Wenn du jemanden liebst, aber er/sie verändert sich radikal...liebst du dann noch ihn/sie oder nur die Erinnerung an ihn?

11 Antworten

Von Experten rotesand und DianaValesko bestätigt

Man liebt den Schatten einer Person, eine Illusion und Leidenschaft die man gerne hätte aber nicht mehr die reale Person 🙂

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lieber BrainFog,

wenn ich einen Menschrn liebe, so liebe ich nicht sein Bild, das ich mir in meiner Wunschvorstellung von ihm gemacht habe!

Sondern ich liebe den Menschen! Und daher, wenn er sich verändert, so bin und so bleibe ich an seiner Seite und begleite ihn als die Gefährtin seines Lebens auch weiter. Durch alle Höhen und Tiefen gehe ich mit ihm. Unverzagt, beständig und treu.

Die Veränderung eines Menschen bedeutet stets seine Weiterentwicklung! Ich werde ihn doch nicht daran hindern, sich weiterzuentwickeln und sich in seiner Persönlich-keit und seinem Wesen zu entfalten! Im Gegenteil. Wie ich dies immer getan habe, so fahre ich auch weiter darin fort, für ihn da zu sein, ihm zur Seite zu stehen und ihn in allem zu unterstützen.

Und wenn er sich tatsächlich radikal verändert hat, so akzeptiere ich dies als erstes, um ihm zu zeigen, dass er mir auch weiterhin vertrauen kann, um dann ganz vorsichtig vorzugehen und peu a peu zu erfahren, was ihm widerfahren ist, dass er sich dermaßen stark verändert hat. Das Entscheidende ist, dass ich weiterhin mein Herz für ihn öffne und seinen Platz in meinem Herzen bewahre.

Wenn er sieht, dass ich weiter wie ein Fels an seiner Seite stehe und ihm unumstößlich und unbeirrbar verbunden bin, wird er die Gewähr haben, dass er mir weiter vertrauen kann und wird sich mir mitteilen. Sodass ich am Ende nachvollziehen kann, was ihn zu seiner Wandlung veranlasst hat und wie es dazu gekommen ist und welche Entwicklung er durchschritten hat.

Sodass es am Ende wieder so ist, wie es immer war: Dass ich ihn verstehe und dass wir einander sehr nah sind! Denn die Liebe, lieber BrainFog, gibt mir den Wunsch, meinen Partber verstehen und begreifen zu wollen und vor allem, ihn weiter lieben zu wollen.

Denn ich liebe i h n - und nicht das Bild, das ich mir von ihm gemacht habe! So war es, so ist es und so wird es immer sein. Bis zu meinem letzten Atemzug! Bis dass der Tod uns scheidet!

Danke für diese tiefsinnige Frage!

Liebe Grüße und gute Wünsche!

Regilindis

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Lebenserfahrung - Studium

isilang  29.08.2025, 10:29

Ja, so darf es auch funktionieren. In langen Beziehungen passiert das auch häufig. Nur so können sie überhaupt so lange bestehen. Letztendlich ist es der Kern des Menschen, die Essenz seiner Seele, die sich nicht verändert hat. Erst wenn man diesen nicht mehr zu sehen vermag und nicht mehr bereit ist, diesen wiederzufinden, ist die Liebe endgültig gegangen.

Was ich immer wieder wahrnehme, ist, dass stets die wie hier erwähnte "radikale" Veränderung beim anderen erkannt und dabei verkannt wird, dass man sich selbst auch verändert hat. Der andere ist immer unser Spiegel.

Auch der andere erkennt uns viellicht nicht mehr wieder. Manchmal finden beide Seelen dann nicht mehr zueinander. Aber man sollte wohl nicht vorgeben, der andere hätte einen anderen Weg eingeschlagen, während man selbst stets die gleiche Konstante als Persönlichkeit und innerhalb der Beziehung sowie frei von Mitwirkung am Prozess der Entfremdung gewesen ist.

Regilindis  29.08.2025, 13:19
@isilang

"Der andere ist immer unser Spiegel".

Wenn alles s o einfach wäre, gäbe es nicht seit Urzeiten Krisen in einer Beziehung. Eine Verpauschalisierung ist wenig hilfreich. So lasse ich am Stammtisch urteilen und Menschen mit unzureichender Reflexion. Aber d a s s der Andere eben n i c h t immer, vor allem immer weniger unser Spiegel ist, ist ein markantes Problem. Danke!

isilang  29.08.2025, 13:32
@Regilindis

Nach der Spiegeltheorie projizieren und reflektieren wir sowohl Aspekte unserer eigenen Persönlichkeit und jene, die wir an anderen nicht mögen.

Du spiegelst mir gerade Letzteres

Bitte sehr!

Man liebt sich nicht nur "deshalb", sondern auch "trotzdem". Mit all den vermeintlichen Schwächen und Eigenheiten, die den Menschen neben den schönen Eigenschaften ausmachen. Man liebt auch Rituale mit dem Partner, es gibt auch sehr schöne Gewohnheiten. Gewohnheiten sind nicht per se negativ.

Allerdings verändern wir uns selbst im Laufe der Zeit, so dass manchmal nach langer Zeit des Miteinanders die Wesen schleichend weit voneinander abgedriftet sind und man nicht einmal mehr "deshalb" liebt, dann erst recht auch nicht mehr "trotzdem". Die Erinnerung daran, wie jemand war, kann vielleicht noch lange der Kitt sein. Aber glücklich ist die Partnerschaft dann vermutlich nicht mehr.

Liebe ist natürlich auch stark an Identität gebunden.

Dann liebe ich nur noch die Erinnerung an diese Person bzw. wie sie davor war. Das hat dann nichts mehr mit der veränderten Person zu tun, weil sie nicht so ist, wie man dachte.

Manchmal liebt man die Person, die sich verändert hat, und manchmal trauert man nur um die Erinnerung an die Person, die sie mal war. Liebe hängt stark davon ab, wer jemand tief im Inneren ist. Wenn sich diese Identität radikal ändert, kann das die Liebe erschüttern. Gewohnheit ist nur das, was man gemeinsam tut – das kann sich ändern, ohne dass die Liebe verschwindet. Echte Liebe muss mitwachsen können.