Wie wird man Übersetzer (RLP)?

7 Antworten

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Hallo,

ein Studium zum Übersetzer/Dolmetscher kann man z.B. an der Uni Heidelberg (uebersetzer-studium.de/html/unis.htm) absolvieren

Weitere Universitäten in Deutschland, an denen man Übersetzer / Dolmetscher studieren kann, findest du unter folgendem Link von Aniello Scognamiglio:

proz.com/forum/german/12702-dolmetschen _ %C3%9Cbersetzen _ studieren_in_deutschland.html.

Man muss aber nicht studiert haben, um Übersetzer/Dolmetscher zu werden. Zumindest nicht, wenn es um gängigere Sprachen, wie Englisch, Französisch und Spanisch geht. Auch Sprachschulen und Dolmetscher-Institute bieten Kurse / Ausbildungen zum Übersetzer/Dolmetscher an. Diese schließen i.d.R. mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer ab. Man darf sich dann staatl. geprüfter Übersetzer/Dolmetscher nennen und wird auch als solcher beim BDÜ anerkannt.

(siehe: https://www.duesseldorf.ihk.de/Weiterbildung/Weiterbildungspruefungen/Weiterbildungsabschluesse/Uebersetzer/2595000)

Beim Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (bdue.de) sowie beim Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke (VdÜ) (literaturuebersetzer.de) findest du Informationen rund um den Beruf des Dolmetschers/Übersetzers, auch zur Ausbildung und zum Studium.

https://bdue.de/der-beruf/wege-zum-beruf/ihk-pruefung/

Im Allgemeinen ist mir um den Beruf des Übersetzers nicht bange. Immerhin versucht man schon lange vergeblich einen Blechtrottel dafür zu entwickeln und das wird wohl auch noch lange so bleiben. Wenn es überhaupt je gelingen wird.

Verdienst

Die meisten Übersetzer / Dolmetscher arbeiten freiberuflich und/oder selbstständig. Übersetzer-Agenturen sind für Kunden teuer, die Übersetzer aber, die tatsächlich die Arbeit machen, bekommen maximal 40% des Preises. 

Übersetzer / Dolmetscher ist keine geschützte Berufsbezeichnung und es gibt auch keine Gebührenordnung für Übersetzer / Dolmetscher. 

Tatsache ist, dass der Markt schwer umkämpft ist und die Branche mit Dumpingpreisen zu kämpfen hat. Mit den Einkünften eines selbstständigen Übersetzers / Dolmetschers lässt sich nur schwerlich eine Familie ernähren. 

Auch wissen viele Leute die Arbeit von Übersetzern / Dolmetschern - vor allem wenn es um die Weltsprache Nr. 1 Englisch und um Standardsprachen wie Französisch und Spanisch geht - nicht wirklich zu schätzen. 

Man verlässt sich da lieber auf die eigenen beschränkten Mittel, ungelernte Kräfte und den Google Übelsetzer samt Anhang und erkennt nicht an, dass es für Übersetzungen, neben einer entsprechenden Ausbildung und guten Sprach- und Fachkenntnissen, auch viel Zeit für Recherche, etc. braucht, 

und dass Übersetzungen eben nicht maschinell oder per Computer angefertigt werden können, sondern Hand- und Kopfarbeit sind. 

Dazu kommt, dass man dem Beruf des Übersetzers / Dolmetschers - so man geistig fit bleibt - bis ins hohe Alter von daheim aus nachgehen kann. Somit sind viele Übersetzerstellen auf lange Sicht belegt und der Nachwuchs bekommt nur schwer einen Fuß in die Tür. 

Die besten Chancen hat man, wenn man sich eine Nische (seltene Fachgebiete) sucht und weniger verbreitete und aufstrebende Sprachen beherrscht (Chinesisch, Japanisch, Russisch, Spanisch). 

AstridDerPu

Übersetzer ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Es darf jeder machen, der das kann. Bessere Chancen, Aufträge zu bekommen hat man mit einer staatlichen Prüfung, die nicht ohne ist und große über eine eigentliche Übersetzung hinausgehende Kenntnisse sind vonnöten, um die staatliche Prüfung bestehen zu können.

Üersetzen ist im übrigen eine sehr schlecht bezahlte Tätigkeit, wo fast immer unter großem Zeitdruck gearbeitet werden muß.Die Tätigkeit wird nicht gerade anerkannt. Oft sind Maschinenübersetzungen nur noch nachzukorrigieren, natürlich wird das noch schlechter bezahlt, obwohl die Arbeitsersparnis durch die Vorübersetzung gar nicht so hoch ist

Fachübersetzungen überwiegen. Ohne Fachkenntnisse in dem betreffenden Gebiet ist so etwas sehr problematisch. Man sollte den zu übersetzenden Text auch inhaltlich verstehen können.

Auch Nischensprachen werden zumindest zum Teil nicht besser bezahlt(z.B. chinesisch) und es gibt da noch weniger Aufträge., während bei gänzlich anderen Sprachstrukturen die Übersetzung mehr Zeit benötigt.

Willst Du später mal eine Arbeit haben, von der Du auch gut leben kannst und auch eine angemessene Altersvorsorge aufbauen willst, dann lerne etwas anderes.

Es sind schon sehr gute Antworten gegeben worden, besonders die von AstridDerPu.

Ich möchte nur darauf hinweisen, dass die Fortschritte in der maschinellen Übersetzung atemberaubend sind. Im Vergleich zum schlechten Google-Übersetzer ist der Übersetzer von DeepL.com bis auf wenige Ausrutscher fast perfekt, auch bei „schwierigen“ Texten. DeepL kann 9 Sprachen, hin und zurück, darunter Polnisch und Russisch (!).

Der Beruf des „Übersetzers“ wird sich vollkommen verändern und ersetzt werden durch „Lektoren“, die in der Zielsprache 100% kompetent sein müssen und sich in der Quellsprache „gut auskennen“. Mit dieser Qualifikation wird das Übersetzen sehr schnell gehen. Es werden mehr Übersetzungen, auch in „exotische“ Sprachen wie Estnisch oder Turkmenisch, publiziert werden.

Eine akademische Qualifikation als Übersetzer würde ich nicht mehr anstreben, eher eine Qualifikation im Bereich der KI ( künstlichen Intelligenz).

Das kannst du nicht. Vermutlich darfst du es, aber wer sollte dich engagieren.

Mein Vater war Chefübersetzer von Ford Europe. Er konnte fließend Alltagsenglisch sprechen und natürlich Motoren übersetzen. Da er von Haus aus Ingenieur war. Er kannte also den Unterschied von Nockenwelle und Anlasser.

Aber wenn ich ihn gebeten hatte, mir mal bei einem psychol. Text zu helfen - das musste ich bei einem Praktikum machen - dann passte er. Um nämlich Fachtexte korrekt übersetzen zu können, muss man selbst vom Fach sein.

Und da du ja selbst kein Psychologe bist oder Pädagoge könntest du einen wissenschaftlichen psych.TExt nicht übersetzen, da du den Originaltext gar nicht verstehen würdest.

Also, muss ich es studieren?

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Fremdsprachenkorrespondent ist ein normaler Ausbildungsberuf. Die Mittlere Reife reicht.

Echt? Ist das in Deutschland so? Man lernt nie aus...

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