Wie stopft man einen Vogel aus?

5 Antworten

Zur Vorbereitung ziehst du am besten eine Schnur durch die Nasenlöcher, um den Kopf anschließend besser wieder auf rechts zu drehen und stellst dir eine Schüssel mit etwas Mehl hin, um die Feuchtigkeit zu binden.

Du ziehst mit Hilfe eines Skalpells den Balg ab, trennst den Körper von Schwanzwirbel, Beinknochen, Flügelknochen und Schädel ab, lässt Gliedmaßenknochen und Schädel jedoch im Tier. Die im Tier bleibenden Knochen. Werden sorgfältig entfleischt. Die Augen werden aus dem Schädel entnommen und der Schädel wird hinten aufgeschnitten, um das Gehirn zu entnehmen. Den fehlenden Teil des Schädels bildest du nun mit Ton nach. Auch in die Augenhöhlen kommt Ton, damit man später die Glasaugen einsetzen kann. Nun kannst du die Fleisch Seite der Haut und die Knochen/Schädel sorgfältig mit Seibokal bestreichen(wenn das Tier schmutzig ist, wasche es vorher und föhne es trocken). Nimm am besten zwei Schichten. Warte nach der ersten Schicht eine Stunde, damit das Seibokal gut einwirken kann.

Wickel dir einen Körper aus Holzwolle. Nimm dazu einen Draht und Wickel die Holzwolle mittels einer Schnur fest(!) um den Draht. Ziehe durch die Beine jeweils einen Draht am Knochen entlang und drücke ihn durch die Sohle. Mit diesen Drähten wirst du den Vogel zum Stehen bringen. Binde ihn am besten fest an den Knochen.

Jetzt steckst du den oberen Teil des Drahtes durch den Kopf des Vogels, sodass der Draht oben heraus guckt. Dasselbe macht du mit dem unteren Teil des Drahtes am Schwanz. Drücke die Drähte der Beine durch den Körper aus Holzwolle, biege den durchgedrücken Teil um(eine Art Haken) sodass dieser beim zurückziehen in den Körper sticht und den Draht somit am Körper befestigt. Nun kannst du den Balg zusammennähen und den Vogel in eine natürliche Position bringen. Setze die Glasaugen ein, indem du diese vorsichtig unter die Lieder bringst. Fixieren die Augenlider mit Nadeln. Schnüre den Schnabel zu, wenn du möchtest, dass er geschlossen bleibt. Richte dir die Flügel und die Schwanzfedern zurecht und fixiere diese ebenfalls. Am besten mit Pappstreifen, Nadeln und Klammern. Die an den Füßen überstehenden Drähte kannst du nun verwenden um den Vogel auf einem Podest zu befestigen(fixiere auch die Zehen am Podest mit Nadeln) . Die überstehenden Drähte am Kopf und Schwanz kneifst du ab, soweit dein Präparat getrocknet ist. Dann entfernst du auch alles weitere womit du den Vogel fixiert hast.

 - (Freizeit, Tiere, Menschen)

Hallo,

Rechtlich ist das leider ausgeschlossen, siehe Abs. 2:

https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__44.html

Ich kann das aus dem Text leider nicht so klar heraus lesen, aber betrifft das tatsächlich auch tot aufgefundene Tiere? Ich meine, der Fragesteller scheint ja mit dem ausgestopften Exemplar nicht handeln zu wollen, was vielleicht untersagt sein könnte. Aber auch das habe ich nicht explizit im Gesetz erkennen können.

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@Zalla55

1) Diejenige Person, die

  1. lebende Tiere oder Pflanzen der besonders geschützten Arten, ihre lebenden oder toten Entwicklungsformen oder im Wesentlichen vollständig erhaltene tote Tiere oder Pflanzen der besonders geschützten Arten
  2. ohne Weiteres erkennbare Teile von Tieren oder Pflanzen der streng geschützten Arten oder ohne Weiteres erkennbar aus ihnen gewonnene Erzeugnisse
  3. (weggefallen)

besitzt oder die tatsächliche Gewalt darüber ausübt, kann sich gegenüber den für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörden auf eine Berechtigung hierzu nur berufen, wenn sie auf Verlangen diese Berechtigung nachweist oder nachweist, dass sie oder ein Dritter die Tiere oder Pflanzen vor ihrer Unterschutzstellung als besonders geschützte Art in Besitz hatte.

http://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__46.html

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@Zalla55

Wie gesagt, Absatz 2:

Zugriffsverbote).
(2) Es ist ferner verboten,
1.
Tiere und Pflanzen der besonders geschützten Arten in Besitz oder Gewahrsam zu nehmen, in Besitz oder Gewahrsam zu haben oder zu be- oder verarbeiten
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@antnschnobe, UserMod Light

Ah, anderer Paragraph. Ja, ok, da steht es explizit. Wobei mir im konkreten Fall eine Verletzung des Artenschutzes nicht wirklich einleuchtet. Das tote Tier liegen lassen, nicht mal aufheben (Zack: Besitz = strafbar) ist ja wohl keine Alternative zur Arterhaltung.

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@Pomophilus

Oh, "bearbeiten", das hatte ich übersehen. Aber wie schon in anderem Kommentar erwähnt, leuchtet mir im konkreten Fall eine Verletzung des Artenschutzes nicht wirklich ein.

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@Zalla55

In gewisser Weise schon auch, denn auch tote Tiere haben ihren Nutzen, ihren Sinn in der Natur.

Nebenbei soll so verhindert werden (was schon vorkam), daß plötzlich eben Leute "gefundene" tote Tiere in ihrem Besitz hatten.

Die Paragraphen 44/45/46/47 hängen in sich zusammen. vom Zugriffsverbot über Ausnahmen bis zur Nachweispficht und der Einziehung/Beschlagnahme. ; )

https://www.buzer.de/gesetz/8972/b26465.htm

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@antnschnobe, UserMod Light

Dazu noch:

https://dejure.org/gesetze/BNatSchG/45.html

(4) Abweichend von den Besitz- und Vermarktungsverboten ist es vorbehaltlich jagd- und fischereirechtlicher Vorschriften zulässig, tot aufgefundene Tiere und Pflanzen aus der Natur zu entnehmen und an die von der für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörde bestimmte Stelle abzugeben oder, soweit sie nicht zu den streng geschützten Arten gehören, für Zwecke der Forschung oder Lehre oder zur Präparation für diese Zwecke zu verwenden.
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@Pomophilus

So ist es doch auch gemeint! : )

Keine Privatperson hat das Recht, sich diese Tiere anzueignen. Weder tot noch lebendig. Nichts anderes soll das - und wollte ich damit zum Ausdruck bringen.

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@Zalla55

Ich denke, der Zweck ist uA auch, nicht den Kleinen Finger auszustrecken: oh, "aus Versehen" ein Tier überfahren, darf ich es jetzt behalten und ausstopfen?

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@Pomophilus

Mhm, so meinte ich auch:

Nebenbei soll so verhindert werden (was schon vorkam), daß plötzlich eben Leute "gefundene" tote Tiere in ihrem Besitz hatten.
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@Pomophilus

Danke euch für die ausführlichen Informationen. Ich liebe es, zu lernen.

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@Zalla55

Immer gerne - und: Genau solche Menschen/User wie Du, die hier ehrlich nachfragen, sind das, was mir persönlich GF wertvoll macht.

Danke dafür meinerseits.

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Besorg dir Bücher über Tierpräparation/ Dermoplastiken. Alles was hier geschrieben wird, ist viel zu grob und wird dich nicht dazu befähigen, einen kompletten Vogel zu präparieren, weil die einzelnen Arbeitsschritte teils sehr kompliziert sind.
Das hier hat mir ganz gut geholfen, als ich das probiert habe:

https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/Dietrich-Bornhalm+Pr%C3%A4parieren-von-V%C3%B6geln-und-S%C3%A4ugetieren/id/A02oK60901ZZe

Da steht glaube ich das wichtigste drin, aber ist auch nur ein kleiner Abriss des Handwerks.

Als ich es auch mal selbst probieren wollte, bin ich zu einem Präparator gegangen und hab mir bei dem alles besorgt was ich dazu brauchte. Zu meiner Überraschung hat er mir dann einen Stockentenerpel zum üben geschenkt. Vielleicht gibt es in deiner Nähe auch ein zoologisches Museum? Da wird ja auch oft fleißig präpariert. Da kannste auch fragen, ob du evtl. mal zuschauen kannst.

Ansonsten rate dir, erstmal mit einem anderen größeren Vogel zu üben, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Beim ersten Mal wirst du wohl viele Fehler machen, was sehr gut ist, denn diese wirst du dann bei dem nächsten nicht mehr machen. ;-)

Und informier dich auf jeden Fall auch über die Rechtslage, damit du keine Probleme bekommst deswegen.

Andere Frage: hast du ne Idee, woran der Specht gestorben ist?

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Naturschutz & Landschaftsplanung

Du kannst durch Einfrieren nicht zwingend alle möglichen Krankheitserreger abtöten. Ohne entsprechende Erfahrung überlasse das "Ausstopfen" einem Tierpräparator, wenn du es selbst versuchst, würde das mit Sicherheit in die Hose gehen.

Zum Präperator bringen.

ich würde ihn aber gerne selbst ausstopfen.

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@l09fff

Wenn du schon fragen musst, dann zeigt das, dass dir hierzu die nötigen Kenntnisse fehlen.

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@Luftkutscher

Ja natürlich, aber ich könnte mir die nötigen Kenntnisse hierdurch aneignen.

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Auch der darf das nicht.

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