Wieso sind deutsche so kalt?

33 Antworten

Das was du beschreibst kenne ich auch, andere Länder, andere Sprache, Glaube, Kultur, Mentalität. In Deutschland ist es sehr wichtig vorran zukommen, die Menschen hier sind mehr auf Arbeit fixiert, während in anderen Ländern es wenig Arbeit oder wenig Geld gibt und die Menschen auf Hilfe andere angewiesen sind Beispiel: du hilfst mir, ich helfe dir. Und man pflegt einen guten Umgang mit seinen Mitmenschen. In anderen Ländern gibt es viele Menschen die in kleinen Dörfern leben, jeder kennt jeden. Sie wachsen so auf das sie offen gegenüber anderen sind. Also es gibt mehrere Faktoren die es begünstigen.

Das kann man nicht so sagen. In jedem Land gibt es Menschen, die "kalt" bzw. "warm" sind. Bekannte von mir aus Amerika, z.b., finden es hier im Saarland richtig schön, weil man sie hier auch oft mit offenen Armen empfängt. Trotzdem ist das Saarland nicht "warmherziger" als andere Bundesländer.

Ob das vieleicht eine reine Mentalitätssache ist kann ich leider nicht beantworten aber das einsam-sein bzw. die Vereinsamung ist leider etwas dass einem hierzulande passieren kann, ja das ist zu 100% korrekt. Geld und Arbeit haben hierzulande oftmals leider einen viel zu hohen Stellenwert (aber ich denke dass könnte auch etwas mit Angst zu tun haben, da ich persönlich keinen sooo hohen Stellenwert auf Geld/Arbeit habe ist das auch schwierig für mich zu beurteilen)

Familiengefühl gibt es in Deutschland auch, aber dies merkt man tendenziell eher auf dem Lande. In den Städten geht es eher anonymer zu (das ist aber nicht nur in Deutschland so).

In Deutschland gibt es ländliche Gegenden (z.B. im nördlichen Saarland, dort bin ich geboren), die noch relativ unbehelligt von größeren städtischen Einflüssen sind. Dies hat Vor- und Nachteile. Vorteil: man kennt jeden. Nachteil: jeder kennt einen - damit meine ich: ich habe es als Jugendlicher auch als nachteilig empfunden, "weit weg vom Schuss" zu leben, und innerhalb der Familien- und Dorfklüngel (sagt dir das Wort "Klüngel" etwas?) gefangen zu sein.

Familie ist schon prima (da kann ich dich schon verstehen), aber irgendwann ist man (spätestens mit 18) auch mal froh, da wegzukommen, und Leute abseits der Familie und des Dorfes kennenzulernen. Bei uns gibt es Leute, die ihr Haus neben das Haus des Vaters gebaut hatten. Käme für mich nicht in Frage. Ich wohne heute in einem anderen Bundesland.

Freunde kann man sich aussuchen, aber in der Familie muss man mit den Leuten auskommen, die da sind. Das kann auch schön sein, kann aber auch sehr anstrengend sein.

Zurückhaltend bin ich auch (aber nicht "kalt"). Mir liegt z.B. die schwedische Mentalität sehr. Zurückhaltend freundlich, nicht aufdringlich, aber zugleich auch gastfreundlich.

Ich bin Deutsche und finde hier zu leben, in dieser emotionskalten und distanzierten Atmosphäre, sehr sehr schwer. Jeder muss zusehen, dass er alles alleine schafft und managt. Bloß niemanden "stören". Bloß niemanden um Rat fragen oder einfach nur reden. Nachbarn sterben alleine und bleiben oft monatelang oder jahrelang unentdeckt. Schockierend und grausam. Das sagt schon alles aus, wie es um diese Gesellschaft der Unachtsamkeit und des immer dominanteren Egoismus bestellt ist. Jetzt, mit der ganzen Technik, fallen die eh schon spärlichen Sozialkontakte noch mehr weg, da ja die Maschinen dafür Sorgen, dass wir den Weg finden, die Uhrzeit wissen oder andere Informationen erfahren. Nun sollen wir auch noch auf das Schwätzchen mit der Kassiererin im Supermarkt verzichten und auch hier alles selbst machen. Die nächsten werden die Bankangestellten sein, die den Maschinen weichen werden. Wir werden langsam zu Robotern und ich muss sagen, ich hasse das Leben hier. Es ist ein tägliches Ausharren.

Deutsche haben Angst. das gehört zu ihrem kollektiven Schicksal. Ihre Vergangenheit holt sie immer wieder ein. Die Deutschen werden immer wieder mit Schuldgefühlen überhäuft und kommen vom Fluch der Vergangenheit nicht los. Bzw. lässt man sie nicht loskommen. Angst und Schuld sind generationsübergreifende unbewusste und genetisch vererbte Gefühle, die sich in sozialer Zurückhaltung und aus der Balance geratenem logischem Denken äußern können.

Wir haben viele große Philosophen, Denker und Wissenschaftler hervorgebracht. Die linke Gehirnhälfte ist bei den Deutschen weit aus aktiver, als die rechte. Analytisches Denken, verstandesmäßige Auffassung der Welt, materialistisches Weltbild sind die Grundlagen deutscher Mentalität. Ein Deutscher denkt. Er fühlt nicht. Natürlich hat auch ein Deutscher Gefühle, aber diese sind nicht vorherrschend. Er muss oft erst üben Gefühle überhaupt zu benennen, denn sein Denkapparat analysiert die Situation eher nach Fakten oder nach dem Kriterium des Eigennutzens, als nach intrinsischen Empfindungen oder dem Kriterium des Nutzens für alle. Das tun in Deutschland nur Menschen mit einer ausgeprägteren Intuition und wachen Gefühlswelt. Solche Menschen werden in Deutschland oft Aussätzige, da sie durch ihre andere Wahrnehmung der Realität, nämlich die Wahrnehmung der subtilen und ungreifbaren Gefühle und Gedanken, für psychisch labil oder gestört gehalten werden. Natürlich ist das falsch. Niemand ist gestört, nur weil er anders wahrnimmt und anders gelernt hat. Aber es bleibt trotzallem sehr schwer hier zu leben, wo sich alle mit Oberflächlichkeiten, mit Geld, Materiellen Dingen, "Erfolg" und ewiger Jugend und dem eigenen Ego befassen.

Warum das so ist, hat sicher noch viele andere Gründe und Ursachen. Zum einen ist das biologische Klima sehr bedeutend, denn es bestimmt das Überleben und das Verhalten in der Gesellschaft. Dann ist das politische Klima ein anderes Kriterium. Regierungen und ihre Gesetze und gesellschaftlichen Vorgaben führen zu starken Veränderungen in der Seele des Menschen (sofern er überhaupt noch eine hat...). Hier wirkt das politische Klima durch Migration und immer mehr existenzielle Instabilität sehr belastend, was sich flächendeckend als nationale Depression auswirkt. Hinzu kommt die globale Abhängigkeit von Smartphones und Co, was dazu führt, dass bestimmte Gehirnareale noch stärker aktiviert werden und andere dafür degenerieren. Im westlich geprägten Europa werden die verheerenden Auswirkungen zu erst zu spüren sein. Völliger Verlust von Empathie, gleichzeitiger Anstieg von Soziopathie und anderen psychischen Störungen werden uns ab sofort lange beschäftigen - oder gänzlich vernichten.

Dem gegenüber kann man sicher einiges Positive stellen. Das war aber hier nicht die Frage.

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