Wie heißt die Geschichte aus der Bibel, in der ein Bruder von den anderen verkauft wird - aus Eifersucht - und dann nach Ägypten kommt als Sklave?

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5 Antworten

Joseph 

Joseph, der Erzvater war ein Mann, dem die Bibel 400 Verse widmet. Den anderen Erzvätern hat sie gerade einmal 20 oder 30 Verse gewidmet. Es ist ein wunderschönes Kapitel der Bibel, eine literarische Geschichte mit einem Mann, der Tränen vergießen darf, der seine Emotionen zeigen darf. Die Geschichte spielt Hauptsächlich in Ägypten. Seine Kindheit verbrachte er in Kanaan, dann kam er nach Ägypten. In dieser Geschichte sind viele psychologische Probleme enthalten, die uns heute noch berühren sollten. Die Erziehung. In der Kindheit Josephs, bis hin zu seinem Erwachsenenalter,sind alle vorstellbaren Probleme aufgetaucht: Liebe, Hass, Neid, Erfolg und Eifersucht – alles ist da! Wir beobachten heute bei den Opfern des Holocausts, dass das, was der Vater erlebt hat, bei der Erziehung der Kinder durchschlägt. Hier sind es die Erlebnisse Jakobs, die zu dem führen, was man heute modern ein Second Generation Problem nennt, also ein Problem der zweiten Generation. Jakob selbst ist doch in gewisser Hinsicht ein Schwächling gewesen, man könnte ihn auch im Vergleich zu seinem großen, harten Bruder Esau als Spätzünder bezeichnen. Und bei aller Achtung für Jakob muss man doch feststellen, dass es um die Kindererziehung im Hause Jakob schlecht bestellt ist. Dass er es zulässt, dass sich Joseph schon als Kind, als Junge derart aufspielt …Weil Jakob den Joseph beforzugt und sich freut , dass er im hohen Alter noch einmal Kinder bekommen hat. das kann ich verstehen. Das hat etwas mit Jakobs Ehefrau Rahel zu tun. Diese große Liebesgeschichte! Die tragische Geschichte ist bekannt: Jakobs Schwiegervater, Laban, benimmt sich ihm gegenüber sehr hässlich. Jakob dient ihm sieben Jahre lang! Welcher Mensch dient sieben Jahre für seine Frau? Es ist eine riesige Liebe und das in der damaligen Stein- oder Eisenzeit! Und in dieser Geschichte kommen tatsächlich Liebeserkenntnisse vor. Jakob liebt Rahel, das wird uns schonungslos erzählt, ohne Zensur. Sie geht sogar so weit, dass sie ihre Schwester betrügt und es zwischen den beiden hin und her geht – Tränen, Streit und Eifersucht um den Mann! Und vor diesem Hintergrund kann sie dann auch noch keine Kinder bekommen. Heute kann man das nicht mehr verstehen, man geht einfach zum Frauenarzt. Die meisten Frauen wollen heute abtreiben oder einen Schein dafür bekommen, doch hier geht es um die große Sehnsucht nach dem Kind. Es ist der Beweis der Liebe. Rahel bekommt erst sehr spät den Joseph, der ein sehr begnadetes, sehr begabtes Kind ist.Es wird das Lieblingskind. Jakob zieht den Joseph seinen anderen Söhnen vor und das halte ich für falsch! Es gibt die schöne Geschichte von dem bunten Rock, den Joseph dann bekommt. Seine Brüder ärgern sich darüber und sagen: "Wieso bekommt denn der das? Wir sind doch zuerst da gewesen!"

Ein gewisser Neid ist verständlich. Dann kommt der Joseph auch noch daher und erzählt zwei komische Träume.Er provoziert sie! Jakob hätte sagen müssen: "Hör zu Joseph! Mach das nicht, mach mal halblang!" Aber Jakob unterstützt ihn. Er hebt Joseph hervor und kauft ihm dieses schöne Gewand. Natürlich gibt es solche Erziehungsprobleme auch heute noch. Für unsere Tage ist mir wichtig, dass vor einigen Jahren der Deutsche Bundestag ein Gesetz durchbrachte, nachdem Kinder aus einer Ehe und aus einer nicht-ehelichen Beziehung vor dem Gesetz in Erbfragen gleichberechtigt sind. Hier haben wir gerade in der Josephs-Geschichte etwas Interessantes. Die zwölf Brüder, von denen sich die zwölf Stämme herleiten, stammen von vier verschiedenen Frauen ab. Von denen ist eine die große Geliebte, die Rahel. Danach kommt die zweite, die Laban seinem Schwiegersohn Jakob seinerzeit untergeschoben hat, die Lea. Und dann gibt es noch zwei Mägde, die Silpa und die Bilha, die Laban seinen beiden Töchtern mitgegeben hat. Ich verstehe, dass Jakob einsam war und eine eigene Familie für den Aufbau des Geschäfts und seiner Herden benötigte. Doch es ist wichtig, hier festzuhalten, dass die zwölf Stämme Israels von vier verschiedenen Frauen abstammen und trotzdem gleichberechtigt sind. Joseph erzählt dann seinen Brüdern den Traum: "Hört, was ich geträumt habe. Wir banden Garben mitten auf dem Feld. Meine Garbe richtete sich auf und blieb auch stehen. Eure Garben umringten sie und neigten sich tief vor meiner Garbe." Er hat von Anfang an ein anderes Niveau als die groben Brüder. Aber als Joseph behauptet, Sonne, Mond und Sterne hätten sich vor ihm verneigt, sagt sogar Jakob: "Jetzt reicht es aber!"

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Kommentar von tinimini
17.11.2015, 20:37

Ja, das geht auch Jakob zu weit. Jetzt ist nur die Frage, was wir mit den Träumen machen. Auch das ist heute noch ein Problem. In der Bibel spielen die Träume eine große Rolle. Sie sind Visionen. Ich würde sagen,dass Joseph hier ein Vorläufer dafür ist, auch später in Ägypten. Was heißt Traum? Wenn Sie heute auf dem Richtstuhl des Psychologen sitzen, dann wird er Sie ansehen und fragen: "Was denken Sie? Was erwarten Sie? Was träumen Sie?" Und dann wird er das analysieren. So sehe ich den Joseph. Er ist imstande, so etwas zu träumen, die anderen Brüder sind dazu nicht in der Lage. Jakob macht jetzt wieder einenFehler. Er will mit aller Macht Frieden erzwingen und schickte den kleinen 16- oder 17-jährigen Joseph, den Spätzünder, den begabten Lyriker – er kann sich ausdrücken – , alleine zu den Hirten, die irgendwo in Dotan unterwegs sind. Ich lege das so aus, dass Jakob Frieden stiften wollte. Joseph stellt sich aber mit seiner Aura wieder so an. Die Brüder sehen Joseph kommen und beschließen, es diesem Träumer einmal zu zeigen, und schmieden einen ziemlich bösen Plan. Wir haben hier aber auch bei Ruben und Juda sehr interessante Gedanken über das Gute. Sie können sich dann aber nicht durchsetzen. Zunächst sind sie sich einig, dass sie Jakob um die Ecke bringen wollen. Dabei spielen so interessante Dinge eine Rolle wie die Frage, was der Preis für einen Jüngling war. Der Text über Judas Iskariot bezieht sich zum Beispiel auf das Alte Testament. Dort steht, dass der Preis für einen Mann im besten Alter 30 Silberlinge betrug. Joseph war nur 20 Silberlinge wert. Die Brüder beschließen Josephs Tod. Ruben plädiert: "Nein, bringt ihn nicht gleich um, denn ein bisschen ist er doch von unserem Blut." Joseph wird in eine Zisterne geworfen, die aber leer ist. Ruben geht weg und sagt sich, dass er Joseph wieder aus der Zisterne holt, wenn die anderen Brüder weg sind. Inzwischen läuft alles durcheinander.Karawanen kommen vorbei. Juda will den Joseph eigentlich auch nicht töten. Die Scharfmacher sind Simeon und Levi, die wir schon als Scharfmacher kennen. Im Kapitel zuvor sind sie sehr massiv gegen die Vergewaltiger ihrer Schwester Dina aufgetreten. Juda schlägt vor, Joseph zu verkaufen, statt ihn umzubringen. Sie verkaufen ihn an die Kaufleute, die vorbeikommen, und freuen sich über die 20 Silberlinge. Es ist auch weltgeschichtlich interessant, wer da auftritt. Das sind die Nabatäer, die Herren über die Karawanen der damaligen Zeit. Sie verkaufen Joseph für 20 Silberlinge und müssen nun ihren Vater Jakob darüber informieren. Der wird belogen, ein ganz schönes Schurkenstück. Sie nehmen Josephs Rock, tauchen ihn in das Blut eines Schafes … und teuschten so seinen Tot vor.Man lernt da lauter schöne Sachen, zum Beispiel, dass das Land damals ein Urwald war. Sie sagen nämlich zu Jakob: "Hier hast du den Rock! Ein wildes Tier hat ihn zerrissen!" Das heißt, dass damals zwischen Hebron und Bet-El ein großer Urwald lag. Jakob bricht bei dieser Nachricht fast zusammen. Joseph war das Kind der Liebe, das Kind von seiner geliebten Rahel. Aber Joseph kommt nach Ägypten. Die Nabatäer nehmen ihn nachÄgypten mit und verkaufen ihn dort. Es stellt sich heraus, dass dieser kleine Schwächling eine enorme Widerstandskraft hat. Das ist aber oft so. Er hält durch und kommt sehr schnell in den Umkreis des Pharao, das heißt zu seinem Leibwächter, aber das dauert ein paar Jahre. Zuerst wird er auf dem Markt verkauft. Es wird gesagt, dass er sehr gut aussieht. Als Käufer hatte man wahrscheinlich gerne gut aussehende Sklaven. Von Potifar, dem Befehlshaber der Leibwache des Pharao, heißt es an einer Stelle, dass er Eunuch war. Also hatte er keine Angst vor einem gut aussehenden Sklaven. An einer anderen Stelle kommt dann wieder die berühmte Geschichte mit Potifars Gattin.

Joseph erhält also im Haushalt von Potifar eine sehr herausgehobene Stellung. Dann passiert eine wunderbare Geschichte mit der Frau des Potifar. Vom Text her habe ich Grund zu der Annahme, dass der Herr Potifar ein Eunuch war, wie es an den Höfen so üblich war. Vor diesem Hintergrund darf man wohl annehmen, dass seine Frau auf so einen schönen Jüngling scharf war. Da er Sklave war, durfte sie annehmen, dass er von ihrer Aufmerksamkeit sehr angetan sein würde. Aber siehe da, es trat eine Entwicklung ein, die sie nicht erwartet hatte: Joseph weigert sich. Die Bibel schildert es wunderschön. Es kommt ein Feiertag, an dem das ganze Haus leer ist. Sie wird Joseph gegenüber wieder ganz konkret. Er enttäuscht sie aber wiederum. Daraufhin dreht sie die Sache um. Joseph rennt davon. Die Bibel schildert ihn also als charakterstark.Sie ist sehr direkt und fordert ihn auf: "Schlaf mit mir!" Er bekommt es mit der Angst zu tun und rennt weg. Sie hält ihn am Kleid fest, das Kleid bleibt in ihren Armen. Und was macht sie dann?

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Hallo Emiiballett,

es ist die Lebensgeschichte Josefs,  des Urenkels  Abrahams. 

Sehr spannend und auch zu Herzen gehend - mit überraschenden Wendungen.

Die gesamte Geschichte findest  du in .1. Mose, Kapitel 37-50, wobei das Kapitel 38 ausgenommen ist. Den dramatischen Begiinn der wahren Geschichte habe ich dir aus der Neuen evangelistischen Übersetzung kopiert, damit du gleich einen Einstieg hast.

Josef wird als Sklave verkauft

12 Einmal weideten Josefs Brüder das Kleinvieh ihres Vaters in der Nähe von Sichem. 13 Da sagte Israel zu Josef: "Du weißt, dass deine Brüder mit den Herden in der Nähe von Sichem sind. Komm, ich will dich zu ihnen schicken!" - "Ich bin bereit", erwiderte er. 14 "Schau nach, ob es deinen Brüdern und den Herden gut geht, und bring mir Nachricht!", sagte sein Vater. Er schickte ihn aus dem Tal von Hebron nach Sichem.

15 Als Josef dort auf dem freien Feld umherirrte, traf ihn ein Mann. "Was suchst du?", fragte er ihn. 16 "Ich suche meine Brüder", erwiderte er, "kannst du mir sagen, wo sie mit den Herden sind?" 17 "Sie sind von hier fortgezogen. Ich hörte sie sagen: 'Wir wollen nach Dotan2 gehen!'" Da ging Josef seinen Brüdern nach und fand sie bei Dotan. 18 Sie sahen ihn schon von weitem. Und noch bevor er herangekommen war, hatten sie sich verschworen, ihn zu töten.

19 "Seht, da kommt ja der Meister der Träume!", sagten sie zueinander. 20 "Los, wir schlagen ihn tot und werfen ihn in die Zisterne dort! Wir sagen einfach: 'Ein wildes Tier hat ihn gefressen!', dann werden wir schon sehen, was aus seinen Träumen wird." 21 Als Ruben das hörte, wollte er Josef retten. "Nein, lassen wir ihn leben!", sagte er. 22 "Vergießt kein Blut! Werft ihn in die Zisterne dort in der Steppe, aber vergreift euch nicht an ihm!" Er wollte ihn aus ihrer Gewalt retten und zu seinem Vater zurückbringen.

23 Als Josef bei seinen Brüdern ankam, zogen sie ihm das Obergewand aus, das Prachtstück, das er anhatte. 24 Dann packten sie ihn und warfen ihn in die Zisterne. Sie war leer, ohne Wasser. 25 Dann setzten sie sich zum Essen nieder.

Auf einmal sahen sie eine Karawane von Ismaëliten3, die aus Gilead kamen. Ihre Kamele waren mit kostbaren Harzen, mit Tragakant, Mastix und Ladanum4 beladen. 26 Da sagte Juda zu seinen Brüdern: "Was haben wir davon, wenn wir unseren Bruder erschlagen und die Bluttat verheimlichen müssen. 27 Verkaufen wir ihn doch an die Ismaëliten und vergreifen uns nicht an ihm! Schließlich ist er unser Bruder, unser eigenes Fleisch und Blut."

Seine Brüder hörten auf ihn. 28 Als die midianitischen5 Händler herankamen, zogen sie Josef aus der Zisterne. Sie verkauften ihn für 20 Silberstücke an die Ismaëliten, die ihn nach Ägypten mitnahmen.

29 Als nun Ruben zu der Zisterne zurückkam, war Josef auf einmal nicht mehr da. Da riss er sein Obergewand ein6, 30 ging zu seinen Brüdern und rief: "Der Junge ist nicht mehr da! Was soll ich jetzt bloß machen?" 31 Da schlachteten sie einen Ziegenbock und tauchten Josefs Obergewand in das Blut. 32 Dann schickten sie das prächtige Gewand zu ihrem Vater und ließen ihm sagen: "Das haben wir gefunden. Ist es vielleicht das Gewand deines Sohnes?" 33 Er erkannte es und schrie auf: "Das Gewand meines Sohnes! Ein böses Tier hat ihn gefressen! Zerfleischt, zerfleischt ist Josef!" 34 Er riss sein Obergewand ein, band den Sack7 um die Hüfte und trauerte lange Zeit um Josef.

35 Alle seine Söhne und Töchter kamen, um ihn zu trösten, aber er wollte sich nicht trösten lassen. "Nein", sagte er, "trauernd werde ich zu meinem Sohn ins Totenreich hinunterfahren!" So weinte sein Vater um ihn.

36 Die Midianiter brachten Josef nach Ägypten und verkauften ihn dort an Potifar, einen Hofbeamten des Pharao, den Befehlshaber der Leib*wache.


Beim Lesen wünsche ich dir Freude und zum Verstehen Gottes Segen.

Grüße, kdd

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Es geht um Joseph, einen der zwölf Söhne Jakobs, du findest diese spannende Geschichte in 1. Mose ab Kapitel 37 bis Kapitel 50.

Du könntest das in der Bibel einmal nachlesen, wenn du keine zur Hand hast, lies online. (jw.org - bibel) oder bible online, da findest du verschiedene Übersetzungen. Sehr interessant und spannend!

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Kommentar von JTKirk2000
16.11.2015, 20:14

Verschiedene Übersetzungen gibt es auch bei bibleserver.com, 

2

Den Bericht findest Du in 1. Mose Kapitel 37.

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