Wieso wird Eloquenz mit Arroganz gleichgesetzt?

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10 Antworten

Nichts gegen Eloquenz, wenn sie aber durch den Gebrauch unnötiger und oft falsch verwendeter Fremdwörter darauf abzielt, den anderen als dumm dastehen zu lassen, dann grenzt das durchaus an Arroganz.
Ich mag auch eine gepflegte Ausdrucksweise, würde mich aber nie des unpassenden und in diesem Zusammenhang affig wirkenden Ausdrucks "soigniert" bedienen. Im Übrigen "artikuliert" man auch nicht in einer Sprache.
Weniger ist oft mehr.

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Kommentar von DesmondDescole
10.10.2016, 15:27

Oje, ojemine... Eine dreiste Andeutung in dieser Antwort missfällt mir wirklich... Soll der Leser ernsthaftig einen Zusammenhangen zwischen den beiden Abschnitten herstellen und annehmen, dass die Absicht der Verfassers des Frage...?!

Das wunderschöne Wort "soigniert" soll in diesem Kontext unpassend und "affig" sein?! Das Gegenteil ist der Fall! Dieser prächtige bildungssprachliche Synonym zum Adjektiv gepflegt beflügt doch überhaupt erst die Ausdruckskraft meines Beitrags und verleiht ihm eine überaus elegante Note. Die Formulierung soignierter Ausdruck ist autotelisch - sie erklärt sich selbst. 

Zudem sei anzumerken, dass das ordinäre Unwort "affig", ein wahrhaft grässlicher (!) Begriff, der nicht einmal einen Anspruch auf seine Existenz hat, das perfekte Beispiel für die inadäquate Verwendung einer Expression ist.

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weil die sprache im ständigen wandel ist. so hochgestochen redet im alltag fast keiner mehr. daher sehen viele leute das so, als würdest du dich für schlauer und somit für was besseres halten.

anders ausgedrückt: im routinierten alltagsleben ist ihr soignierter sprachgebrauch zu heutiger zeit nicht mehr adäquat.

es gibt durchaus die möglichkeit sich höflich und angemessen auszudrücken, ohne dabei möglichst viele fachbegriffe zu verwenden die viele nur verwirren.

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wer setzt das denn mit Arroganz gleich? Doch nur die Leute, denen es nicht gegeben ist, sich so gut auszudrücken. Sie schützen dann ihr Selbstwertgefühl, indem sie andere Leute runtermachen.

Mein Vater z.B. war Hauptschüler gewesen. Er hat es dann allerdings durch viel Lernen und Studium dann doch zum Chefübersetzer der Fordwerke/Europa geschafft. Viel später. Aber offensichtlich lebte der Hauptschüler in ihm weiter.

Als ich auf der Uni mein Examen machte, war er auch stolz, aber unweigerlich kam auch der Ausspruch: "Aber eine Lampe aufhängen kann sie nicht."

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Es kommt natürlich darauf an, was man hier als gehoben bezeichnet.

Falls es sich wirklich um eine Ausdrucksweise handelt, die von Bildung und Respekt vor der Sprache zeugt (die ich eher als "gepflegt" bezeichnen möchte denn als "soigniert"), dann ist die negative Reaktion wohl darauf zurückzuführen, dass die Betreffenden da eine Kluft empfinden, die sie nicht zu füllen bereit sind - dann ist es freilich bequemer, die gepflegte Ausdrucksweise als "arrogant" abzutun, als die eigene Schwäche anzuerkennen.

Es ist das gleiche Prinzip wie auf GF, wenn Leute einen als "Besserwisser" abqualifizieren, weil er es tatsächlich einfach besser weiss.

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Ich denke das liegt daran, dass - je nachdem in welchen "Kreisen" man sich bewegt - es nicht üblich ist, so zu sprechen und sich manche Menschen dadurch herabgesetzt fühlen, weil sie das Gesagte nicht verstehen oder denken, man will ihnen suggerieren, dass sie ungebildet sind oder eben, dass das Gegenüber eben zeigen will, wie gebildet es ist, weil es sich so toll ausdrücken kann.

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Arroganz und Eloquenz sind völlig unterschiedliche Dinge, kann man im Wiki oder google gucken. 

Deine Beobachtung mag oft zutreffen, nämlich dann, wenn dem Niveau des eloquenten Redners nicht gefolgt werden kann. Dann erlebt das einfache Gemüt den Redner als arrogant, obwohl das keinesfalls so gemeint  war. 

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Vermutlich ist es so, dass insbesondere eher bildungsfernere Schichten eine dergestalt auftretende Einschätzung höheren Sprachniveaus vornehmen, weil sie selbst nicht in der Lage sind, das Werkzeug "Sprache" auf derart eloquente Weise zu nutzen.....😜 😝 😛

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Manche Menschen haben ganz einfach Angst vor dem Unbekannten, vor einer Sache die sie nicht beherrschen oder einer Welt vor der sie sich ausgeschlossen fühlen.

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Es ist arrogant, unnötige Fremdwörter zu verwenden, die ganz sicher nicht zum alltäglichen Wortschatz gehören. Mit Respekt hat das überhaupt nichts zu tun. Eher im Gegenteil, vor allem dann, wenn man es vielleicht nicht mit einem Muttersprachler zu tun hat. 

Deine "soignierte" Ausdrucksweise dient nur einem einzigen Zweck: Du willst mit deiner vermeintlichen Bildung angeben.

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Kommentar von DesmondDescole
09.10.2016, 15:58

... Und das bezeichnet man in Umgangssprache wohl als bodenlose Unterstellung.

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Kommentar von Nube4618
09.10.2016, 19:46

Hardware02, das würde ich jetzt so nicht sehen. Wohlgeformte Sätze bilden zu können, kunstvolle Wortgeflechte, die manches wie nebenbei durchschimmern lassen, zwischen den Zeilen, ist eine Form der Kunst. Und nicht alle lieben Kunst, und schon gar nicht alle denkbaren Künste.  

Es wäre denn auch verfehlt, eine eloquente Ausdrucksweise auf den häufigen Gebrauch von Fremdwörtern reduzieren zu wollen. 

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Lese den Begriff "soignierter" zum ersten Mal in meinem Leben.

Ich finde es viel respektvoller, einen Text so zu verfassen, dass ihn auch Menschen verstehen können, die kein Latein in der Schule hatten.

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Kommentar von Nube4618
09.10.2016, 15:55

Die Chance zu lernen: Man kann googeln :-)

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Kommentar von murksi1
10.10.2016, 09:59

Wobei die Verwendung des Adjektivs für eine Sprache eher den Sinn verfehlt, denn "soigniert" richtet sich nach meinem Verständnis dieses Begriffs an eine Person und nicht ein einzelnes Merkmal dieser Person. Treffender wäre "gehoben" oder "gewählt". Außerdem hat es nichts mit Latein zu tun.

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