Wenn hier im Forum parteipolitisch argumentiert wird, sehe ich leider immer wieder, dass sich viele Leute nicht an die Vorgaben halten und verbal losholzen, was wenig hilfreich ist.

Wenn man die Beliebtheit einer Partei an den Prozentsatzschätzungen der Meinungsforschungsinstitute abzulesen versucht, dann muss ich feststellen, dass gerade jetzt durch die Gesamtorientierung der öffentlichen Stimmung auf die Coronakrise hin, alle Nichtregierungsparteien deutliche Einbußen hinnehmen mussten. Weil sowohl die FDP als auch die Grünen und ebenfalls die AfD zur Coronakrise relativ weniges an alternativen politischen Überzeugungen beisteuern konnten/können, verlieren sie für viele Leute im Moment an Bedeutung, was sich in den rückläufigen Prozentzahlen bei den Prognosen der Meinungsforschungsinstitute klar ausdrückt. In fast allen Ländern, die sich ebenfalls mit der Corona-Problematik befassen, können die Regierungsparteien punkten, weil die Bürger sehen, dass sich die Regierenden um ihr Wohl Sorge machen und folglich viele Maßnahmen eingeleitet haben, um die Gesundheit der Menschen zu schützen. Das wird anerkannt, und die Empörung über andere Formen des Politikversagens der Regierenden treten im Moment in den Hintergrund, sie werden schlicht ausgeblendet.

Genau diese Ausblendung erfolgt auch bei den Menschen in unserem Land, was dann dazu führt, dass die politischen Anliegen der Nichtregierungsparteien zur Zeit in den Hintergrund treten.

Sollte sich jedoch nach der Corona-Epidemie eine massive Wirtschaftsrezession einstellen, dann wird sicher wieder mehr auf die Positionen von FDP, Grünen und AfD geschaut werden, was sich auch in den Zustimmungswerten bei den Prognosen zu den möglichen Wahlentscheidungen niederschlagen wird.

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Nein wurden sie nicht

Als Biologe stelle ich immer wieder fest, dass bei Konkurrenz unter verschiedenen Subspezies (Unterarten) einer Tierart oder beim Frühmenschen sehr leicht eine Idee vorherrscht, dass die eine Unterart die andere physisch vernichtet hätte. Aber genau so ein Geschehen ist im Konkurrenzkampf eher selten zu beobachten.

Viel häufiger konkurrieren die Unterarten auf subtile Weise um wichtige Ressourcen. Wer kann bei einem Baum, der gerade gute Früchte trägt, zuerst zugreifen. Wer ist so "erfinderisch", dass er sich bestimmte Nahrung erschließen kann (z.B. durch Verwendung eines Steins als Schlagwerkzeug). Wer ist bei den Frühmenschen so talentiert, dass er sich Nahrungsvorräte anlegt, Unterstände gegen Wetterextreme baut, seine Jungen besser schützt als andere Gruppierungen.

Es sind also die vielen kleinen Besserstellungen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen, die eine Unterart (Neandertaler in Konkurrenz zum Cro Magnon Mensch) erfolgreicher gegenüber der anderen machen.Bedenke bitte, dass nur eine bessere reproduktive Fitness von nur wenigen Prozentpunkten in 10 oder 20 Generationen der überlegenen Unterart einen substantiellen Vorsprung gibt. Wenn eine Gruppierung durchschnittlich pro Elternpaar 2,2 Kinder bis zum Erwachsensein bringt im Gegensatz zur anderen, die "nur" 2,1 Kinder dahin führen kann, dann wird eine Ausgangsgruppe von 100 Cro Magnon Menschen nach 10 Generationen aus 520 Mitgliedern bestehen, während die der Neanderthaler nur 325 hat. Die Überlegenheit von 500 Menschen führt dann leicht dazu, dass sie z.B. eine gutes Flußtal mit milderen Wintern und mehr zu bejagenden Tieren besetzen, während die kleinere Gruppe dann eher in der Bergregion bleibt, wo der Winter härter und die Nahrungsangebote bescheidener sind, was folglich Menschenleben kostet und die Population abermals dezimiert.

Genau so stellen sich die Anthropologen (die Biologen, die auf dem Gebiet der Stammesgeschichte des Menschen forschen) das Geschehen im Konkurrenzkampf zwischen Neanderthaler und Cro Magnon Mensch vor.

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Ich denke, dass die Alternative, die Du hier anbietest, nicht sehr hilfreich ist. Das reale Leben zeigt doch, dass es im Bereich Freundschaft viel mehr Varianten gibt:

Da sind zunächst die vielen sog. Freunde, die einem mit wohlwollender Toleranz begegnen, solange man ihnen nicht mit kritischen Aussagen zu nahe tritt.

Dann gibt es die meist sehr wenigen guten Freunde, mit denen man viele Interessen gemeinsam hat und mit denen man auch etliche gemeinsame Unternehmungen durchlebt hat.

Dann gibt es die Freunde, die ihr Image aufwerten wollen, wenn sie mit dir gesehen werden (natürlich nur dann, wenn du selbst Attraktivität ausstrahlst).

Dann gibt es die Freunde, die dich ausbeuten wollen - mental, wirtschaftlich oder psychisch.

Dann gibt es die reinen Interessenfreunde, die in einem speziellen Bereich mit dir interagieren (Sport, Tanz, Spiele, Computer, Seminare, usw)

Dies sind nur einige Typen von möglichen Freunden, und da denke ich, dass nur in Bereich "Ausbeutung" Vorsicht geboten ist. Aber die anderen Formen werden sich doch praktisch für jeden Menschen immer einstellen und dann auch wieder auflösen - da muss man dann entscheiden, ob man die Nähe intensivieren will oder eben lieber auf Distanz gehen will.

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Halte wenig davon

Ich denke, dass das Thema viel zu überbetont wird. Frauen mit einer ausgebildeten Persönlichkeitsstruktur gewinnen auf ganz natürliche Weise Respekt und Anerkennung. Sie benötigen keine "verordnete Bevorzugung". Zudem führt die Dämonisierung der Männer auch nicht zu einem befreiten und entspannten Umgang der Geschlechter untereinander.

Der permanente Aufbau von Schuldgefühlen hat fast immer auch negative Nebenwirkungen, die sich in Sticheleien und anderen kleinen Aggressivitäten bei Männern gegenüber Frauen zeigen. So etwa kann die Titulierung von beförderten Frauen als "Quotenfrauen" für die betreffenden mehr als nervend sein. Es ist doch der reine Sexismus, wenn man nicht mehr den qualifiziertesten oder die qualifizierteste Mitarbeiter/in eine bestimmte Funktion beruft, sondern wenn das Geschlecht für die Berufung entscheidend ist.

Machtfragen werden zwischen Partnern ohnehin immer auf subtile Weise in vielen kleinen Interaktionen ausgehandelt. Meist besetzt in einer Beziehung jeder bestimmte Funktionen, in denen er/sie die höhere Kompetenz verfügbar hat. Da ist es ganz wenig hilfreich mit "gesetzlichen Vorgaben" zu argumentieren.

Solange zudem in Beziehungen die Frauen auch gern und ohne Schuldgefühle die Übernahme von gemeinsamen Kosten dem Mann überlassen, ist es nach meinem Gefühl auch nicht abwegig, wenn Männer im Durchschnitt einige Prozent mehr Gehalt beziehen. Außerdem habe ich von Arbeitgebern auch immer wieder gehört, dass sie die unterschiedliche Bezahlung sofort abstellen würden, wenn die reine nachweisbare Leistung bei Männern und Frauen wirklich gleich wäre. Doch eben das ist nicht der Fall. Frauen fehlen einfach mehr Tage krankheitsbedingt in der Firma. Sie können sich gedanklich nicht so leicht von familiären Problemen frei halten und ihre Arbeitskraft uneingeschränkt dem Betrieb zur Verfügung halten - wie das bei Männern durchaus möglich ist. Männer zeigen gegenüber sich und ihrem Körper statistisch eine größere Härte (was man nicht gutheißen muss), was aber dem Arbeitgeber natürlich willkommen ist, und was er dann auch in einem etwas höhren Gehalt belohnt.

Daher denke ich, sollte man das riesige Geschrei wegen der sog. "Ungleichbehandlung" wirklich beenden. Wenn nur die Kompetenz zählt, ist es für alle Beteiligten die beste Lösung. Jeder kann sich anstrengen und wird dann auch gemäß seiner Fähigkeiten und seines Arbeitseinsatzes entsprechend besoldet.

Zweifellos hat es in der Vergangenheit Zeiten gegeben, wo die Privilegierung der Männer unerträglich war (z.B. keine Zulassung zu bestimmten Berufsausbildungen). Doch diese Zustände haben wir in unserer Gesellschaft wirklich schon längst überwunden. Jetzt droht eher eine neue Diskriminierung der Männer, was zu erheblichen Verhaltungsunsicherheiten bei diesen beiträgt. Daher also mein Vorschlag, das Thema Feminismus bezüglich seiner Bedeutung zurückzunehmen - zumindest innerhalb der Gesellschaft in unserem Lande, die "schon länger hier lebt". Die offensichtliche Ungleichbehandlung bei muslimischen Frauen ist eine ganz eigenständige Problematik, zu der wir sicher wenig beitragen können, da wir hier keine kulturelle Kompetenz haben.

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In der Philosophie ist die Stoffülle - wie praktisch in allen sog. Geisteswissenschaften - sehr groß. Entscheidend sind dabei Deine Ziele: Willst Du z.B. die Philosophie später als Unterrichtsfach in der Schule anbieten, genügen bestimmte Schwerpunkte, und folglich ist der Lernaufwand geringer. Willst Du dagegen in der Wissenschaft bleiben, d.h. strebst Du eine Uni-Karriere an, dann kann der Aufwand gar nicht groß genug sein.

Im Studium solltest Du pro Semester wenigstens 6 und höchstens 8 Seminare oder Übungen belegen. Jedes Seminar kostet Dich mindestens 4 Stunden Vor- und Nachbearbeitungszeit. Manche Dozenten scheuen sich auch nicht, 50 Seiten englischsprachigen Text bis zur folgenden Sitzung in einer Woche aufzugeben. Die muss man dann (meist mit Textmarker) durcharbeiten und sich ab besten noch die Leitgedanken herausschreiben. Da hat man dann richtig viel zu tun. Zudem ist es immer sinnvoll noch begleitend ein wenig Sekundärliteratur zu lesen, damit man die oft schwer zugänglichen Texte in der Philosophie überhaupt verstehen kann.

Ich selbst habe - als ich nur Philosophie studiert habe - pro Woche mindestens 50 Stunden insgesamt für alle Tätigkeiten im Bereich dieses Faches aufgewandt. Damit lag ich dann auch -verglichen mit den anderen Studierenden - so etwa zwischen dem ersten und dem zweiten Fünftel der anderen Studierenden dieses Faches (in Berlin an der FU und der HU).

Falls Du ein sehr gutes Gedächtnis hast, wird der zeitliche Aufwand deutlich geringer sein (nur noch 40 Stunden). Hilfreich ist natürlich auch eine gute Intelligenz, da viele Texte richtig schwer zu verstehen sind (Kant, Heidegger, Hegel).

Bilanz: In der Philosophie wird Dir der Erfolg sicher nicht geschenkt. Es ist ein durchaus arbeitsaufwändiges Fach, aber mit der entsprechenden Motivation bringt es auch viel Freude!

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Dein Befund, dass intellektuell nicht so gut aufgestellte Männer ihre Abneigung gegenüber den Schwulen so offen zeigen, liegt an ihrer fehlenden Sozialisation, d.h. ihrem Mangel an erlernten Verhaltensstrukturen, um ihre Gefühle zu kontrollieren.

Intellektuelle Männer haben dagegen weit häufiger Gewohnheiten für sich ausgebildet, mit denen sie beleidigendes oder aggressives Verhalten gegenüber Mitmenschen gut unterdrücken können. Das kommt dann natürlich bei den vielleicht doch weniger akzeptierten Schwulen zum Ausdruck, denen sie mit einer gelernten Freundlichkeit begegnen, so dass man denken könnte, sie seien gegenüber den Schwulen weit toleranter.

Das ist jedoch meist nicht der Fall, denn die Abneigung gegenüber abweichendem Elementarverhalten ist angeboren, genauso wie man sich zu Personen mit einer ähnlich gelagerten Wertewelt hingezogen fühlt. Einen, der genauso tickt wie man selbst, findet man sehr schnell sympathisch, das ist gleichfalls ein ganz alter Grundmechanismus, der beim Urmenschen zur Ausbildung von Gemeinschaften fundamentale Bedeutung hatte.

Bilanz: In der Gefühlswelt funktionieren wir meist recht archaisch. Sympathie und Antipathie können wir über den Verstand kaum beeinflussen. Aber wir haben die Möglichkeit Verhaltensmuster einzuüben, die den freundlichen Umgang auch mit den weniger geliebten Menschen erleichtern.

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Für eine Organspende lassen sich fraglos gute Gründe anführen. Menschen, die nur über den Austausch eines funktionsschwachen Organs überleben können, werden zutiefst dankbar sein, wenn sich ein Spender zu seinen Lebzeiten mit dieser Problematik so beschäftigt hat, dass er sich zu einer Organspende im Falle seines Ablebens bereit erklärt hat. Das ist sicher eine sehr noble, großherzige und menschliche Tat, wenn man sich zu so einem Entschluss bereit erklärt und dies obendrein auch noch aktenkundig gemacht hat.

Dem stehen allerdings auch handfeste Gründe entgegen. Allem voran die diffuse permanente Angst, dass man in einer möglichen Unfallsituation vielleicht doch viel zu schnell von den Ärzten aufgegeben wird, damit die dann die Organe in möglichst "frischer" Form verfügbar haben können. Auch kann der Gedanke, dass man nach seinem Tod quasi "ausgeräumt" wird, wirkliches Unbehagen verursachen. Zumindest geht es den Spendern immer ein wenig so, wie Leuten, die viel zu vererben haben: Sie werden von ihren Erbberechtigten immer sehr gern mit Gedanken bedacht in der Weise, dass man sich - zumindest unbewusst - ihren Tod wünscht. Bei jeder gravierenden Krankheit kommt den Erbnehmern der Spruch in den Sinn: "Hoffentlich ist es etwas Ernstes!"

Selbstverständlich ist bei Organspendern nur eine diffuse völlig unpersönliche Erwartungshaltung auf Seiten der organbedürftigen Personen vorhanden, aber trotzdem können sich in die dunklen Träume der "Spender" Imaginationen einschleichen, die ein Heer von Zombies sehen, die begierig auf ihre Organe warten. "Jemand da draußen wartet auf meinen Tod". Das kann durchaus belastend sein.

Dennoch sollte man auch nicht unerwähnt lassen, dass bei manchen eingetragenen Organspendern auch Gefühle wach sind, die sich eine Art Fortleben der eigenen Person im Körper eines anderen vorstellen, falls der Fall der Organspende Wirklichkeit werden sollte.

So wird die Organspende immer eine tief emotionale Angelegenheit bleiben, und jeder, der sich schriftlich dazu bereit erklärt, sollte die Problematik vorher gründlich mit Freunden und Verwandten durchdiskutieren.

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Nein, nicht wirklich

Ein Pfeil soll doch immer eine Richtung angeben, und wenn dieser Pfeil nach oben zeigt, dann ist auf einem Hintergrund mit dem Schriftzug "Alternative für Deutschland" naturgemäß gemeint, dass dieser Partei ein Aufwärtstrend zuzusprechen ist. Genau das ist doch das erklärte Ziel dieser Partei, was man ihr naturgemäß auch nicht verübeln kann, denn schließlich haben alle Parteien eben diese Zielsetzung.

Dass die Abgeordneten der etablierten Parteien das Programm der AfD inzwischen gelesen haben, hat dazu geführt, dass sie hier eine deutliche Gefährdung ihrer jeweiligen Stellung sehen, d.h., sie erkennen, dass eine ganze Reihe von Positionen durchaus bedenkenswert sind. Da man sich aber immer noch der Parole verpflichtet fühlt, alle Vorschläge dieser Partei grundsätzlich zu dämonisieren, entstehen jetzt echte Dilemmata.

Das jüngste und recht gute Beispiel ist die Kampagne der AfD gegen die Zustimmung zum Migrationspakt. Bei der Diskussion über den Packt vor einigen Tagen im Bundestag, haben sich praktisch alle Sprecherinnen und Sprecher lautstark und moralisierend gegen das "verwerfliche" Ansinnen der AfD ausgesprochen. Es war ein mehr als peinliches Unterfangen, weil jeder leidlich kompetente Zuhörer mühelos feststellen konnte, dass es ausschließlich um die abermalige Verunglimpfung der AfD ging, und die Inhalte des Vertrages überhaupt nicht angesprochen wurden. Man verwies lediglich auf die lächerlich wenigen beschwichtigenden Eingangssätze des Papiers, in denen ein wenig Augenwischerei versucht wurde. Die harten Forderungen gegenüber der Bevölkerung der Zielländer, die das Papier auszeichnen, folgen dann Schlag um Schlag auf den folgenden 30 Seiten, dass einem Hören und Sehen vergeht, weil das Bedrohungsszenario für jedes Einwanderungsland gnadenlos sichtbar gemacht wird.

Nachdem sich inzwischen bereits 19 wichtige Staaten gegen die Akzeptanz des Vertrages ausgesprochen haben, fällt es nun sogar unseren Regierungsparteimitgliedern zunehmend schwer, die Parlamente all dieser Staaten schlicht in die Ecke der "Rechtsradikalen" zu rücken, zumal jetzt auch Israel dabei ist, ein Land, dass man schwerlich mit der Naz..keule traktieren kann. Peinlich, peinlich!

Und jetzt fängt auch noch der Kandidat der CDU, Jens Spahn an, das Vertragswerk in Frage zu stellen. Intgereassant ist nun die Antwort aus CDU-Kreisen. Es wird nicht etwa gefragt, welche Aspekte Herr Spahn für fragwürdig hält, um sich daran sachlich abzuarbeiten, sondern es wird lediglich gesagt, dass seine Haltung hoch problematisch ist, weil sie mit der der AfD konform gehen würde.

So weit sind wir in unserem Land mit der Demokratie gekommen!

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Es ist immer problematisch, wenn man die eigene Lebensführung nur unter dem Aspekt des "Geschäfts" betrachtet. Es ist nähmlich außerordentlich schwierig, die sog. Humanfaktoren (z.B. freundliches Entgegenkommen; Gesten der Wertschätzung; Signale der sozialen Akzeptanz; usw.) korrekt in ihrem Ausprägungsgrad einzuordnen.

Zudem sollte man bedenken, dass man durch das Ausleben von Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft auch selbst immer ein besseres Lebensgefühl hat. Im umgekehrten Fall findet man bei Menschen, die sich aggressiv und vorwurfsvoll verhalten, im Nachherein oftmals ein ungutes diffuses Gesamtgefühl, was nach meiner Einschätzung sehr belastend sein kann.

Schließlich solltest Du auch bedenken, dass man bei einem Ausleben von freundlichen Verhaltensweisen oftmals wesentlich später ganz unvermittelt eine positive Rückkopplung erhält, die viele kleine Enttäuschungen davor durchaus kompensieren kann, ja zu regelrechten Glücksgefühlen führt, die sich sehr positiv auf die gesamte Lebenssituation auswirken.

Bilanz: Eine positive Gesamtausstrahlung immer beibehalten, weil sie sich im Endeffekt zu einer weit angenehmeren Lebenswahrnehmung kumulieren wird.

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Das Interessante bei dieser Fragestellung ist, dass die Mehrzahl der Menschen davon ausgeht, dass beide Formen der Attraktivität miteinander positiv korreliert sind. Wie stark so eine Grundhaltung im Denken und Handeln verankert ist, wird z.b. ersichtlich in Filmen, in denen der "Böse" fast immer auch häßlich dargestellt wird. Die Monster in Science Fiction-Filmen sind immer beides: extrem widerwärtig anzusehen und obendrein von außerordentlicher Bosheit und Feindseeligkeit.

Umgekehrt sind die Schönheiten (engelhaft, elfenhaft) immer auch die liebenswerten und liebevollen Geschöpfe. Der Dichter formuliert es so: "In der Mißgeburt von Kadaver, die du deinen Leib nennst, kann schwerlich eine schöne Seele wohnen!"

Zweifellos gibt es auch den für die Zuschauer enttäuschenden Fall, dass sich eine schöne Frau oder ein gut aussehender Mann dann doch einmal als intrigant oder egoistisch, wohl auch mal als extrem narzisstisch darstellt, aber trotzdem bleibt das archaische Schema der griechischen Kalokagathia im Bewusstsein der Menschen die dominante Vorstellung.

Kalokagathia (altgriechisch καλοκἀγαθία kalokagathía), abgeleitet von καλὸς καὶ ἀγαθός kalós kai agathós oder zusammengezogen καλὸς κἀγαθός kalós kagathós („schön und gut“), ist die Bezeichnung für ein griechisches Ideal der körperlichen und geistigen Vortrefflichkeit („Schönheit und Gutheit“).

Von dieser Voraussetzung her gesehen, ist es extrem problematisch, deine Frage eindeutig zu beantworten. Fast jeder schaut zunächst auf die äußerlichen Merkmale eines Menschen, da sie ja doch immer auch viele Botschaften über die inneren Werte enthalten. Speziell bei etwas älteren Menschen werden auch bestimmte Persönlichkeitsmerkmale in der Mimik sichtbar, so z.B. Mißtrauen oder eine misanthropische Weltsicht. Auch haben sehr unansehnliche Menschen oftmals eine ablehnende Grundhaltung gegenüber ihren Mitmenschen, weil sie selbst permanent Ablehnung erfahren. Da ist es wirklich die Ausnahme, dass eher unattraktiv aussehende Personen sich dann doch einmal als urfreundlich, liebenswert und zugänglich herausstellen.

So kommt es eben dann auch, dass genau solche Leute, die zunächst vermehrt unattraktiv aussehen, aber selber ein positives Wesen haben, permanent von ihren Freunden ermuntert werden, sich doch ansprechender zu kleiden und eine bessere Frisur und schickere Accessoires zuzulegen.

Bilanz: Das wirkmächtigere Moment in der Partnerwahl ist die äußere Attraktivität. Nur gilt es dann herauszufinden, ob die Persönlichkeitskenngrößen, auf die man selber Wert legt, dann auch bei dieser Person - zumindest in bescheidener Ausprägung - auch vorhanden sind.

Wie richtig dieser Befund einer Dominanz der äußeren über die innere Schönheit ist, wird eindeutig erkennbar, wenn man sich die milliardenschwere "Schönheitsindustrie" betrachtet, die nur dadurch lebt, dass Menschen davon ausgehen, dass die äußere Beauty eben doch das Entscheidende ist.

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Du schilderst mit großem Ernst eine wirklich schwer zu handhabende Problematik. Schuldzuweisungen sind bekanntlich hochgradig kontraindiziert für jede Art therapeutischer Bemühungen. Folglich kann es im Rahmen dieses Forums eigentlich nur um Schadensbegrenzungen gehen.

Deiner Mutter wäre sicher mit einer seriösen Gruppentherapie (Gestalttherapie oder Psychodrama) ein Weg zu einer dauerhaften Besserung möglich. Doch dir ist gewiss bewusst, dass alle Psychotherapie die Einsicht in die eigene Behandlungsbedürftigkeit voraussetzt. Man kann es ihr also schwerlich anraten.

Doch was bleibt nun dir zu tun übrig? Ich denke zum einen der Aufbau einer Distanz, die sich zurückzieht in eine Form der alternativen Lebensgestaltung. Vermeide tunlichst fortan jede Form der Anklage und alle Schuldzuweisungen. Es ist viel besser den Leidensdruck des anderen schlicht anzuerkennen, aber ohne das Tun und Handeln des anderen der eigenen Person gegenüber gut zu heißen. Die Kontakte zu deiner Mutter solltest du stark reduzieren, ja vielleicht sogar weitgehend einstellen. Als Argumente ließen sich vortragen: "Wir leben in einem Beziehungssystem, das von etlichen unguten Erinnerungen belastet ist, wir haben keine rechten Strategien zur Verfügung, was die wechsleseitigen Vorwurfsmomente vermeiden kann, und folglich ist es für alle Beteiligten weit besser, den Störmöglichkeiten keine neue Nahrung zu bieten."

Briefe deiner Mutter solltest du nicht mehr lesen. Gib sie einer guten - in die Problematik eingeweihten - Freundin, die die Briefinhalte auf relevante familiäre Nachrichten kurz durchschaut, die aber alle von deiner Mutter weiterhin sicher geäußerten Vorwürfe und Anklagen herauslässt. Selber solltest du deiner Mutter gelegentlich schreiben, dass du für dich entschieden hättest ein neues Leben in einer positiven Grundhaltung auszuprobieren. Du wolltest neue Freundinnen und Freunde finden, die dich so akzeptieren, wie du bist, und dir läge daran, dich von alten Belastungsmomenten und unguten Erinnerungen zu befreien. Gegen so einen Lebensplan kann man schwerlich etwas einwenden, so dass du dadurch auch keine weiteren Schuldgefühle mehr aufbauen wirst. Auch die Beziehung zu den Brüdern solltest du in ähnlicher Weise reduzieren. Jeden Vorwurf von deren Seite einfach abpuffern. Nicht versuchen zu widerlegen, sondern mit ganz neutralen Aussagen ins Leere laufen lassen: "Ja, das ist nun deine Sicht; meine ist etwas anders und ich muss jetzt schauen, dass ich mein Leben neu arrangiere, und wir sollten versuchen, die Dinge der Vergangenheit auf sich beruhen zu lassen."

Bilanz: Distanz ist nach meinem Dafürhalten in dieser Situation die beste Strategie. Sie muss natürlich begleitet sein von einer völligen Unterlassung jeglicher Vorwürfe und Anklagen, weder der Mutter noch den Brüdern gegenüber. Es ist erstaunlich wie wirkungsvoll es sein kann, wenn man sich nicht auf die drohende Konflikt- und Kampfsituation einlässt, sondern ganz entspannt von seinen neuen Lebensplänen spricht, von der geänderten Weltsicht, die primär die lange unterdrückten Harmoniebedürfnisse berücksichtigen will. Auch bei Beschimpfungen nur "aus dem Felde gehen" wie Lewin sagte. Einfach gehen - ohne Gegenrede.

Vielleicht kannst du mit so einem Ansatz einiges zum besseren wenden.

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Wenn man die sog. Realität mal mit der Metapher "Illusion" belegt, dann kann man sich damit naturgemäß interessant machen. Einstein war ja sehr narzisstisch und hat sich über Jahrzehnte hinweg immer gerne feiern lassen - jetzt ganz unabhängig von seiner wissenschaftlichen Leistung.

Aussagen zu der Feststellung, dass doch das ganze Erleben der Wirklichkeit eine große Illusion sei, hat es schon in fast allen Kulturepochen gegeben. Das ist absolut nichts Neues. Genährt wurden solche Ideen durch Erlebnisse der eigenen Traumwelt, durch Wahrnehmungsstörungen, durch das Hören unglaublicher Berichte von anderen Menschen und durch die Erfahrung des Todes und der ungezählten Mythen, die sich um das Ableben der Menschen, seine Todesangst und ein mögliches erwünschtes Wiederkommen ranken.

Letztlich sind jedoch alle Erkenntnisse der belastbaren naturwissenschaftlichen Forschungen so zu bewerten, dass es eine stoffliche Grundlage aller beobachtbaren Phänomene in unserer Welt gibt. Die Physik leistet schon gute Arbeit, auch wenn sie immer wieder Erscheinungen beschreibt, die sich nicht mit einfachen mechanistischen Modellen deuten lassen (Quantenphänomene; Welle-Teilchen-Dualismus des Lichts, Feinbau der Materie, Relativität; usw).

Eine Illusion, also eine Phantasmagorie sind aber diese Phänomene mit Sicherheit nicht, und jeder Versuch mit so einer Aussage zu punkten, ist zum Scheitern verurteilt, weil keine Belege dafür angeführt werden können. Letztlich werden ja immer wieder die parapsychischen Erscheinungen entlarvt, wenn man die Dinge im Doppelblindversuch zu reproduzieren versucht. Ich denke da nur an die Levitationen, die angeblich durch mental besonders begabte Persönlichkeiten realisiert werden könnten. Bei keinem einzigen Versuch so etwas einer kritischen Überprüfung zu unterziehen, wurden Erfolge nachgewiesen. Es bleibt einfach so, dass die Naturgesetzlichkeiten nicht durch geheimnisvolle meditative Exerzitien außer Kraft zu setzen sind. Die Welt ist profan strukturiert, auch wenn wir immer wieder eine starke Sehnsucht danach haben, dass es anders sein sollte. Wir wollen einfach nicht nur ein Teil der profanen materiellen Welt sein, sondern etwas metaphysisch Besonderes. Da hilft es dann schon, wenn wir die Welt als Traum bezeichnen.

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von Karl Jaspers "Was ist Philosophie?" ist eine sehr gute Einführung in das Gebiet. Auch von Thomas Nagel "Was bedeutet das alles?" wäre zum Einstieg gut geeignet.

Wenn man sich umfassender orientieren will, ist das "Handwörterbuch Philosophie" von Rehfus sehr empfehlenswert, weil man darin lange auf viele Fragen Antworten finden kann.

Will man sich mit einzelnen Philosophen näher bekannt machen, dann sind die einführenden kleinen Bücher aus der Junius-Reihe sehr hilfreich, z.B. zu Jaspers, Nietzsche, Schopenhauer oder Hans Blumenberg.

Wenn dir eine etwas tiefergehende Einführung in die Philosophie zusagen sollte, dann kann ich von Gert Scobel, dem bekannten Fernsehmann, das Buch: "Warum wir philosophieren müssen; Die Erfahrung des Denkens" sehr empfehlen.

Tipp: Meide auf alle Fälle zunächst die Werke von Adorno, Heidegger oder gar von Kant, weil sie unverständlich (Adorno, später Heidegger) oder extrem schwer lesbar (Kant) sind - auch wenn in der Philosophie diese drei Namen immer wieder genannt werden.

Nimm lieber - um einzelne Philosophen etwas näher kennen zu lernen, das Buch von Horst Poller mit dem Titel: "Die Philosophen und ihre Kerngedanken".

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Das "Mesotes-Motiv" ist in der aristotelischen Ethik eben nur eine gewisse Leitlinie für die Fälle, wo ein Zuviel oder ein Zuwenig für den Menschen unzuträglich sind. Die bekannten Beispiele dazu (Tollkühnheit - Tapferkeit - Feigheit) sind hinlänglich bekannt. Bei zahlreichen ethischen Problemfeldern geht es jedoch weit mehr um eine differenzierte - quasi faktorenanalytische - Betrachtungsweise.

So ist z.B. die "Gerechtigkeitsproblematik" ein ungemein kompliziertes Feld, weil man zunächst einmal die Gleichbehandlungsforderung diskutieren muss. Es ist schließlich naheliegend, dass Gleichbehandlung nur dort zu fordern ist, wo Menschen in jeder Hinsicht auch gleich sind - und eben das ist nicht der Fall. Sie sind unterschiedlich alt, unterschiedlich ausgebildet und erfahren, haben sehr verschiedene Talente, Prägungen oder körperliche Voraussetzungen, stammen aus zum Teil ganz verschiedenen sozialen Bezugssystemen, haben die unterschiedlichsten Qualifikationen, Prüfungen oder angeborene wie auch erworbene Privilegien. Somit eröffnet sich eine schier endlose Fülle von Perspektiven, die nur in einem seriös geführten Diskurs einer Lösung zugeführt werden können, die dann natürlich auch immer anfechtbar bleiben muss, da es keine absolut gültigen Entscheidungen geben kann.

Selbstverständlich wusste auch schon Aristoteles um diese Probleme, doch als eine Art Handreichung für eine erste grobe Orientierung in ethischen Fragen schien ihm für bestimmte Entscheidungsprozesse das "Mesotes-Motiv" hilfreich zu sein, und eben nur so sollten wir es auch in unserer Zeit für die Fälle zu Hilfe nehmen, in denen sich das "mittlere Maß" als das ethisch anzustrebende vorteilhaft erweist.

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Man unterscheidet hier sehr eindeutig zwischen der naturwissenschaftlichen Anthropologie, die ein Teilgebiet der Biologie ist und sich mit der Stammesgeschichte des Menschen befasst, zum anderen der philosophischen Anthropologie, die sich mit den kulturellen Leistungen des Menschen bezogen auf seine Rolle als gemeinschaftsorientiertes Lebewesen befasst.

Die biologische Anthropologie befasst sich also im besonderen mit den zahlreichen Vor- und Frühformen der Hominiden, ihren Verbreitungen, ihren Wanderungsbewegungen, ihren Leistungen bezüglich des Werkzeuggebrauchs, des Wohnens, der Ernährung, der Jagdtechniken und anderer elementarer menschlicher Praktiken.

Die Philosophische Anthropologie wurde dagegen als spezielle Teildisziplin der Philosophie begründet von Max Scheler, Helmuth Plessner, Arnold Gehlen, Erich Rothacker und Adolf Portmann. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, in besonderem Maße den Menschen als Wesen zu betrachten, das den evolutionsbiologischen Gesetzen genauso ausgesetzt ist wie die Tiere. Damit legt sie großes Augenmerk auf die Betrachtung der Interaktionformen, der Wahrnehmung- und Denkprozesse, der Gefühle, der angeborenen Verhaltensmuster und auch auf die Entwicklung der Moral beim Menschen - immer als vorteilhafte Anpassungsleistungsleistung.

So fragt der philosophische Anthropologe also z.B. nicht nach dem "Neid" als solchen (ob er z.B. moralisch verwerflich ist), sondern er versucht zu ergründen, warum sich die Neidreaktion als Teil des allgemein zu beobachtenden Verhaltens beim Menschen in der Stammesgeschichte etablieren konnte. Welche Überlebensvorteile hatten Individuen in menschlichen Urhorden, die von der Neidreaktion mitbestimmt waren. Das ist also eine gänzlich andere Herangehensweise als in der klassischen Philosophie, die weit mehr von der Zielvorstellung geleitet war, wie man beim Menschen "gutes moralisches Verhalten" erzeugen und festigen kann.

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Ich denke, dass das von dir beschriebene Verhalten ein Ausdruck dafür ist, dass du keine sehr tief gehenden Bindungen eingehst. Es gibt ja im Extremfall die sog. symbiotischen Bindungen, bei denen die beiden Personen praktisch wie ein Organismus agieren. Jede Aktivität wird vom anderen begleitet, gedanklich miterlebt, mit bewertet und emotionell geteilt. Beide stehen ständig in einem gewissen Resonanzverhältnis, so dass sie auch stets fühlen, was der andere fühlt.

Der totale Gegensatz zu so einer Beziehung ist der Autismus, bei dem es dem betreffenden überhaupt nicht gelingt, sich in andere Menschen einzufühlen. Er ist emotionell völlig auf sich eingeschränkt und empfindet meist noch nicht einmal ein Defizit dabei.

Zwischen diesen beiden Extremen gibt es nun praktisch jede Variation der Abstufung von Bindung - und je intensiver die Bindung ausgeprägt ist, um so einschneidender wird auch nach einer Trennung der Verlust wahrgenommen. Besonders grausam sind Trennungen durch unvermittelten Tod oder bei Gewalteinwirkungen im Kriegsfall oder bei Katastrophen. Dies kann zu schweren Traumatisierungen führen, die mitunter Jahre andauern können.

Wenn du nun nach deiner Meinung solche Trennungen ohne jede Trauer erlebst, dann könnte es ja sein, dass vorher auch keine besonders ausgeprägte Bindung vorgelegen hat. Prinzipiell sind allerdings auch andere psychische Vorgänge möglich. So gibt es Menschen, die Trennungsschmerzen verdrängen oder verleugnen oder über noch andere Prozesse so ausgrenzen, dass sie ihnen nicht mehr bewusst werden und sie folglich in einem Gefühl leben, dass sie die Trennung überhaupt nicht emotionell berühren würde.

Hier wäre noch weit mehr Nachfrage erforderlich, um zu einer leidlich brauchbaren Einschätzung deiner speziellen Problemsituation zu gelangen.

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Ich habe selber Theologie und Philosophie studiert und würde Dir aus meiner jetzigen Sicht zur Philosophie raten. In der Theologie sind so viele Fakten durch die kritische Bibelforschung und die Erkenntnisse der Naturwissenschaften unglaubwürdig geworden, dass man permanent mit den Zweifeln an den von Theologen vorgetragenen Aussagen zur Bibel und den Glaubensüberzeugungen der Christen kämpfen muss. Das ist außerordentlich belastend und unnötig. Da ist es viel zielführender, sich gleich der Philosophie zuzuwenden, denn auch in dieser Wissenschaft wird die Gottesproblematik thematisiert - allerdings ohne den sonst üblichen dogmatischen Hintergrund. Zudem ist die Spannbreite der Themen in der Philosophie größer, und was vor allem wichtig ist, es gibt keine Denkverbote. Daher ist die dialogische Situation wesentlich entspannter und unaggressiver. Du löst kaum einmal mit Deinen Fragen "Entrüstung" aus, was für religiöse Kreise ein immer währendes Problem ist. In religiösen Gruppierungen ist eine Aussage wie " so etwas darf man nicht fragen!" ständig präsent, und ich könnte mir denken, dass das auch für Dich recht belastend sein würde. Also mein Rat: Wähle die Philosophie!

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Berühmte Philosophen gibt es in Deutschland keine mehr, allerdings eine Reihe von bekannten und anerkannten Philosophen.

Um wenige neben den schon von anderen Leuten im Forum genannten zu nennen: Karl-Otto Apel; Jürgen Habermas; Jürgen Mittelstraß und Ernst Tugendhat.

Amerikanische und französische lebende Philosophen mit hoher Anerkennung sind: Noam Chomsky, Donald Davidson, Jacques Derrida, Saul Kripke, Claude Lévi-Strauss, Hilary Putnam, Paul Ricoeur, Richard Rorty, John Searle, Peter Singer (Australien) und Charles Taylor. (Ich konnte bei diesen leider aus Zeitmangel nicht nachsehen, ob der eine oder andere von ihnen schon gestorben sein könnte). 

Hoffe, dass dies ein wenig hilfreich ist. 

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Hier bietet sich ganz besonders eine kritische Analyse der "Freundschaft" bei Aristoteles an, die er in der "Nicomachischen Ethik" vorgelegt hat. Ich habe das Thema selbst in einer Proseminarsarbeit an der Uni Konstanz im Wintersemester 2008/9 bearbeitet. Es ist wirklich ein dankbares und ergiebiges Thema. 

Folgende Teilthemen habe ich dabei unterschieden:

1.  Bedeutung der Freundschaft;    2.  Freundschaft zwischen Gleichen und Ungleichen;    3.  Die unterschiedlichen Ziele der Freundschaft;    4.  Freundschaft zwischen den Guten;   5.  Nutzen- und Lustfreundschaft;            6.  Gruppen, die für Freundschaft weniger disponiert erscheinen                     7.  Wieviel Verschiedenheit verträgt sich mit Freundschaft;  8.  Modell zur Entstehung von Freundschaft;   9.  Problem der Selbstliebe;   10.  Braucht der Glückliche Freunde;  11.  Freunde im Glück und im Unglück;  12. Wer bringt dem anderen wieviel Liebe entgegen;  13.  Die politische Freundschaft;  14.  Die Thematik aus heutiger Sicht

Meine Seminarsarbeit ist 12 Seiten lang. Als Literatur hatte ich neben den Originaltexten in Übersetzung die Erklärungen der Nikomachischen Ethik von Ursula Wolf und eine weitere von Ottfried Höffe vorliegen. Wichtig erscheint mir auch das Buch von Nathalie von Siemens: "Aristoteles über Freundschaft" Freiburg/ München 2007

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Die aktive Beteiligung der Aufseher, soll eine Aufteilung der Verantwortung bei dieser gewichtigen Handlung bewirken (spreding of responsibility). So wie bei Erschießungen auch immer mehrere Schützen eingesetzt werden, damit letztlich jeder ein wenig leichter mit der Tatsache umgehen kann, dass gerade er für den Tod dieses Menschen die Verantwortung trägt.

Schwester Helen betreut als Sozialarbeiterin Kriminelle, und eben solche Leute sind in Slums sehr viel eher anzutreffen. Zudem werden Leute in Slums viel leichter durch unglückliche Verstrickungen straffällig, so dass hier mit sozialen Unterstützungen viel eher etwas Gutes bewirkt werden kann. Sie ist ja auch diejenige, die Poncelet zum Akzeptieren seiner Schuld führen will, also gewissermaßen einer religiös begründeten Wandlung behilflich sein will, damit er nicht als "in vollem Umfang sündig" sterben muss.

Bei den Angehörigen der Opfer überwiegt das Vergeltungsmotiv, d.h. sie leben in dem Gefühl, dass sie durch die Teilhabe an der Hinrichtung des Delinquenten das Leid der Opfer partiell kompensieren können. Da sie mit den toten Opfern in einer metapsychischen Ebene verbunden sind, können sie das Leidensmoment der Opfer im Nachherein vermindern, so wie jemand in einem Duell den eigenen Tod leichter akzeptieren kann, wenn er weiß, dass auch der Kontrahent sterben wird. Trotzdem erleben die Angehörigen die Hinrichtung als grausamen Akt, der sie emotionell stark belastet.

Inneren Frieden werden sie durch das Miterleben der Hinrichtung nicht finden, aber auf jeden Fall eine deutliche Entlastung in ihrem Leid und in ihrem Zorn auf den Täter. Hier spielt auch der Gedanke an eine ausgleichende göttliche Gerechtigkeit eine große Rolle.

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