"Bewerten" ist eine Handlungsweise, die immer erlaubt ist. Man meint damit ja einen Vergleich mit der eigenen Wertewelt, die wiederum stark durch die Modelle der Umwelt vorgegeben wird, die aus der Erziehung und den eigenen persönlichen Erfahrungen entstanden.

Ein ganz anderes Problem ist dann jedoch das sich daraus ergebende Handeln, also ob ich mich dann dazu hinreißen lasse, das mir nicht genehme Verhalten zu verurteilen, zu diskreditieren oder gar zu dämonisieren und diese Aussagen auch noch gegenüber allen möglichen Leuten laut auszusprechen, von denen ich annehmen könnte, dass sie sich dadurch irritiert oder gekränkt fühlen könnten.

Gerade in unserer Kultur gefallen sich ja zahlreiche Menschen, wenn sie in großer Gehässigkeit auf allen möglichen problematischen Verhaltensweisen der Großelterngeneration herumtrampeln, um die jetzt lebenden Nachkommen lustvoll zu demütigen, dabei sich selbst als die großen Moralisten narzistisch positionieren und dabei nichts weiter tun als ihre unbändige Aggression lustvoll auszuleben.

Bilanz: Verhalten aller möglichen Kulturen der Vergangenheit zu analysieren und mit der eigenen Wertewelt zu vergleichen ist sicher gut und bereichernd, doch sollte jeder Mensch daraus für sich nicht die Freiheit ableiten, dass er jetzt seine (irgendwie mit den Leuten der Vergangenheit generationsmäßig verbundenen) Mitmenschen demütigen und verunglimpfen darf.

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Diese Graphik ist sicher der Sichtweise seiner Zeit geschuldet, in der die Meinung vorherrschte, dass ein beruflich erfolgreicher Mann in Bezug auf seine gesellschaftliche Reputation im Lebensverlauf eine Höherentwicklung durchläuft. Beginnend mit der Kindheit führt dieser Weg über die Schulzeit mit der Ausbildung zu einem Studium mit akademischer Würde schließlich zu sozialer Anerkennung und einem Beruf, der mit den Insignien der Macht (sitzend am großen Schreibtisch) endet.

Das Rentenalter könnte man dann mit dem Machtverlust (Person wieder ganz unten) verbinden, was auch in der reinen Freizeitkleidung und der Ferienatmosphäre sichtbar wird.

Eine Treppe nach unten wäre da sicher nicht sinnvoll, weil es beim Ausscheiden aus dem Beruf in der Regel keine gestaffelten Bereiche gibt. Lediglich in Familienbetrieben kann der "Senior" bisweilen durch seine Zugriffsmöglichkeiten auf Vermögenswerte noch Verantwortung mittragen. Hier wäre eine graphische Symbolik dann schwerer zu realisieren, weil die Machtverhältnisse stark individuell gestaltet sind und folglich nicht für die Darstellung von allgemeinen Lebensprinzipien taugen.

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Ich denke, dass die Heirat für beide Partner Vorteile bietet, und genau diese Vorteile sind auch innerhalb der möglicherweise kurzen oder kürzeren Zeitspanne wirksam, die die Ehe dann tatsächlich hält.

Für die Frau ist es wichtig einen Partner zu haben, weil ihre gesellschaftliche Position dadurch steigt. Sie wurde "erwählt", für "gut" befunden. In der Regel gewinnt sie auch eine zusätzliche Versorgungssicherheit - speziell wenn sie einen Mann mit gutem Einkommen und/oder ansprechendem Vermögenshintergrund an sich binden konnte. Ferner ist es für viele Frauen recht stressig, immer auf der Suche nach einem Mann zu sein - und natürlich nach "Mr. Right", der ihr wirklich "etwas bietet" durch emotionelle, finanzielle und ästhetische Vorteile (guter Körper) gegenüber dem sog. "Durchschnitt" von mäßig interessanten Männern, die fast immer in der "Warteschlange" der Bewerber stehen.

Dieses ständige "topfit" sein für den "Heiratsmarkt" ist für Frauen sehr anstrengend, und davon sind sie dann partiell erlöst, wenn sie eine Bindung eingegangen sind. Jetzt können sie ein wenig entspannter sein, weil die Heirat doch zunächst relative Sicherheit bietet.

Auch für den Mann bietet die Ehe Vorteile, weil fast immer ein "Versorgungsmoment" für ihn gewonnen wurde. Das ständige "Hinterherrennen" hinter wechselnden Partnerinnen entfällt, er kann sich wieder verstärkt auf berufliche Weiterentwicklung konzentrieren, kann sich vermehrt seinen Hobbys widmen, kann Freundschaften besser ausleben und er gewinnt auch durchaus Ansehen, wenn die neue Frau eine ansprechende Attraktivität bietet.

Bilanz: Die Heirat bietet für beide Partner tatsächlich Vorteile - wenngleich die Lebenserfahrung zeigt, dass diese Vorteile nur dann erhalten bleiben, wenn man die Ehe aktiv und mit erheblicher Aufmerksamkeit und Einsatz pflegt, was aber an anderer Stelle zu beschreiben wäre.

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Das kommt in hohem Maße darauf an, in was für einem politischen System die Menschen leben. Totalitäre Staaten agieren in der Regel extrem repressiv, und etablieren Moralsysteme, die primär dem Machterhalt der regierenden Elite dienen (Musterbeispiel: China). In diesem Fall würde deine erste Alternative zutreffen.

Vermehrt liberale politische Systeme suchen ihren Machterhalt durch Anpassung der Gesetze an die bestehenden Bedürfnisse ihrer Bürger zu festigen (Musterbeispiel: Ungarn).

Allerdings gibt es hier auch sehr subtil manipulativ agierende Systeme, die Strukturen schaffen, bei denen die Bürger der Meinung sind, dass ihre Bedürfnisse die Leitlinien der Politik bestimmen, während sie nicht merken, dass sie absolut fremdgesteuert werden in eine Richtung, die wiederum ausschließlich den Interessen bestimmter Eliten dienen (Musterbeispiel: Deutschland).Hier werden unermüdlich große moralische Werte beschworen, die gemeinhin als erstrebens- und erhaltenswert angesehen werden, welche jedoch so absolut gesetzt werden, dass die tatsächlichen Interessen der Bevölkerung mißachtet werden, was zu einer massiven Schädigung führt. (Klimawahn, Coronawahn, Genderwahn, Asylantenwahn) Eine Politik der feinen, gut reflektierten Abwägung der möglichen Umsetzung von Nah- und Fernzielen wäre da weit angebrachter.

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Andere Antwort

Die meiste Zeit verbringen wir doch damit, das Geschehen um uns herum zu analysieren, zu bewerten und unsere Überlegungen dazu mit anderen zu diskutieren.

Etwas zu akzeptieren, was man nicht ändern kann, gelingt selten, weil ein Akzeptieren stets auch ein "Sicheinverstandenerklären" beinhaltet, und genau das findet doch bei vielen Phänomenen unserer Lebenswelt und Lebenswirklichkeit nicht statt. Zahlreiche Entwicklungen in diesem Land sind hochproblematisch und werden mit großer Sicherheit zu desaströsen Veränderungen führen. Leider kann ich sie nicht ändern, aber ich werde sie auch nicht akzeptieren.

Weiterhin - bezüglich des anderen Teils der Aussage - ist es doch nicht so, dass ich Dinge, die ich ändern könnte, nun auch tatsächlich ändere. Hier spielen doch immer viele Faktoren eine Rolle: Wie wichtig scheint mir die Angelegenheit, da ich ja immer nur eine sehr begrenzte Lebenszeit habe, und bei jeder Aktivität bedenken muss, dass ich zur gleichen Zeit alle anderen Aktivitäten ruhen lassen muss. Auch muss ich Sorge tragen, dass ich mich nicht übernehme, weil die Kosten und der Aufwand für die Umsetzung eines bestimmten Projektes mich auf Dauer vielleicht überfordern würden und ich folglich scheitern könnte.

Bilanz: Auch bei den Dingen, die ich ändern sollte und könnte, unterliege ich immer vielen kritischen Erwägungen, welche von den unendlich vielen Möglichkeiten ich denn nun ergreifen soll, um Arbeit, Kosten und Lebenszeit zu investieren.

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Im Grunde gibt es keine Doppelmoral. Es gibt jedoch moralische Prinzipien, an denen wir unser Handeln ausrichten. Nun sind diese moralischen Prinzipien jedoch sehr komplex. Da gibt es zum einen viele moralische Teilaspekte und unter denen wiederum viele Abstufungen, sog. "Grauwerte", d.h. wir neigen dazu, bei moralischen Widersprüchen zur "Abschattung", d.h. bestimmte Aspekte einer Handlung werden stärker in den Vordergrund gerückt und damit wirkmächtiger, andere treten mehr in den Hintergrund und verblassen in ihrer Bedeutung.

Man kann solche Phänomene gut dann erkennen, wenn Menschen bestimmte "Fehlverhaltensweisen" (kleine Betrügereien, Lügen, Falschdarstellungen, usw.) bei ihren Mitmenschen äußerst kritisch kommentieren, bei sich selber aber als bedeutungslos oder gar gerechtfertigt einstufen. Wer z.B. dem Finanzamt gegenüber Positionen falsch darstellt, um finanzielle Vorteile zu ergattern, rechtfertigt dies meist mit einer Haltung, dass es diesem "gierigen Staat" nur recht geschieht, wenn er seine Bürger nicht grundsätzlich ausbeuten kann, sondern dass man durch "pfiffiges Agieren" bestimmte Positionen durchaus so deklarieren sollte, dass der Betrug nicht auffällt.

Bilanz: Ein Außenstehender würde hier von Doppelmoral sprechen, doch tatsächlich ist die Moral der betreffen Person, also seine Wertewelt eindeutig und unverändert.

Und genau das, was im sog. "Kleinen" bei Privatpersonen der Fall ist, gilt natürlich auch für die großen politischen Entscheidungen der Mächtigen dieser Welt. Auch sie entwickeln ihre moralischen Entscheidungen durch raffinierte Begründungskonstrukte immer so, dass diese ihren moralischen Prinzipien entsprechen. Sie haben also keine Doppelmoral!

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Den freien Willen gibt es ja bekanntlich nicht, aber es gibt das Gefühl, dass wir gemäß unseres "freien Willens" handeln können. Tatsächlich unterliegen wir ja immer unseren Gewohnheiten, den psychischen Zwängen, sozialen Gepflogenheiten, Erziehungseinflüssen, Hörigkeiten und vielen weiteren Einflüssen durch unseren Körper oder durch äußere Faktoren.

Wenn wir nun aber aufgrund unserer Biografie und der vielen Faktoren, die auf unsere momentane Haltung eingewirkt haben, die Überzeugung haben, dass eine Handlung richtig ist, und wir sie demzufolge ausführen, dann haben wir ein Gefühl von "einer Handlung, die aus freiem Willen erfolgt".

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Nein

Wenn der Islam tatsächlich "nur" eine Glaubensgemeinschaft wäre, die sich in Toleranz gegenüber den anderen Glaubenssystemen und ihren Gläubigen beschränken würde, wäre die Frage sicher recht schwer zu beantworten. Da der Islam jedoch ein totalitäres politisches System mit klarem Absolutheitsanspruch ist, gehört er nicht zu Mittel- und Westeuropa. Allein das islamische Dogma, dass das politische System, also die Staatsverfassung des Landes, in dem die Gläubigen leben, grundsätzlich nur insoweit gültig ist, als sie nicht den Glaubensgrundsätzen des Islam widerspricht, zeigt, dass diese Religion in Westeuropa ein Fremdkörper ist, was in der Zukunft zu endlosen schweren Konflikten führen wird.

Wenn sich Deutschland weiterhin gegenüber dem Islam als völlig tolerant zeigt, ist die Entwicklung für jeden klar denkenden Menschen vorhersehbar. Eine Entwicklung, die sich hier in Berlin bereits abzeichnet ist, dass sich der Prozentsatz der Kinder und Jugendlichen mit islamischem Glauben auf über 50 % erhöht hat. Es ist klar, dass diese Kinder in wenig mehr als 20 Jahren unter den Wahlberechtigten die Mehrheit bilden, was dazu führt, dass viele Gesetze in der Stadt im islamischen Sinne geändert werden. Die christlichen Feste werden dann verboten werden (wie schon jetzt z.B. Weihnachten nur noch Lichterfest genannt wird, Krippendarstellungen zu Gunsten dämlicher Nikolausfiguren verschwinden und Weihnachtslieder an den wichtigen Orten nicht mehr öffentlich gespielt werden). Kirchenglocken müssen abgeschaltet bleiben, und auch sonst werden alle Orte, die auf christliche Traditionen hindeuten, von den christlichen Symbolen "gereinigt" (z.B. Abbau der Gipfelkreuze auf den Bergspitzen).

Ich denke, dass sich die sog. "Kulturdeutschen" noch wundern werden, wie weitgehend sich die Gesetze in diesem Land nach und nach verändern werden. Das momentan stattfindende Vernichten der letzten christlichen Klöster in der Türkei sollte uns da zu denken geben, dass genau dieser Prozess der Vernichtung aller christlichen Symbole (Gebäude, Feste, Musik) dann auch hier stattfinden wird.

Bin gespannt, ob die verbleibenden emanzipierten deutschen Frauen und Mädchen sich dann einer möglichen Anordnung zur Verschleierung unterwerfen werden.

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Um als eine ethische Position zu gelten, muss ein Moralsystem ungleich mehr Aspekte des Lebens abdecken. Von da aus gesehen, ist der Egoismus keine ethische Position.

Egoismus ist vielmehr eine auf die jeweilige Situation bezogene Haltung, die unter der Maxime steht: "Was ist gut für mich?" In der Regel wird diese Haltung noch nicht einmal reflektiert, sondern ist vermehrt aus dem Unbewussten gesteuert, von wo aus archaische Antriebe zum Selbsterhalt und Gruppenerhalt hin wirksam sind. Der Mensch handelt also - ohne große Überlegensleistung - in der Regel so, dass er selbst Vorteile bekommt oder persönliche Schäden abwendet. Dabei ist zu beachten, dass diese Vorteile nicht unbedingt der eigenen Person zukommen müssen, sondern z.B. bei Müttern oftmals primär zu Gunsten der Kinder erfolgen.

Ist ein Mensch dagegen gewohnt sein Handeln stark zu reflektieren, dann kann er auch in bestimmten Situationen diesen "egoistischen" Antrieben widersprechen und ganz bewusst das Wohl anderer zur Zielvorstellung für sein Handeln machen. Er hat dann das Gefühl in diesen Momenten altruistisch zu agieren. Philosophisch und psychologisch nachgefragt, kann man allerdings in solchen Fällen oftmals nachweisen, dass auch hier wieder "egoistische" Motive am Werk sind, weil durch so ein "altruistisches" Verhalten ein Ansehensgewinn in der Gruppe gegeben ist, der mitunter weit stärker zu Buche schlägt als ein direkter Gewinn durch das Ausleben vordergründiger egoistischer Antriebe.Wir finden hier das bekannte Dilemma, das unter dem Titel "Die Kunst kein Egoist zu sein" bekannt geworden ist.

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Beide Aussagen sind zum Teil richtig. Wer z.B. relativ viel Produkte aus weißem Mehl zu sich nimmt (anstatt Vollkornbrot zu essen) kann durch viel Sport die reinen Kohlenhydrate des weißen Mehls gut in Energie umwandeln. Damit entsteht kein nachteiliger Effekt (immer vorausgesetzt, dass er genügend Eiweiße zu sich nimmt).

Wer andererseits kaum Sport treibt, aber gesund isst (in diesem Fall sehr kalorienarm, um nicht Übergewicht anzusetzen), wird kaum gesundheitliche Probleme bekommen.

Um diese Frage umfassend beantworten zu können, sollte man aber immer die einzelnen ungünstigen Komponenten der Ernährung sorgfältig überlegen. Wer z.B. ganz überwiegend Kuchenteilchen verzehrt, muss unbedingt zusätzliche Vitamine und Milchprodukte zu sich nehmen, um keine "Mangelsymptomatik", wie z.B. Skorbut mit Zahnausfall und anderen Beschwerden zu bekommen.

Bilanz: Deine Frage würde erst dadurch wirklich interessant, wenn man mal den Aufwand bilanzieren würde, den man für Sport und für gesundes Essen betreiben müsste, um keine gesundheitlichen Schäden zu befürchten, d.h. also: Könnte man eher beim Essen oder eher beim Sport "sündigen", um die körperlichen Nachteile zu minimieren? Da eine Antwort zu versuchen, würde aber viele Seiten Text nach sich ziehen.

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Menschen, und hier besonders Männer lieben den ritualisierten Wettbewerb, der auch in alle erdenklichen Formen des Kampfes einmünden kann. Unendlich sind die Varianten des sportlichen Wettbewerbs, der Spiele wie Schach oder Skat, militärischer Übungen, ja es gibt fast keine Betätigung, bei der es nicht auch Wettbewerbe gibt (Sportangeln, Gärtnern, Tierzüchtung, usw, usw).

Man kann wohl sagen, dass es in den Genen des Menschen verankert liegt, dass er den Wettbewerb aktiv sucht. Wenn nun aber gerade kein "möglicher Gegner" zur Verfügung steht und die Lust groß ist, sich mit jemandem zu "duellieren", dann gibt es ja noch die Provokation: Irgendwelche aggressiven Anmerkungen, die einen Mitmenschen beleidigen, kränken oder herausfordern. Auch aggressive Handlungen wie freches Anschauen, Anrempeln, sich Ausdehnen bei beengtem Aufenthaltsraum, Ausspucken ganz in die Nähe von der anderen Person, Rülpsen, Furzen oder andere eher tabuisierte Verhaltensweisen. Jemand, der in dieser Weise agiert, kann recht sicher sein, dass der so Gedemütigte zum Gegenangriff starten wird, und schon ist der Konflikt am Eskalieren. Und genau das führt beim Angreifer zur Befriedigung, weil bei ihm eine Instinkthandlung zur Ausführung gelangt.

Bilanz: Leider ist der Mensch seit Urzeiten so programmiert, dass er auch in konfliktlosen Zeiten bisweilen instinktiv nach aggressiver Betätigung sucht, und dies über das aktive Provozieren von unbeteiligten Mitmenschen erreichen kann.

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Menschliche Gesellschaften schaffen sich durch die "Priester" ihre Gottheiten, also imaginierte Konstrukte mit menschlichen Eigenschaften, über die sie dann leichter ihre Moralsysteme etablieren können, was sicher für solche Gesellschaften große Vorteile bringen konnte und auch heute noch kann.

Wenn ein Mensch, der sich in einer Gemeinschaft durch besondere Fähigkeiten und Kompetenzen auszeichnet und folglich in eine Machtposition gewählt wird, seinen Leuten sagt, wie sie sich zu verhalten haben, kann er immer leicht auch Widerspruch ernten. So ein Widerspruch ist besonders dann wahrscheinlich, wenn er selbst diesen von ihm geforderten Ansprüchen selber gelegentlich nicht entsprechen kann (wenn er z.B. selber lügt).

Wenn dieser Machtträger nun aber eine "transzendente Größe", eine "Gottheit" erfindet, bei der er vorgibt, zu ihr einen exklusiven Kontakt zu haben, dann steigt sein Ansehen. Er kann nun viel leichter behaupten, dass die Gottheit ihm geboten habe, dass die Menschen bestimmte Gesetze einhalten müssten, wenn sie ihr Seelenheil bewahren wollten. Solche Aussagen sind dann viel schwerer anzuzweifeln, was dazu führt, dass diese "von der Gottheit formulierten Gesetze" leichter in der Gemeinschaft befolgt werden. Eben über diesen Mechanismus werden Religionen etabliert. Sie bewähren sich dann, weil sie gruppenbindende Eigenschaften haben und zudem unter den Mitgliedern ein positives Sozialverhalten (z.B. Nächstenliebe) festigen können.

Bilanz: Götter werden von den Menschen gesetzt (darum gibt es auch so viele mit so unterschiedlichen Eigenschaften und eben nur menschlichen Eigenschaften), um in sozialen Systemen gruppendienliche Gebote zu etablieren und damit die Gemeinschaft zu festigen und ihre Überlebensfähigkeiten zu steigern.

Alle Erklärungsversuche der Menschen "Gott zu beweisen" sind hilflos gescheitert (so z.B. "einer muss doch alles geschaffen haben!" "Das kann doch nur Gott sein!" Da schließt sich aber natürlich sogleich die Frage an: "Und wer hat Gott geschaffen?" Zudem haben alle Vorstellungen von Gott immer nur menschliche Eigenschaften. vor allem sind diese Eigenschaften oftmals auch noch außerordentlich übel im Sinne unserer geltenden Moral. So ist Gott narzistisch (will immer gelobt und angebetet werden), ist rachsüchtig ("mein ist die Rache, spricht der Herr!"), er ist zornig und nachtragend, ungerecht und droht ständig mit Strafen und Plagen. Man kann unschwer sehen, wie diese "Götter" von Menschen (Priestern) mit ihren eigenen Begehrlichkeiten und charakterlichen Defiziten geschaffen wurden.

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Ich glaube nicht, dass das eine generelle Alternative sein kann, weil es sehr darauf ankommt, auf welchen Feldern man Intelligenz resp. Wissen anwenden will.

Wer als Physiker arbeiten will, sollte primär über eine hohe naturwissenschaftlich rationale Intelligenz verfügen. Wer sich dagegen als Medienexperte, Sprachenlehrer oder Politiker einen Namen machen möchte, muss notwendigerweise Namen, Daten und Sachverhalte in großer Fülle verfügbar haben.

Bei der Ausgestaltung der Intelligenz sind übrigens die Verbesserungsmöglichkeiten eher begrenzt, weil hier die angeborenen Komponenten dominieren. Trotzdem kann man sich durch ständiges Problemlösen auch auf diesem Feld zusätzliche Kompetenzen schaffen.

Das Antrainieren von einem guten Lernverhalten und die Entwicklung von effektiven Lernstrategien sind jedoch weit besser durch intensive Arbeit erfolgversprechend einsetzbar.

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Die "Liebe" zu begreifen, ist sicher nicht in dem Sinne möglich wie man z.B. das Gesetz des Pythagoras begreifen kann. Liebe wird doch vielmehr in persönlichen Erlebnissen wahrnehmbar. Es ist weit mehr ein vieldimensionaler Erfahrungsprozess, der von tausend kleinen Emotionen in zahlreichen Begegnungen gesammelt, verdichtet, umorganisiert, gewertet, vergeistigt, verkörperlicht, transzendiert und doch wieder geerdet wird, und schießlich als ein "großer Erfahrungsraum" alle Sinne, das Bewusste und das Unbewusste mit Erinnerungen an zahlreiche kleine Pannen, große Emotionen, vertiefte und oberflächliche Begegnungen, Hin- und Hergerissen zwischen Begehren und Erfüllung im Nochnicht und Vielleichtdoch, im schwebende Gefühlsrausch und vitaler Lust konstituiert.

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Was du hier als Beispiel geschildert hast, fällt in der analytischen Psychotherapie nicht unter den Begriff "Projektion".Wer z.B. übergewichtig ist und diesen Zustand als unästhetisch betrachtet, geht sicher richtig in der Annahme, dass auch viele anderen Menschen das so sehen. Das Ist keine "Projektion".

Sehr hilfreich und kaum besser zu beschreiben ist die Definition der "Projektion" aus der Wikipedia.

Projektion bezeichnet in der Psychoanalyse allgemein – und von Schulen unabhängig – einen Abwehrmechanismus. Der Begriff Projektion umfasst das Übertragen und Verlagern innerpsychischer Inhalte oder eines innerpsychischen Konfliktes durch die Abbildung eigener EmotionenAffekte, Wünsche, Impulse und Eigenschaften, die im Widerspruch zu eigenen und/oder gesellschaftlichen Normen stehen können, auf andere Personen, Menschengruppen, Lebewesen oder Objekte der Außenwelt. Die „Abwehr“ besteht dabei darin, dass durch Projektion vermieden wird, sich mit Inhalten bei sich selbst auseinanderzusetzen, die man beim anderen sieht.

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Das hängt stark von der Vertrautheit ab. Trotzdem kann man nicht sagen, dass es bei größerer Nähe auch leichter gelingt der anderen Person ein Geheimnis zu entlocken.

Ferner ist ganz wichtig, ob durch die Preisgabe des Geheimnisses der andere emotional verletzbar wird. Wenn das der Fall ist, sollte man besser von so einem Ansinnen Abstand nehmen.

Wichtig ist in menschlichen Beziehungen immer die Machtproblematik, d.h., wenn ich etwas haben will (die Offenbarung eines Geheimnisses), dann muss ich dem anderen auch etwas anbieten, was irgendwie gleichwertig sein könnte.

So könnte man den anderen in ein vertrauliches Gespräch bringen, in dessen Verlauf man sich über genau die in Rede stehende Problematik selber offenbart. Der andere hat es dann viel leichter sich nun seinerseits zu erklären, weil er durch die Preisgabe seiner Aussage nicht selber in eine nachteilige Position gerät.

Von einer direkten Frage würde ich immer abraten, wenn man sich sicher sein kann, dass eine Antwort für die andere Person peinlich, entlarvend oder diskriminierend sein könnte.

Bei nicht so kritischen Fragen kann auch das Schildern von sog. fiktiven Erlebnissen dienen. Wenn man also z.B. herausfinden will, welcher politischen Partei eine Person sich zugehörig fühlt, kann man über ein konstruiertes Gespräch mit einer Person berichten, in der sich diese parteipolitisch pointiert geäußert hat. Reagiert mein Gegenüber jetzt mit Beifall oder Entrüstung, kann ich auf seine eigene Positionierung Rückschlüsse ziehen.

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Wie in allen biologischen Prozessen ist auch für die Entwicklung von Kulturgemeinschaften festzuhalten, dass die überwiegende Zahl der Prozesse konservativ erhaltend sein muss. Für eine Gesellschaft gilt also, dass sie nicht ihre Identität verlieren darf, durch sie viele sich selbst verstärkende Leistungsmomente generiert. Für einander Einstehen ist eine ganz wichtige Kraft, die im Überlebenskampf fundamental wichtig ist. Menschen mit dem gleichen kulturellen Hintergund und gleicher oder ähnlich gestalteter Geschichte zeigen eben jene Identität, die die zur Selbststärkung erforderlichen Bindungskräfte mobilisiert.

Andererseits wirken stimulierende Prozesse durch Mitglieder anderer Kulturen (in geringen Maße!) als Erweiterungen der Denkmuster, der Innovativität und Kreativität, wenn sie von den Mitgliedern dieser Gruppierungen nicht in feindlicher Weise verfügbar gemacht werden.

In Deutschland ist nun jedoch das Verhältnis dieser beiden Bedingungsgrößen in ein gravierendes Mißverhältnis verschoben. Die politische Agenda der konservativen Anteile, die auf die Erhaltung bewährter Lebensmuster ausgerichtet sind, wird ideologisch dämonisiert, d.h. alles ursprünglich Deutsche wird als zu überwindender "Geschichtsballast" nicht nur als schlecht, sondern auch als böse dargestellt, was zu einem extremen Identitätsverlust innerhalb der Bevölkerung führt. Leitmotto: Schäme dich, dass du ein Deutscher/eine Deutsche bist.

Andererseits ist eine gewisse Verherrlichung aller kulturfremder Einflüsse zu beobachten. Kulturfeste bei zugewanderten Mitbürgerinnen und Mitbürgern werden mit großer emotionaler Aufladung zelebriert, unterstützt und gut geheißen, was wiederum zur emotionalen Abwertung unserer eigenen Kultur beitragen soll, was aus besagten Gründen nach meinem Gefühl eine überaus problematische Entwicklung darstellt.

Bilanz: Es wäre gut, wenn in diesem Land die Identität innerhalb der Ursprungsgesellschaft politisch gewollt wäre und die Zuwanderung auf ein Maß beschränkt bliebe, damit Integration stattfinden kann. So habe ich die Sorge, dass der Kulturverfall zunimmt und einem beziehungslosen Zusammenleben sich fremder kultureller Gruppierungen, die immer auch zu Feindseligkeiten gegeneinander neigen, Raum gibt. Wenn die Menschen nicht mehr füreinander Verantwortung übernehmen wollen, weil sie sich fremd gegenüber stehen, geht eine Kulturgemeinschaft zugrunde

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Zum einen erhöhen die Lehrer (gemäß der Lehrpläne) in der Oberstufe mit jeder Klasse das Abstraktionsniveau, d.h. die Aufgaben werden deutlich schwerer, weil man die Schülerinnen und Schüler an das Niveau der Uni heranführen will. So könnte es sein, dass du jetzt mehr Zeit und Aufwand in das Lösen der komplexer werden Aufgaben investieren musst, was - wenn du bisher gewöhnt warst, dass dir die Lösungen sehr rasch zur Verfügung standen - dir das Gefühl geben könnte, dass deine faktische Leistungsfähigkeit abgenommen hätte.

Häufig kann man in deiner Altersstufe auch beobachten, dass immer noch vorhandene neuronale Ausgestaltungsprozesse partielle Minderfunktionen generieren, da die Harmonisierung dieser Prozesse entwicklungsbedingt nicht immer synchon gegeben ist. Da muss man nur ein weing geduldig zuwarten, bis alle cerebralen Funktionen wieder kohärent und gesamtwirksam aufeinander einjustiert sind.

Schließlich gibt es auch die emotionalen Interventionen, die durch bestimmte Ereignisse (Kennenlernen eines erotisch attraktiven Partners, Konfliktbesetzungen im Verhältnis zu Eltern, Großeltern oder Freunden, Grübeleien zur Zukunftsgestaltung und Berufsorientierung oder Selbstbeobachtungen zu körperlichen Veränderungen) hervorgerufen sein können.

Schließlich gibt es auch zeitweise immunbiologische Beeinträchtigungen, die die mentale Leistungsfähigkeit zeitweise beeinträchtigen können.

Bilanz: Deine etwas salopp formulierte Beobachtung "immer dümmer werden" ist sicher nicht auf eine Verminderung intellektueller Fähigkeiten zurückzuführen, sondern ist weit eher einer der oben aufgeführten Phänomene geschuldet, die sicher mit der Zeit wieder verschwinden werden.

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Eine ausreichend lange Kennenlernphase, bei der es vor allem auch Belastungs- und Stresssituationen geben sollte.

Ganz wichtig ist, dass die Ordnungs- oder Nichtordnungsliebe in etwa gleich sind, sonst sind endlose Streitereien über dieses Thema vorprogrammiert.

Ganz wichtig ist die Frage, ob sich beide Kinder wünschen.

Ferner sollten beide den anderen so akzeptieren und mögen wie er/sie ist. Hoffnungen, dass man bestimmte ungeliebte Verhaltensweisen dem anderen schon noch abgewöhnen kann, sind in der Regel eine Illusion.

Etwa gleich sollten auch die Bestrebungen sein, seinem Leben Struktur und Sinnhaftigkeit zu verleihen. Ein beruflich ehrgeiziger Mensch ist ganz schlecht mit einem Partner in Einklang zu bringen, der eine pomadig-wurschtige Grundhaltung hat und Passivität für völlig ausreichend hält.

Auch Expansivität respektive Häuslichkeit sollten zueinander passen. Jemand, der immer das Abenteuer sucht, der den Aufbruch zu neuen Horizonten zu seinen Lebenswerten zählt, ist schwer vereinbar mit einem Menschen, der mehr das Gärtchen und die Hausmusik pflegt.

Auch die äußere Erscheinung muss ähnlich gut sein. Ein eher hässlicher Mann kann eine sehr hübsche Frau auf Dauer nicht halten. Sie wird so stark von anderen Männern umworben werden, dass sie diesen Verlockungen nicht widerstehen kann. Wenn beide "gewisse anatomische Mängel" haben, kann die Beziehung leichter stabil bleiben.

Sollten beide bestimmte neurotische Strukturen haben, so müssen diese "kompatibel" sein, d.h. ein Zwangsneurotiker kann nie mit einem Chaoten klar kommen.

Was du schon in deiner Eingangsfrage thematisiert hast, ist die Religiosität: Da ist es wirklich hilfreich, wenn beide hier ähnliche Vorstellungen und Werthaltungen pflegen.

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Der Begriff "Meinung" ist sehr unscharf, weil ihn keine strengen Verbindlichkeiten oder einzuhaltende Kriterien definieren. Das ist z.B. ganz anders bei dem Begriff "Naturgesetz", dessen Gültigkeit unabhängig vom Ort von der Zeit und der Person, die damit Umgang hat (Beispiel: Gravitationsgesetze).

In der Biologie, die als Wissenschaft dafür zuständig ist, den biologischen Geschlechtsbegriff zu definieren, findet man stets die Aussage, dass es zwei Geschlechter gibt. Allerdings gibt es bei den individuellen Organismen eine Menge von Formtypen, bei denen sich die Geschlechter verschieben können (je nach Umweltbedingungen) oder bei den Zwittern, die beide Geschlechter gleichzeitig ausbilden (z.B. die Schnecken). Beim Menschen gibt es pathologische Formtypen, bei denen Geschlechtsorgane in beiderlei Hinsicht ausgebildet sind (vorwiegend bei Individuen, die den Chromosomensatz XXY haben) Hier spricht die Medizin zwar von Zwittern, tatsächlich aber sind diese Personen unfruchtbar, was bei den echten biologischen Zwittern nicht der Fall ist.

Eine ganz andere Sache ist die psychologische Geschlechterzugehörigkeit, bei der Prägungen und Lernprozesse maßgeblich mitwirken, und bei denen es dann die bekannten vielen Varianten von Identitäten gibt, die heute Anlass zu viel Aufmerksamkeit bieten, weil der Mensch darauf programmiert ist, sich für das Besondere, das Andere und das Auffällige zu interessieren. Gerqde von dem extrem Besonderen gingen in seiner Stammesgeschichte stets sowohl Gefahren und Risiken als auch Chancen und gute Gelegenheiten aus, die für seinen Fortbestand bedeutungsvoll werden konnten. Der Mensch ist einfach ein Neugierwesen, weil das Neugier- und Erkundungsverhalten stets Überlebensvorteile geboten hat. Und so ist er eben auch an den Varianten der Geschlechteridentität interessiert - weil das immer noch ein Feld seines Lebens ist, das noch nicht so gut abgesichert ist. Es gibt einfach kaum noch Lebensbereiche, die seine Aufmerksamkeit auf sich ziehen, und so müssen sich die Medien in immer stärkeren Maße auf die extremen Abartigkeiten menschlicher Existenz fixieren, um noch "Einschaltquoten" zu generieren.

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