umwelt usw umgeht.

ich bin katholisch erzogen - und ich denke auch dass des die kernaussage der bibel und anderen religiösen schriftstücken ist.

aber leider gibts halt auch ein paar extrem verblendete denen die bibel so weit im hintern steckt, dass die vermutlich selbst nicht verstehen was sie da rumblubbern. was auch n grund is warum ich mich mittlerweile von jeglichem glauben ganz weit distanziere...

und nein da spricht nicht satan aus mir, sondern die reine vernunft.


ntechde  10.07.2025, 10:36

Dankeschön! Man kann tatsächlich glauben, auch ohne gleich zu spinnen!

Flamme2175 
Beitragsersteller
 10.07.2025, 10:25

Katholizismus ist dämonisch . Bringt flüche rein

Flamme2175 
Beitragsersteller
 10.07.2025, 10:34
@DodgeRT

Die Kirche evangelisch und katholisch sind Religiöse Kirchen jesus hat mit Religion nicht zu tuhn . Such dir eine geminde mit heilung und befreiung im vollen Evangelium ! Jede Gemeinde nich mehr über befreiung redet ist eine Religiöse Gemeinde und nicht im vollen evaglium ! Eine gemeinde im vollen Evangelium macht befreiung mit seinen Mitgliedern von unreinen Mächten und bricht flüche und betet für die kranken ! Und wenn das eine gemeinde nicht macht dann hat der Feind die Gemeinde schon eingenommen

DodgeRT  10.07.2025, 10:35
@Flamme2175

nein danke. ich mach lieber um so religöse spinner nen großen bogen...

Nö, aber immer wieder lustig, wie Gläubige versuchen ihren Unsinnigen Glauben zu rechtfertigen, indem sie behaupten alle die nicht glauben würden seien von irgendwas verblendet / wären nicht gesegnet whatever.


ntechde  10.07.2025, 10:34

Solche Textfragmente sind wahrhaftig keine Werbung!

Haha, da hat jemand die Bibel aber ganz genau studiert und die Schuldfrage klar geklärt! 😉

Es ist schon praktisch, wenn man für Unglauben einfach den "Gott dieser Welt" – also den guten alten Satan und seine Dämonen – verantwortlich machen kann, oder? Keine lästigen Selbstzweifel, keine langwierige Introspektion, einfach ein paar bösartige Entitäten, die einem das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi vorenthalten. Da ist man ja quasi Opfer der Umstände!

Verblendet oder einfach nur vergesslich?

Man könnte fast meinen, die Dämonen hätten ein sehr ausgeklügeltes Marketing-Team, das gezielt die Optik von potenziellen Gläubigen manipuliert. Vielleicht gibt's da spezielle Verblendungs-Augentropfen, die direkt aus der Hölle geliefert werden? Oder eine Art dämonische Firewall, die alle himmlischen Downloads blockiert?

Andererseits, wenn der Herr Jesus derart hell strahlt, dass er das Ebenbild Gottes ist, müssen diese Dämonen schon ganz schön starke Sonnenbrillen verteilen. Oder vielleicht sind die Ungläubigen einfach chronisch lichtempfindlich?

Was, wenn's nur die schlechte Beleuchtung ist?

Vielleicht ist es ja auch gar nicht der Teufel, sondern einfach nur eine schlechte Beleuchtung im Alltag. Wer hat denn heutzutage noch Zeit, das helle Licht des Evangeliums zu sehen, wenn man ständig auf sein Smartphone starrt oder die Netflix-Serien so fesselnd sind? Vielleicht sollten die Kirchen mal über eine bessere PR nachdenken, die auch gegen dämonische Verblendung hilft. Oder einfach ein paar mehr Kerzen anzünden. Könnte ja klappen!

Also, ja, nach der Logik ist es tatsächlich nicht die eigene Schuld, sondern die des bösen Blenders. Manchmal ist es doch beruhigend, wenn man für alles eine höhere (oder tiefere) Macht verantwortlich machen kann, nicht wahr? 😂

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Ela Nazareth 💆‍♀️🐴😸🏳️‍🌈

ntechde  10.07.2025, 10:38

Deswegen werden seit Alters her lieber Schuldige als Lösungen gesucht!

denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes.

Gott hat also dafür gesorgt das sie Gott nicht sehen?

Das nehme ich aus diesen Satz mit. Klingt ziemlich verwirrend muss ich ehrlich gesagt sagen.

Der grund warum die ungläubigen nicht glauben können weil der Gott dieser welt der satan also die Dämonen die menschen die ungläubig sind verblendet hat !

Vieleicht sollte man eher die Ungläubigen Fragen warum sie nicht glauben. Als wild in der gegend herumzu spekulieren.

Das ist nicht besonders nett. Finden ja Gläubige auch nicht gut wenn die anderen sagen: Gläubige glauben nur weil sie dazu von Priestern und ihren Eltern manipuliert worden sind.

Aber ist halt ein Schönreden wenn man nicht Akzeptieren kann das andere nicht Glauben weil sie einem eben nicht die Geschichten Abkaufen.

Nicht nur, dass Briefepaule sich gern sehr verquast ausgedrückt hat - Die mittelalterliche Übersetzung vom guten Luther hat vielen Texten den Rest gegeben.

Dabei ist es so einfach: "Leute, glaubt an Gott, ist besser!"

Dir wird dein Sinn leider von James Stanton verblendet, so daß du das helle Licht des Evangeliums nicht wahrnimmst und die Wahrheit nicht zu erkennen vermagst. Sage dich los von diesem falschen Propheten und Verführer!

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ich habe Religionspädagogik studiert.

Jaja, die religiösen Phantasien sind unendlich und grenzenlos. Mal mit Hölle, mal mit Satan, mal mit beiden, mal ohne.

Ich weiß von der "bedingungslosen Liebe" Gottes. Das reicht mir.

Der grund warum die ungläubigen nicht glauben können weil der Gott dieser welt der satan also die Dämonen die menschen die ungläubig sind verblendet hat !

Wir können also nichts dafür.

Und statt dass Gott nun eingreift und Satan vom Verblenden abhält, wirft Gott uns (die Opfer) in die Hölle.

Wer ist nun schlimmer:

Gott oder Satan?


Flamme2175 
Beitragsersteller
 10.07.2025, 14:05

Das ist ein Fluch der kommt wenn die vorfahren gesündigt haben oder man selbst gesündigt haben man muss stellvertretend Buße tuhn für seine vorfahrenlinie und überall sünden Buße tuhn und die flüche brechen ! Dann kann jesus einen davon befreien und jesus wird dich frei macjen

Sturmtaucher2  10.07.2025, 14:45
@Flamme2175
Das ist ein Fluch der kommt wenn die vorfahren gesündigt haben

Grade hieß es noch, Satan würde verblenden.

Nun heißt es, das ist ein Fluch der automatisch kommt wegen den Vorfahren.

Das Szenario bleibt jedoch dasselbe:

Die Ungläubigen können nichts dafür, nur sind jetzt die Vorfahren Schuld statt Satan.

Und statt den Fluch aufzuheben, schickt Gott die Opfer in die Hölle.

Wer ist nun schlimmer:

Gott oder Satan?

man muss stellvertretend Buße tuhn für seine vorfahrenlinie

Sippenhaft ?

Soll es grade DAS laut Bibel nicht geben? "Keiner trägt die Sünden von jemand anderes, nur seine eigenen Sünden" oder so ähnlich?

Und dafür schickt Gott uns Opfer dann auch noch in die Hölle?

Dann kann jesus einen davon befreien

Sonst kann er das nicht? Ich dachte er sei ällmächtig....

und jesus wird dich frei macjen

Und wenn er das tut, dann bin ich errettet vor dem, was er selbst mir sonst antut (in die Hölle werfen)?

Es ist sehr interessant welche abwertenden Haltung gegenüber Menschen (Ungläubige) einnimmst, die nachweislich sehr viel für Humanistische Organisationen tun oder sozial Projekte mitfinanzieren! Mann nennt diese Menschen auch Atheisten!

Jetzt zu deinen Evangelien! Ich möchte dich darauf aufmerksam machen, dass die meisten Theologen während ihres Studiums in einem konservativen Konsens unterrichtet wurden, den die Kirchen dadurch bilden, dass sie nicht zulassen, dass Personen, die dem nicht zustimmen, überhaupt unterrichten können. Dadurch dauert es sehr lange, bis sich da bei den Meinungen überhaupt etwas bewegt oder neuere Erkenntnisse akzeptiert werden, die älteren Lehren widersprechen.

Trotzdem ist es theologischer Konsens, dass die Autoren der Evangelien nicht Markus, Matthäus, Lukas oder Johannes hießen. Immerhin.

Die Theologen versuchen, Markus mit aller Gewalt so nahe an die Zeit, in der Jesus gelebt haben soll, zu schieben. So wird das Markusevangelium auf 70 nach Christus datiert. Früher geht nicht, weil der Evangelist voraussetzt, dass der Leser weiß, dass die Juden eine große Katastrophe ereilt hat. Man nimmt an, dass dies die Zerstörung des jüdischen Tempels im Jahr 70 war. Es könnte sich aber eher um den bar-Kochba-Aufstand gehandelt haben, um 132—136 gehandelt haben.

Aber die Tatsache, dass Markus so viel von Flavius abgeschrieben hat, zwingt einen eigentlich dazu, anzunehmen, dass das Evangelium kaum vor 90 n. Chr. geschrieben wurde. Die anderen Evangelien kommen später.

Bekannt wurden die Evangelien erst um das Jahr 150 herum. Vorher kannte sie kein Christ, niemand zitiert sie. Ab 150 verbreiteten sich die vier Evangelien rasend schnell unter den Christen.

Wie erklärt man sich, dass niemand die Evangelien für 80 Jahren zur Kenntnis nahm? Man ignoriert es. Man will sie unbedingt so nahe wie nur möglich, mit aller interpretatorischen Gewalt wie nötig, so nahe an die Zeit manipulieren, wie es nur geht, ohne sich lächerlich zu machen.

Keiner der Evangelisten beruft sich darauf, Jesus gekannt zu haben. Mit der Ausnahme von Johannes, der von einem Lieblingsjünger redet. Aber die Textstelle ist äußerst schlitzohrig formuliert, wenn man sie genau liest, steht dort nicht wirklich, dass Autor der Lieblingsjünger war — es wird nahegelegt.

Matthäus schreibt zu 90 % von Markus ab und korrigiert ihn nur bei den zahlreichen Fehlern, die Markus in Unkenntnis der Geografie und der jüdischen Gebräuche gemacht hat. Hier wusste der Evangelist deutlich mehr über die Juden.

Keines der Evangelien gibt eine Quelle an. Das ist für antike historische Berichte äußerst ungewöhnlich, sodass man sie beim besten Willen auch nicht als Historie bezeichnen kann. Lukas redet vage von "Dienern des Wortes", von denen er seine Informationen haben will. Aber das beschreibt eher den Vorgang der "stillen Post". Hier die entsprechenden Verse:

Lukas 1,2: Schon viele haben es unternommen, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat.

Lukas 1,2: Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren.

Er sagt nicht, dass er Augenzeuge war, sondern dass er sich auf frühere Berichte stützt, die angeblich von Augenzeugen verfasst und dann mündlich weitergegeben wurden. Man muss schon sehr genau lesen, aber wer tut das schon?

Was Lukas sagt, ist Folgendes: Es gibt Berichte über die Ereignisse von Augenzeugen, die überliefert worden sind. Die Verfasser dieser Berichte waren keine Augenzeugen, sie haben lediglich weitergegeben, was ihnen überliefert wurde. Das bedeutet, dass die Berichte, auf die er sich stützt, schon durch mehrere Hände gegangen waren. Was nicht unbedingt darauf deutet, dass Lukas im 1. Jahrhundert geschrieben hat.

Zudem ist Lukas der unzuverlässigste Schreiber unter den vier Evangelisten, auch, wenn er sich des Gegenteils rühmt. Denn derselbe hat die Apostelgeschichte verfasst, die wüsteste Märchengeschichte des NT. Wenn man die wirklich mal liest, und seine dem Paulus untergeschobene Theologie mit der des Paulus vergleicht, dann weiß man, warum Lukas ein großer Märchenerzähler vor dem Herrn war. Auch er hat sein Evangelium zum Teil abgeschrieben, nicht nur von Markus und Matthäus, sondern von dem Evangelium nach Marcion. Von diesem hat man ca. 70 % rekonstruieren können.

Es gibt über Jesus keine Augenzeugenberichte. Keiner seiner Zeitgenossen hat ihn zur Kenntnis genommen. Wenn er überhaupt existiert hat, dann war er bei weitem nicht so bekannt wie beispielsweise Johannes der Täufer oder irgendeine andere Figur aus der Zeit, von der wir wissen.

Dabei haben die Juden damals nach dem Messias gesucht, oder wie die Qumran-Gemeinschaft nach dem Lehrer der Gerechtigkeit. Man hat Listen mit potenziellen Kandidaten zusammengestellt, selbst mit Personen, bei denen es eher unwahrscheinlich erschien. Jesus fehlt auf allen diesen Listen!

Man kann also recht positiv ausschließen, dass einer der Evangelisten Jesus gekannt hat. Kein Theologe nimmt das heute noch an

Das war nur ein kleiner Exkurs von einem Atheisten der deine abrahamitische Religion sehr gut kennt, inkl euer Märchenbücherl Biberle! Schönen atheistischen Tag 👍👌👍