Was kann ich tun, um meiner Therapeuten wieder zu vertrauen?

12 Antworten

Sie ist beruflich verpflichtet, einzugreifen und etwas zu unternehmen, wenn du suizidal bist. Sie muss dich einweisen! Es ist ihre berufliche PFLICHT. Sie hat keine andere Wahl. Schließlich bist du selbst eine Gefahr für dein Leben und deine Gesundheit, wenn du suizidgefährdet bist. Du hast sie damit in Zugzwang gesetzt. Das hat nichts mit Vertrauensbruch zu tun. Sie würde sich strafbar machen, wenn sie als Person in so einem Beruf nichts unternehmen würde, obwohl sie weiß, dass die Gefahr besteht, dass du dich selbst tötest.

Ich verstehe, wieso sie so gehandelt hat, wie sie es getan hat. An ihrer Stelle hätte ich das selbe getan und ich bin ihr sehr dankbar! Aber wie soll es in Zukunft weitergehen, wenn ich wieder Selbstmordgedanken bekommen sollte?

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@hfufhue

Du musst dir eben überlegen, ob du das dann sicherheitshalber erzählen möchtest oder ob du dich so weit im Griff hast, dass du dir dennoch nichts antun würdest. Du weißt ja jetzt, was die Konsequenzen sind, wenn du es erzählst. Aber du solltest dich auch nicht von dieser Krankheit unterkriegen lassen, die auf diese Weise tödlich für dich sein kann. Frag dich doch einfach ganz grundsätzlich mal: "Was will ich für meine Zukunft? Will ich wirklich sterben oder will ich leben?" Und wenn du so einen suizidalen Schub hast, dann versuche dich daran zu erinnern, dass du eigentlich leben willst. Vielleicht gibt es ja auch jemanden, der dich braucht und dem du sehr fehlen würdest. Dann kannst du auch an diese Person / Personen denken und dir sagen, dass du ihm oder ihr oder ihnen das nicht antun willst. Wenn dir das gelingt, dann kannst du auch deiner Therapeutin offen sagen, dass du zwar diese Gedanken hast, aber aus den und den Gründen und wegen der und der Person nichts Gefährliches machen würdest.

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Nun weiß ich nicht, wie ich ihr in Zukunft noch vertrauen soll und wie ich weiterhin ehrlich über meine Gefühle sprechen kann. 

Sprich mit ihr genau darüber. Über dein Misstrauen. Und einigt euch vielleicht über weiteres Vorgehen. Manchmal, wenn es um Gefahrenabwendung für dich geht, muss der Therapeut die Schweigepflicht brechen. DAs Leben des Patienten ist das höhere Rechtsgut als die Schweigepflicht.

ABER sie sollte mir dir die Vereinbarung treffen, dass sie nichts hinter deinem Rücken tut. Und nur das preisgibt, was unmittelbar mit der Gefahrenabwendung zu tun hat.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Man sollte froh sein, dass sie Verantwortung übernommen hat und helfen will. Man kann die Hilfe annehmen und sich eine Geisteskrankheit eingestehen oder eben alles runterreden, leugnen und vor dieser Person fliehen. Deine Sache...

Nein, du solltest du die Therapie nicht abbrechen. Deine Therapeutin hat richtig gehandelt. Du bist noch minderjährig und wenn du solche Gedanken äußerst, muss sie sogar ihre Schweigepflicht brechen und es deinen Eltern sagen. Sie trägt da eine gewisse Mitverantwortung für dich. Ich hoffe, du kannst das verstehen. Rede mit ihr darüber, warum du das nicht gut gefunden hast.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
Schließlich konnte sie dies nicht mehr verantworten

Sie konnte es nicht mehr verantworten. Sie hat Sorge um dich und sieht, dass sie damit nicht allein umgehen kann. Aus Sorge versucht sie Hilfe für die Situation zu finden.

Und Du siehst darin einen Vertrauensbruch? Sie tut was sie kann und vorallem auch muss und Du denkst sie hintergeht dich?

Sie will dir offensichtlich helfen.

Gruß

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