Was haben die Deutschen früher wochentags gegessen zu Zeiten als es nur sonntags Fleisch gab?

17 Antworten

Eier, Suppen ohne Fleisch, es wurde viel mit Getreide gemacht.Schmalz wurde viel verwendet, auch wenn es aus Fett ist, so zählte es doch nicht so zum Fleischverzehr. Es gab viele Gerichte, die heute kaum einer mehr kennt. Milchsuppe, Haferschleim, Brotsuppe, Kohlsuppe, süße Aufläufe, Eierkuchen, eingewecktes Gemüse.....

Danke. Was Milchsuppe ist, weiß ich wirklich nicht :)

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@Malavatica

Das ist zerbröselter Zwieback mit Zucker, der mit heißer Milch übergossen wird. Lecker !!!

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@dasadi

Werd ich vielleicht mal ausprobieren :)

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Kartoffelsupp, Kartoffelsupp, jeden Tag Kartoffelsupp :-)

Ich esse auch nicht jeden Tag Fleisch.
Bei meinen Eltern gab es das auch nicht, stattdessen z.B.

  • Buchteln
  • süße Pfannkuchen (Eierkuchen)
  • Rührei mit Spinat
  • Kartoffeln mit Quark
  • Reissuppe mit Semmelklößchen
  • Fisch oder auch Fischstäbchen
  • Nudeln ...

Ich auch nicht jeden Tag. Eierkuchen hatte ich heute :) Buchteln kenne ich gar nicht. 

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@Malavatica

Buchteln sind Hefenudeln/Rohrnudeln.

Ich kenne den Begriff von meinen sudetendeutschen Eltern.

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Buchteln?

Daß den Begriff noch jemand kennt! Das war meine Lieblngssüßspeise als Kind. gefüllt mit Zwetschgen oder im Winter mit Zwetschgenmus,und dazu Vanillesoße.

Und Marillenknödel, wahlweise mit Quarkteig oder mit Hefeteig, menno, jetzt hab ich Hunger und Lust auf Süßes.

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@Bitterkraut

Ja, Buchteln mochte ich auch sehr!! :-)
Meistens war in einer 1 Pfennig versteckt. Kam gut, wenn man mit einer Blombe im Zahn auf das Stanniol(?)papier biss...

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@Bitterkraut

Das war doch nicht als Gemeinheit gedacht-  irgendwie musste man den Pfennig doch einpacken.
Und irgendwann hatten wir es kapiert, dass wir bei dem Essen besser nicht "kraftvoll zubeißen" :-)

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@Malavatica

schinkennudeln und grüner salat - etwa 2x im jahr... leibgericht ;-))

der schinken war natürlich "gesammelte endstücke", die sich nicht mehr verkaufen liessen.

bei uns gabs immer das, was aus dem laden verbraucht werden musste. meine oma hat bei uns gekocht - und war meisterin der improvisation... ;-))

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Linseneintopf, Nudeln mit Tomatensoße und Salat, Spinat mit Kartoffeln, Süße Aufläufe, Kartoffelsuppe, Knödel mit Pilzsoße, Schinken- oder Krautnudeln usw. Man hat viel Gemüse und Kartoffeln gegessen.



Ich schließe mich dem sehr guten Bericht von Negreira an. Auch ich stamme aus dem Ruhrgebiet. Habe aber die Zeit schon vor dem 2.Weltkrieg erlebt.

Die meisten Männer waren Arbeiter. Sir nahmen einen "Henkelmann" mit. Das Essen wurde in der Fabrik mittags aufgewärmt. Auch in der Straßenbahn standen diese "Henkelmänner" zur Mittagszeit und wurden von den Arbeitern in Empfang genommen, wenn die Straßenbahn eine Firma passierte.

Der "Henkelmann" bestand aus einem, höchstens 2 Töpfe. In die ging kein Menü. Es gab unter der Woche nur Eintöpfe. In denen war ein Stück Fleisch oder Speck. Fleisch oder Speck war nur für den Vater. Manchmal bekam ich auch ein Stückchen ab. Samstags gab es im Wechsel Erbsen-, Linsen- oder Bohnensuppe. Nur am Sonntag und Feiertagen gab es ein Menü mit Vor- und Nachspeise.

Ansonsten gab es Brot. Für den Mann belegt mit Wurst. Für Frau und Kinder mit Marmelade oder "Rübenkraut". Meine Mutter war täglich unterwegs um Lebensmittel einzukaufen. Es gab noch keinen Kühlschrank. Wir hatten auch einen Garten und einen Stall voll Kaninchen und Hühner. Die besserten die Speisekarte auf.

Das Leben von damals ist mit dem heutigen nicht vergleichbar.

  

Hm, kann ich mir denken. Das Beste für den Mann. So hat meine Mutter auch noch gedacht. 

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@Malavatica

Das einzige Einkommen kam vom Mann. Der wurde gehegt und gepflegt. Verlor er seine Arbeit, war erst recht Schmalhans Küchenmeister. Für den Mann war es fast eine Beleidigung, wenn er seine Familie nicht ernähren konnte und die Frau arbeiten musste (in der Regel als Putzfrau). Die Frau hatte den ganzen Tag im Haushalt zu tun. Es gab keine Elektrogeräte und keine Pampers.

Die Zeiten sin d mit heute nicht vergleichbar. 

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Hmmm, Rübenkraut, das gab es zu Festtagen mit Stuten. Oder mit Reibekuchen. Mein Mann kennt es als Möhrenkraut.

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Das ist aber arg pauschal.
Es kommt natürlich darauf an, wo (Bundesland?) bzw. in welcher Region (Land, Dorf, Stadt) man gelebt hat.
Wichtig auch in welchen Jahren?

Auf dem Bauernhof war man praktisch an der Quelle und konnte sich sicherlich "auswahlreicher" ernähren, als jetzt jemand der in der Stadt wohnte und kein Geld für Nahrungsmittel hatte.

Mein Opa z. B. hatte ärmliche Eltern (konnten trotz Arbeit zeitweise keine Nahrung kaufen) und hat gegen Kost ohne Logis beim Bauern gearbeitet. Er hat täglich Fleisch gegessen.

Ja ok. Aber als Stadtmensch war das bestimmt schwieriger. Soo viele Bauernhöfe gab es doch nicht?  Gebe zu, bin da schlecht informiert. Ich sage mal zu Zeiten wo der Fleischkonsum noch etwas besonderes war. 

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@Malavatica

Fleisch war kein Sonntagsessen. Sonntagsessen war bei uns - ein besonderes mit Liebe & Zeit & Aufwand gekochtes Essen, wo möglichst alle Familienmitglieder gemeinsam essen konnten.

Eben weil unter der Woche nicht so viel Zeit war ;) Waschmaschinen, Geschirrspülmaschinen, der Arbeitsweg war weiter bzw. beschwerlicher erreichbar, ...

Soweit ich es weiß, wurde sehr viel anders gekocht als die heutige "Wegwerfgesellschaft".

Früher wurde sehr gerne Resteessen gemacht oder auch Essen "wieder verwertbar" gemacht.

Einen ganzen Apfel, nur weil der einen "Stoß", hatte wurde großzügig geschnitten. Hart gewordenes Brot wurde mit Milch eingelegt und mit Zucker ausgebraten.

Zur Obst-/Gemüse-/Saison wurde ganz viel vorgekocht, eingeweckt,...- angenommen zur Apfelsaison, da wurde Apfelsaft, Apfelmus, ... gemacht.

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