Wie wichtig ist der Kabelquerschnitt wenn man sich eine Anlage ins Auto bauen möchte?

7 Antworten

Hallo.

Wie Du selbst schon erkannt hast: Lieber etwas dickere Leitungen als zu dünne! Die Sicherung, die so nahe wie möglich an der Batterie sitzen sollte, sichert Dir das Kabel ab denn die daran befindlichen Geräte haben i.d.R. ihre eigene Sicherung. Die Sicherungsgröße richtet sich nach der maximalen Strombleastbarkeit der Leitung... denn die Sicherung muß früher auslösen als das Kabel (sprich: Kabelbrand). Allerdings liegst Du mit Deiner Annahme falsch, Deine Batterie "könne nur 70" denn das was Deine Batterie kann ist 70Ah. 70Ah heisst, sie kann 1 A 70 Stunden lang oder 1 Stunde lang 70A... oder eine halbe Stunde lang 140A! Daher spielt die Battieriegröße bei der Dimensionierung der Leitung keine Rolle! Für Dich ist lediglich wichtig, wieviel Strom Du benötigst => danach richtet sich die Leitung und die Vorsicherung.

Der einzige Nachteil ist bei 25mm² zu 10mm², dass sich 10mm² leichter verlegen und anschließen lässt...

Mfg

Also, deine Batterie hat vielleicht 70 Ah, also sie schafft es demnach  - theoretisch zumindest - 1 A Stromstärke 70 Stunden lang zu liefern.

Der Kurzschlussstrom oder der Kälteprüfstrom kann Spitzenwerte von mehreren hundert Ampere erreichen. Die Kabelsicherung ist dafür da, das Kabel an sich zu schützen, bzw. das Auto vor dem Kabel. Scheuert es z. B. an einer Stelle in der Spritzwand durch, fließen besagte mehrere hundert Ampere durch deine Karosse, was unweigerlich zum Totalausfall oder gar Brand führt. Eine nicht passende oder nicht vorhandene Kabelsicherung max. 30 cm nach dem Pluspol der Batterie führt zum Verlust der ABE und des Versicherungsschutzes.

Der Sicherungswert richtet sich nach dem Anschlusswert der Endstufe. Die maximale Stromaufnahme lässt sich am besten an der Summe der Gerätesicherungen erkennen. Stecken dort 2x30 A drin, ist die ANL-Kabelsicherung gleich oder minimal höher (80 A) zu wählen.

Der Kabelquerschnitt im Auto ist aufgrund der geringen Spannung von 12-14 V und der recht hohen Stromstärke wichtiger als daheim. 16 mm² bis 50 A, 25 mm² bis 65 A, 35 mm² bis 85 A, 50 mm² bis 150 A.

Wichtig: Sicherungswert muss zur tatsächlichen Installation passen, nicht für zukünftige Verstärkerausbauten dimensioniert sein. Querschnitt kannst natürlich mehr verlegen, nur nicht zu hoch absichern.

fangen wir mal vorne an, im warhsten Sinne des Wortes: deine Batterie liefert nicht nur 70 Ampere. sie hat eine Kappazität von 70 Amperestunden. d.h. die liefert bei 70 Ampere strom für eine Stunde oder im Umkehrschluss bei einem Ampere Strom für 70 Stunden. so eine 70 Ah Batteire liefert durchaus mehrere 100 Ampere.

zu dick gibts bei Kabel eigendlich nicht. abgesehen davon, dass man dicke Kabel natürlich nicht so leicht in die Anschlüsse kriegt. bei der Autoendstufe ist das aber weniger das Problem, da es spezielle Kabelschuhe gibt, mit denen die Endstufe angeschlossen wird.

ich würde allerdings, so lange nicht eine dickere Endstufe, oder vielleicht später auch mal mehrere verbaut sind, dazu raten, die Absicherung vorne auf 60, oder je nach Endstufe sogar nur 40 Ampere zu reduzieren. die wahl der Sicherung sollte hier eine größe höher ausfallen als die Sicherung der Endstufe.

damit sollten deine fragen erst einmal beantwortet sein, allerdings möchte ich noch 2 punkte drauf legen, die für dich durchaus intressant sein könnten:

zu einen solltest du, besonders, wenn du die Endstufe für den Bass verwenden willst, unbedingt einen Powercap verbauen. bei der kleinen Endstufe ist es noch nicht soooo wichtig, aber wenn die große rein kommt, ist es wirklich wichtig. ein Powercap verbessert nämlich nicht nur die Performance der Anlage, sondern sorgt auch für einen Spannungsausgleich im Boardnetz, das steigert die Lebenserwartung der Batterie enorm.

grund dafür sind die sogenannten Microzyklen, die hier vermieden werden. bei einer großen Endstufe, vor allem wenn der Bass drüber läuft, kann es nämlich durchaus sein, dass schlagweise mehr Strom gezogen wird, als die Lichtmaschine her gibt. dadruch wird der Ladevorgang während der Motor läuft laufend unterbrochen. das macht die Batterie mürbe.

kommen wir abschließend noch zu einem wesentlich wichtigeren Punkt: du solltest die Masseleitung auch bis vorne zurück an die Batteire verlegen. zum einen leitet das Blech der Karosserie deutlich schlechter, als das Kabel, weswegen sich die Perforamnce noch mal verbessert, zum anderen vermeidest du so die sogenannten Masseschleifen. wenn nämlich der Strom der Endstufe zusammen mit allen anderen möglichen Steuerströmen z.b. vom ABS, von der Zündung, dem Motorsteuergerät etc. durch die karosserie fließen muss, dann hört man all diese Funktionen nämlich während der Fahrt in den Boxen.

bedenke bitte, dass die Karosserie des Autos nicht aus einem Stück blech besteht. sie ist zusammengesetzt aus unzähligen einzelteilen, die nur an wenigen Punkten zusammen gehefetet und dann versiegelt sind.

bei meiner freuindin Tessa in ihrem Santana haben wir das übrigens so gelöst, dass wir die Masse für die Endstufe direkt an das Batteriemasseband verschraubt haben, da wo die Hauptmasse von der Batterie kommend mit der Karosserie verbunden ist.

lg, Anna

Danke für die Antwort. Warum sollte die Sicherung reduziert werden?

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@H4RD5TYL3R

amazon.de/Kabelset-Verst%C3%A4rker-Anschluss-Set-Kabelsatz-25mm%C2%B2/dp/B00BFD27BG/ref=sr_1_9?ie=UTF8&qid=1432596313&sr=8-9&keywords=endstufe+kabel

ODER

amazon.de/Magnat-Power-Verkabelungsset-f%C3%BCr-Endstufe/dp/B008GSLJ0I/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1432639420&sr=8-4&keywords=endstufe+kabel

Was macht mehr Sinn? Hab jetzt ja schon oft gelesen, dass die 10mm2 von Magnat völlig ausreichen. Auch wenn ich 2 Subwoofer anschließen sollte.

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@H4RD5TYL3R

das 25 mm² set mach eigendlich mehr sinn. allerdings solltest du noch in ein massekabel investitern, das bis zurück zur batterie reicht.

die sicnerung die dabei ist (100 Ampere) gibts auch einzeln. ich empfehle, eindach weil es einen ticken sicherer ist, sie so lange die vollen 100 Ampere nicht benötigt werden, durch eine 40er oder 60er zu ersetzen.

lg, Anna

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@Peppie85

Ich kann irgendwie nicht glauben, dass das Set wirklich gut sein soll. Der Preis ist ja eigentlich schon ziemlich niedrig. Steht zwar nicht bei, aber ich glaube das ist ein Kupfer-Aluminium Gemisch. Magnat ist eine ziemlich gute Marke, daher sollten die Kabel hochwertiger sein. Masse werde ich noch nicht zur Batterie verlegen. Ich kaufe mir dann einfach ein neues Set (Subwoofer, Endstufe und Kabel) die ich dann einbaue und nach vorne verlege. Mein jetziges Vorhaben ist erstmal ein 800 Watt Magnat Subwoofer einzubauen (RMS unbekannt), in ein paar Tagen eventuell einen zweiten davon. Dafür reicht ein 10mm2 Kabel dann nicht mehr oder ändert sich die Leistung (Ampere) gar nicht, wenn man die parrallel schaltet? Nochmal zu den Kabeln : Ist eine 100A Sicherung nicht generell schon zuviel für 25mm2? Ich hab auch 25mm2 Kits gesehen, die mit 60A gesichert werden, das gibt mir ein wenig zu denken. Oder liegt das echt am Kupferanteil in den Kabeln?

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@H4RD5TYL3R

was den preisunterscheid angeht, das kabel ist etwas steifer, der kustoff etwas minderwertiger etc. außerdem ist der fremdstoffanteil beim billigen kupfer etwas höher. aber im endeffekt wirst du eh nie in die brereiche kommen, wo es dann um solche deteils geht.

was das reduzieren der Sicherung angeht, so eine 100er Sicherung braucht auch bei einem totalkurzschluss einen Moment, bis sie durchhaut. und je geringer der wert ist, desto besser kann sie schützen. daher meine empfehlung. wie gesagt, das macht es einen ticken sicherer.

lg, Anna

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Genau du musst größer sein als Minimum ;) zu groß ist nicht schlimm. Die Sicherung ist nicht für die Batterie sondern für das Kabel. Wichtig ist saß deine Sicherung weniger aus hält als das Kabel damit diese Kaputt geht und nicht dein Kabel(verbrennt oder verglüht). Die Angaben auf der Batterie sind Durschnittswerte für einen kurzen Moment kann sie deutlich mehr. Nennt sich dann Kurzschluss. Wenn du es genau wissen willst antworte mir dann erkläre ich es genauer. Hoffe du konntest mit der Info was anfangen. Liebe grüße Casao

Moin! Danke für die Antwort. Klar, ich interessiere mich auch sehr für den Hintergrund, also danke für die Erklärung. Also hab ich mit größeren Kabeln eigentlich keine Nachteile bis auf den Preis? Woher weiß ich, was ein Kabel aushält? Halten reine Kupferkabel mehr aus als legierte? Momentan tendiere ich zu folgenden Kabeln :

http://www.amazon.de/Kabelset-Verst%C3%A4rker-Anschluss-Set-Kabelsatz-25mm%C2%B2/dp/B00BFD27BG/ref=sr\_1\_9?ie=UTF8&qid=1432596313&sr=8-9&keywords=endstufe+kabel

Ich bin ein wenig verwirrt über die 100A Sicherung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Kabel einer dauerhaften Belastung von 100A standhält. Hab ich mit dickeren Kabeln keinen höheren Stromverlust?

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@H4RD5TYL3R

Achja und mit eine Kabelquerschnitt von 25mm2 müsste man laut Internet ungefähr 1200 Watt RMS betreiben können. Soviel haben ja nichtmal die High-End Dinger oder? Mich regen schon den ganzen Abend diese Watt-Zahlen auf, die von der Herstellern total hochgetrieben werden. Subwoofer mit 3000 Watt, die dann warscheinlich nur 500 Watt RMS haben. Bis man da mal durchsteigt...

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Wie mein Vorredner es bereits richtig sagte, bezieht sich die "Vorabsicherung" nur auf das Kabel des daran nachfolgenden Grundstromkreises. Dieses rein für DEN Fall, dass an DIESEM Leitungskreis mal ein Kurzschluss oder Überlast entstehen KÖNNTE. Die Unterabsicherung an diesem Lastkreis ist in Deinem Fall dann zusätzlich noch in der Endstufe selbst gegeben. So z.B. für Dein Beispiel: Das Kabel ist mit 100A vorabgesichert, Deine ( mögliche ) 200-Watt - Endstufe dann für sich selbst nochmals mit z.B. 20-25 A.  Brennt Deine Endstufe durch, so löst nur ihre eigene Vorsicherung aus, aber nicht die Hauptsicherung. Weiterer Gedanke : eine 200-Watt Endstufe zieht selbst bei maximaler Aussteuerung nicht kontinuierlich 20 oder 25 A, sondern nur impulsweise. Denn Musik ist ja kein homogener "Brummton" mit z.B. 50 HZ. Aber ich empfehle Dir abschliessend noch für den Fall höherer Endstufenleistung zur Stabilisierung des Bordnetzes einen "Kompensationskondensator". Diese gibt es speziell für PKW-Soundanlagen mit Kapazitäten von ~ 0,5 bis 2 Farahd. ( Ein Farahd = 1.000.000 Mikrofarahd ) . Grob über den Daumen setze ich mal 0,1F pro 100 Watt Nennleistung der Endstufe an und empfehle sowas ab etwa 400-500 Watt Sinusleistung ( moderner in RMS betestet ). Bestelle die Kabel derart dimensioniert, wie Du Dir den Sound ausbaulich gedanklich im Maximum vorhältst. Bitte dann aber nicht nur +, sondern auch Masse ebenfalls direkt auf die Batterie mit einplanen. Gute Fein(st)litzige Kupferleitung reicht bei angemessenem Querschnitt vollkommen aus.

Hab jetzt das Kabelset unter dem anderen geposteten Kommentar bestellt. Ein Kondensator lohnt sich noch nicht, wird sich wahrscheinlich auch später nicht lohnen. Ich will das ja auch nicht übertreiben mit dem Bass. Das Kabel ist jetzt wohl ein Kupfer Aluminium Gemisch. Wieso soll die Masse direkt an die Batterie? Ich hab kein Kabelset gefunden, bei dem das Minuskabel dafür lang genug wäre. Danke auf jedenfall für die ganzen Informationen, jetzt verstehe ich auch endlich mal den ganzen Hintergrund, vorallem von dem Kompensationskondensator.

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Mit dem Kabel will ich bloß auf der sicheren Seite sein, hatte bloß Angst, dass meine Batterie dadurch erheblich schneller leergesaugt wird und natürlich einen Autobrand vermeiden.

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@H4RD5TYL3R

Bei höherer Last bewirkt die zusätzliche Masselegung ein besseres Potenzialverhältnis am Hochstromverbraucher. Und noch etwas zum Kabel: storniere es, denn Aluminium ist deutlich weniger leitfähig als reines "Elektrolyt-Kupfer". Das ist in Deinem Fall bei Amazon mehr oder weniger "Streckmittel" um grosse Zahlen zu günstigem Preis interessant zu machen. Schaue mal anderswo nach, was reines Kupferkabel für diese Zwecke in diesem Querschnitt pro lfd. Meter kostet. Und Stahlblech leitet nochmals DEUTLICH schlechter als Kupfer und Alu. Und der Motor hat nur eine querschnittslimitierte Geasamtauslegung zur Karosserieerdung für die vorgeplanten "Serienverbraucher" . Für eine Endstufe bis 400/500 Watt RMS reicht locker ein Kabelquerschnitt um 10-16 Quadrat, wenn es hochwertiges Kupferkabel ( rein ohne "Streckzusätze" feingelitzt ist. Kupfer ist etwa 3 mal so teuer wie Alu pro Kilo...und nahezu entsprechend ähnlich leitfähiger pro Quadratmillimeter )

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Bis wieviel RMS kann man denn 10mm2 Kabel ausreizen? Die Leistungen, die du genannt hast, werde ich in diesem Auto nicht verbauen, auf jedenfall nicht über 400 Watt RMS. Mit ein paar Euro mehr hab ich keine Probleme, deswegen hab ich mir jetzt ja auch das 25mm2 Kabel bestellt. Hab ich dadurch wirklich keine einzigen Nachteile? Wenn nicht, kann ich nicht verstehen, warum sich alle immer so dünne Kabel ins Auto legen, obwohl die ja viel wärmer werden wenn man Pech hat.

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Wo findet man denn reine Kupferkabel? Selbst die eigentlich mitgelieferten 10mm2 Kabel von Magnat sind keine reinen Kupferkabel sondern enthalten Aluminium. Bei den meisten steht im Internet nicht mal, was dort verwendet wurde. Geschäften wie Media Markt traue ich da aber auch nicht mehr.

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Schau dir doch bitte mal den geposteten Link von mir an und sag mir deine Meinung dazu.

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Die reinen Kupferkabel kosten gleich 30 Euro mehr. Braucht man das wirklich? Mehr als 400 Watt RMS werde ich ja nicht betreiben.

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@H4RD5TYL3R

Ich hatte es für 400 Watt Sinus in 8 Quadrat fein gelitztes Kupfer bei "Conrad-Elektronik" sowohl für Plus als auch Masse investiert. Meine Karre war damals auch schon 20 Jahre alt und beim Licht hatte ich dann auch mal leichte "Disco-FX" in niedriger Drehzahl.

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Hm ich plane heute mal lieber nicht weiter... Ist ja alles viel zu komplex, denkt man gar nicht. Ich hätte mir mal einfach ein Fertig-Set kaufen sollen... Alleine die ganzen falschen Watt Angaben auf den Endstufen regen mich gerade mega auf. Wie soll man denn ohne RMS oder Ampereangaben den Kabelquerschnitt bestimmen? Naja da muss ich mich wohl nachher noch lange mit beschäftigen, bevor ich nochmal was bestelle...

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@H4RD5TYL3R

Korrekt😉 Bei Zweifeln auf jeden Fall auch mehrere Meinungen. Denn nicht nur die Kabel, sondern auch Endstufe und Lautsprecher an sich sind wichtige Kriterien zur Wahl.

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