Wie legt man eine feuchte Wand richtig trocken?

7 Antworten

Ich habe ein Haus von 1926. Der Keller war früher sehr feucht, Algen wuchs schon an den Wänden und jede Menge Ungeziefer, was sich auf Grund der Feuchte wohl fühlte.

Ich habe auch lange überlegt, ausbuddeln, trocken legen, abdichten, etc. Letztendlich entschied ich mich - hauptsächlich auch aus Kostengründen - für die Temperierung nach Großeschmidt, um die Feuchte aus dem Keller zu bekommen, denn es muss zwangsläufig keine „aufsteigende“ Feuchte sein, es kann einfach nur Feuchte aus der Kellerluft sein, die sich an den Wänden im Laufe der Jahre niederschlägt und von untern her (weil es unten am kältesten ist, denn Warmluft steigt nach oben) für Auffeuchtung sorgt.

So habe ich mir in Anlehnung an die Temperierung nach Großeschmidt ein gelötetes Kupferrohr in Sockelhöhe - ca. 5-10cm über Kellerfussboden - ringsherum in allen Wänden in eine eingefräste Mauernut im Keller verlegt, mit Kalkzementputz eingeputzt, mit einem RTL-Ventil an die Heizung angeschlossen und mit Warmwasser versorgt.

Der Effekt war beeindruckend. Die Feuchte in den Wänden dampfte sichtbar (!) in Höhe des heißen Heizrohres ab. Der Bereich um das Heizrohr wurde schnell trocken.

Nachfolgend trocknete der darüber befindliche Wandbereich ab, da die Warmluft nach oben steigt und dort für Trocknung sorgte.

Insgesamt habe ich dadurch den Keller schnell sehr trocken bekommen. Die Luftfeuchtigkeit sank von anfänglichen 90-95% innerhalb einer Heizsaison auf nun 40-50%.

Die Heizrohrschleife kostete mich im Einbau etwa 500,-€. Zusätzlich etwas Heizenergie fürs Trockenheizen. Heute ist die Kellerwand trocken, fest, wieder dämmfähig und die Heizrohrschleife läuft stark gedrosselt.

Das Aufbuddeln, etc. hätte mich ein vielfaches gekostet, mit zweifelhaften Erfolg, denn die Horizontalsperre oder auch die vertikale äußere Neuabdichtung verhindert keine Auffeuchtung aus der Raumluft heraus.

Wenn der Keller auch noch fleißig im Sommer „zwangsbelüftet“ wird, (wie es hier wohl einige „Experten“ vorschlagen), so lüftet man sich fleißig die Feuchte in den Keller und an die kühlen Wandoberflächen und erreicht genau das Gegenteil - der Keller wird noch feuchter.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Nein, nicht wirklich.

Aus dem Lehrbuch müsste man natürlich sagen, Aufgraben,Dränage legen, Wände abdichten. Trotzdem kommt durch die Bodenplatte Feuchtigkeit und das läßt sich nur sehr kostenintensiv ändern.

Ich empfehle hier immer: Wohnraumlüfter einbauen (2 Stück damit es eine Querlüftung gibt und noch einen kleinen Heizkörper installieren damit die Luft etwas warm ist.

Das hat meist schon gereicht zumindest die Wände auf ihrer Innenseite trocken zu bekommen. Ist auch für den kleinen Geldbeutel geeignet. Die Außenseite der Wände bleiben natürlich nass, das kann man kaum mehr beheben.

Bei Wasser in den Wänden ist es erst mal wichtig raus zu bekommen, wo es her kommt. Bei Kellerwänden kann es von außen (drückendes Wasser von außen) oder von unten kommen.

Danach und nach der Lage richtet sich was man machen kann. Wenn die Wände von unten Nass werden ist die Horizontalabdichtung defekt oder fehlt oder einfach zu alt. Die muss erneuert werden. Dafür gibts mehrere Verfahren.

  • Verkieselung. Kann man selber machen, dauert und geht meines Wissens nicht bei komplett durchfeuchteten Wänden
  • Sperre mit Injektionsgel. Kann man selber machen, geht schnell, und auch bei ganz nassen WÄnden.
  • Sperrbleche. Kann nur ne Firma machen. Geht schnell, auch bei ganz nassen Wänden.

Danach muss die Wand abtrocknen, was einige Monate dauern kann. Ich würde persönlich das Gel nutzen.

Wenn das Wasser von außen kommt wäre die 1A Lösung außen aufbuddeln, neu abdichten und in einem Dämmen. Geht aber nur wenn man drann kommt und kostet.
Alternative ist innenabdichtung (haben wir machen lassen). Danach bleibt die Wand feucht, aber das Wasser geht nicht in den Keller rein. Der Wand selber macht das nichts aus. Kann man auch selber machen, ist aber etwas arbeit.

Auch kann man im Keller einfach Putz / Fliesen von den Wänden entfernen und alles so lassen - die Luftfeuchtigkeit ist im normalfall kein problem im Keller, wenn man ihn nicht als Wohnkeller nutzen will oder empfindliche Sachen lagern.

Alle Methoden die mit "Elektromagnetismus", Strahlung oder ähnlichem Quatsch arbeiten sind absoluter Müll. Wird leider auch oft verkauft.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Wenn die Feuchtigkeit von unten kommt, hast du leider kaum eine Möglichkeit das Mauerwerk trocken zu legen.

Da müsste erst mal unten drin soweit abgesperrt werden, dass keine Feuchtigkeit mehr hochsteigen kann.

Das Haus ist aus den 30er Jahren, fast 100 Jahre alt. Ist zwar alles modernisiert, aber 2 Wände kriegste nicht trockengelegt.

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@sushique44

Wie gesagt, da müsste man ganz unten absperren. Sonst steigt ja immer wieder Feuchtigkeit hoch.

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Da solltet ihr mal die Drainage kontrollieren lassen, ob da alles in Ordnung ist. Also aufbuddeln ist angesagt! Ansonsten eine Folie an die Wand unterhalb des Erdreichs und Kies davor. Mehr fällt mir dazu auch nicht ein ...

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