Weshalb sieht man immer die selbe Seite vom Mond?

13 Antworten

Der Mond braucht sowohl für eine Umdrehung um die Erde als auch um sich selbst jeweils die selbe zeit, meines Wissens nach 27 einhalb Tage.

Immer wieder wird diese Frage gestellt, weil sich viele offenbar nicht vorstellen können, dass sich der Mond um die eigene Achse drehen kann, obwohl wir doch im Wesentlichen immer nur dieselbe Seite des Erdtrabanten sehen. Dabei muss er sich um die eigene Achse drehen, damit dies überhaupt möglich ist. Da sich der Mond nämlich in knapp einem Monat einmal um die Erde dreht (was wir an den Mondphasen erkennen können), könnte er ohne Eigendrehung, der Erde nicht gleichzeitig immer die gleiche Seite zuwenden. Dies kann man sich recht einfach selbst verdeutlichen: Setzen Sie sich auf einen Schreibtischstuhl und bitten Sie einen Kollegen Ihren Stuhl einmal zu umrunden und Sie dabei nicht aus den Augen zu verlieren. Dies wird dem Kollegen nur gelingen, wenn er sich bei einer Umrundung Ihres Stuhls auch exakt ein Mal um die eigene Achse dreht - und genauso ist es beim Mond.

Der Mond benötigt für seine eigene Umdrehung um die Achse solange wie er auch um die Erde einen Monat braucht. Deshalb sehen wir auch immer nur dieselbe Seite des Erdtrabanten, dem Mond.

Grüße, rob96.

Das nennt man "gebundene Rotation".

Der Mond dreht sich in derselben Zeit um seine eigene Achse, wie um die Erde.

Das war nicht immer so. Die gebundene Rotation entsteht durch die Gezeitenreibung auf den Mond durch die Erde.

Der Mond verursacht durch seine Schwerkraft ja unsere Gezeiten. Umgekehrt übt aber auch die Erde eine Gezeitenwirkung auf den Mond aus. Und genauso, wie die Gezeiten die Erdrotation etwas abbremsen, hat die von der Erde auf den Mond wirkende Gezeitenkraft die Mondrotation abgebremst. Aber nur so lange, bis sich die Punkte maximaler/minimaler Anziehungskraft nicht mehr relativ zur Erde bewegen. Genau das ist bei der gebundenen Rotation der Fall: Die Punkte maximaler/minimaler Anziehungskraft bleiben fest auf der Erde/Mond-Achse, dr Mond hat hier also einen Gleichgewichtszustand erreicht.

Die Erde ist noch nicht in gebundener Rotation zum Mond, weil der Mond leichter ist als die Erde und länger braucht, um die Erde in diesen Gleichgewichtszustand zu zerren. Erreicht wäre er dann, wenn der Mond über einem Punkt der Erde fest am Himmel bleibt.

Grüße

http://www.br-online.de/wissen-bildung/spacenight/sterngucker/mond/rotation.html

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Diplom in Physik, Schwerpunkt Geo-/Astrophysik, FAU

Wiso ist es dann nicht so bei der Erde gegenüber der Sonne? Also dass sich die Erde in einem Jahr genau einmal um die Achse dreht? Die Anziehungskraft der Sonne ist ja sogar noch stärker!

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@Almostlemon

Weil die Erde einen stärkeren Eigendrehimpuls mitbekommen hat als der Mond. Das heißt, die Geschwindigkeit der Erde wurde noch nicht so stark abgebremst, dass es so weit gekommen ist. Und außerdem ist die Gezeitenwirkung der Sonne ebenfalls nicht so stark wie die des Mondes, welcher uns in der tat mehr bremst als die Sonne. Du solltest hier Gezeiten nicht mit Gravitation an sich verwechseln.

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@Almostlemon

Die Anziehungskraft der Sonne ist ja sogar noch stärker!

Man muss immer schauen, wo. Der Abstand der Erde zur Sonne ist ja auch erheblich viel größer, so dass die auf die Erde ausgeübte Anziehungskraft - und vor allem der Unterschied dieser Anziehungskraft zu beiden Seiten der Erde (genau das ist die Gezeitenkraft) weniger stark ausfallen.

Hier ist es erklärt:

http://www.weltderphysik.de/gebiet/planeten/atmosphaere/meere/gezeiten/

""Die Anziehungskraft, die die Sonne auf die Erde ausübt, ist aufgrund der großen Sonnenmasse zwar ungefähr 200 Mal so groß wie die des Mondes, aber weil die Sonne etwa 400 Mal so weit von der Erde entfernt ist wie der Mond, ist die Gezeitenkraft der Sonne (der Gradient ihrer Gravitationskraft) kleiner als die des Mondes. Denn der Gradient der Gravitation fällt schneller mit dem Abstand ab als die Kraft. Darum beträgt die Gezeitenkraft der Sonne im Vergleich mit unserem Trabanten nur 46 Prozent. ""

Grüße

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@Almostlemon

Weil wir einen größeren Abstand im Verhältnis zur Sonne haben und die Masse der Erde ist viel größer als die des Mondes. Einen winzigen Kreisel kann man, wenn er sich dreht, mit zwei Fingern anhalten, versuche das mal bei einem großen Karussell, wenn es ohne Antrieb sich nich weiter dreht, dieses zu stoppen. Das wird schwer, oder? Auch die Erde verlangsamt ihre Rotation, die Tage werden länger, aber seeehr seeehr langsa, vollzieht sich die Abbremsung. Man kann aber nachweisen, dass einmal der Tag nur 22 Stunden hatte.

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Damit das Sprichwort „hinter dem Mond leben“ einen Sinn ergibt.

Der Mond rotiert Täglich genau ein Mal. Durch die Erdanziehung dreht er seine Masse genau so.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Eidg. diplomierter Klugscheisser mit Fachrichtung Nonsens.

Der Mond rotiert nicht einmal pro Tag, sondern einmal pro Monat (genauer einmal in der Zeit, in der der Mond die Erde umkreist).

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