Wie sehr nerven euch laute Babys/Kinder in öffentlichen Verkehrsmitteln?

Das Ergebnis basiert auf 99 Abstimmungen

Finde ich sehr nervig 34%
Stört mich nicht 34%
Nervig, aber geht 31%

31 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Nervig, aber geht

Ein Baby kann generell nichts dafür, wenn es schreit.

Aber auch die Eltern können gerade auf so langen Fahrten nicht immer gegensteuern. Flasche geben, ablenken, usw. natürlich - aber wenn das Kind durch die lange Reise schlicht gestresst / gelangweilt ist, kann man das Geschrei kaum verhindern.

Wirklich ärgern kann ich mich nur über tief-entspannte Eltern, die das brüllende Kind neben sich in einem Reise-Sitz für Babys abgestellt haben, selbst mit Handy / Tablett etc. beschäftigt sind und der Meinung sind, das hört schon irgendwann wieder auf...

Finde ich sehr nervig

Also ich find das schon extrem stressig und nervig, ich krieg da echt zu viel... Aber das geht ja auch rum, ich hab eh Musik auf den Ohren, und die kann ich jeder Zeit ja lauter stellen ;-D. Gibt allerdings auch welchen denen das nicht passt, aber das geht mir hinten rum vorbei ! Ich beachte eh kaum jemand wenn ich unterwegs bin, die leblosen Hüllen aus der fragwürdigen Gesellschaft sind zwar irgendwie da aber auf der anderen Seite nicht wirklich existent...

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

die leblosen Hüllen aus der fragwürdigen Gesellschaft sind zwar irgendwie da aber auf der anderen Seite nicht wirklich existent...

Sehr cool, könnte ich nicht besser ausdrücken und spiegelt den Zustand unserer Gesellschaft super wieder. Hast du copyright auf den Spruch oder darf ich ihn auch verwenden?

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@microjupe

Darfst du gerne verwenden, es ist schön das einige Menschen noch in der Realität leben :-)

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Nervig, aber geht

Meist schreien Babys ja gar nicht. Manchmal bspw. später abends auf den letzten Metern nach Hause in der S-Bahn kann natürlich mal bei allen Familienmitgliedern einfach die Batterie alle sein. Eine sichtbar freundliche Gesinnung gegenüber Kleinkindern und Eltern hilft hier meist, die Situation zu entspannen.

Ein Baby das auf "Notfall" schaltet, schreit dann genau auf dem Laut und den Frequenzen, die uns Menschen von jeher eingeprägt sind. Das kann eine kurze Zeit überhört werden, kann dann aber anstrengend werden. Und das ist der einzige Punkt, wo ich mir für das Baby einfach die passende Brust oder den Oberarm des Vaters herbei wünsche.

Woher ich das weiß:Hobby – ehemaliger Inhaber des Bahn-Berechtigungsausweis B
Finde ich sehr nervig

Wobei "nervig" nicht unbedingt der passende Ausdruck dafür ist. Viele Leute finden es nervig, aber ich würde behaupten, dass sich die meisten nach einer Weile daran gewöhnen und es "ausblenden" können. Sie können sich noch immer auf das konzentrieren, was sie gerade machen/sagen/schreiben/lesen, sie erschrecken sich nicht bei jedem schrillen Kreischanfall so stark, dass ihr gesamter Körper wortwörtlich durchzuckt wird, ihre Ohren klingeln nicht, sie haben keine direkten Schmerzen davon und solange sie nicht selber die Eltern sind, die sich um das Baby kümmern müssen, werden sie dadurch nicht erschöpft. Vielleicht nach einer längeren Weile, aber nicht nach unter einer Minute.

Wäre es für mich nur nervig, wäre es ja nicht so schlimm. Das Problem bei mir ist, dass alle oben beschriebenen Punkte auf mich zutreffen. Es ist generell so, dass sämtliche Geräusche ungefiltert auf mich einprasseln. (Dafür können wir meinem Autismus danken: thanks <3) Somit ist das kreischende Baby nicht das Erste, was ich als viel zu laut wahrnehme. Ich höre das Gelaber der anderen Leute, die Durchsagen der Bahn, das Hupen der Bahn, alle anderen Geräusche, die die Bahn macht, wie beispielsweise das schrecklichen Piepsen, jedes Mal, wenn die Türen auf- und zu gehen, viele andere, "leisere" Geräusche wie z.B. Knistern, Husten, Schritte auf dem Boden uvm. und lass mich gar nicht erst von all den Geräuschen vor und nach der Fahrt anfangen!

Ich hatte genauso wie deine Freundin auch nie etwas mit Kindern/Baby am Hut. Rein gar nichts. Ich habe keinen Kinderwunsch, ich habe keine Geschwister, ich war nie babysitten, ich habe generell einfach keinen Draht zu denen.

Andererseits fühle ich mich immer ein bisschen schlecht, wenn ich sauer auf das Baby bin. Das Baby kann ja nichts dafür und aus Erzählungen meiner Mutter soll ich wohl tatsächlich ein richtiges Schreibaby gewesen sein. Und ich nahm keinen Schnuller an, also konnte man mich damit auch nicht ruhigstellen. Egal welcher Schnuller es war: Ich würde ihn direkt wieder ausspucken. Zum Glück gab meine Mutter eher früher als später auf, zu versuchen, mir die Plastikteile anzudrehen ...

Wahrscheinlich sollte ich meine innere Wut mehr auf die Eltern projezieren, die ihr kleines Würmchen mit zehn Decken in der völlig überhitzten Bahn, im Kinderwagen einwickeln, während es fünf Schichten an Kleidung trägt und sich nicht richtig bewegen kann.

Aber ich gehe nie zu den Eltern oder gar das Baby und mecker' die an. Das habe ich noch nie getan. Ich hätte dafür auch gar nicht die Kraft - Ich bin damit beschäftigt, mir die Ohren so feste zuzudrücken, wie es nur geht!

Das erinnert mich an etwas: Irgendwann letztes Jahr saßen meine Mutter und ich in der S-Bahn. Da war dann eine Frau mit ihrem Baby im Kinderwagen. Nun, dieses Baby ließ uns alle wissen - mit seinem lieblich schrillen, ohrenklingelnden Stimmchen -, dass es irgendetwas absolut nicht mochte. Die Mutter versuchte fruchtlos, ihr Baby davon abzubringen, weiter zu schreien. (Sie kam nie auf die Idee, es einfach mal rauszunehmen und zu tragen - Hey, ich sage nicht, dass das immer die Lösung ist, aber in den meisten Fällen ist es ein Versuch wert, denn Babys sind Traglinge und keine Wegleglinge. ... Jetzt erinnere ich mich wieder daran, dass meine Mutter wirklich noch das Tragetuch von mir besitzt.)

Wie dem auch sei, weiter im Text.

Meine Mutter steckte sich ihre Ohrstöpsel rein, aber trotzdem hörte sie das Kreischen noch immer so stark, dass sie sich ihre Ohren zuhalten musste. Ich drückte mir meine bis zum Anschlag zu, volle 10 Minuten müssen es gewesen sein (Gott sein Dank waren wir dann an unserer Endstation angekommen). Meine Finger taten weh, sie liefen rot an, meine Ohren - Oh je, meine Ohren! Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. Ich musste sie mir so feste zudrücken, dass es sich anfühlte, als würde mir das Innere meiner Ohren nach außen quillen. Es tat einfach nur verdammt weh. Und das Schlimmste: Ich hörte das Kreischen noch immer! Ich drückte und drückte und drückte immer fester zu. Wirklich nicht schön.

Ich wünschte mir, ich könnte Ohrstöpsel oder Noise-Cancelling-Headphones tragen oder Sonnenbrillen (bin auch etwas lichtempfindlich), aber das kann ich aus diversen Gründen leider nicht.

Im Nachhinein frage ich mich, weshalb wir uns kein anderes Abteil gesucht hatten, aber ich glaube, es hing damit zusammen, dass wir dafür hätten unsere Hände von den Ohren wegnehmen müssen (wir hatten etwas mehr Gepäck) und generell war da diese ... Keine Ahnung, so paralysierend. Im negativen Sinne. Weißt du? Ach, was auch immer. Vielleicht dachten wir auch, es würde bald aufhören, weil die Fahrt an sich ja echt nicht lang dauerte. Womöglich hatte es auch etwas mit der autistischen Schwierigkeit zu tun, von einer Aktivität in die andere überzugehen. (Das ergibt alles Sinn, wenn man sich tiefer mit der Materie beschäftigt.) Noch dazu muss man bedenken, dass niemand hätte wissen können, was für Leute im anderen Abteil waren. Hier wusste ich, wer da ist, hier hatte ich meinen gefestigten Platz, meine gefestigte Körperhaltung und meine gefestigte Aussicht. Die Theorie würde Sinn ergeben, denn auch im Alltag fallen mir Übergänge oft schwer.

Gerne würde ich auch zu den Leuten gehören können, die sozusagen zum Baby gehen und es zum Lachen bringen etc. Doch das würde bedeuten, dass ich a) wüsste, wie das funktioniert und b) - am allerwichtigsten - meine körperlichen Grenzen komplett missachte. Was sehr schlecht enden kann.

In solchen Momenten merke ich immer wieder, dass die Art und Weise, wie ich Reize wahrnehme, tatsächlich nicht gängig ist. Ich sage immer: Würde jeder alles ungefiltert wahrnehmen, würde sich auf der Welt einiges sehr schnell ändern MÜSSEN. (Dinge die man ändern kann ... Gegen kreischende Babys kann man nicht viel tun. Aber gegen extrem vieles kann man etwas tun!)

Das Wissen, dass ich ebenfalls mal ein richtig lautes Kreischewürmchen war, bringt mir da auch nichts. Ist ja nicht so, als würde mein Gehirn sich dann plötzlich denken: "Oh, na wenn das so ist, dann werde ich das Geräusch nun ein bisschen ausblenden, damit es nicht mehr ganz so schmerzhaft ist". Mein Gehirn baut nicht nachträglich irgendwelche Filter ein.

Selbst meine Mutter ist da ziemlich empfindlich (generell bei Geräuschen, noch mehr bei Gerüchen) - wobei sie auch Autistin ist - und die musste mich ja auch großziehen. Trotzdem kann sie ihre Empfindlichkeit nicht abstellen, was das Argument, man würde es nicht als so schlimm wahrnehmen, wenn man selber Kinder hat/hatte, widerlegt oder zumindest zeigt, dass das nicht auf jeden zutrifft.

Jetzt im Flixbus ist das Schreien des Babys aber schon sehr nervig und mega laut. Die sind genau hinter mir und das Baby schreit wirklich ununterbrochen. Naja, hoffentlich hat das mal ein Ende.

Ich bin in Gedanken bei dir. Das schaffst du! (Oder hast es geschafft, I don't know.) Im Flixbus/Flugzeug ist es aber noch schlimmer. Da kann man nicht einmal den Sitzplatz wechseln. Andererseits: Würde das so einen großen Unterschied machen? Für mich persönlich sehr wahrscheinlich nicht.

... Ich schreibe keine viel zu langen Antworten, das bildet ihr euch nur ein, hihi. 🫠

Dass deine Mutter auf das Schreien empfindlich reagiert, kann sehr gut daran liegen, dass du selbst auch ein Schreibaby warst.

Da können schnell mal alte Erinnerungen von Erschöpfung und Hilflosigkeit getriggert werden.

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Finde ich sehr nervig

Wenn ununterbrochen geschrien und gequengelt wird, stresst mich das schon ziemlich. In der Bahn würde ich mir dann ein anderes Abteil suchen.

Stimmt, im Zug geht sowas. Im Bus oder im Flugzeug sieht das anders aus.

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@Mermaid1996

Ja, da hat man dann leider die A-Karte.

Man sollte sich Ohrenstöpsel oder Kopfhörer mitnehmen.

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