Was würde passieren, wenn sich Gott den Menschen zeigen würde, oder die Wissenschaft einen Beweis für seine Existenz findet?

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Ich spekuliere mal in eine andere Richtung:

Wenn ein Gott existiert, der vollkommen ist, einen Willen hat und es ihm wichtig ist, dass Menschen seinen Willen tun, was würde passieren, wenn alle von seiner Existenz wissen und tatsächlich seinen Willen tun?

Ein vollkommener Gott würde stets die einzige richtige Entscheidung treffen. Ein bislang religiöser Mensch hätte dann genau das verloren, was er zuvor immer für die herrlichste Gabe Gottes gehalten hat, nämlich den freien Willen, der darin besteht, sich nicht für das einzige Richtige entscheiden zu müssen, sondern wahlweise auch für etwas des unendlich vielen Falschen.

So etwas würde bedeuten, dass es dann nur noch eine Welt der gehorsamen Roboter gibt, zwar mit Emotionen und der Fähigkeit zur Meinungsbildung ausgestattet, aber diese wären dann recht nutzlos. Roboter brauchen weder Emotionen noch Meinungen. Bei denen zählen nur Daten. Und Glauben wäre dann ebenfalls sinnlos, denn Roboter glauben nicht sondern arbeiten ihre Programme ab.

Und Wissen? Wozu? Wer immer nur das tut, was gerade von ihm verlangt wird, braucht kein Wissen, sondern muss gehorsam sein und als Roboter seine Daten abarbeiten. Wissen bedeutet zu verstehen und ist mehr als nur ein wandelndes Lexikon, also etwas anderes als das, wodurch sich Roboter auszeichnen.

Fazit: Einen solchen "Gott" gibt es tatsächlich (auch wenn er nicht als Gott bezeichnet wird), und recht viele Menschen glauben an ihn, indem sie glauben, dass Naturgesetze immer gelten. Doch Naturgesetze wissen nichts, wollen nichts, glauben nichts, empfinden nichts, sondern sind einfach nur gültig.

Problematisch ist es gegenwärtig nur für religiöse Menschen, denn die glauben immer noch, dass es Wunder gibt, die Naturgesetze aushebeln.

Selbst aus der Bibel geht hervor, dass wir der Erzünde unser Dasein verdanken.

Und da der Gott allwissend ist, war es gewollte Verbot.

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@ToniKim

Das ist nur für diejenigen maßgeblich, die solche Bibelinhalte glauben.

Ein allwissender und vollkommener Gott, der etwas verbietet, obwohl er will und weiß, dass es getan wird, und der dann diejenigen bestraft, die es tun, hätte damit eine absurde Entscheidung getroffen, womit er seine eigene Vollkommenheit abgeschafft hätte.

Ein unvollkommener Gott ist aber zwangsläufig auch nicht mehr allwissend. Und das würde bei diesem spekulativen Beispiel etwas, bei dem dieser Gott auch seine Allwissenheit ab dem Augenblick verliert, wo er seine Entscheidung trifft.

Nach den Naturgesetzen ist aber ein Paradoxon nicht möglich.

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@Dxmklvw

Es gibt keine Vollkommenheit, da Gott falls es ihn Gibt, auch Mal einen Ausweg aus allem braucht, nämlich das was wir Suizidmöglichkeit nennen.

Angenommen Gott hätte diese Möglichkeit nicht, wäre er nicht Allmächtig, da er sich selbst nicht außer Kraft setzen könnte.

Das ist wie, einzige Schlüssel von Tresor im Tresor einsperren.

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@ToniKim

Einen Gott mit einem solchen Schlüssel verglichen wäre dann die Erklärung dafür, warum sich dieser Gott nicht zeigt. Aber wenn er es nicht kann ..... dann ist es wohl kein Gott, sondern mehr ein nicht mehr greifbarer Schlüssel.

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@Dxmklvw

Angenommen Er hat es getan und ist wie der Friedrich sagte "tot". Dann kann nur ein Kreislauf der Zeit, also die Theorie vom wiederkehrenden Urknall und Entstehung des Universums ihn retten.

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@ToniKim

Das stört mich dann aber die weit verbreitete menschliche Vorstellung eines Außerhalb, egal, ob es um die Frage geht, was sich hinter dem Universum (dem Alles) befindet mit der irrationalen Antwort eines "Nichts", das sich so viele als etwas Existierendes vorstellen, oder ob es um die Frage geht, woher ein "Gott" etwas genommen hat und wohin er sein Werk gesetzt hat, wenn es nach dem Glauben in einem Anfang nichts außer diesen "Gott" gegeben haben soll.

Damit will ich aber nicht solche Überlegungen vertiefen, sondern auf das Dilemma aufmerksam manchen, dass alles auch völlig anders sein könnte und dass ein ganz anderes Weltbild auch ganz andere Überlegungen mit sich bringt, bei denen es aber nicht möglich ist, Weltbild B mit den Regeln von Weltbild A zu erklären.

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@Dxmklvw

Interessantes Thema, dass Sie ansprechen. Wo war Gott vor dem Universum? Wo waren Zahlen, Mathematik und andere immaterielle Sachen)

Information war schon immer da, wir als eine Möglichkeit aller möglichen, unendlichen Permutationen sind da, weil es anders gar nicht sein kann. So und nicht anders.

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@ToniKim

Als Annahme ist mir dieser Standpunkt sehr willkommen, weil ich ebenfalls so denke. Doch ich habe in solchen Fällen auch immer gerne eine weitere theoretische Beweisführung. Einer meiner Versuche geht dahin:

Wir nehmen nicht wahr, was ist, sondern immer nur den Unterschied zwischen zwei Dingen, und daraus ermitteln wir gedanklich, was da tatsächlich ist, was wir nicht wahrnehmen können.

Stellt man sich nun vor, man hat zwei Unterschiede erkannt, dann gibt es schlagartig zwischen den beiden Unterschieden auch wieder einen Unterschied, und zwischen diesem und anderen Unterschieden auch wieder usw. usw. Auch das könnte "Schöpfungsgeschichte" sein, eine Entstehung von allem in einem Augenblick, was aber zur Bedingung hat, das es da etwas tatsächlich Existierendes geben muss, damit ein Unterschied möglich wird.

An der Stelle fängt die Überlegung dann irgendwie an zu hinken.

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@Dxmklvw

Ich nenne es den Plan, eine Konstruktion, denn ohne eine in unserer Welt "Zeichnung" kann nichts verbaut werden. Es sei Gott ist ein Künstler, aber ich vermute selbst die machen einen Konzept vor der eigentlichen Arbeit.

Was war aber vor der Zeichnung? Wie gesagt, wir sind eine der unzähligen "Zeichnungen" die verwirklicht wurde. Die anderen sind schiff gelaufen. Die Möglichkeit war aber da, da es unendlich viel Zeit gibt für "Versuche". So wie im Gedankenexperiment mit einem Affen der an Schreibmaschine tippt, irgendwann Mal schreibt er einen Bestseller, sollte er unendlich lange tippen.

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ich sehe drei möglichkeiten:

es würde einen kompletten gesellschaftlichen umstürz geben, weil die mehrheit der menschheit plötzlich wach würde. ein paar wenige aber weiter zweifeln und leugnen. die würden sich enorm radikalisieren.

wir würden alle komplett wahnsinnig werden, weil unser verstand das garnicht fassen kann, was da passiert.

wir würden es garnicht bemerken, dass gott uns erscheint, weil wir garnicht in der lage sind das zu verstehen.

das wäre ungefähr so, als würde jerry mouse plötzlich seinen zeichner erkennen.

lg, anna

  1. Das Leben auf der Erde ist eine Prüfung für das Jenseits. Ein großer Teil dieser Prüfung besteht darin, an Gott zu glauben, ohne ihn je gesehen oder gehört zu haben. Würde jeder ihn sehen oder hören, dann würde jeder an ihn glauben und die Prüfung wäre sinnlos.
  2. Vor der Abrechung am jüngsten Gericht kommt niemand in das Paradies. In den Himmel kommt schon gar keiner, weil Himmel und Paradies keine Synonyme sind und zwei verschiedene Orte.
  3. Mit Eintritt des Todes endet die Prüfung. Dann wird man schon die Wahrheit erkennen.
Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Autodidakt Islam seit 2010 und Fernstudium

Wenn die Belege stichhaltig wären, würde natürlich jeder vernünftige Mensch sie anerkennen.

Aber ändern würde das auch nichts. Allein der Beleg der Existenz eines Gottes schafft keinerlei Weiterungen außer der Anerkenntnis seiner Existenz. Und dann kann man ihn einfach ignorieren, wie man es auch mit Milliarden anderer Wesen macht, deren Existenz belegbar ist.

Dann wäre auch das noch kein Beweis dafür, dass Gott so ist, wie die Religionen sich das vorstellen. Ein Beweis für die Existenz Gottes schließt außerdem nicht aus, dass es nicht ganz viele verschiedene Götter geben könnte.

Eigentlich ist es demnach egal, ob es Gott gibt, denn das Einzige was Gott so attraktiv macht, ist das Leben danach, oder?

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@ToniKim

Für einige Menschen ist das die Hoffnung. Dass (ein) Gott direkt in unser irdisches Leben eingreifen kann, halten vermutlich selbst manche Gläubige für eher unplausibel.

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@MitFrage

Also normaler Mensch kann seine Taten bzw sein Wollen nicht anmerken. Wenn Sie aber vom Tag an dem die Toten auferstehen sprechen, dem Jüngsten Gericht. Dazu gab es Mal einen ironischen Fall. Ein Physiker und Astronom entwickelte eine Formel, die angeblich das Ende der Welt voraussagt, und er meine, es würde in mehreren Tausend Jahren passieren, bis auf ein Tag genau, nannte er das Datum.

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@ToniKim
denn das Einzige was Gott so attraktiv macht, ist das Leben danach, oder?

Im Gegenteil. Das ist für mich eher eine Drohung.

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